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#me too und die Folgen: Trümmer der Traumfabrik

AP Der Weinstein-Skandal ist auch ein Vorbote der Veränderung. Der Machismo der Mächtigen wird herausgefordert - aber echte Veränderung kann es nur geben, wenn auch Männer ihre Rolle in all dem erkennen.
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#1 - 22.10.2017, 14:57 von paulvernica

komplett schiefe diskussion

Eine Kollege von mir fasste auf einer kleinen Betriebsfeier einer meiner Kolleginnen ans Knie. Daraus ergab sie eine Beziehung und sie sind Heute, also Jahre später, noch ein Paar. Dies soll nun strafrechtlich verboten werden ?!!!!
Meinem Kollegen hätte es auch passieren können, dass sie seine Hand weggeschoben hätte, oder dass sie ihm eine gelangt hätte oder dass sie empört aufgestanden wäre und ein rieses Trara in der Firma veranstalten können.
Entscheidet dann die Frau darüber, ob es zu einer Anzeige kommt oder nicht ? Gefällt ihr der Mann, dann ist es ok ? Mag sie ihn nicht, dann heisst es der Mann sei übergriffig ?
Diese zwischenmenschlichen Beziehungen strafrechtlich zu reglementieren ist völlig falsch und macht alles spontane und lebendige kaputt und steril.
Natülich müssen die Frauen sich gegen übergriffige penetrante Männer wehren können, aber eine weitergehende politisierung des zwischenmenschlichen durch Feministinnen ist völlig falsch.
Feministinnen bekämpfen nicht den Sexismus sondern allzuoft die ganze Sexualität insofern sie heterosexuell ist und der Mann eine gewisse Dominanz hat.
Für manche Feministinnen ist jeglicher Sex zwischen Männern und Frauen Missbrauch.

#2 - 22.10.2017, 15:00 von kunibertus

Der Begriff

"Besetzungscouch" hat schon eine gewisse Berechtigung.

#3 - 22.10.2017, 15:23 von walli_sp

Zitat von paulvernica
Eine Kollege von mir fasste auf einer kleinen Betriebsfeier einer meiner Kolleginnen ans Knie. Daraus ergab sie eine Beziehung und sie sind Heute, also Jahre später, noch ein Paar. Dies soll nun strafrechtlich verboten werden ?!!!!
Nein, aber bevor man der Kollegin ans Knie fasst könnte man flirten und dann sehen, ob die Dame auch interessiert ist. Bei uns hat man das früher so gemacht, hat auch funktioniert

#4 - 22.10.2017, 15:24 von jujo

...

Meine Geschichte ist diese.
Als wir uns kennenlernten und das erstem mal im Bett landeten, machte sie buchstäblich letzter Sekunde einen Rückzieher.
Ich akzeptierte ohne wenn und aber. das war 1973, 1975 haben wir geheiratet. Ich fragte sie später was sie gemacht hätte wenn ich sie bedrängt und weitergemacht hätte. Ihre Antwort war klar und eindeutig. Sie sagte" Ich hätte es geschehen lassen und wir wären nicht verheiratet, das wäre es gewesen!"

#5 - 22.10.2017, 15:27 von Frida_Gold

#1: Wäre es absolut undenkbar, dass die Beziehung auch über eine Kontaktaufnahme durch Worte zustandegekommen wäre? Eher nicht, oder?

Denn was viele Männer gerne ausblenden: Ja, es gibt reichlich Situationen, wo man sich ungewollter Grabscherei einfach erwehren kann. Es gibt aber auch reichlich Situationen, wo Frauen davor Angst haben - wegen eigener Erfahrungen oder Erfahrungen von Geschlechtsgenossinnen. Wenn der Boss grabscht und man ihn abwehrt, ist man den Job schneller los, als man gucken kann. Wenn man in der Bahn angemacht wird und um Hilfe schreit, ist Hilfe keinesfalls gewiss und im schlimmsten Fall ist der Grabscher dann wütend und wird RICHTIG unangenehm.
Da hält man lieber still und hofft, dass nichts schlimmeres passiert.

Warum ist die Grundregel, andere Menschen einfach erstmal nicht abseits normaler Begrüßungsnormen anzufassen, so unfassbar provokant für einige? Küsschen auf die Wange, Umarmung, all das darf man natürlich auch weiterhin. Hand auf Knie dagegen ist ohne deutliches Interesse einfach nur frech. Hand auf Hintern oder Brust ist indiskutabel.

#6 - 22.10.2017, 15:43 von jizzyb

Und männliche Opfer werden wie immer ignoriert.

Infolge des #metoo haben auch Männer - welche nachweislich in etwa genauso von sexueller Belästigung betroffen sind, wie Frauen mit dem Hashtag #mentoo

https://twitter.com/hashtag/mentoo?lang=de

damit begonnen, über ihre Erfahrungen zu berichten.
Interessanterweise gibt es seitens der Deutschen Mainstream-Medien inklusive Spiegel nicht den geringsten Hinweis darauf.
Während in anderen Ländern wie z.B. der Schweiz und Österreich darauf eingegangen wird,

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/28864480
http://www.heute.at/timeout/virale_videos/story/Maenner-machen--MeToo-zu--MenToo-54982286

schweigt der Deutsche Blätterwald sich darüber - wie immer, wenn es um männliche Opfer geht - aus.

Selbstverständlich ist es auch Thema der Männerrechtsbewegungen:
https://toysoldier.wordpress.com/2017/10/21/when-metoo-becomes-notyou/

Und dann wundern sich Journalisten, warum den Medien nicht mehr vertraut wird.

#7 - 22.10.2017, 16:05 von possumgfx

Rolle der Männer?

Männer sollen also ihre Rolle in sexueller Belästigung verstehen und darüber reden.

Lieber Georg Diez. Es geht bisher einzig und allein um die Rolle der Männer in dieser Geschichte. Männer werden als Profiteure, Verursacher und konspirative Verschwörer zur gemeinschaftlichen Ausbeutung der Frau verstanden und haften schon bei geringstem Vergehen oder nur dem Verdacht eines Vergehens in Beruf und privatem Umfeld ein Leben lang und werden ein Stigma wie das des sexuellen Belästigers auch nie wieder los.

Andererseits wird die Tatsache dass Frauen Sex haben und Männer Sex wollen von Frauen gnadenlos zu Markte getragen. Frauen verkaufen, vermarkten, versprechen und vermieten ihre Sexualität permanent und allgegenwärtig. Von freizügiger Kleidung beim Vorstellungsgespräch bis hin zur Modelkarriere und der Prostitution. Frauen verstehen und handhaben ihre Rolle als Kern menschlicher Sexualität und Fortpflanzung ohne Zurückhaltung und schöne Frauen sind sich nicht zu schade ihre sexuellen Attraktivität zu ihrem Vorteil einzusetzen. Das ist keine moralische Frage dann. Das ist eben typisch weiblich und wird belächelt, bewundert und von Rivalinnen verteufelt. und von Männern als Ziel dieser Vermarktung akzeptiert. Das betrifft aber nur Männer die das haben was Frauen wollen. Wohlstand, Macht, Einfluss. Deswegen streben Männer nach Status und Frauen nach Attraktivität. Männer kaufen Sex mit Geld. Frauen verkaufen Sex für Geld. Männer verkaufen Status für Sex. Frauen kaufen Status mit Sex. Nie sieht man eine junge schöne Frau mit einem alten armen Mann oder einem armen jungen Mann. Aber alte reiche Männer, egal wie unattraktiv, haben grundsätzlich eine schöne Partnerin. Ein armer Mann wird selten eine schöne Frau haben. Weder arm noch reich.

Harvey Weinstein hat Frauen durch die USA geflogen, in sein Hotelzimmer eingeladen und ihnen für sexuelle Gefälligkeiten eine Karriere verschafft und Frauen haben das Angebot bereitwillig angenommen. Die, welche über all die Jahre davon profitiert haben, haben nie auch nur ein Sterbenswörtchen gesagt. Sie haben von seiner Macht und seinem Einfluss profitiert. Und sie zählen darauf , dies auch weiterhin tun zu können. Solange sich dieses Verhalten nicht ändert, solange reicht es nicht, Männer auf sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten hinzuweisen. Frauen weiterhin wie unmündige Kinder zu betrachten die passiv alles erdulden anstatt Teil des Problems zu sein, wird zu garnichts führen.

#8 - 22.10.2017, 16:10 von yorktonite

Sonne Fleischhauer

Ein Phaenomen, das ich auf SPON immer haeufiger zu beobachten glaube: Fleischhauer schreibt etwas - in seiner unabhaengigen, raisonnierenden, allgemeinbildenden Art. Und wie ein Reflex, bewusst oder unbewusst, und weil sie anderslautende Ansichten nicht einfach mal stehen lassen koennen, schreiben die anderen sog. Kolumnisten Repliken, die, was F. dargelegt hat, ganz schnell geraderuecken sollen. Wie wenn jemand ein Fass geoeffnet hat, das ganz schnell wieder zugemacht werden muss, damit keine boesen Dinge herausstroemen. Fleischhauer der Freigeist, Diez der Kleingeist. Fleischhauer die Sonne, Diez, du Planet!

#9 - 22.10.2017, 16:10 von quark2@mailinator.com

Wie so oft in letzter Zeit wird hier zwar gesagt, man müsse darüber reden (siehe Kolumne von Herrn Dietz), aber die Kommentarfunktion ist meist nicht vorhanden und selbst wenn sie da ist, wird gelöscht, daß sich die Balken biegen. Diese Sache ist keineswegs so einseitig, wie dargestellt. Zwei Dinge werden komplett ausgeblendet, nämlich zum einen, daß auch Männer sexueller Gewalt in diverser Form ausgesetzt sind und zum anderen, daß Herr Weinstein diese vermeintlichen Taten über Jahrzehnte ja wohl nur ausführen konnte, weil offenbar Unmengen von Frauen lieber nichts gesagt haben. Ich finde das den viel größeren Skandal. Der Mann mag sich nach einem Gerichtsverfahren als Straftäter herausstellen, aber man hätte ihn stoppen können, wenn mal wer den Mund aufgemacht hätte.

Und bitte sehr: ER ist ggf. der Täter, nicht "Die Männer". Ich habe es einfach satt, aufgrund meines Geschlechts ständig in Schubladen gesteckt und vorverurteil zu werden. Das ist eine verdammt miese Tour.

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