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Chinas Werbung für die "Neue Seidenstraße": Ganz große Propaganda

REUTERS/ China Daily Güterzüge verbinden China direkt mit Europa, für dieses Projekt der "Neuen Seidenstraße" wirbt Peking mit Jubel-Berichterstattung. In Deutschland bieten Medien wie die Deutsche Presse-Agentur der Propaganda eine Plattform.
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#100 - 16.12.2018, 14:12 von juergenhesse

Ansichten

Es scheint mir, viele Foren Mitglieder benutzen das Internet eifrig, um ihre Meinungen zu unterstreichen.
Wenn ich, als vormaliger China Reisender, lese, dass die Lebenserwartungen dort zuruekgegangen sind, ueberrascht mich das, bei deren unwarscheinlichen Verdreckung, dank Steinkohle, die immer noch die meisten Elektizitaetswerke betreibt, nicht.
Auch Reiseberichte von Bekannten und Verwanten die jetzt von China zurueck kommen, bestaetigen meine Ansichten.

#101 - 16.12.2018, 14:19 von HeisseLuft

So einfach ist es aber nicht

"Wenn Sie es zB. schaffen, eine Schienenverbindung allein mit den unterwegs "eingesammelten" erneuerbaren Energien (Windkraftanlagen) zu betreiben, ist das Schiff komplett aus dem Wettbewerb raus."

Meine Betrachtung war eine ökonomische, keine ökologische. Ökologisch ist das korrekt - wenn das tatsächlich so gemacht wird. Wenn. Und wenn es bald gemacht wird - sonst haben Schiffe bis dahin womöglich Brennstoffzellenantrieb.

"Zudem ist der Zug in jedem Fall die erheblich schnellere Verbindung!"

Und das Flugzeug ist noch schneller. Kommt aber eben darauf an, was sie transportieren wollen. Ist es billiges Massengut wird es auf ein paar Tage nicht ankommen. Hauptsache es ist pünktlich.

"Demgegenüber stehen Containerriesen, deren Dimensionen längst alle vernünftigen Dimensionen sprengen. So soll in Hamburg demnächst eine Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, weil ihre Durchfahrtshöhe von 53 Metern (!!) "zu klein" geworden ist für die abartigen Riesen der Meere."

Korrekt. Die primären Investitionskosten sind höher als bei anderen Transportmitteln, abgesehen vielleicht vom Flugverkehr. Richtig ist, dass Städte, die im frühen Mittelalter an den für damalige Schiffsgrößen passenden Orten errichtet wurden kaum geeignet sind heutigen Schiffsverkehr zu bewältigen. Deshalb wird hier auch der Jade-Weser-Port gebaut, nicht wahr?

Die bessere Lösung ist konkurrenzfähige Häfen zu bauen, anstatt seine Hoffnung darauf zu setzen die Bahn würde es reißen. Ziemlich unwahrscheinlich - übrigens ebenfalls unter Umweltgesichtspunkten. ich erinnere an die Probleme des Ausbaus der intensiv genutzten Güterstrecke am Rhein.

Die größten Containerhäfen liegen fast alle in Ostasien.
https://www.containerbasis.de/blog/b...ontainerhafen/
Kein Zufall.

#102 - 16.12.2018, 14:22 von rudi_ralala

Zitat von hohnstein2016
Habe seit 7 Jahren Beruflich mit und in China zu tun. Kann ihren Kommentar daher nur zustimmen. Im Grunde ist es wirklich so, während China macht, blockiert die Deutsche, bzw. Europäische "Endlosredereimentalität" vieles, vor allem das es schnell genug voran geht. Was die zerbröselnde Infrastruktur in Europa angeht gebe ich ihnen auch Recht. Wenn man heute von Asiatischen Metroplen wieder in Berlin landet, fühlt man sich jetzt schon wie in der Zeit zurück .versetzt Bei Großbauprojekten müßte auch in D rund um die Uhr garbeitet werden. Nur von Deutschland aus bekommt man nicht mit wie schnell sich die Welt verändert...nur wenn man selber in der Welt unterwegs ist, oder im Ausland arbeitet und die Entwichlung vor Ort selber sieht und vergleichen kann...
Meine Güte die Kommentare sind wirklich schlimm hier.
Hier wird von asiatischen Metropolen gesprochen, die auf Kosten der Bevölkerung im Eiltempo zu Vorzeigeprojekte entwickelt werden und vergleicht das mit Staaten, die diese Entwicklung schon längst hinter sich haben. In Beijing wird kein Bürger gefragt ob sein 500 Jahre altes Haus abgerissen werden darf. Es wird abgerissen, ein neuer Klotz auf Kredit wird hingestellt und der alte Bewohner guckt in die Röhre. Wenn der sich zu lange wehrt und meckert, darf er sich die Radieschen von unten ansehen. Wenn die Bahn eine neue Trasse plant wird doch nicht gefragt, wem das Land gehört schon gar nicht werden Entschädigungen gezahlt. Unter solchen Umständen ist es einfach irgendetwas zu planen und umzusetzen. Frage ist, wie lange macht das Prekariat von 1,2 Milliarden das noch mit und wie lange reicht der Kreditrahmen noch?
Ich hatte auch einmal in Beijing gearbeitet 1988 - 1989, eineinhalb Jahre reichen mir für's Leben, zumal ich auch am 04.Juni 89 in Beijing war (LH Center).

#103 - 16.12.2018, 14:35 von geotie

Zitat von Frank63
Völlig richtig, dieses revolutionäre Projekt zu bewerben. In der deutschen Geschichte hat die Eisenbahn immer auch Entwicklung für die durchfahrenden Regionen gebracht. Diese Projekt sollte nicht - auch nich indirekt - mies gemacht werden. Viel besser als mit dem Schiff außen rum zu fahren! Deutschland hat sich abgehängt beim Klimaschutz, das hier -ist- Klimaschutz! Ich wünschte mir die Klugheit der Chinesen auch in der westlichen Welt.Wir sollten lernen, nicht meckern.
Wenn China diese Seidenstraße bauen will, dann sollen die es tun, aber auf eigene Kosten. So wie es vernommen habe, wird den Länder, wo die Seidenstraße entlang laufen soll, Geld geliehen um dort die Infrastruktur zu beschaffen. Somit sind die Länder später auf China angewiesen und können auch erpresst werden. China kann den Ländern die Infrastruktur beschaffen und dann für die Durchfahrt bezahlen. China ist ähnlich wie Rom, teile und herrsche. Aber wehe es gibt da mal Unstimmigkeiten....

#104 - 16.12.2018, 14:45 von klmo

Zitat von rudi_ralala
Meine Güte die Kommentare sind wirklich schlimm hier. Hier wird von asiatischen Metropolen gesprochen, die auf Kosten der Bevölkerung im Eiltempo zu Vorzeigeprojekte entwickelt werden und vergleicht das mit Staaten, die diese Entwicklung schon längst hinter sich haben. In Beijing wird kein Bürger gefragt ob sein 500 Jahre altes Haus abgerissen werden darf. Es wird abgerissen, ein neuer Klotz auf Kredit wird hingestellt und der alte Bewohner guckt in die Röhre. Wenn der sich zu lange wehrt und meckert, darf er sich die Radieschen von unten ansehen. Wenn die Bahn eine neue Trasse plant wird doch nicht gefragt, wem das Land gehört schon gar nicht werden Entschädigungen gezahlt. Unter solchen Umständen ist es einfach irgendetwas zu planen und umzusetzen. Frage ist, wie lange macht das Prekariat von 1,2 Milliarden das noch mit und wie lange reicht der Kreditrahmen noch? Ich hatte auch einmal in Beijing gearbeitet 1988 - 1989, eineinhalb Jahre reichen mir für's Leben, zumal ich auch am 04.Juni 89 in Beijing war (LH Center).
Der Strukturwandel in China ist radikal, nicht selten jenseits von privaten Recht. Und hier kommt das kommunistische Prinzip zum tragen: Wo es der Mehrheit nutzt, muss der Einzelne weichen.

Vergleich gefällig: Wer hat nach Recht und Gesetz gefragt, als in den Gründerzeiten der USA die Bahntrasse von Ost- nach West verlegt wurde, quer durch Indianerland?

#105 - 16.12.2018, 14:59 von albatrosmz

Beat Adler, so, so China stärkt die Macht der Diktatoren?

Andersherum, wir der Westen haben wesentlich die Diktatoren Afrikas GESCHAFFEN! Aus zwei Gründen, um erstens die Befreiungsbewegungen am Ende der Kolonialherrenzeit einzudämmen und zweitens an die Bodenschätze zu kommen. Nur zwei von hunderten Beispielen, USA/Belgien haben Lumumba ermorden lassen, um Diktatoren und Konzernen den Weg zu ebnen und mal Südamerika, Chiles CIA-Aktion gegen Allende, um Diktator Pinochet den Weg zu ebnen. Kleines allgemeines Beispiel,nach welchem Muster das ablief, wie wir, nicht China, Korruption und Diktatoren nach Afrika brachten: Westkonzern X braucht afrikanischen Rohstoff Y und muß entscheiden zwischen zwei Präsidentenanwärtern im afrikanischen Staat Z. Ein Anwärter will den Rohstoff für sein Land, westlicher Konzern X will ihn aber für sich und unterstützt "großzügig" denjenigen korrupten Präsidentschaftskanditaten mit Geld und notfalls Waffen, der im Gegenzug verspricht , dem Konzern den lukrativen Zugriff auf den Rohstoff zu sichern. Raten Sie Beat Adler, wer den Wahlkampf im afrikanischen Staat Z gewinnt? Außerdem, wir, der Westen, haben den afrikanischen Diktatoren Geld für Rohstoffe gegeben, die die Diktatoren dann in Steuerparadiese brachten. China baut Straßen, Eisenbahnen und Fabriken, die kann man nicht in Steuerparadiese verbringen. Und andere Länder in Abhängigkeit bringen, Beat Adler, da haben Sie wohl China mit den USA verwechselt?

#106 - 16.12.2018, 15:01 von rudi_ralala

Zitat von klmo
....Vergleich gefällig: Wer hat nach Recht und Gesetz gefragt, als in den Gründerzeiten der USA die Bahntrasse von Ost- nach West verlegt wurde, quer durch Indianerland?
Das soll ein Vergleich sein?
Die europäischen Siedler waren Invasoren, was die damalige Situation nicht beschönigen soll. Die Chinesen und viele anderen Asiaten beuten ihre eigenen Landsleute bis auf's Blut aus.
Man denke nur an die Millionen Wanderarbeiter, die keinerlei Rechte haben.

#107 - 16.12.2018, 15:01 von HeisseLuft

Jein

Zitat von klmo
Der Strukturwandel in China ist radikal, nicht selten jenseits von privaten Recht. Und hier kommt das kommunistische Prinzip zum tragen: Wo es der Mehrheit nutzt, muss der Einzelne weichen. Vergleich gefällig: Wer hat nach Recht und Gesetz gefragt, als in den Gründerzeiten der USA die Bahntrasse von Ost- nach West verlegt wurde, quer durch Indianerland?
Das ist vielleicht ein bisschen schräg, die innenpolitische Vorgehensweise und das "Rechtssystem" Chinas mit dem allgmeinen Verhalten gegenüber Ureinwohnern im 19. Jahrhundert zu vergleichen. Insofern richtig, als beide nicht als Eigentümer ihres Landes angesehen wurden bzw. werden - auch dem chinesischen Bauern gehört das Land nicht, er hat es quasi nur vom Staat gepachtet.

#108 - 16.12.2018, 15:08 von Referendumm

Zitat von dergenervte
Dieses G5-Netz hätte dann aber eine direkte Verbindung zum großen Bruder in China und würde alles zensieren, was nicht in den Kram von China passt.
Und? Edward Snowden sowie die weltweite Totalüberwachung durch die NSA & Co. bereits vergessen?

Und immer schön dran denken: Wer lesen kann, kann in der Regel auch schreiben (sowie zensieren)!

Das Schlimme ist doch, dass wir Europäer dank unserer Geiz-ist-Geil-Denkweise alle relevanten elektronischen Entwicklungen (und meist auch die der Software) outgesourct haben. Tja, jetzt geht der Schuss eben nach hinten los.

#109 - 16.12.2018, 15:27 von hohnstein2016

Beijing 2018

Zitat von rudi_ralala
Meine Güte die Kommentare sind wirklich schlimm hier. Hier wird von asiatischen Metropolen gesprochen, die auf Kosten der Bevölkerung im Eiltempo zu Vorzeigeprojekte entwickelt werden und vergleicht das mit Staaten, die diese Entwicklung schon längst hinter sich haben. In Beijing wird kein Bürger gefragt ob sein 500 Jahre altes Haus abgerissen werden darf. Es wird abgerissen, ein neuer Klotz auf Kredit wird hingestellt und der alte Bewohner guckt in die Röhre. Wenn der sich zu lange wehrt und meckert, darf er sich die Radieschen von unten ansehen. Wenn die Bahn eine neue Trasse plant wird doch nicht gefragt, wem das Land gehört schon gar nicht werden Entschädigungen gezahlt. Unter solchen Umständen ist es einfach irgendetwas zu planen und umzusetzen. Frage ist, wie lange macht das Prekariat von 1,2 Milliarden das noch mit und wie lange reicht der Kreditrahmen noch? Ich hatte auch einmal in Beijing gearbeitet 1988 - 1989, eineinhalb Jahre reichen mir für's Leben, zumal ich auch am 04.Juni 89 in Beijing war (LH Center).
Typischer Kommentar von jemanden der die letzten Jahre nicht selber vor Ort war und nicht weiß was sich seit 1989 verändert hat. Das Beijing von 89 hat kaum mehr was Bautechnisch mit den Beijing von 2018 zu tun. Beijing ist heute eine moderne Stadt u.a. mit einem U Bahn System was moderner ist als die meißten in Europa, mit einem Flughafen der pro Jahr 90mio Passagiere hat. Der 2. Flughafen wird nächsten Juni fertig, 120 Mio. Passagiere Kapazität, weil der jetzige schon total überlastet ist... wie gesagt nur von Europa aus bekommt man kaum mit wie schnell sich die Welt verändert... Beitrag 2. beschreibt die reale Situation sehr passend....

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