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Leben und Lernen

Plagiatsvorwürfe gegen Hamburgs Ex-Senator: Michael Neumann soll bei Doktorarbeit get

DPA Nach seinem Abgang aus der Politik wurde er an der Universität der Bundeswehr promoviert. Allerdings soll Michael Neumann (SPD) dabei Dutzende Quellen nicht oder falsch angegeben haben - darunter Wikipedia und "Was ist Was".
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#1 - 20.07.2018, 12:12 von skeptikerjörg

Sommerloch?

Ich frage mich wirklich, wen das, außer den Autor, wirklich interessiert. So sehr interessiert, dass es an so prominenter Stelle in SPON auftaucht. Ja, wenn Neumann noch Innensenator wäre, aber seine politische Zukunft ist Vergangenheit. Davon ab, als Akademiker mit zwei Studienabschlüssen, allerdings ohne Promotion (hatte Familie und musste Geld verdienen), bin ich überzeugt, dass sich in jeder Diplomarbeit, in jeder Doktorarbeit Plagiate oder inkorrekte Quellenangaben finden lassen.

#2 - 20.07.2018, 12:12 von susuki

Werden derartige Arbeiten nicht von einer Plagiats-Software standardmässig geprüft?


Es sollte auch der schlechtesten Software möglich sein einen solchen Fake automatisch zu finden?

Kennt jemand die Standardprozedur?

#3 - 20.07.2018, 12:25 von Rosenhag

Das ist doch sowieso in vielen Bereichen ein Problem dass jeder von jedem abschreibt und sich selbst über die anderen erhöht. Wenn der Westen untergeht dann an genau dieser Hybris seiner exponierten Vertreter der Vetternwirtschaft.

#4 - 20.07.2018, 12:28 von fettbemmedesgrauens

wieso irrelevantes Thema?

Warum sollte eine Arbeit zur Länderneugliederung politikwissenschaftlich irrelevant sein? Die versuchten und gescheiterten Versuche in Ostdeutschland (z.B. Berlin-Brandenburg) haben gezeigt, dass das Thema durchaus für die politische Praxis von Bedeutung ist. Und nur weil es ein Negativergebnis gibt (kaum Einsparpotenziale) heißt das doch nicht, dass das nicht von Interesse ist. In der politischen Debatte dürfte das ganz im Gegenteil ein schwerwiegendes Argument darstellen. Hier scheint die alte (und überholte) Sichtweise durch, dass nur Positivergebnisse die Wissenschaft voranbringen.

#5 - 20.07.2018, 12:30 von dirk.resuehr

Doktortitel

sind sone Sache. Wikipedia als Quelle ist allerdings ein besonders starkes Stück und dreist, da selbst second hand! Die Gotter im weißen Ktttel sind ja überwiegend mit dem Dr. garniert. Empfehle dringend dem Kunden, einmal den Titel der Arbeit anzuschauen. Dann schwindet die Hochachtung schnell. Häufiger kommem Themen ungefähr diese Gehaltes vor: Wie bringt man 50 Mäuse elegant um die Ecke?

#6 - 20.07.2018, 12:40 von noalk

Überall Plagiate

Zitat von skeptikerjörg
Ich frage mich wirklich, wen das, außer den Autor, wirklich interessiert. So sehr interessiert, dass es an so prominenter Stelle in SPON auftaucht. Ja, wenn Neumann noch Innensenator wäre, aber seine politische Zukunft ist Vergangenheit. Davon ab, als Akademiker mit zwei Studienabschlüssen, allerdings ohne Promotion (hatte Familie und musste Geld verdienen), bin ich überzeugt, dass sich in jeder Diplomarbeit, in jeder Doktorarbeit Plagiate oder inkorrekte Quellenangaben finden lassen.
Was Ihren Schlusssatz betrifft, stimme ich Ihnen zu. Allerdings interessiert mich das schon, weil durch solcherlei Mogeleien, insbesondere durch Prominente, der Wert wisssenschaftlicher Arbeiten in der Allgemeinheit in Misskredit gerät. Mich tröstet dabei, dass Verfehlungen dieser Art wohl eher in den Geisteswissenschaften zu finden sind. Oder irre ich mich da?

#7 - 20.07.2018, 12:57 von TS_Alien

Es gibt Fachbereiche, denen sollte man grundsätzlich das Recht entziehen, Doktorgrade zu verleihen. Während die echten Doktoren jahrelang forschen und etliche Veröffentlichungen auf Konferenzen oder in Journals vorzuweisen haben, schreiben die anderen Doktoren irgendetwas zusammen, das weder formal noch inhaltlich die Kriterien einer Dissertation erfüllt. Das ist peinlich und ärgerlich.

#8 - 20.07.2018, 13:01 von Das Pferd

Zitat von noalk
Was Ihren Schlusssatz betrifft, stimme ich Ihnen zu. Allerdings interessiert mich das schon, weil durch solcherlei Mogeleien, insbesondere durch Prominente, der Wert wisssenschaftlicher Arbeiten in der Allgemeinheit in Misskredit gerät. Mich tröstet dabei, dass Verfehlungen dieser Art wohl eher in den Geisteswissenschaften zu finden sind. Oder irre ich mich da?
Sie glauben, daß "Prominente" mehr schummeln?
Ich glaube, es ist nur einfach interessanter für die Plagiatsjäger.

Das mit den Geisteswissenschaften liegt darin, daß da Texte viel wichtiger sind, man kann also gut automatisch nach Zitaten suchen.
Ob eine Meßreihe in einer technischen Arbeit zu glatt ist, kann man höchstens ansatzweise mit statistischen Methoden ermitteln, aber selbst dafür benötigt man fundierte Kenntnisse.

#9 - 20.07.2018, 13:03 von TS_Alien

Zitat von noalk
Was Ihren Schlusssatz betrifft, stimme ich Ihnen zu. Allerdings interessiert mich das schon, weil durch solcherlei Mogeleien, insbesondere durch Prominente, der Wert wisssenschaftlicher Arbeiten in der Allgemeinheit in Misskredit gerät. Mich tröstet dabei, dass Verfehlungen dieser Art wohl eher in den Geisteswissenschaften zu finden sind. Oder irre ich mich da?
Den Schlusssatz des Foristen kann ich nicht teilen. Es gibt Diplomarbeiten, die formal und fachlich zu 100 % sauber sind. Es gibt sogar Diplomarbeiten, die sind inhaltlich so gut, dass sie auf das Niveau anderer Fächer übertragen für mehr als einen Doktorgrad reichen würden. D.h. es gibt auch heute noch Fächer, die sowohl bei den Abschlussarbeiten als auch bei den Dissertationen hohe Ansprüche stellen. Und dann gibt es die anderen Fächer, die leider den gesamten Wissenschaftsbereich diskreditieren.

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