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Chinas Werbung für die "Neue Seidenstraße": Ganz große Propaganda

REUTERS/ China Daily Güterzüge verbinden China direkt mit Europa, für dieses Projekt der "Neuen Seidenstraße" wirbt Peking mit Jubel-Berichterstattung. In Deutschland bieten Medien wie die Deutsche Presse-Agentur der Propaganda eine Plattform.
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#80 - 16.12.2018, 12:17 von HeisseLuft

Weil Schiffsverkehr günstiger und weniger störanfällig ist

Zitat von Emderfriese
Geht man davon aus, dass sehr viele Waren zunächst Bahn oder auch Lkw benötigen, um an Bord des "Containerriesens" zu gelangen, und dann wieder Bahn oder Lkw benötigt werden, um die Container weiter zu transportieren ins Inland - und Asien ist sehr groß! - , dann braucht man ohnehin viele Güterzüge. Warum nicht gleich?
Weil Schiffsverkehr über lange Strecken viel günstiger als jedweder Landverkehr ist, deshalb.

Übrigens schon seit Jahrtausenden.

Die namengebende historische Seidenstraße hat ihre Bedeutung verloren, sobald den Europäer Fernsegler zur Verfügung standen. Schiffe, die den Atlantik überqueren oder Afrika umrunden konnten. Der Seetransport ist billiger und zuverlässiger. Und weitgehend unabhängig von politischen Verwerfungen auf dem Festland.

Und die sogenannte moderne Seidenstraße umfasst genau deshalb eben auch Infrastruktur für den Seeverkehr.

#81 - 16.12.2018, 12:18 von karl-felix

Na,ja

Zitat von jan.bredau@onlinehome.de
Letztendlich ist das Projekt trotzdem eine gute Idee. Warum diese Initiative so schlecht reden.
ich denke, Spon wollte da dpa ans Knie pieseln und auf einem Weg kommt ein wenig China-bashing auch gut an . Was mir fehlt ist ein Mindestmaß an Substanz. Neuigkeit /Informationswert = 0 .
Wie dumm soll denn ein Spon -Leser sein , der nicht weiß dass es in kommunistischen Staaten keine freie Presse gibt ?
Schwachsinn das Ganze.Ich habe geglaubt , da käme ein Mindestmaß an Information rüber, Fehlanzeige.
Es geht im Artikel nur darum , gegen dpa zu stänkern ( aus welchem Grund auch immer. Ich vermute - ungeschützt , dass dpa dort auf eine Bewerbung fehlende Qualifikation bemängelte).
Anders ist so ein inhaltsleerer Artikel nicht erklärbar.
Oder haben Sie bis gestern an eine freie kommunistische Presse geglaubt ?

#82 - 16.12.2018, 12:19 von Spiegelkritikus

Chancen und Gefahren für Europa

Es ist zu befürchten, daß Washington alles daran setzt, das Seidenstraßenprojekt zu sabotieren. Zunächst mit ökonomischer Repression (hat unter Trump schon begonnen) und wenn das nicht ausreicht, im schlimmsten Fall mit Krieg gegen Russland, eventuell auch China.

Die Chinesen streben exakt das an, was die von der Brzezinski-Strategie beherrschte US-Außenpolitik seit vielen Jahren verhindern will: daß Europa, Russland und China wirtschaftlich und politisch zusammenrücken und den Megakontinent Eurasien bilden. Die USA werden ihre Dominanz über Europa und Teile Asiens nicht kampflos aufgeben.

Das gilt um so mehr, als die USA ihren Status als unangefochtene Supermacht zunehemnd verlieren, sowohl militärisch als auch (finanz) ökonomisch. Es wird von zentraler Bedeutung sein, wie sich die Europäer künftig aufstellen: sie müssen sich rechtzeitig von Washington emanzipieren und auf eine friedliche Lösung der geostrategischen Konflikte hin arbeiten. Vor allem müssen sie den sich abzeichnenden Krieg zwischen den USA und Russland verhindern, der wesentlich auf europäischen Boden ausgefochten würde.
Dazu müssen Politik und Medien in der EU ihre transatlantisch und identitätspolitisch induzierte Aversion gegen Russland bzw. Putin überwinden und zu einer rationalen Einstellung bzw. Außenpolitik gelangen. Ein gedeihliches Verhältnis zu Russland und China ist nicht nur im ökonomischen Interesse, sondern im ganz existenziellen.

Das Seidenstraßenprojekt kann, wenn es denn nicht von den USA zerstört wird, eine zentrale Rolle für ein friedliches, prosperierendes Eurasien spielen.

#83 - 16.12.2018, 12:33 von Norbert1981

...

Zitat von juergenhesse
Wir sind for 10 Jahren fuer 4 Wochen mit Rucksack von Daton, im Sueden bis in die Steppen im Norden, einschliesslich Peking und Schanghei durch China gereist. Man musste den Fleiss und die (wohl erzwungene) Sebstdisziplin und Fleiss der gewoehnlichen Chinesen bewundern. Aber, wie sagte Brecht, nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm. Auf dem Lande haben wir Kinder mit Kaminchen Kot als Murmeln spielen sehen. Auch die allgemeine Bevoelkerung konnte nicht an den Luxus der (Partei)bonzen teilnehmen. Wenn man Leute mit Schubkarren schwarze Steinkohle Brocken herumkarren sieht, haben die wohl auch keine Fernhheizung. Eine Mietwohnung fuer $5000/Monat kann sich selbst ein Universitaet Professor nicht leisten. Wir haben eine chinesische Universitaet besucht. Das grosse Problem, das chinesische Studenten haben, sie duerfen nicht versagen. Da wird das Parteibuch eingebueffelt, aber individuelles Denken wird nicht gefoerdert. Als (ex) Entwicklungs Ingenieur ist mir einiges um die Ohren geflogen, aus dem ich doch einiges gelernt habe. Leider nicht sehr uebertrieben, begehen Studenten leider immer noch Selbstmord, um den Eltern die Blamage zu ersparen. China klaut oder kauft, durch den Staat gefoerdert, Technologie und wir (ihr Deutschen auch) verscherbelt eure Technologie fuer billige Profite. Die Chinesen revangieren sich mit billigen Export Gueteren, die u.a. nicht unseren Bestimmungen gerecht werden. Walmart hier muss gerade 20000 Kinder sielzeuge zurueknehmen, weil der Blei Inhalt 20mal zu hoch ist u.s.w. Und jetzt die Wunder Eisenbahn, hoechstwarscheinlich mit geklauter westlichen Technologie. Gute Nacht Europa.
Eine Gesichte vor 10 Jahren? Haben Sie keine aktuelle Geschichte in den vergangenen jahren?

Noch einige Beispiele hier zu nennen:

Das chinesische Autobahnnetz ist das am schnellsten wachsende Autobahnnetz der Welt und seit 2011 auch das weltweit längste vor dem amerikanischen Interstate Highway-System (136000 km).

Das chinesische Hochgeschwindigkeitszugnetz (über 25000 km inzwischen) ist zweimal so lang wie der Rest der Welt zusammen. In den vergangenen 5 Jahren wurden fast 500 neue Bahnhöfe für Hochgeschwindigkeitszüge gebaut. Viele neue Bahnhöfe aus China sind übrigends größer als die Flughafen-Terminals in Frankfurt.

China verarbeitete in 3 Jahren mehr Zement, als die USA im ganzen 20. Jahrhundert:
http://www.gegenfrage.com/china-verarbeitete-3-jahren-mehr-zement-als-die-usa-im-ganzen-20-jahrhundert/

Könnten Sie glauben: die haben sich alle in den vergangenen 8 Jahren (aber nicht vor 10 Jahren) in China abgespielt

#84 - 16.12.2018, 12:34 von henninghuno

Propaganda und Gegenpropaganda

Wenn man die positive Darstellung des eigenen Landes/Systems bei anderen Ländern als Propaganda verunglimpft, müsste man auch die Defizite des eigenen Landes/Systems ungeschminkt darstellen. Macht man es nicht, ist es eben auch Propaganda. Ganz abgesehen von der Darstellung sind aber die reinen Fakten der Seidenstraße wichtig und interessant. Dieses Megaprojekt, das Eurasien zusammenbringt und alle Beteiligten stärkt, ist uneingeschränkt zu begrüßen. Denn hier wird in Zukunft die Musik der Welt spielen. Frieden und Fortschritt für alle sind das Ziel und die Unabhängigkeit von dem angloamerikanischen Block der Weg dahin.

#85 - 16.12.2018, 12:36 von kumi-ori

Wirkt ziemlich hilflos

Dieser Artikel wirkt wie hilfloses Gemecker.

Wir alle wollen, dass mehr Güter auf die Bahn kommen, aber bei uns streikt alle paar Wochen das Bahnpersonal. Wir alle wollen, dass weniger LKW aus Bulgarien und Litauen auf den Autobahnen fahren, aber das Einzige, was Deutschland zu Wege bringt, sind immer längere und länger dauernde Baustellen. Jetzt wird gekeift, dass die Chinesen es schaffen. Während deutsche Unternehmen überfordert sind, einen ganz normalen Flughafen zu bauen, verwirklicht China das, wovon wir seit Langem träumen.

Guten Morgen! Aufwachen!

China ist heute das, was vor hundert Jahren Amerika war, während Amerika selbst, wie auch sein biederer Dackel Europa schimpfend auf der Parkbank sitzen, von den Vorbeieilenden bemitleidend ignoriert. China denkt groß und baut das, was wir in der Zukunft brauchen. China denkt für die anderen mit, weil sie eben am meisten Grips haben. In der Zeit, in der China die neue Seidenstraße baut, wird man in Deutschland vielleicht gerade ein neues Autobahnklohäuschen projektiert haben.

Wenn andere Länder dabei untergebuttert werden, müssen sie sich fragen lassen, warum sie nicht aufgepasst haben. Hier das angeführte Beispiel Sri Lanka. Die singhalesischen Machthaber sind des blutigen Bürgerkrieg und vielfachem Massaker an der tamilischen Minderheit schuldig. Aber sie gehören eben gerade noch so dem indogermanischen Ethnienkreis an und müssen deshalb gegen die bösen Ostasiaten verteidigt werden. Was die Autorin noch nicht weiß: in dreißig Jahren wird Sri Lanka zu China gehören. Nicht nach einem militärischen Überfall, die Chinesen werden es einfach kaufen. Und ich glaube nicht, dass es den Sri Lankern danach schlechter gehen wird.

Vor dreißig Jahren kamen chinesische Studenten zum Austausch nach Deutschland. Sie lernten alle mühsam Deutsch und wir belustigten uns patronizierend über ihre unvollkommene Aussprache. Heute fliegen ausgebildete Ingenieure zur Ausbildung nach China. Sie brauchen nicht Chinesisch zu lernen, in China spricht man mittlerweile Englisch. China hat vielleicht ein klein wenig länger gebraucht als die anderen Länder, dafür packt China bei den wirklichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im ganz großen Maßstab an. Erneuerbare Energie, CO2-freie Fortbewegung und Transport, Städte für achtstellige Einwohnerzahlen - China wird die Lösung für diese Fragen bereit stellen, ganz sicher nicht Amerika (und schon gar nicht Deutschland).

#86 - 16.12.2018, 12:38 von spon_1980133

Zitat von post-postfaktisch!
D und EU träge? China die schnellen Macher? Wer solche These vertritt sollte genauer hinschauen. Es sind vor allem Bürgerechte, Rechtstaatlichkeit und Anspruchsdenken der Menschen hier, die GroßProjekte hier langsam machen. Stuttgart 21, Elbphilharmonie, A20 etc. Was hier Bürgerrechtler sind, die vor Gericht gewinnen, verschwindet in China ohne Prozess auf Jahre hinter Gittern. Wir alle müssen miteinander austarieren, wie viel Individualität und Recht wir wollen und wie viel wir bereit sind, für die Geme8nschaft zu opfern. In Hamburg, einer Stadt mit extremen Wohnungsproblemen wurde gerade der Bau von Wohnungen durch ein Volksbegehren abgelehnt. An einer Stelle, die nie, wirklich nie jemand betritt und die keinerlei Nachhaltige Natur birgt, aber die Menschen vor Oft finden es netter, wenn Sie unter sich sind. Ich will wohnen, arbeiten, und gut leben, alles was dazu nötig ist bitte im Garten meines Nachbarn, sonst werde ich zum Wutbürger. Das ist die Deutsche Version. In China heißt es: „das ist für das Gemeinwohl, verzieh Dich und wohne woanders.“ wollen wir das?
Ein sinnvoller Beitrag! Was bei der Abwägung auch beachtet werden sollten ist, dass wir zu einen grossen Teil nach wie vor die Infrastruktur nutzen, welche unsere Ur-Urgrossväter angelegt haben. Deutlich wird das bei den Wasserstrassen und bei den Eisenbahntrassen. Aber wenn dann ein erforderlicher Ausbau geplant ist, wird prozessiert und es werden uralte, jedoch heute nicht mehr vorhandene Dokumente eingefordert, um dann die Rechtsstaatlichkeit einer einhundertjährigen Bahntrasse infrage zu stellen. So aktuell beim geplanten Abbau der Bahnverbindung Düsseldorf/Duisburg.

#87 - 16.12.2018, 12:39 von medienskeptiker

Zitat von HeisseLuft
Weil Schiffsverkehr über lange Strecken viel günstiger als jedweder Landverkehr ist, deshalb. Übrigens schon seit Jahrtausenden. Die namengebende historische Seidenstraße hat ihre Bedeutung verloren, sobald den Europäer Fernsegler zur Verfügung standen. Schiffe, die den Atlantik überqueren oder Afrika umrunden konnten. Der Seetransport ist billiger und zuverlässiger. Und weitgehend unabhängig von politischen Verwerfungen auf dem Festland. Und die sogenannte moderne Seidenstraße umfasst genau deshalb eben auch Infrastruktur für den Seeverkehr.
Die Zeiten ändern sich. Mittlerweile ist man soweit,daß der Zugsverkehr schneller, wirtschaftlicher,ökologischer und sicherer sein wird. In den letzten 500 Jahren hat sich halt einiges geändert......es wird auch riedlicher werden. Wenn man bedenkt wie martialisch die wichtigsten Engpässe auf den Seerouten gesichert werden---von den USA, Der Völkermord im Jemen hat gerade damit zu tun.

Silkroad ist Wasserwege Ja das projekt belt ist allerdings Verkehr ud Aufbau von Infrastruktur und Wirtschaftszonen auf dem Festland

#88 - 16.12.2018, 12:41 von di_wendt

Ihre Vergesslichkeit zu informieren ?

Zitat von Beat Adler
China in Afrika: Liberia lehnt den chinesischen Kredit und Bau eines neuen Flughafens AB! Das ist der Anfang: Langsam wachen die Regierungen, nicht nur in Afrika, auf und merken, wie sie sich den Chinesen durch Ueberschuldung ausliefern! China zementiert in Afrika ueberall die Macht der korrupten Diktatoren. Die unterschreiben jeden Vertrag den China will, Hauptsache die Kasse der Familie des Diktators klingelt. mfG Beat z.Z. Kinshasa, D.R.Kongo
Liberia ist der erste afrikanischen Staat, der von zurückkehrenden schwarzen US-Boys gegründet wurde. Ich glaube mehr brauch man nicht schreiben wie dieser Staat zu China steht.

#89 - 16.12.2018, 12:42 von bigroyaleddi

An Nr. 80 Heisse Luft

Aber Ihnen ist schon klar, dass gerade die unheimlich großen Pötte, welche bis zu 20.000 Container aufnehmen können, eine derzeit immer noch immense Umweltverschmutzung betreiben. Außerdem können solche Pötte - auch nach einer Elbvertiefung - Hamburg vollgeladen überhaupt nicht erreichen. Die ganze Diskussion läuft da irgendwie quer.

Abgesehen davon kann man natürlich über einen solchen Handelsweg geteilter Meinung sein. Aber - auch unsere - Geschichte zeigt, daß in der menschlichen Geschichte Handelswege immer ein Motor für Fortschritt waren. Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass dies auch mal (politisch) in Richtung Osten funktioniert. Denn nichts ist ewig, auch nicht die KP Chinas.

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