Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Leben und Lernen

Absurdes von Helikopter-Eltern: "Sie haben jeden Tag an der Kita-Tür gelauscht"

Getty Images Angst und Ehrgeiz sind für viele Eltern tägliche Begleiter. Wie grotesk sich Mamis und Papis in der Helikopter-Falle verhalten, erzählen hier Hebammen, Erzieher, Lehrer, Ärzte und Kinder.
zum Artikel
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!
    Seite 2/10   10  
#10 - 12.10.2017, 13:46 von claro_maa

ich sehe eher die Ursache bei der Fülle der Medien

Es gibt 1000de Bücher, Websites, etc. in denen jeder das absolut beste schreibt, an das sich alle halten müssen, nur steht überall etwas anderes. Ganz wichtig ist wirklich, mal auf seinen Bauch zu hören. Wir sind alle groß geworden und unserer Eltern hatten nicht diese Fülle an Informationen, trotzdem ist nicht gleihc jeder krank, behindert oder zurück geblieben. Einfach mal seinenm eigenen Weg einschlagen und sich nicht immer von anderen beeinflussen lassen. Und ja, dem Beruf der Erzieherin oder sonstiger Tätigkeiten mit Kindern liegt häufig eine umfangreiche Ausbildung zurgrunde, in denene die Menschen mehr lernen, als was auf "eltern.de" gerade so geschrieben wird und "in" ist, man kann ihnen dann doch mehr vertrauen.

#11 - 12.10.2017, 13:50 von Teddi

Die Zukunftsgeneration

Wenn ich, tätig als Nachhilfelehrer, beobachte, wie Eltern und Schulen gerade die weniger Begabten verwöhnen und verpäppeln (man hangelt sich von Arbeit zu Arbeit, ohne sich am Ende des Semesters an das „Gelernte“ erinnern zu können), dann sehe ich eine Zukunftsgeneration heranwachsen, die zu 80% aus hilflosen Versagern bestehen wird. Das fängt schon bei den Müllbergen von Plastikwindeln an, denn als man die Windeln selber waschen musste, waren die Kinder im Durchschnitt im Alter von zwei Jahren Töpfchen-trainiert. Wenn ich heute die dick gepolsterten Lieblings-Pöter von oft sogar noch Älteren als Vierjährigen beobachte, krieg ich das Grausen. Unwissen und Faulheit sind da im Spiel, denn gerade die Helikoptereltern stellen ja nicht ihr Wissen, sondern ihr Unwissen dar. Und das wird dann auch gleich an den Nachwuchs weitergegeben. Damit muss das Kind schlussendlich klar kommen, so oder so, denn Eltern sterben irgendwann und tote Mütter können nicht mehr mitschreiben. Also eine Affenliebe, die dem Kind nur schadet.

#12 - 12.10.2017, 13:57 von ebenfalls.hofnarr

Herangezüchtet

die Nachkriegs- & 68er- Generation Stichwort "Grünen-Wähler" haben seit den 70er-Jahren alles und wirklich alles zu einer wie auch immer gearteten Gefahr aufgebauscht hat; bzw. hat die Post-Wendezeit mit den vielen Millionen Arbeitslosen als etwas existenzbedrohendes wahrgenommen, dem man nur mit äußersten Anstrengungen bei Bildung und Anpassung begegnen kann.
Es ist der Ausfluss unserer Gesellschaft, die Kindersitze für das Auto als mangelhaft einstuft, nicht weil diese schlecht schützen, sondern, weil sie schlecht riechen; und somit Schadstoffe freisetzen könnten.
Wir brauchen nicht nur gelassenere Eltern, sondern eine gelassenere Gesellschaft insgesamt.

#13 - 12.10.2017, 13:57 von cobaea

Zitat von darmani
Dieses Elternbashing hat mittlerweile genauso Konjunktur wie die vielen unsäglichen Erziehungsratgeber. Beides führt in keinster Weise zur geforderten Gelassenheit, sondern jeweils genau zu der gleichen Verunsicherung. ....
Das ist kein Elternbashing, sondern leider zunehmend Realität. Natürlich gab es immer Helikoptereltern , aber heutzutage nimmt das exponentiell zu. Gerade in gutsituierten Verhältnissen, wo Mütter (und auch Väter) sich Zeit nehmen können, um ihren sehnlichst erwarteten, aber erst relativ spät gezeugten Nachwuchs ausgiebig zu betüteln. Verkäuferinnen oder Lagerarbeiter werden Sie kaum unter diesen Helikoptereltern finden. Die haben keine Zeit, sich vor der Tür der Kita rumzudrücken.
Die bescheren nur den Hebammen erstaunliche Momente - dann nämlich, wenn Papa unbedingt ein Handy-Bild vom eben durch den Geburtskanal ans Tageslicht kommende Baby schiesst und sofort an die gesamte Verwandt- und Bekannschaft What's-appt.

#14 - 12.10.2017, 14:04 von Schandmaul

Besser als anders rum

Ich habe eine vierjährige Tochter und bin tiefenentspannt. Leben bedeutet Risiko und es gilt Maß zu halten.

Mir ist es lieber jemand ist übervorsichtig als irgendwelche Kiffenden, Saufenden und Rauchenden Kiez-Eltern.
Mir sind übereifrige Eltern allemal lieber als solche die sich zu wenig oder gar nicht kümmern. Und letztere Gruppe ist in meiner Wahrnehmung größer als die der Helikopter-Eltern. Wer keinen Bock oder keine Muße hat, sich um seine Kinder zu kümmern, sollte es vielleicht besser ganz lassen. Übertriebene Fürsorge sollte vielleicht allenfalls ein Grund zum Schmunzeln sein, das Bashen solltet ihr euch besser für die Rabeneltern aufsparen.

#15 - 12.10.2017, 14:07 von stagedoor

Nicht alles schrecklich

Der Grat ist ist manchmal schmal auf dem man wandelt wenn man gut für sein Kind sorgen will. Grundsätzlich ist Fürsorge, Liebe und Interesse am Kind sehr positiv. Einige beschriebene Beispiele muten an als ob sie durch Zwang entstehen, welchem ja immer eine Angst zugrunde liegt. Diese Ängste bei sich sollte man ernst nehmen und sich überprüfen ob sie den Alltag nicht dominieren. Auch besteht die Möglichkeit dass unsere Kinder diese Angst ebenfalls erwerben. Und das kann auch niemand wollen. Abhilfe schaffen da professionelle Beratung oder Therapie um die eigenen Ängste loszuwerden oder anders mit ihnen umzugehen.

#16 - 12.10.2017, 14:08 von herrho

Natürlich...

...sind manche Beispiele extrem. Aber generell ist es doch so, dass die Anforderungen an Elten und Kinder stetig steigt uns steigt und die Welt immer komplizierter wird.
Viele die diese Eltern belächeln haben bestimmt keine Kinder- und können somit nicht mal ansatzweise nachvollziehen was es bedeutet heute Kinder zu haben. Man kann das mit unserer Kindheit (ich bin Jahrgan 78) einfach in keiner Weise mehr vergleichen.
Ich denke nicht, das der Großteil der heutigen Eltern übertrieben agiert- und 80 % ganz sicher nicht.

#17 - 12.10.2017, 14:28 von barthelskeller

Symptomatische Neurose

Ich bin selber vor 3 Monaten Vater geworden und kann zu Ihrem Artikel zunächst sagen, dass es dieses Phänomen tatsächlich gibt.

Ursächlich halte ich nur andere gesellschaftliche Hintergründe für zutreffend, als Sie dies hier darstellen.

Ein sehr schönes Beispiel ist die Diskussion beim Kinderarzt, in der Familie oder befreundeten jungen Eltern über die (nur) empfohlenen und die dringend angeratenen Impfungen.

Alleine die Tatsache, einen Bedarf nach einem Gespräch hierzu zu haben, löst schon Reaktionen und Kommentare aus wie "Also ungeimpft behandele ich Ihr Kind nicht weiter" oder "Ihr seid dann schuld, wenn es krank wird" oder "Eure Tochter lasse ich ungeimpft nicht zu meinem Kind".

Uns das lediglich wegen der Diskussion über die Sinnhagtigkeit der Impfung gegen Rotaviren. Andere Impfungen stehen und standen garnicht in Frage.

Dieses Beispiel zeigt: Der Druck auf junge Eltern ist enorm hoch. Das helikopterähnliche Verhalten ist darauf eine logische Reaktion. Ich kann nur raten, lieber mal eine Stunde länger zu diskutieren und Bedenken Dritter gegenüber der eigenen Intuition zu relativieren.

Und das auch, wenn das eigene Verhalten von anderen helikopterähnlich genannt wird.

#18 - 12.10.2017, 14:31 von thorstenwenz

Alles andere als einfach..

Ich bin selbst Vater eines 6 Monate alten Mädchens und 41 Jahre alt. Und ich sage dazu mal eins: Es ist schon nicht jeden Tag leicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder sich korrekt zu verhalten (korrekt im Sinne gewisser Erziehungslehren).
Meine Tochter soll in Liebe und mit großer Zuneigung aufwachsen, sie soll selbstständig werden und sie soll unsere christlichen Werte erlernen und danach leben.
Sind wir deswegen Helikoptereltern? Keine Ahnung - was ist das per Definition denn überhaupt? In Sorge um sein Kind sein (nichts anderes drückt ein "Schlüssellochgucken" doch aus, auch wenn es übertrieben scheint!)?
Intuitiv machen wir bestimmt super viel richtig - und auch ne Menge falsch. Aber das ist nun mal das Leben. Was einem jedoch immer bewusst sein sollte: Wir sind bereit, die Verantwortung für diese Erziehung zu übernehmen - und ich wette, dass es die meisten übervorsichtigen Eltern auch sind. Und daran kann ich nichts schlechtes erkennen.
Zu meinem ersten Absatz: Natürlich haben wir es nicht schwerer als die vorigen Generationen, das wollte ich damit nicht ausdrücken (sofern sich hier jemand diskreditiert fühlt).

#19 - 12.10.2017, 14:34 von Anke85

reine Stimmungsmache !

Nun übertreibt mal nicht.

Ich kenne nicht ein einzigen, also wirklich NIEMANDEN, der so ist und ich habe durch meine eigenen Kinder viel mit anderen Eltern zu tun.

Das ist reine Stimmungsmache, damit alte Leute wieder was zum aufregen haben.

    Seite 2/10   10