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Chinas Werbung für die "Neue Seidenstraße": Ganz große Propaganda

REUTERS/ China Daily Güterzüge verbinden China direkt mit Europa, für dieses Projekt der "Neuen Seidenstraße" wirbt Peking mit Jubel-Berichterstattung. In Deutschland bieten Medien wie die Deutsche Presse-Agentur der Propaganda eine Plattform.
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#1 - 16.12.2018, 07:50 von mgrevenstein

What?

China muss sich nicht in die Medienbranche einkaufen. Wenn denen danach ist wird über Mittelsmänner ein eigener Kanal eingerichtet. Geld regiert die Welt und einzig und allein der Westen ist für ein derart aufstrebendes China zuständig. Solange unsere Regierungen nicht in der Lage sind besser haus zu halten, Gehälter so anzupassen das auch eine "westliche Industrienation" es schafft einen "fair trade" Markt zu realisieren, werden die Chinesen weiterhin den Kommunismus dazu benutzen China zum Weltmarkt Nr.1 zu machen. Würden die jetzt den Hahn zudrehen, geht im reichen Westen nicht mehr viel.

#2 - 16.12.2018, 07:51 von eunegin

Deutschland = Schockstarre

Alles richtig, aber man sollte ganz klar erkennen, dass China "macht", während unsere Infrastruktur der 60er und 70er zerbröselt, die der 90er sich als wenig solide erweist und wir schon Probleme mit der Instandhaltung haben. Von zerredeten und wegdebattierten kleinen und großen Projekten ganz zu schweigen. Auch die Industrie strauchelt mit den neuen Zeiten, siehe VW, Daimler etc. Mit Großprojekten wie Bahnhöfen und Flughäfen brauchen wir gar nicht mehr anzufangen. Früher wurde auch hier gemacht, wobei der ein oder andere Fehler passiert ist. Jetzt vermeidet man scheinbar Fehler durch Schockstarre - das ist langfristig der größte Fehler. Deutschland hat den Anschluss schon verloren. Man sollte sich auch einmal trauen und visionär denken. Aber ein kleines Beispiel aus Berlin: hier schafft man es tatsächlich gleichzeitig (!) gegen Wohnungsnot, steigende Mieten und (!) Neubauprojekte und Dachgeschossausbauten zu demonstrieren. So kann man auch Berliner über die riesige Innenstadtbrache des ehem. Flughafens Tempelhofer Feld spazieren gehen sehen (das aus Angst vor Veränderung vollständig ungenutzt bleibt), die über das mangelnde Wohnungsangebot schimpfen. Deutschland. Wir müssen es China wahrlich nicht nachmachen. Aber überhaupt etwas machen, täte schon gut.

#3 - 16.12.2018, 08:07 von Frank63

Willkommen Seidenstrasse!

Völlig richtig, dieses revolutionäre Projekt zu bewerben. In der deutschen Geschichte hat die Eisenbahn immer auch Entwicklung für die durchfahrenden Regionen gebracht. Diese Projekt sollte nicht - auch nich indirekt - mies gemacht werden. Viel besser als mit dem Schiff außen rum zu fahren! Deutschland hat sich abgehängt beim Klimaschutz, das hier -ist- Klimaschutz! Ich wünschte mir die Klugheit der Chinesen auch in der westlichen Welt.Wir sollten lernen, nicht meckern.

#4 - 16.12.2018, 08:13 von jan.bredau@onlinehome.de

Letztendlich ist das Projekt trotzdem eine gute Idee. Warum diese Initiative so schlecht reden.

#5 - 16.12.2018, 08:13 von omanolika

Der wahre Herrscher?

Die "Neue Seidenstraße" ist eine Meldung wert,
aber warum sollte China sagen das wär verkehrt?

Natürlich berichtet China darüber positiv,
und ist denn nun wirklich jemand so naiv,
zu denken, dass diese Presseagenturen,
etwas anderes sind als des Geldes Spielfiguren?

Gut ist das ganz sicher nicht,
doch auch der SPON-Bericht,
wird dem Geld nicht rauben die Macht,
mit dem es halt gewinnt jede Schlacht.

#6 - 16.12.2018, 08:17 von DJ Bob

welcher KP in China?

China hat sich vor etwa 20 Jahren vom Kommunismus verabschiedet und stattdessen ein totalitäres Kastenstaat etabliert wurde mit eine besonders brutalen kapitalistische Marktwirtschaft
Deswegen finde ich die Beiträge hier von den romantisch eingestellten "Alt Maoisten" fast schon komisch. Auch die Berichterstattung von den hiesigen Medien finde ich schon merkwürdig. Wie zb der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Man liest immer "Boomerang für Trump" , "Trump hat sich verzockt", "keine Auswirkungen auf China" etc
Die "ewiggestrigen" Alt Linken hier auf SPON finden es zb auch nicht "merkwürdig" wenn das chinesische System von hiesigen Managern gelobt wird. Wir reden hier von Ausbeutung der Landbevölkerung die zb ein exorbitante Parteiapparat finanzieren "darf" damit die Kinder von Partei angehörigen hübsch studieren können

#7 - 16.12.2018, 08:17 von MartinBeck

Gemecker

Es gibt offensichtlich nichts, worüber (vor allem in Deutschland) gemeckert werden kann. Das Seidenstraßenprojekt ist natürlich hochpolitisch, aber welches globale Projekt dieser Größenordnung ist das nicht? Und jetzt wird dpa dafür ausgeschimpft, dass sie einen schönen Dienstleistungsauftrag geholt haben. Der wird dpa bald entzogen werden. Und es finden sich dann Dutzende, die ihn gerne annehmen. Was ist jetzt der Mecker-Erfolg? Schaden für Deutschland!

#8 - 16.12.2018, 08:21 von marthaimschnee

zu kurz gesprungen

viel zu kurz. Denn das Thema Medienkäuflichkeit ist keines, das nur China oder vielleicht Russland betrifft. Jeder mit genug Geld kann "Artikel" in so ziemlich jedem Medium plazieren. Manchmal kauft man sich auch gleich das ganze Medienunternehmen. Und warum geht das? Weil das gesamte System streng kapitalistischen Regeln folgt. Kein Medienunternehmen ist unabhängig, denn es muß Geld verdienen. Und darum ist auch keines dieser Unternehmen frei in seiner inhaltlichen Gestaltung. Die Kritik müßte also auf das gesamte Mediensystem zielen, nicht bloß auf die chinesische Verbreitung von Propaganda.

#9 - 16.12.2018, 08:38 von anja-boettcher1

Merkwürdige Verwechslungen

Die in führenden Kreisen gestreute Irrvorstellung, als ob der Handel zwischen Ländern als "Demokratieexport" erachtet werden sollte, schädigt Demokratie in haarsträubender Weise. Der Grad der chinesischen Demokratie ist zu bemessen daran, inwiefern Chinas Regierung den Bedürfnissen der chinesischen Bevölkerung entspricht. Das gleiche gilt nicht nur für Russland, sondern auch Deutschland, Frankreich, die USA und überhaupt alle Länder.

Was hier aber versucht wird, ist, unter dem Demokratie-Label Geopolitik zu verkaufen, statt nüchtern zu sehen, dass, um Demokratie zu wahren, europäische Regierungen gut daran täten, sich mal langsam um die Bedürfnisse der Europäer zu kümmen und dementsprechend ihre Handelspolitik daran auszurichten, dass wir auch in Jahrzehnten noch gedeihlich leben können.

Und angesichts des schnell wachsenden asiatischen Marktes sind infrastrukturelle Projekte, die Europa mit dem asiatischen Kontinent verbinden, zu begrüßen - wie auch die Beziehungen zu Russland politisch und wirtschaftlich, alleine wegen des unermesslichen russischen Rohstoffvorkommens, von großer Bedeutung sind. Ich wüsste auch nicht, dass uns Chinesen oder Russen je zu irgendetwas gezwungen hätten, was wir nicht wollen. Und wenn sie es versuchen würden, sehe ich nicht, dass sie hierzu überwältigende Hebel hätten.

Anders als die USA. Tut mir leid - abe raus Washington kommen seit Jahren Drohungen, Weisungen, Verbote und Erpressungen. Von daher sehe ich von jenseits des großen Teichs, vor allem jetzt seit dem offenen Versuch eines Wirtschaftskriegs unter der Regierung Trump, ganz manifeste Einschränkungen unserer Demokratie, nämlich Einschränkungen, im Sinne der hiesigen Bevölkerung in unserem Interesse handeln zu können, nicht aber von Russland und China.

Die lehrmeisterliche Vorstellung, der Rest der Welt werde "Lektionen" von europäischen oder USamerikanischen Politikern annehmen, was sie unter Demokratie zu verstehen hätten, ist einfach nicht mit Demokratie zu vereinbaren. Und er wird umso weniger glaubwürdig, je weniger sich Europäer (und USAmerikaner) von ihren Politikern begriffen fühlen. Und das tun sie immer weniger.

Seit geraumer Zeit kann die hiesige politische Diskussion nicht mehr zwischen Ländern, nämlich vor allem ihren Bevölkerungen unterscheiden und verwechselt wohl identitäre Befindlichkeiten zwischen Mitgliedern einer Berufsklasse mit den notwendigen produktiven und politischen Beziehungen von Ländern.

Ich kenne USamerikanische Strategiepapiere, die davon reden, zukünftige Kriege zwischen den USA und Russland wie China seien "unvermeidlich" (letztens noch Ben Hodges in Berlin). Ich warne da nur alle europäischen Politiker. Dergleichen ist Wahnwitz. Wir brauchen gute und belastbare Beziehungen innerhalb Europas und Asien. Wir brauchen Stabilität im Nahen Osten und Afrika. Wir brauchen keine hegemoniale Geopolitik - erst recht nicht im Sinne einer auf dem Rückzug befindlichen Weltmacht.

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