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Putschversuch in der Türkei: Der Fluch

Getty Images Als sich die türkische Demokratie am Westen orientierte, brachte sie Freiheit für alle. Heute riecht sie nach Fäulnis - und Erdogan ist nicht zu stoppen, meint die Autorin Perihan Magden. Ein Gastbeitrag.
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#1 - 19.07.2016, 20:17 von REGULISSI

Kritischer Rationalismus

Geschichtswissenschaft und Erkenntnistheorie haben den Nachweis erbracht, dass eine postindustrielle Gesellschaft allein auf Basis des kritischen Rationalismus dauerhaft möglich ist.

Das Kartenhaus Erdogans wird spätestens mit seinem Tod donnernd in sich zusammenbrechen und das türkische Volk wird sich im Mittelalter wiederfinden.

Nun denn, wer wüsste besser als die Deutschen, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.

#2 - 19.07.2016, 20:21 von grumpy53

Zivilcourage

oder Leichtsinn? Einen solchen Artikel zu schreiben und in diesen Tagen in Istanbul zu leben, ich würde mich fürchten. Eben kommt die Meldung, dass nach Richtern, Staatsbeamten nun die Lehrer dran sind, 20 000 Lehrer wurden suspendiert. Die Existenzgrundlage tausender Familien und Menschen wird aufgrund eines Verdachtes irgendwelcher Listen zerschlagen. Und die Welt schaut zu. Ob Wiedereinführung der Todesstrafe oder nicht, ob Not-Pakt zugunsten von Flüchtlingen, der Punkt, an dem klar ist, mit dieser Regierung ist nicht mehr zu reden, ist längst überschritten. Ich wünsche mir, dass Europa aufsteht und deutliche Worte spricht. Denn mehr Möglichkeiten haben wir eh nicht, es sind die inneren Angelegenheiten eines Volkes und andere Eingriffsmöglichkeiten verbieten sich von selbst. Soll nur hinterher niemand sagen, das haben wir nicht gewußt.

#3 - 19.07.2016, 20:22 von Hamberliner

ein Tip

Dann empfehle ich freiheitlich, demokratisch und laizistisch denkenden Türken, das gute alte Usenet wiederzubeleben. Unzensierbar, unabschaltbar, weil redundant auf beliebig vielen NNTP-Servern zu betreiben.

#4 - 19.07.2016, 20:31 von opinio...

No way

In die EU auf lange Sicht. Das ist ein Brexit Argument weniger und eine gute Nachricht für die christlich-sozialen Betonköpfe.
Dass es ein riesen Fehler war, sich so zu zieren, werden sie und die Antitürken der EU spätestens dann merken, wenn Erdogan mit Putin Wodka trinkt und sich aufmacht die Turkstaaten zu Sammeln als Turkistan Union.
Während unsere EU Banken immer noch Milliarden nach Griechenland schieben.
Naht die christliche Abenddämmerung? Sind westliche Demokratien Gemeinschaften von Weicheiern? NEIN, WIR HABEN Werte! Die Briten haben das Pfund.

#5 - 19.07.2016, 20:32 von alno-touran

Demokratie

Auch ein Putsch kann eine Notwehr sein. Die Türkische Armee hatte Ihre Macht immer nach 1-2 Jahren abgegeben. Die Politiker haben den Karren immer gegen die Wand gefahren. Hätten die Putschisten gewonnen, würde heute Erdogan und seine despotischen Freunde vor einem Gericht sich verantworten. Wir hätten nach 1 Jahr eine Freie Verfassung und eine freie Wahl. Jetzt wird Erdogan das Land auspressen wie eine Zitrone.

#6 - 19.07.2016, 20:32 von Schreiber5.1

De Fluch - ein Selbstläufer...

Wer kritische Journalisten kalt stellt und verurteilt, gleichermaßen berechtigte Demonstrationen niederknüppeln lässt, der hat keinerlei Anspruch darauf, als Demokratie wahrgenommen zu werden.

Dass er von den "Verbündeten" aus den Nato-Ländern geduldet, ja eher sogar hofiert wird, das ist das Ergebnis des weltweiten Waffenhandels, wobei D da an 3. oder 4. Stelle im weltweiten Handel steht. 3. oder 4. spielt dabei keine Rolle mehr. An Krisen und Katastrophen via Waffenhandel zu verdienen, ist das Interesse derer, die ihn hofieren.

Die Kaltschnäuzigkeit, viele Tote in Kauf zu nehmen ist es, die den Menschen weltweit bestätigt, dass man es wohl mit mafiösen Zuständen zu tun hat und nicht mit demokratischen Verhältnissen. Die Macht die damit erkauft wird, ist ein ganz schwerer Blutzoll für Kriegsspielerei. Und wenn es den Meldungen zufolge stimmt, dass Erdo auch Waffen an den IS verscherbelt haben soll, dann muss man sich fragen, wo sind in den "Ländern der Verbündeten" die Menschenrechte, die stets verbal vorgeschoben und doch weltweit ausgehebelt werden?

#7 - 19.07.2016, 20:34 von b12v

Danke für Ihre Meinung

Ich freue mich über diese Meinung. Denn ich wünsche mir seit dem Putsch mehr Berichterstattung, die mir nicht sagt, was die westliche Welt denkt/ vermutet. Da befürchten viele das gleiche. Viel spannender finde ich die Fragen: Wie reagiert die türkische Presse? Trauen sie sich noch eine kritische Berichterstattung? Was sagt die Opposition? (Sowohl Parteien als auch Privatmenschen?) Und wie berichtet die arabische Welt? Was geht in den sozialen Medien ab? ( nicht den westlichen) Die Beantwortung dieser Fragen bedeutet für mich: Gibt es noch Hoffnung? Über diese Antworten würde ich mich sehr freuen. Denn ich suche danach vergeblich. Vielen Dank dafür

#8 - 19.07.2016, 20:50 von betonklotz

Da wage ich mal eine Vorhersage.

Und zwar, daß demnächst noch einige Türken in EU-Ländern Asyl beantragen werden. Für diese Vorhersage muß man wohl kein Prophet sein. Wie die betreffenden Länder dann reagieren werden, da wage ich keine Vorhersage. Es wird auf jeden Fall schwierig.

#9 - 19.07.2016, 20:57 von Robert_Rostock

In der "Berliner Zeitung " war gestern eine Karikatur: Eine Wahrsagerin liegt völlig verängstigt und traumatisiert auf der Couch eines Psychiaters. Der fragt: Was führt Sie zu mir? Sie antwortet:

Ich kann in die Zukunft schauen.

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