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U-Boot-Drama "Kursk": Geschichte versenken

Wild Bunch Blubb, blubb macht der Euro-Pudding: Das Drama "Kursk" schert sich mehr um seine internationalen Marktchancen als um das Schicksal der 118 Seemänner, die 2000 an Bord des russischen U-Boots ums Leben kamen.
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#1 - 11.07.2019, 19:57 von juba39

Weder, noch

Es geht weder um die Marktchancen des Films (das natürlich auch), noch um die Besatzung der Kursk. Da sollte man schon wirklich weiter ausholen. Das Beispiel der HBO-Serie "Chernobyl" wurde schon erwähnt. Es klang ja in der Kritik auch schon die ungute Erinnerung an den Kalten Krieg an. Wenn man noch die Ausladung Putin vom D-Day, die Umschreibung der Schlacht von Kursk (was für ein Zufall!) bei "Spiegel-history" in eine grandiose Niederlage der Roten Armee gegen die Wehrmacht, die Äußerungen der design. EU-Chefin vdL nimmt, nach der man mit Russland nur von einer Position der Stärke sprechen darf. Dann kommt man auf die wahren Intentionen solcher Machwerke. Denn warum nimmt man, wenn man Emotionen und Dramatik brauch, nicht den Untergang von USS San Francisco, oder USS Thresher. Die Navy wäre doch, anders als die Russen zur Zuammenarbeit bereit. Nur mal, auf Grund der Fülle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_U-Boot-Unglücken_seit_1945
Ich hätte sogar einen ganz brisanten Ansatz. Seit den 50igern wartet ein Dutzend US-Familien auf die geheimgehaltenen Informationen zum Verbleib ihrer Familienmitglieder (Piloten) die nicht aus der Türkei zurückkehrten. Alle "verschollen", obwohl alle Welt weiß, daß sie Spionageeinsätze gegen die UdSSR das Leben kostete.

#2 - 11.07.2019, 23:28 von bran_winterfell

Ich erinnere mich noch gut...

Wladimir Putin, im khakifarbenen Polohemd, Palmen im Hintergrund braungebrannt und fröhlich am Schwarzem Meer, gar nicht daran denkend, seinen schönen Urlaub abzubrechen. Dazu wenige bis gar keine Informationen über die Sache an sich, und wenn, dann falsche, Schuld haben sollte die USA/NATO/GB etc. Ich muss zugeben, dass das mein Putin-Bild bis heute prägt.

#3 - 12.07.2019, 08:42 von der_Russe

Die KURSK...

...war ein Unfall, wie er überall auf der Welt passieren kann. Schlimm jedoch ist, dass die russische Führung nix draus gelernt hat und heute noch selbstherrlicher, beratungsresistenter und arroganter ist. 118 U-Bootfahrer verloren ihr Leben - mögen sie in Frieden ruhen.

#4 - 12.07.2019, 09:37 von Augustusrex

Ja, Emotionen

Zitat von juba39
Es geht weder um die Marktchancen des Films (das natürlich auch), noch um die Besatzung der Kursk. Da sollte man schon wirklich weiter ausholen. Das Beispiel der HBO-Serie "Chernobyl" wurde schon erwähnt. Es klang ja in der Kritik auch schon die ungute Erinnerung an den Kalten Krieg an. Wenn man noch die Ausladung Putin vom D-Day, die Umschreibung der Schlacht von Kursk (was für ein Zufall!) bei "Spiegel-history" in eine grandiose Niederlage der Roten Armee gegen die Wehrmacht, die Äußerungen der design. EU-Chefin vdL nimmt, nach der man mit Russland nur von einer Position der Stärke sprechen darf. Dann kommt man auf die wahren Intentionen solcher Machwerke. Denn warum nimmt man, wenn man Emotionen und Dramatik brauch, nicht den Untergang von USS San Francisco, oder USS Thresher. Die Navy wäre doch, anders als die Russen zur Zuammenarbeit bereit. Nur mal, auf Grund der Fülle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_U-Boot-Unglücken_seit_1945 Ich hätte sogar einen ganz brisanten Ansatz. Seit den 50igern wartet ein Dutzend US-Familien auf die geheimgehaltenen Informationen zum Verbleib ihrer Familienmitglieder (Piloten) die nicht aus der Türkei zurückkehrten. Alle "verschollen", obwohl alle Welt weiß, daß sie Spionageeinsätze gegen die UdSSR das Leben kostete.
müssen nicht sein. Übrigens, das Unglück mit der Tresher wurde zumindest in der Literatur verarbeitet. Und es führte dazu, dass in den USA DSRV, also Deep Submergence Rescue Vehicel entwickelt wurden. Tauchfahrzeuge, welche eingesetzt werden um ein gesunkenes UBoot erreichen zu können. Im Falle der Kursk verfügte die Russische Flotte über mindestens zwei solcher Fahrzeuge aus eigener Produktion. Das Problem war nur, dass die so verrottet waren, dass sie nicht einsetzbar waren. Klar hätte man auch eines von etwa 12 UBoot Unglücken der US Navy nehmen können, oder eines von etwa 25 Unglücken der Sowjet- bzw. Russischen Marine. Da liegen noch einige Boote mit Nuklearantrieb bzw. Nuklearer Bewaffnung auf dem Grund. Das Unglück mit der Kursk war allerdings so ziemlich das Einzige, welches sehr stark in den Medien vertreten war, unter anderem auch wegen der russischen Behauptungen, dass ein amerikanisches oder britisches UBoot die "Kursk" gerammt und damit versenkt hätte. Richtig interessant und bedrückend war aber die Unfähigkeit der russischen Marine, ihren Kameraden zu Hilfe zu kommen. Das nahm fast groteske Züge an, als die norwegischen Rettungstaucher feststellen mussten, dass kein Schraubenschlüssel zum Öffnen der Notluke von außen verfügbar war, sie also erst selbst einen anfertigen mussten. Also was wollen Sie? Wieder einmal die westliche Verschwörung gegen das liebe Russland nachzuweisen versuchen, oder was sonst?

#5 - 12.07.2019, 11:43 von hman2

Zitat von juba39
Denn warum nimmt man, wenn man Emotionen und Dramatik brauch, nicht den Untergang von USS San Francisco, oder USS Thresher. Die Navy wäre doch, anders als die Russen zur Zuammenarbeit bereit.
Ähem, weil es weder um die Thresher noch um die San Francisco geht? Das wären schlichtweg Themenverfehlungen. Es sei denn, es wäre nur um "Irgendwas mit U-Booten" gegangen. Und dass die Navy zur Zusammenarbeit bereit wäre, wissen Sie ebenso wenig wie dass die Russen es nicht waren. Gut möglich, dass die noch nocht einmal gefragt wurden.

#6 - 12.07.2019, 14:48 von Newspeak

...

Natuerlich, jeder Kritiker kann einen Film sehen, wie er moechte. Ich habe den Film auch gesehen. Und ich finde ihn gut gemacht. Statt zu maekeln, dass die Besetzung europaeisch ist, sollte man sich doch lieber freuen, dass saemtliche Darsteller erstklassig gespielt haben, und dass Europa solche Filme produziert bekommt. Aber sowas kann man wohl nicht zugeben? Vielleicht erwartete man auch das Falsche. Denn natuerlich ist der Film eher Standard, als eine Innovation. Und die Action haelt sich in Grenzen. Notgedrungen musste man auch das Geschehen unter Wasser erfinden, trotzdem basiert es ja auf Fakten, die sich spaeter feststellen liessen, also wo sich die Seeleute befanden, wie lange sie noch gelebt haben, usw. Und ja, der Film bespielt viele Perspektiven. Na und? Was ist falsch daran? Es war ein komplexes Drama mit vielen Beteiligten. Klar, dass das nicht in die einfachen Schemata passt, mit der uns heute viele die Welt erklaeren wollen. Das macht den Film aber nicht schlecht.