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Unglücklicher Kunstsammler: Er sieht den Wald vor lauter florentinischen Meistern nic

Getty Images Warum Gemälde allein nicht glücklich machen: Barbara Zemans allzu bildungsbürgerlicher Roman über einen Millionär, der sich ganz und gar in seinen Kunsttempel zurückgezogen hat.
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#1 - 07.02.2019, 06:07 von Knossos

Geheimisvoll ist es aber schon

Herr Hayer könnte aber doch das mystische Talent anerkennen, in Deutschland einen Schrieb in Lektorenhände gelangen zu lassen.

Es sei denn, es war angeboren. - Das soll ja auch vorkommen.

#2 - 07.02.2019, 11:09 von BennoVon Archimboldi

Schon bei den früheren Veröffentlichungen...

kann man sich das lachen nicht verkneifen: "Garten. Ansichten mit Frau und zerrissenem Mann vor Paradeisstaude" oder "Bildnis einer weiblichen Toten mit Tüllhütchen und Bart". Viel manierierter geht's wohl nicht. Und dafür hat die Frau sogar Preise gekriegt; man fragt sich, wie Jury und Autorin nicht aufgefallen ist, was für ein bildungsbürgerlicher Kitsch da produziert wird.

#3 - 07.02.2019, 22:25 von hausnummer

Ohne alten Kaugummi im Mund liest sich das Buch anscheinend besser:

"Barbara Zeman hat mit Immerjahn (...) einen saukomischen, vom Hundertsten ins Tausendste kommenden Roman vorgelegt." Christian Schachinger - Der Standard.

„Immerjahn“ ist ein Meisterwerk von einem Debütroman. Der Roman über die Maßlosigkeit des gegenwärtigen Kapitalismus samt durchgeknalltem Kunstmarkt berührt, seine Größe liegt aber auch im Komischen." Fritz Ostermayer - Intendant der Wiener "Schule für Dichtung"

"Figuren mit überreizten Nerven und einer übersteigerten Wahrnehmung sind in der Literatur selten geworden. Umso lieber folgt man Zeman beim Rundgang durch das Universum ihres zutiefst melancholischen Helden" Sebastian Fasthuber - Der Falter

Allesamt "Bildungsbürger" vermutlich...

#4 - 08.02.2019, 11:31 von Knossos

@ Hausnummer

Danke für gesammelte Referenzen oder Freundschaftsdienste, Frau Zeman.

Da nun in dieses Forum eingeloggt, könnten Sie vielleicht auch verraten, mit wem sich Umgang empfiehlt, um unbeirrt oder auch aus sachlichem Beweggrund in Deutschlands Verlagszene befördert zu werden.

#5 - 09.02.2019, 13:00 von Knossos

Gelieferten Zitate "vom Hundertsten ins Tausendste kommende" und "über die Maßlosigkeit des gegenwärtigen Kapitalismus samt durchgeknalltem Kunstmarkt" noch einmal überschlafen, muß sich meinermich vielleicht zurücknehmen und der Erfahrung nach, mit konservativen Schreibern beim SPIEGEL, in Erwägung ziehen, daß man sich an Botschaft statt Sprachlichem und Erzählstrang gestoßen haben könnte.

Vielleicht ist das Werk nicht langweilig und prätentiös, sondern kritisch.
Vorsorglich daher: Mea culpa!