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Familiendrama "Die Kommune": Zusammen ist man schwieriger allein

Prokino Das Kino-Drama "Die Kommune" erzählt von einer Familie, die sich von bürgerlichen Normen lösen will. Was natürlich schmerzlicher ist, als alle denken.
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#1 - 21.04.2016, 15:40 von fhcvn

Hmm, eigentlich schade, dass Kommunen lediglich als ein gesellschaftliches und selbstverständlich gescheitertes Experiment der Sechziger und Siebziger gelten. Dabei gibt es eine ganze Anzahl von funktionierenden Kommunen in Deutschland, darunter die älteste Kommune Niederkaufungen, die bereits seit den Achtzigern besteht. Allerdings geht es dort vornehmlich um gemeinsames Leben und Arbeiten. Konsensprinzip und gemeinsames Eigentum klingen natürlich trockener als freie Liebe... Sind aber mindestens ebenso revolutionär. Einen "Oberkommunarden" gibt es, siehe Konsensprinzip, natürlich dort nicht.

#2 - 21.04.2016, 16:37 von fiftysomething

@fhcvn

Meine Erfahrungen in Konsensgruppen ist, es gibt Alphatiere (meist männlich), die ihre Konditionierung zwar durchschauen, aber auch nicht in die zweite Reihe zurücktreten (können oder wollen).Das Prinzip heisst dann All-leader, meint Selbstverantwortung und strengt jeden an. Manche sind dazu nicht in der Lage, nicht selbst-bewußt genug oder willens. Da wird dann in Abstimmungen geguckt, was der/die Wortführer wollen und stimmt eher in ihrem Sinne. Nicht immer hat jemand mit Bedenken oder einem Veto Lust oder die Kraft, gegen den "Gruppengeist" zu stimmen. Ob nun Kaufungen, 7Linden oder Tempelhof,an der Fluktuation sieht man dann, wie bereit diese Gemeinschaften wirklich für eine wertschätzende, im Flow befindliche Gemeinschaft von Gleichen ist.
Bis wir als Gesellschaft von der Idee lassen, das Wissen zwar den Horizont erweitert, damit aber keine Macht anzustreben, da braucht es noch ein paar friedliche Generationen, die auch Gewinnmaximierung, Körperwahrnehmung und Bewertung von Arbeit durch Geldmenge durchdacht, durchlebt und hinter sich gelassen haben.
Ganz abgesehen von der Idee, dass ein Mensch dauerhaft für die emotionale Erfüllung anderer Menschen da sein kann oder soll.
Beziehung wird meiner Meinung nach immer ökonomisch reflektiert..... die Kultur der Liebe ist die lockende Verpackung für menschlichen Grundbedürfnisse.
Ich denke, Vinterberg will genau das zeigen.