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Neuer "Asterix"-Band:: Witze, die fallen wie Pferdeäpfel

Les Éditions Albert René/ Ehapa Eine Hülle ohne Herz: Warum sich der neue Band "Asterix in Italien" als Enttäuschung entpuppt - und wie die Reihe der Genialität des Originals vielleicht wieder näher kommen könnte.
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#10 - 19.10.2017, 16:27 von aschie

Gender

Zitat von Pless1
- Auch "Gender" wäre ein witziges Thema für Asterix. Ein bisschen klang das ja mal bei "Asterix und Maestria" an, aber eher schlecht als recht mit reichlich "Altherrenwitz".
Genau betrachtet waren schon immer die Frauen die starken Persönlichkeiten in den Asterix Geschichten.Die Männer werden ja nur als rauflustige Wildschwein verschlingende Trunkenbolde dargestellt.
Auch Historisch ist Asterix nicht immer korrekt.
Aber egal ich liebe die aufmüpfigen Gallier.

#11 - 19.10.2017, 16:28 von bakero

Zitat von wjatscheslaw_m._steiner
Genialität lässt sich nun mal nicht kopieren. Auch die ersten Bände, die Uderzo allein machte, kamen nicht einmal ansatzweise an die Qualität ihrer Vorgänger heran. Aber zumindest waren sie noch lesbar und blieben den Charakteren halbwegs treu. Ab "Obelix auf Kreuzfahrt" habe ich die Welt der Gallier nicht mehr verstanden. Und die letzten Bände waren flacher als das Wattenmeer. Heute scheint es nur noch ums Abkassieren zu gehen. 12 Euro für ein Softcover sind vollkommen indiskutabel. Ich freue mich, dass es den alten Asterix gegeben hat.
12 Euro sind der Preis für das Hardcover. Das Softcover kostet "nur" 6,90.

Für diejenigen, denen beides zu günstig ist, gibt es ein limitiertes "Art Book" für 199 Euro und eine limitierte "Luxusedition" für 59 Euro. ;)

#12 - 19.10.2017, 16:32 von hendrik_001973

Auf einen Verriss bei Spiegel online ist Verlass...

... Denn ich fand diesen Asterix-Band sehr unterhaltsam!

#13 - 19.10.2017, 16:32 von extremchen

Ich habe mir den neuen Asterix gekauft, "Asterix in Italien", und ich muss schon
sagen, sooo schlecht wie sie ihn auf SpOn machen (müssen?) ist er nicht.
Klar: An René Goscinny kommen die neuen Autoren nicht heran, aber im Gegensatz
zu den Machwerken von Uderzo, Höhepunkt war hier das unsägliche "Galien in
Gefahr", sind die Geschichten von Ferri (Text) und Conrad (Zeichnung) handwerklich
recht gut gemacht.
Mir scheint beim SpOn hat man noch nicht realisiert das Goscinny seit 1977 tot ist,
also definitiv keine neuen Storys für Asterix mehr entwerfen wird.
Von daher macht deren Gejammer von wegen "Früher war alles besser" keinen Sinn.
Wenn sie sich nicht an den neuen Geschichten erfreuen wollen, dann sollen sie das
halt sein lassen, aber bitte aufhören den geneigten Leser das Heft mit ihrem genöhle
madig machen zu wollen.

#14 - 19.10.2017, 16:47 von GrafKrolock

Passt ins Bild

Mit dem neuen Autorenduo hat die Qualität zwar wieder etwas zugenommen, aber leider bleibt es dabei, dass ziemlich alles, was nach Goscinny kam, einfach nur unnötig war. Der große Graben ging noch, die Odyssee auch, aber wenn es allzu phantastisch wird und fliegende Delfine auftauchen, dann wird's Zeit... Klar ist hingegen auch, dass es wenige Autoren gibt, die wirklich gute Geschichten bauen können. Ein Comic ist diesbezüglich deutlich anspruchsvoller als ein Textroman, denn er hat viele Handlungsstränge parallel, das Hauptgeschehen und viele kleine Nebengeschichten in den einzelnen Bildern, z.B. mit Idefix. Oder einen verprügelten Gallier, der in Unterhose in die Kamera guckt. Oder ein streitendes Herrenduo irgendwo auf den Rängen eines Theaters. Wenn sowas fehlt, hatte man zu wenig Einfälle - oder es musste schnell gehen.
So gesehen spricht mir Timur Vermes aus der Seele. Langweilige Wald-und-Wiesen-Comic-Kost. Und man sollte auch nicht zu viele Bezüge zur Gegenwartspolitik einbauen, denn es ist nunmal kein Satiremagazin zum Zeitgeschehen.
Übrigens: Laut Albert Uderzo hat die "Urgeschichte" aus den 50ern einen viel moderneren Hintergrund als Vercingetorix: Die Römer stellen vielmehr die Deutschen während der Besatzungszeit Frankreichs im 2. Weltkrieges dar.

#15 - 19.10.2017, 16:56 von dumovic

Gute Rezension, Herr Vermes

Spätestens seit dem großen Graben von 1980 lässt die Qualität der Asterix Comics stetig nach. Seinen steilen negativen Abgesang begann die Reihe 1996 mit Obelix auf Kreuzfahrt. Der sympathisch dusselige Obelix geriet dort über das Erbe von Vercingetorix und die Schlacht von Alesia mit Asterix aneinander. Das war eine Veränderung des Charakters, die ich als Fan der Reihe niemals akzeptieren kann. Noch schlimmer wurde es 2005 mit Gallien in Gefahr, in dem Außerirdische das gallische Dorf besuchen ...
Eigentlich sind die neuen Autoren, Ferri und Conrad, angetreten, um zu alter Qualität und altem Witz zurück zu kehren. Das ist ihnen überhaupt nicht gelungen, nicht bei den Pikten und auch nicht mit dem Papyrus. Traurige Realität: Asterix ist tot!

#16 - 19.10.2017, 17:22 von Pless1

Zitat von GrafKrolock
Und man sollte auch nicht zu viele Bezüge zur Gegenwartspolitik einbauen, denn es ist nunmal kein Satiremagazin zum Zeitgeschehen. Übrigens: Laut Albert Uderzo hat die "Urgeschichte" aus den 50ern einen viel moderneren Hintergrund als Vercingetorix: Die Römer stellen vielmehr die Deutschen während der Besatzungszeit Frankreichs im 2. Weltkrieges dar.
Wie Sie in Ihrem letzten Absatz ja selbst anklingen lassen war es bei Asterix immer schon so, dass es eigentlich um recht aktuelle Themen ging, die nur vor dem Hintergrund der Zeitenwende angesiedelt wurden. Den heutigen Lesern ist dies heute, fünfzig Jahre nach den meisten und besten Bänden, nur nicht mehr Augenscheinlich.

Vermitteln Sie mal den "Millenials" dass mit den pickelbehaubten Goten die Deutschen und ihr Militarismus auf die Schippe genommen wird und mit den "Ost- und Westgoten" sowohl die Deutsche Teilung thematisiert wird als auch die Franzosen selbst ihr Fett abkriegen, die ja genau wie die Deutschen aus der fränkischen Reichsteilung hervorgingen. Andererseits eignet sich dadurch die Lektüre von Asterix mit Kindern durchaus der spannenden Vermittlung von Geschichte.

Der unbedarfte junge Leser von heute erkennt das in den alten Bänden nicht, schon wegen der mittlerweile vollkommen anderen Perspektive. Daher wirken die alten Bände unpolitisch und ohne aktuellen Zeitbezug, was aber nicht stimmt. Will man zum Erfolg zurück, muss der Zeitbezug wieder erkennbar sein und eben selbst auch im 21. Jahrhundert ankommen.

#17 - 19.10.2017, 17:33 von Charlie Whiting

Also...

...ich lese seit vielen Jahren kein Asterix mehr. Als Jugendlicher war das witzig, phantasievoll und lehrreich. Und die Schrullen der Nachbarn wurden als durchaus liebenswerte Eigenschaften dargestellt. Aber irgendwann waren mir die recht dünnen Hefte zu wenig für eine gute Geschichte und war der Figuren überdrüssig. Nostalgie schön u gut aber der Geschmack ändert sich halt. Deswegen würd i auch nicht die hohen Maßstäbe der sicher etwas verklärten Vergangenheit ansetzen. Ich finde es aber begrüssenswert, dass es Asterix noch gibt-wenn auch etwas anders.

#18 - 19.10.2017, 17:47 von b3k0

Mir gefällt der neue Band

Ich kann den neuen Band nur empfehlen!
Das neue Autoren/Zeichner Duo hat sich merklich gesteigert und Asterix in Italien ist mit seinem erzählerischen Drive und seinen kleinen Anspielungen voll auf der Höhe....Vergleiche mit den Meisterwerken von Goscinny/Uderzo spare ich mir, aber man sieht das Bestreben sich daran messen zu wollen und ich finde es gelungen.
Bei den Pikten fand ich grausig, da wollte das Team die Persiflage mit der Wortspielerei zu Piktogrammen und damit eigentlich ein Insiderwitz für Graphiker allzu sehr strapazieren und hatte eine seichte Geschichte drumrum gebaut.
Das war bei Gallien in Gefahr ebenso, Uderzo hat den Zusammenhang zu den anderen Comicfiguren und Mangas nur leidlich umgesetzt, konnte auch nur schiefgehen.
Der Papyrus des Cäsars hatte ja die neue Medienwelt als Überthema und war schon besser, aber immer noch viel zu konstruiert.
Der neue Asterix kommt dagegen leichtfüßig und witzig daher, viel Roadmovie und die Verweise auf aktuelle Themen ebenso wie Anspielungen auf alte Hefte wirken nicht konstruiert sondern wunderbar in den Erzählfluss eingebaut.
Für mich einer der besten Bände seit Goscinny nicht mehr Texter ist.

#19 - 19.10.2017, 17:59 von abrigal

Ist das jetzt wirklich ein Veriss auf den neuen Asterixband, s n ich noch nicht kenne oder ein Veriss um des des tollen Verisses wegen ?

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