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Kultur

38. Comic-Abenteuer: Im Oktober trifft Asterix eine Pubertierende

Les Éditions Albert René/ Egmont Ehapa Media Diesmal bekommen es Asterix und Obelix mit einem Mädchen zu tun - und nicht irgendeinem: Am 24. Oktober soll das neue Album "Die Tochter des Vercingetorix" erscheinen.
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#1 - 10.04.2019, 15:32 von c.PAF

Asterix ist tot. Die letzten Ausgaben haben schon gezeigt, daß der Zenith weit überschritten ist. Ich habe vor 43 Jahren meinen ersten Asterix gekauft, die Ausgabe vor 2 Jahren (oder so) war definitiv die Letzte, auf Seite 5 habe ich aufgehört zu lesen. Es war einfach nur abgrundtief enttäuschend.

Schade, daß der Absprung nicht rechtzeitig geschafft wurde...

#2 - 10.04.2019, 16:00 von murph_and_the_magic_tones

Werte Redaktion, "denn er hatte schon in dem klassischen Band "Asterix und der Arvernerschild" einen legendären Auftritt - bis heute einer der beliebtesten Asterix-Comics."
Das ist, mit Verlaub, aber sehr positiv beschrieben: Der Auftritt des Vercingetorix im "Avernerschild" war für diese ausgezeichneten und mit feinem Humor übersetzten Comics eher ein plumper und billiger- er schmiss in einem einzigen Bild, Cäsar seine Waffen auf die Füsse. Ob das eine Bild/ Zeichnung jetzt so legendär war... naja. Die Gründe für den Erfolg des Bands "Avernerschild" liegen wohl eher in den zahlreichen anderen Späßen, die in diesem Band vorkommen. Fazit- diese Meldung liest sich vorformuliert und abgeschrieben.

#3 - 10.04.2019, 16:13 von DrStrang3love

Hm... mal sehen. Die letzten Bände unter der Ägide des neuen Kreativteams waren zwar besser als die letzten Machwerke, die Uderzo im Alleingang herausgehauen hat ("Gallien in Gefahr"… *schauder*), aber irgendwie dann doch zahn- und charmlos. Gerade "Der Papyrus des Cäsar" ist zudem erstaunlich schlecht gealtert, obwohl der Band nur vier Jahre alt ist...

#4 - 10.04.2019, 16:59 von mariomeyer

@murph

Danke für die Bestätigung. Ich hatte nämlich genau dieses Bild (und wirklich nur dieses eine) vor Augen. Zumindest bei mir ist es also im Gedächtnis haftengeblieben.

#5 - 10.04.2019, 17:09 von Chief Brody

Eine Chance, mal was für das gallische Frauenbild zu tun

Das Thema ist eigentlich überfällig, denn die wenigen Asterix-Bände, in denen weibliche Figuren eine größere Rolle spielen, zählen nicht zu den stärksten der Reihe. Wann immer die Dorffrauen mal Seite an Seite mit ihren Männern kämpfen, hagelt es meist misogyne Klischees. Dass es sich um eine humoristische Reihe handelt, in der beständig karikiert und zugespitzt wird, ist schon klar, nur haben die als Klatschbasen, Furien und materialistische 'Goldgräberinnen' gezeichneten Dorffrauen im Gegensatz zu ihren Männern halt leider kaum irgendwelche anderen, positiven Eigenschaften.
Wenn sich das neue Autorenteam dieses Themas annimmt, ist das doch erstmal sehr zu begrüßen - gründlicher danebengehen als der Band "Asterix und Maestria", der eigentlich bloß eine verbitterte Abrechnung mit dem Feminismus ist, kann es sicher nicht. Und schon der letzte Kinofilm ("Das Geheimnis des Zaubertranks") hat gezeigt, dass uns nicht gleich der Himmel auf den Kopf fällt, wenn etwas zeitgemäßere Geschlechterpolitik Einzug ins gallische Dorf hält.

#6 - 10.04.2019, 17:50 von Max Dralle

Zitat von murph_and_the_magic_tones
Der Auftritt des Vercingetorix im "Avernerschild" war für diese ausgezeichneten und mit feinem Humor übersetzten Comics eher ein plumper und billiger- er schmiss in einem einzigen Bild, Cäsar seine Waffen auf die Füsse. Ob das eine Bild/ Zeichnung jetzt so legendär war... naja.
Zumal dieser Witz nur eine Wiederholung des zweiten Frames aus "Asterix der Gallier" war. Eine neue Nuance wurde der Szene erst in "Die Trabantenstadt" hinzugefügt, als man die Waffenübergabe in Cäsars Selbstbericht in einer für ihn deutlich schmeichelhafteren Version sah.

@Haifischbezwinger: Ich stimme Ihnen zu. Dem doch recht patriarchalem Ansatz der klassischen Geschichten könnte wirklich einmal etwas Zeitgemäßes entgegensetzt werden. Am besten, ohne es großartig zu thematisieren. Einfach als gegeben darstellen.

#7 - 10.04.2019, 18:31 von Affenhirn

Eigentlich starb Asterix mit Goscinni

Neben dem genialen Texter war der Zeichner Uderzo - fast - nebensächlich. Der teilweise feine, auf das Französische bezogene Humor, der sich im Original fand, hat bei den Übersetzungen zwangsweise meist gelitten, trotzdem war es immer noch ein Meisterwerk.
Die Marke an zwei Nachahmer zu veräußern, war sicher ein geschickter Schachzug von Uderzo und den Goscinni-Erben. Man muss das deshalb aber nicht mögen.

#8 - 10.04.2019, 18:33 von retterdernation

Asterix und der Zeitgeist der Moderne

heißt der 39. Band dann vermutlich. Frauen und Gendergerecht und das als Schwerpunkt. Die Geschichten heißen Asterix und Obelix im Titel und nicht Falbala, Gutemine und das Rätsel um Jellosubmarine und Cleopatra. Man bewegt sich halt der Zeit gerecht. Plus Minus rund 2000 Jahre vor dem Jetzt. Das war halt damals so. Mit den Galliern in diesem kleinen Dorf. Oder in Ägypten oder Spanien, Griechenland. Wie kann man das denn tausende von Jahren später in Einklang mit den neuen Revoluzzerinnen der Szene bringen. Soll denn damit die Menschheitsgeschichte im aller erweiterten Sinne verklärt werden. Frauen standen damals halt im Licht, wie Cleopatra oder im sanften Schatten ihrer Männer, wie die alles dominierende Maestria. In der Literatur werden die Frauen in den Bänden in drei Kategorien beschrieben. 1. die schnippischen und süßen Ehefrauen wie Gutemine, die ihre Männer so etwas von im Griff haben. Majestätix reagiert auf jede Anweisung. So wie alle Männer im Dorf in die Spur kommen, sobald die Frauen das Kommando anschlagen. Selbst Methusalix! Außer Jellosubmarine - die Frau des Fischhändlers, machen die anderen Girls nur Hausarbeit. Kategorie 2 - die jungen, hübschen Frauen. Von Spanien bis Ägypten. Diese Bambi der damaligen Frauenszene müssen immer gerettet werden. Kategorie 3 - der gewünschte Typ der Gegenwart, also Frauen, von denen Männern noch etwas lernen können - wird genau einmal erwähnt, laut Literatur. Ganz offensichtlich gab es diese selbstständige Rolle einer Frau fast niemals im alten Gallien. Frauen bekleiden ihre Rollen eher im Hintergrund. Dann aber mit ungeheurer Macht. Nennen wir es - die weibliche Intuition. In einer Zeit, in der Männer oftmals ihre Frauen um Hilfe riefen, wenn sie bedroht wurden. Frauen waren damals also genauso stark - wie heute. Nur in anderer Rolle. Mit dem Unterschied: sie wollten viel, aber nicht alles.

#9 - 10.04.2019, 20:02 von OhMyGosh

Es könnte (!!!) ja ganz amüsant werden, was Texter und Zeichner aus dem Stoff machen, der immerhin zum kulturellen Erbe unserer Nachbarn gehört- der Arververnerfürst, welcher mit verbündeten Stammesfürsten Cäsar die Stirn bot und vor allem im 19. Jahrhundert zu einem romantisierten Nationalhelden stilisiert wurde (Napoléon III etwa ließ mehrere Vercingetorix-Statuen errichten). Sollte der Comic satirisch mit dem französischen Nationalismus vergangener Jahrhunderte wie auch der last des genetischen Erbes spielen, läge vllt. endlich einmal ein Astérix-Band vor, der an die Glanzjahre unter der Federführung von Uderzo-Goscinny heranreichen könnte. Allerdings sehe ich wenig Ansatzpunkte zur Aktualisierung im Hinblick auf bekannte Promi-Gören. Lily-Rose Depp etwa ist ja kein Teenie mehr. Oder etwa Anspielungen auf Mazarine Pingeot, die verheimlichte Tochter Mitterands? Unter Umständen hat die Kleine von Vercingétorix nur den Schnurrbart von Papa geerbt und wird ihn nicht los...

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