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Fußball-Biopic "Trautmann": Der Krieg zeigt keine Spuren

SquareOne Entertainment Vom Fallschirmjäger zum englischen Pokalhelden: Marcus H. Rosenmüller verkitscht in seinem Filmporträt die Geschichte von Torwartlegende Bert Trautmann und spielt dessen Nazi-Vergangenheit herunter.
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#20 - 15.03.2019, 11:16 von Atheist_Crusader

Zitat von Ickerbocker
Was denn für eine "Nazivergangenheit"? Nur weil sich jemand mit 17 zur Wehrmacht gemeldet hat? Nicht jeder deutsche Soldat war ein Nazi. Man hat halt für sein Land gekämpft. Das war völlig selbstverständlich.
Nicht zu vergessen: Trautmann wurde 1923 geboren. Mit anderen Worten: als er 17 Jahre als war, hat er fast sein halbes Leben im Dritten Reich verbracht. Ist schwer einem Jugendlichen unter diesen Umständen Vorhaltungen zu machen.

Mit Erwachsenen sieht das anders aus, die haben lange genug gelebt um etwas mehr Perspektive zu haben.

#21 - 15.03.2019, 15:35 von pfeiffffer

Zitat von Atheist_Crusader
Nicht zu vergessen: Trautmann wurde 1923 geboren. Mit anderen Worten: als er 17 Jahre als war, hat er fast sein halbes Leben im Dritten Reich verbracht. Ist schwer einem Jugendlichen unter diesen Umständen Vorhaltungen zu machen. Mit Erwachsenen sieht das anders aus, die haben lange genug gelebt um etwas mehr Perspektive zu haben.
Richtig, die hatten ja noch die gute alte Zeit mit dem Kaiser erlebt und dann die Hungerjahre in der Weimarer Republik inklusive Hyperinflation.

Kein Wunder, daß sich auch die Alten einen neuen starken Mann an der Spitze wünschten.

Nur wenn's um Krieg ging, hatten die Alten, die im 1. WK waren, die Schn.. gestrichen voll, die jungen, wie Trautmann, ließen sich aber dafür begeistern.

Meine Mutter fragte mal einen Freund der Familie, warum er das alles, Jungvolk, HJ, mitgemacht habe.


Seine Antwort war ganz einfach: "Weil's Spaß gemacht hat."


10jährige Jungs mit dem Holzgewehr über die Wiese rennend, Peng, Peng, Peng.

Nachtwanderungen durch den Wald, abends am Lagerfeuer sitzen, in Zelten schlafen, vielleicht auch mal Besuch beim Militär, mal einen echten Panzer oder ein Flugzeug sehen, oder sogar mal drin sitzen dürfen, welcher 10jährige könnte da widerstehen?

Kein Wunder, daß die fast alle dem GröFaz hinterhergelaufen sind, ich kann's ihnen nicht verübeln.

#22 - 15.03.2019, 18:30 von im_ernst_56

Zitat von Lankoron
für eine "Nazi"-vergangenheit, für seine Verwicklung in irgendwelche Verbrechen? Oder war er einfach nur ein von seiner Zeit und seinem Umfeld geprägter normaler Jugendlicher, der inmitten des Nationalsozialismus, geprägt von Jungvolk und Hitlerjugend aufwuchs? Ganz ehrlich....schwingt nicht einfach eine Nazikeule über jedem, der im 2. WK Soldat war (auch wenn anscheinend ein guter, wie seine Auszeichnungen und seine Beförderungen vermuten lassen). Vielleicht war er auch ein guter Soldat, weil er schon vor seinem Eintritt ein ausgezeichneter Sportler war....
Das Problem: Wäre Bert Trautmann ein nach heutigen Maßstäben vorbildlicher Widerstandskämpfer gewesen, dann wäre er in einem deutschen KZ und nicht in einem englischen Kriegsgefangenenlager gelandet, von wo aus seine Karriere als legendärer Fußballtorwart von ManCity den Anfang nahm. Das war auch dem Filmkritiker klar. Er kritisiert, dass in dem Film jemand zum Helden gemacht wird, der nach heutigen Maßstäben (er hat im Krieg für Nazi-Deutschland getötet und später Frau und Kind verlassen) ein böser mittelalter weißer Mann und damit alles andere als ein Held wäre. Die Botschaft des Kommentars ist eigentlich, dass so ein Film nicht in die heutige Zeit passt.

#23 - 16.03.2019, 10:43 von Teile1977

Im Krieg

Zitat von im_ernst_56
Das Problem: Wäre Bert Trautmann ein nach heutigen Maßstäben vorbildlicher Widerstandskämpfer gewesen, dann wäre er in einem deutschen KZ und nicht in einem englischen Kriegsgefangenenlager gelandet, von wo aus seine Karriere als legendärer Fußballtorwart von ManCity den Anfang nahm. Das war auch dem Filmkritiker klar. Er kritisiert, dass in dem Film jemand zum Helden gemacht wird, der nach heutigen Maßstäben (er hat im Krieg für Nazi-Deutschland getötet und später Frau und Kind verlassen) ein böser mittelalter weißer Mann und damit alles andere als ein Held wäre. Die Botschaft des Kommentars ist eigentlich, dass so ein Film nicht in die heutige Zeit passt.
Im Krieg müsste jeder wehrfähige Mann für Deutschland kämpfen, ob er wollte oder nicht. Auf Werhdienstverweigerung stand die Todesstrafe, wer als Soldat Befehle nicht befolgte oder versuchte zu fliehen wurde erschossen, tausendfach geschehen.
Wer als junger Mensch diesen Wahnsinn überleben wollte hat gespurt, er hatte mangels Informationen eh keinen Überblick was die Warheit ist. Vor den eigenen Offizieren, den Spitzeln und den Standgerichten hätte man mehr Angstbals vor dem Feind (wenn’s Briten oder US Amerikaner waren).
Ich könnte noch mit ehemaligen Soldaten reden, das Grauen dieser Zeit Stand Ihnen selbst jetzt noch in den Augen.

#24 - 16.03.2019, 19:49 von House_of_Sobryansky

Pilcher für Herren

Aber es ist doch eine Heldengeschichte! Männer, die kämpfen um die Ehre, für die Frauen. Es ist Pilcher für Herren. Eine Ochsenschwanzsuppe aus dem Hause Unox sozusagen.

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