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Leben und Lernen

Lehrergeständnis: "Ich gebe nur noch gute Noten"

Getty Images/Westend61 Ist es gerecht, Schülern die Zukunft zu verbauen, weil Lehrer ihnen schlechte Noten geben? Das hat sich eine Lehrerin gefragt - und entschieden: Bei ihr besteht jeder das Abitur.
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#1 - 10.01.2019, 09:50 von grotefend

Fragwürdige Kollegin

Naja zunächst einmal muss festgestellt werde, dass Lehrer keine Dienstleister sind, zu denen man kommen kann und am Ende garantiert einen Schulabschluss erhält. Leistung müssen die Schüler selbst bringen. Der Lehrer muss allerdings genug Lernangebote zu verfügung stellen, damit Schüler - bei entsprechender intellektueller Voraussetzung - den Stoff erlernen und vielmehr auch anwenden kann. Das Feedback und der Zugang zu gewissen Bildungsmöglichkeiten wird nun über Noten geregelt. Der Notendruck entsteht allerdings nicht und er Schule, sondern er ist das Produkt einer Gesellschaft, in der - teils politisch forciert - ein Mensch ohne Abitur zu Menschen zweiter Klasse gemacht wird. Hier muss die Gesellschaft umdenken. In einer Zeit, in akuter Fachkräftemangel herrscht, sollte beispielsweise das Handwerk wieder als ehrenhaft erscheinen. Dann erledigt sich das mit dem Notendruck von ganz allein.

#2 - 10.01.2019, 09:56 von max.meier.089

Gerechtigkeit???

Das Wort "gerecht" kommt in diesem Artikel sehr oft vor - aber wie gerecht kann es sein, wenn eine einzige Lehrerin - auf eigene Faust und vermutlich gesetzeswidrig - entscheidet "keine schlechten Noten mehr zu geben"? Man kann natürlich in begründeten Einzelfällen Milde walten lassen, aber als grundsätzliches Vorgehen ist das eine krasse Benachteiligung aller anderen Schüler, die keine so nette Lehrerin haben. Davon abgesehen sollte man sich in NRW auch eher mehr Gedanken über schulische *Leistung* machen als über Noten.

#3 - 10.01.2019, 09:57 von consectetur

"Seitdem gibt es in meinem Unterricht nur noch gute Noten: Jeder bekommt eine Studienberechtigung"
Das ist einfach nur verantwortungslos. Und dann wundern sich alle, warum die Studienanfänger völlig unterqualifiziert sind. Weil Lehrer/innen wie sie hier genannte aus weichherzigen Gründen ihren Job nicht machen.

#4 - 10.01.2019, 09:59 von curiosus_

Ist doch schön, wenn...

...jeder sich die Welt so machen darf wie es ihm (oder ihr) in den Sinn kommt. Und sich damit bei Bedarf über demokratisch zustande gekommene Regeln (also in der Gemeinschaft abgestimmte Regeln) meint hinwegsetzen zu dürfen.

Dummerweise funktioniert eine Gemeinschaft irgendwann nicht mehr, wenn jeder nach dem Motto "America first", also nach dem was er/sie für richtig hält, handelt. Da sollte doch mal über den kategorischen Imperativ und seine Auswirkungen nachgedacht werden.
Bei der Dame sollte das Disziplinarrecht (falls verbeamtet) zum Einsatz kommen oder eine Abmahnung erfolgen.

#5 - 10.01.2019, 10:00 von phillyst

Ist das Satire?

Bei allem Verständnis für den Gedankengang - ja, es ist "fies" einem jungen Menschen so die Zukunft zu verbauen - frage ich mich schon, ob das Satire sein soll. Gut gemeint ist schliesslich nicht gut gemacht. Es gibt zahlreiche Karrieremöglichkeiten abseits vom Studium, auch ohne Abitur kann man später immer noch studieren, auch berufsbegleitend - ein gescheiterter Abiturient rutscht nicht automatisch ins kriminelle Millieu ab.

Das Schulsystem so wie es ist ist sicher nicht optimal, in einigen Belangen weit weg davon. Durch solche Alleingänge wird es aber letztendlich komplett sinnfrei, wenn man Schüler quasi die Studienmöglichkeit unabhängig von ihrer Eignung "schenkt" nimmt man ihnen auch die Chance, einen geeigneten Beruf zu ergreifen und lässt sie u.U. Jahre an der Uni in Überforderung verschwenden - damit erweist man Ihnen imho einen Bärendienst.

#6 - 10.01.2019, 10:03 von grotefend

Zitat von max.meier.089
Das Wort "gerecht" kommt in diesem Artikel sehr oft vor - aber wie gerecht kann es sein, wenn eine einzige Lehrerin - auf eigene Faust und vermutlich gesetzeswidrig - entscheidet "keine schlechten Noten mehr zu geben"? Man kann natürlich in begründeten Einzelfällen Milde walten lassen, aber als grundsätzliches Vorgehen ist das eine krasse Benachteiligung aller anderen Schüler, die keine so nette Lehrerin haben. Davon abgesehen sollte man sich in NRW auch eher mehr Gedanken über schulische *Leistung* machen als über Noten.
Die Kollegin scheint mit dem Begriff Notengerechtigkeit nichts anfangen zu können. Wenn ich jede nur ausreichende, mangelhafte oder ungenügende Leistung mit mindestens befriedigend bewerte, dann entwertet das die Leistung der mittelmäßigen und besten Schüler. Das das ist höchst bedenklich. Was sie hier tut hat mit Gerechtigkeit nichts, aber rein gar nichts zu tun.

#7 - 10.01.2019, 10:03 von kendomeister

Mal weitergedacht...

Wo soll das aufhören?

Vor oder nach einer durch einen Arzt - dessen Prüfer auch nur das Beste wollte - verpfuschten Herz-OP?

Prüfungen sind dazu da, zu prüfen, ob der Prüfling den Stoff kann.

#8 - 10.01.2019, 10:04 von Harald Schmitt

Was für ein Irrsinn

Noten sagen dem Schüler wo er steht. Da bringt es nicht, wenn man jedem aus Mitleid ne 1 gibt.
Das ist doch ungerecht gegenüber dem Schüler der wirklich lernt anstatt Joints zu rauchen oder im Untericht lieber mit dem Smartphone zu spielen.
Auf der Arbeit sagt der Chef auch nicht gut dass du nur die Hälfte von den anderen schaffst, dafür bekommst du glatt ne Lohnerhöhung. Die sollen die Kinder auf das Leben vorbereiten nicht deren Defizite und Mängel im Elternhaus kaschieren.
Nicht jeder ist ein EGnie, man braucht auch die anderen. Jeder hats spezielle Fähigkeiten , Stärken und Schwächen. Da muss man seinen individuellen Weg suchen anstatt aus Mitleid alle gleich erscheinen zu lassen.

#9 - 10.01.2019, 10:06 von osnase92

Beruf verfehlt

Kein Wunder, dass soviele unfähige Studenten an die Uni kommen. Das Abitur hat vom Niveau her sowieso schon arg abgenommen. Dann kommen auch noch solche Lehrer dazu. Ich würde die Frau entlassen. Der Job eines Lehrers ist, Schüler fair zu benoten für ihre Leistung. Durchwinken ist da absolut fehl am Platz. Aber das scheint die Dame nicht verstanden zu haben.

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