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Leben und Lernen

Absurdes von Helikopter-Eltern: "Sie haben jeden Tag an der Kita-Tür gelauscht"

Getty Images Angst und Ehrgeiz sind für viele Eltern tägliche Begleiter. Wie grotesk sich Mamis und Papis in der Helikopter-Falle verhalten, erzählen hier Hebammen, Erzieher, Lehrer, Ärzte und Kinder.
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#90 - 12.10.2017, 19:43 von otto_lustig

Das ist falsch!

Zitat von alohas
Ich werde den Eindruck nicht los, dass dieses Phänomen auch in einem engen Zusammenhang mit dem derzeit allgemein grassierenden Gesundheits- und Ernährungsalarmismus steht.
Mein Enkel ist 15 Monate alt. Vergangene Woche hatte er Dreitagefieber. Eigentlich war das eher ein Viertagefieber. Körpertemperatur bis 40,7 Grad. Da herrscht natürlich Panik in der Familie. Zweimal in der Notambulanz, Montag und Dienstag (Feiertag) letzte Woche. Da wird man dann angeraunzt, weil diese Körpertemperatur bei Kleinkindern nicht bedenklich ist. Antibiotika wurden verschrieben. Mittwoch letzter Woche zur Kinderärztin, die das bestätigt. Freitag war das Dreitagefieber erledigt. Antibiotika wurden abgesetzt. Es folgte nach zwei, drei Tagen eine allergische Reaktion, wegen der abgesetzten Antibiotika. Das kann im schlimmsten Fall zu Atemnot führen, die einen operativen Eingriff in Form eines Kehlkopfschnittes erfordern. Meine Schwiegertochter hatte das auch. Einen Kehlkopfschnitt gab es nicht. Malte, mein Enkel, Stand heute, hat einen schlimmen Hautauschlag, der durch Medikamente besser geworden ist.

Mein Fazit: Vertraut der Medizin! Geht zum Arzt mit dem Kind und riskiert nicht das Leben oder die Gesundheit des Kindes, weil ihr dubiosen Internetseiten vertraut!

#91 - 12.10.2017, 19:44 von Otto Müller

Opel-Zoo in Kronberg/Taunus

Meine Frau und ich verlassen den Zoo Richtung Ausgang. Rechts das Gehege mit den Dromedaren und Kamelen, links eine hohe Hecke dahinter ein Kinderspielplatz. Dahinter: "Konstantin! Ich habe Deine Schwester Lara gerade trockengelegt. Möchtest Du auch, oder willst Du noch ein bisschen rutschen?"
Es ist schön, dass Konstantin nicht mehr verhauen wird, wenn er in die Bux macht, aber die zuvor besichtigten diversen Säugetiere haben doch Regeln. Sch.. nicht ins Nest, stehe auf, wenn der böse Wolf kommt, kenne Dein Revier, lerne was, zeige Verantwortung gegenüber dem Rudel, blabla...

#92 - 12.10.2017, 19:48 von frechwieoskar

elternbashing

Zitat von f_bauer
Nur "Erfahrung" reicht heutzutage nicht mehr, weil viele Eltern die Erzieher schlicht und einfach von der Kompetenz her überholt haben. Da kann man noch so viel auf den Eltern rumbashen, das ist ein Faktum.
als ich klein war, beklagten sich viele menschen, das die eltern sich nicht um ihre kinder kümmern. nun kümmern sich die eltern um ihre kinder und nun ist es auch nicht recht. ich erlebe es ebenso, das gerade die, die in ihrem job (erzieherin/lehrerinnen usw.) versagen, dann gerne zum elternbashing neigen, um ihre inkompetenz zu verschleiern.

#93 - 12.10.2017, 19:49 von otto_lustig

Ich weiß nicht wo sie leben,

Zitat von Wissenschaftler 2014
Eine Vielzahl von Eltern kann mit ihren Kindern nichts anfangen. Die Kinder werden oft von 8:00 bis 16:00 oder länger betreut, obwohl die Mutter zu Hause ist.
hier muss man einen Arbeitsplatz nachweisen, um einen Krippen- oder Kindergartenplatz zu bekommen. Wer den nicht hat, bekommt auch keinen Platz in Krippe oder Kita.

#94 - 12.10.2017, 20:15 von Klangstof

Echt ein komplexes Thema...

Kürzlich war ich in einer Bäckerei in meinem "hippen" Kölner Stadtteil, Bäckerei mit großen Außenfensten. Ich stelle mich an die Theke, neben mir eine ältere Dame und ein Mädchen, ca. 5-6 Jahre alt. Die Dame bezahlt ihre Bestellung und setzt sich mit einem Kaffee an den Tisch. Das Mädchen steht bei ihr, dann neben mir an der Theke und ich frage sie, ob Sie was kaufen möchte. Sie schaut mich wortlos an, also bestelle ich meinen Kaffee. Dann schaue ich das Mädchen nochmal an, da sie immer noch neben mir steht und frage sie, ob ich mich vorgedrängelt hätte. Sie schaut mich wieder wortlos an. Ich dachte immer noch, sie wäre mit der älteren Dame, also quasi ihrer Oma, dort. Ich bekomme meine Bestellung und zahle. In der Sekunde kommt von draußen die Mutter des Mädchens, ca. Anfang 30, hereingeplatzt und fährt mich grob an, was mir denn einfiele, mich vorzudrängeln. Ich war perplex, erkläre ihr, wie ich die Situation vorgefunden habe und dass ich ihre Tochter gefragt habe, ob sie "dran" wäre. Die Mutter stand also schon minutenlang vor der Bäckerei und wollte durch das Fenster beobachten, wie ihre Tochter selbständig mal etwas kauft. Wäre die Mutter halt mal reingekommen und hätte ihr nochmal erklärt, dass man den Mund aufmachen muss, wenn man etwas kaufen will. Also Muttis "Ich gehe zum Bäcker und kaufe was"-Test für die Tochter müsste sie nochmals üben.

#95 - 12.10.2017, 20:23 von ericstrip

Mein eigenes Kind...

...hat den Artikel gerade überflogen, das Gesicht sprach Bände. Immerhin, die ursprüngliche Frage "Was liest Du denn da, was sind denn Helikoptereltern?" wurde hinreichend beantwortet.

#96 - 12.10.2017, 20:26 von oceang

Es ist ganz einfach

Diese Generation Eltern gibt den sozialen Druck und den Mangel an Freiheit des eigenen Lebens nach "unten" mit dem Pfand "Kind" in der Hand weiter.

#97 - 12.10.2017, 20:43 von bandelier

Als Grossmutter von zwei erwachsenen und zwei kleinen

Enkelkindern bin ich dankbar und glücklich, dass diese normal grossgeliebt wurden und werden, weil ich heute in meinem Umfeld viel zu viele junge Eltern erlebe, die weder Selbstvertrauen noch Vertrauen in ihre Kinder haben. Unsere Kinder und Enkelkinder hatten und haben das grosse Glück, in einem dörflichen Umfeld grosszuwerden. Reine Draussenkinder, die sich gemeinsam mit vielen Freunden draussen körperlich erproben konnten und können. Natürlich gibt es Verletzungen, auch mal Nähen von Wunden oder Gipsbein. Doch was ist das verglichen mit glücklichen, kreativen und selbstbewussten Kindern? Kleine Enkelkinder laufen 25 Min. zu Fuss zur Schule - auch bei Regen und im Winter im Schnee (gibt es dort noch) - und kommen dort völlig entspannt an, sehr zur Freude der Lehrer. Die beiden Älteren sind super im Studium, die Kleinen super in der Schule (Enkeltochter übersprang eine Klasse). Allerdings ist den Eltern das Fordern der Kinder ebenso wichtig wie das Fördern. Bei den mir bekannten Helikopter-Eltern erkenne ich wenig Fordern, doch viel vermeintliches Fördern. In Gesprächen erfahre ich dann, dass ich altmodisch bin. Wenn das so ist, kann die alte Mode so schlecht nicht gewesen sein, denn die vielen Probleme, die diese Eltern mit Kita, Schule und ihren Kindern haben, kennen wir glücklicherweise nicht. Ich wünsche mir und ihren Kindern, dass die überbesorgten Eltern sich bemühen, grosses Gottvertrauen in ihre Kinder zu entwickeln, wohl wissend, dass Leben an sich gefährlich sein kann, aber zu bewältigen ist. Vertrauen in Kinder ist absolut gerechtfertigt, weil sie per Geburt zunächst mit allem ausgestattet sind, um gut zu leben. Eltern haben nicht das Recht, sie in ihren Fähigkeiten zu beschneiuden.

#98 - 12.10.2017, 21:03 von stagedoor

Überraschend

Wenn ich mir die Kommentare zu diesem Beitrag ansehe, muss ich sagen, dass sich die Grundhaltung und Atmosphäre in denselben wohltuend abhebt von anderen Foren hier bei SPON. Es wird viel von Liebe gesprochen, Vertrauen und eigene, auch intime Erfahrungen werden berichtet. Häufig wird sogar wertschätzend eingegangen auf Vorredner. Das macht mir ehrlich Freude. Und es wäre vielleicht auch eine Idee, wie man zu anderen Themen, die sich in der Tiefe gar nicht so sehr unterscheiden, auch und anders miteinander umgehen könnte.

#99 - 12.10.2017, 21:09 von Grübler

Einfach nur bekloppt!

Da wird ein Heer von unselbstständigen Angsthasen rangezogen.

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