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"Im August in Osage County": Duell der starken Frauen

Tobis Bei den Oscars leer ausgegangen, aber trotzdem gut: Im schwarzhumorigen Familiendrama "Im August in Osage County" treffen sich die Superstars Julia Roberts und Meryl Streep zum Zweikampf. Das Ergebnis fällt eindeutig aus, doch das macht den Film nicht weniger unterhaltsam.
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#1 - 03.03.2014, 19:33 von Karbonator

Ich finde es ehrlich gesagt etwas befremdlich, wie hier Julia Roberts der knapp 20 Jahre älteren Meryl Streep entgegengesetzt wird und dabei im Fazit wie eine Anfängerin abgestraft wird. Immerhin hat die Dame nebst zahlreichen Nominierungen (u.a. 3 Mal für den Oscar und 5 Mal für den Golden Globe) und Auszeichnungen drei Golden Globes, einen BAFTA Award, einen SAG Award und einen Oscar gewonnen... das macht man nicht einfach so nebenher und wenn man nicht wenigstens ein bißchen was auf dem Kasten hat.

#2 - 10.03.2014, 08:58 von maiahartmann

Schade um die Zeit!

Ich könnte mich nicht mehr ärgern in diesen Kinofilm gegangen zu sein. Schreiben Sie im Ernst "Das macht den Film nicht weniger unterhaltsam?", das ist ein Theaterstück, dass auf Film angepasst wurde, ohne auch nur im Geringsten zu berücksichtigen, dass Bühne und Leinwand eben nicht gleich funktionieren. Klar ist die schauspielerische Darstellung gewohnt gut, aber was gibt der Film her? Wo wird der Zuschauer emotional angesprochen außer bei der Tatsache, dass er sich zu tode langweilt und sich mental für diese Zeitverschwendung verflucht. Die Story ist und bleibt, dass es drei Generationen nicht schaffen, ihr miserables Dasein in eine andere Bahn zu lenken..... Schade um die guten Schauspieler, wenn man ein gutes Wort darüber verliert, dann nur weil die gute Besetzung auf Lorbeeren aus der Vergangenheit zurückgreift. Für mich eine klare Nominierung für die goldene Himbeere.

#3 - 22.05.2014, 20:04 von mumin

Tragödien meinen es ernst !

Hallo, Maja Hartmann !

Sind Sie schonmal während eines Films aufgestanden und einfach gegangen ? Ich praktiziere das regelmäßig nach dem Prinzip: Ich lasse mir doch nicht meine Zeit stehlen und die Stimmung verderben, nur weil ich eine Eintrittskarte erworben habe und weil der Film mal wieder von der Kritik hochgejubelt wurde. Aus Ihrer Reaktion auf den hier besprochenen Film entnehme ich, dass Sie sich das einfach auch angewöhnen sollten.
Mir ist es gerade bei diesem Film ganz anders gegangen. Deshalb ärgere ich mich zuallererst mal darüber, dass Sie Ihre unreife Zuschauerpassivität als repräsentativ für 'den Zuschauer' darstellen und mich und andere damit vereinnahmen, um Ihre Sichtweise künstlich aufzuwerten.

Andererseits haben Sie sich ja nicht nur gelangweilt sondern auch geärgert und zwar darüber, dass „es drei Generationen nicht schaffen, ihr miserables Dasein in eine andere Bahn zu lenken“. Diese sehr treffenden Formulierung des Grundproblems sagt mir, dass Sie den Film verstanden haben, dass Sie aber keine Tragödie sehen wollten, sondern vielleicht allerhöchstens eine Tragikomödie, als welchen ihn die Filmkritik ja auch durchweg ankündigt.
Und das allerdings kann ich Ihnen nicht verübeln sondern der Filmkritik auch hier beim Spiegel.
Die Kritikerin sieht einen 'hübschen Aufmarsch' hauptsächlich von Superstars, der ihr 'Spaß' gemacht hat. Gute Unterhaltung eben. Es wird ja nicht geschossen.
Dass dieser Film (und natürlich die Vorlage) – unbeschadet und von mir aus auch dank der beteiligten Stars – eine echte, wahnsinnig gut geschriebene, in den Charakteren, Situationen und Hintergrunddeterminanten stimmige Tragödie ist, haben Sie mit Ihrer widerwilligen Beurteilung viel besser erkannt: er beschreibt das schicksalhafte, sich über Generationen immer wieder erneuernde Zerstörungswerk, das Eltern mit dem Gift fehlender Empathie (das Stiefelgeschenk z.B. und das Amusement der Mutter) aber auch mit echten Gewalttaten (der Hammer des Stiefvaters) bei ihren Kindern anrichten können, ohne dass sie dafür letztlich verantwortlich wären. Sie sind ja selbst familiäre und soziale Zerstörungsopfer. Und ja, sie schaffen es alle nicht, „ihr miserables Dasein in eine andere Bahn zu lenken“.
Letzteres war allerdings schon bei den alten griechischen Tragödienschreibern eher die erwünschte Reaktion des Zuschauers.