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Statistisches Bundesamt: Väter trauen sich langsam Richtung Elterngeld

Roger Richter / Getty Images/Westend61 Sie kümmern sich nach der Geburt um ihr Kind und setzen deswegen im Job aus: Sieben Prozent mehr Väter haben im vergangenen Jahr Elterngeld bezogen. Trotzdem nehmen sie sich nach wie vor wesentlich kürzere Auszeiten als die Mütter.
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#1 - 11.04.2019, 12:50 von Jadama

Kompliziert, Bürokratisch, langsam

Als selbst betroffener Vater kann ich nur sagen, dass es kein Wunder ist, wenn das Elterngeld nicht so häufig in Anspruch genommen wird. Durch die nicht ganz unkomplizierten Anträge (und die gefühlt hundert benötigten Unterlagen) wühlt man sich bei passender Motivation ja noch durch. Absolut problematisch finde ich allerdings, dass der Antrag erst nach der Geburt des Kindes gestellt werden kann. Das führt dann dazu, dass ein vater, der das Einkommen der Familie allein einbringt sich zur Geburt keine Elternzeit nehmen kann. Der Arbeitgeber zahlt dann kein Gehalt mehr und dank langer Bearbeitungszeiten und enormer Bürokratie gibt es zunächst auch kein Geld vom Amt. Das ganze richte sich also eher an Besserverdienende.

#2 - 11.04.2019, 12:59 von andreasclevert

Freut mich zu hören, als Elterngeldveteran :-)

Ich habe 2008 erstmals 12 Monate und dann in den weiteren Geburtsjahren der jüngeren Geschwister 2010 und 2013 jeweils auch ein Jahr Elterngeld als Vater bezogen. Das möchte ich nicht missen, weil es mich in vielerlei Hinsicht auch heute noch prägt im Umgang mit den Kindern, die nun 6, fast 9 und fast 11 sind. Empfehlenswert für alle Papas. Das kommt nur einmal im Leben :-)

#3 - 11.04.2019, 13:07 von Phil2302

Eltenzeit lohnt sich?

Wo das denn? "Damit verpassen diese Väter die Chance auf die staatliche Leistung." Soweit ich weiß, gibt es doch maximal 1800 Euro netto in der Elternzeit. Wie soll ich den Einkommensverlust denn ausgleichen? Wenn ich Urlaub nehme verliere ich kein Geld, bei 2 Monaten Elternzeit gut 4500 Euro. Keine schwere Wahl. Ich habe keine Elternzeit genommen.

#4 - 11.04.2019, 13:40 von Herr Bordt

@ Nr.1: Zumindest für den Fall BaWü konnte ich aktuell die Erfahrung machen: Zeitraum zwischen Beantragung (einen Teil der Nachweise bekommt man automatisch bei der Geburt des Kindes) und Überweisung 3 Wochen. Da man das Elterngeld ab der Geburt beantragen kann, ist eine Auszahlung binnen eines Monats nach der Geburt absolut realistisch - soweit man die Zeit für den Antrag in der auch sonst schon mit allerlei ungewohnten Aufgaben vollgepackten Zeit findet... Rücklagen für ein paar Wochen sind da natürlich kein Fehler, aber auch generell im Leben (v.a. auch mit Familie) keine schlechte Idee.

@3.: Schade.

#5 - 11.04.2019, 13:48 von index77

Teurer Spaß, aber immerhin!

Elternzeit ist ein teurer Spaß, aber immerhin gab es was vom Staat dazu. Welche Alternative gäbe es denn sonst.. Ich hätte sogar unbezahlt frei genommen drei bis vier Wochen. So hatte ich einen Monat ab Geburt plus vier Wochen Urlaub. Das war schon schön, das Baby in dieser Zeit zu betreuen, während sich die Mutter erholt. Den 14 . Monat werde ich auch wieder nehmen. Das Elterngeld ist aber ansonsten eher eine Unterstützung für Doppel- oder leicht besser verdienende. Wer ohne Gespartes gerade mal mit dem Gehalt klar kommt, dem nützt das auch nichts einen Teil vom Staat zu bekommen. Die Zeit zwischen Geburt und Auszahlung war drei Wochen. Mit der Geburtsurkunde bewaffnet und den nötigen Nachweisen hat das Amt dann zwei Wochen benötigt und die Bundeskasse hat gezahlt. Eine Woche habe ich auf die Geburtsurkunde gewartet. Also alles in einem Gehaltsmonat geschafft.

#6 - 11.04.2019, 17:53 von tedric

Auszahlung sehr verspätet

Ich habe letztes Jahr sechs Monate ab dem Tag der Geburt meiner Tochter Elternzeit genommen. Ich würde es jederzeit wieder tun und bin sehr glücklich über diese Zeit - da entwickelt sich so viel. Ich spiele auch schon mit dem Gedanken, die Wochenarbeitszeit zu verkürzen, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können und weil es finanziell machbar wäre. 4-Tage-Woche z.B.

Das Elterngeld wird übrigens nicht wie im Artikel beschrieben beim Arbeitgeber beantragt, sondern je nach Bundesland bei mir z.B. bei der Landesbank BW. Dank Online-Formular war dies aber relativ einfach auszufüllen und man bekommt eine persönliche Telefonnummer für Rückfragen. Die erste Zahlung trotz Antragstellung zwei Tage nach der Geburt kam allerdings erst im vierten Monat. Dank Rücklagen konnten wir das überbrücken - kann aber sicher nicht jeder.

#7 - 11.04.2019, 18:46 von spiegkom

Mehr Kinder gbit es trotzdem nich

"Sieben Prozent mehr Väter haben im vergangenen Jahr Elterngeld bezogen" Mehr Kinder gbit es trotzdem nicht. Aber höhere Kosten/Ausgaben.

#8 - 11.04.2019, 20:32 von Tobi2995

Elterngeld ungleich Elternzeit

Ich möchte nochmal herausstellen, dass Elterngeldbezug nicht zwingend mit der Dauer von Elternzeit gleichzusetzen ist. Das stellt der Artikel nicht ausreichend klar. Ich habe als Vater mit zwei Kindern deutlich länger Elternzeit (für die Kinderbetreuung) genommen als ich zeitgleich Anspruch auf Elterngeld hatte. Und jetzt bin ich bspw. im Rahmen von Elternzeit in Teilzeit beschäftigt - und bekomme gar kein Elterngeld sondern nur ein entsprechend reduziertes Gehalt. Also Vorsicht mit den Begriffen und Modellen... (Und von ElterngeldPlus und dem PartnerBonus rede ich gar nicht mal, sonst wird es noch unübersichtlicher.)

#9 - 11.04.2019, 22:46 von dodgerone

Bürokratisches Monster...

Das Elterngeld ist v.a. typisch Deutsch: teuer und beim Bürger kommt davon wenig an. Dafür aber viel Papier und viele Regeln. Danke für nix!

Zum Glück können wir es uns leisten nur von einem Gehalt (jeweils) zu leben und sind so abseits von Elterngeld unabhängig. Mancher muss ja den Eisprung auf das Elterngeld umstellen (inkl.Steuerklassenwahl).
Ich nehme auch Elternzeit und arbeite (als Mann) nur Teilzeit... passe aber wohl auch kaum in das engstirnige Bild deutscher Politiker!

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