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Leben und Lernen

Plagiatsvorwürfe gegen Hamburgs Ex-Senator: Michael Neumann soll bei Doktorarbeit get

DPA Nach seinem Abgang aus der Politik wurde er an der Universität der Bundeswehr promoviert. Allerdings soll Michael Neumann (SPD) dabei Dutzende Quellen nicht oder falsch angegeben haben - darunter Wikipedia und "Was ist Was".
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#10 - 20.07.2018, 13:06 von noalk

kleiner Ratschlag für potentielle Schummler

C&P-Texte zuerst in einen simplen Texteditor kopieren und von da ins eigene Schriftstück. Das killt alle versteckten Links. Und wenn man dann noch ein paar Textumstellungen vornimmt ...

#11 - 20.07.2018, 13:13 von echoanswer

Wundert das noch irgend jemand?

Die Qualität der Arbeit, die Politiker seit Jahren abliefern, lassen doch darauf schließen, dass sie niemals auf legalem Wege zu einer Dissertation in der Lage wären. Da das Abschreiben in Dissertationen oder gar das Fälschen ganzer Bildungswege im Politikumfeld nicht mal mehr ein Kavaliersdelikt ist, kann doch jeder, ohne Konsequenzen, erfinden was er will. Bezüge und Altersversorgung sind trotzdem für alle Ewigkeit gesichert.

#12 - 20.07.2018, 13:13 von herwescher

Habe gerade die Dissertation ...

... einer Bekannten in Zahnheilkunde wiederherstellen müssen, weil der File unlesbar geworden war.

Dabei selbige mal überflogen.

Es ist üblich in solchen Fällen - auch in "höherwertigen" Fächern ! - zuerst einmal das allgemeine Wissen in diesem Fach und bezogen auf das spezielle Thema darzustellen.

Da sind dann zwangsläufig Platitüden dabei, die schon seit Jahrzehnten Lehrbuchwissen sind und in hunderten Publikationen so stehen. Diese noch mit Originalquellen zu belegen ist wahrlich Overkill.

Soll ein Doktorand der Physik bei der Formel F=m*a noch Newtons "Principia ..." als Fußnote angeben?

Man muss auch die Kirche mal im Dorf lassen ...

Aber es geht meist gar nicht um "wissenschaftliche Reinheit", sondern meist darum, einer politisch oder geschäftlich missliebigen Person eins auszuwischen ...

Irgend was bleibt immer hängen ...

#13 - 20.07.2018, 13:27 von plutinowski

@skeptiker jörg

Zum letzten Satz: Klar, wenn man's selbst nicht gemacht hat, kann die Leistung anderer ja nur erschummelt sein. Diese Missachtung der Leistung anderer ist typisch deutsch - leider.

#14 - 20.07.2018, 13:44 von laberbacke08/15

typisches falschverstandenes "Elite"denken der politischen Klasse. Wer seinen Doktortitel nebenher macht, nur des Titels wegen ist ein Blender, nicht mehr und nicht weniger (egal ob Politiker, Berater oder anderer Manager)
Gott sei Dank ist dieses Denken bei den Millenials nicht mehr weit verbreitet und es zaehlt was man kann, nicht wie man sich nennt. Deutschland ist neben Oesterreich wohl eines der wenigen Laender in denen das noch der Fall ist. Viele PhDs im englischsprachigen Raum packen ihren Titel nicht mal auf ihre Visitenkarten.

#15 - 20.07.2018, 13:44 von Knossos

Zitat: "... es sei denn, man akzeptiert in leichtfertiger Anlehnung an die marxistische Soziologie den Grundsatz, dass alles mit allem zusammenhängt."

Es gibt auch in Naturwissenschaften wie der Ökologie die Erkenntnis vom Zusammenhang des Einzelnen mit dem Ganzen. Oder etwa im Buddhismus, der in Manchem so unüberlegt nicht ist.

Das ist eher strömungsgünstiger Verfasser, dessen Seitenhieb auf Marx wohl stubenrein auf abgestecktem Parkett macht. ... gähn ...

Arbeit und Inhalt heutiger Doktorarbeiten scheint nicht nur wegen Copy & Paste kaum annähernd an früheren Standard heranzureichen. Von Abschlüssen politischer Ziehkindern und Nachwuchs aus rechten Studentenverbindungen abgesehen, welche immer schon auf eine Weise durchgeschleust wurden, daß man etwa Helmut Kohls Promotion zu Pfälzer Eßgewohnheiten der Öffentlichkeit entziehen mußte.

Ausgemachte Sauerei gegenüber Probanden, die nach wie vor ordentliche Mühen auf sich nehmen, eigenständig Themen zu erarbeiten und dabei tatsächlich Entdeckungen und Erweiterungen beitragen.

#16 - 20.07.2018, 13:45 von rvb

Kommt darauf an

Zitat von noalk
Mich tröstet dabei, dass Verfehlungen dieser Art wohl eher in den Geisteswissenschaften zu finden sind. Oder irre ich mich da?
was Sie unter "irren" verstehen.
Plagiate gibt's vor allem in den Geisteswissenschaften. In der Medizin bekommen Sie den Doktor für vollkommen läppische Laborreihen, in den Naturwissenschaften für Fleißarbeiten als Hilfsarbeiter in Forschungsprojekten Ihres Professors und in den Ingenieurwissenschaften wird die Arbeit oder Entwicklungsarbeit so lange und häufig durch Präsentationen, Konferenzen, Diskussionen etc. geschleppt und modifiziert bis am Ende überhaupt nicht mehr feststellbar ist, ob das Ergebnis überhaupt noch einem originären Gedanken des Doktoranden enthält.
Also eigentlich keine Grund für Überheblichkeit gegenüber Geisteswissenschaftlern.

#17 - 20.07.2018, 14:02 von HerrPeterlein

Was ist das für eine Uni?

Er hat billig geschummelt, bzw. wohl mal wieder sein Ghostwriter. Peinlich, genauso wie das der Uni nicht aufgefallen ist. Wir reden hier nicht vom abschreiben aus einem unbekannten, wissenschaftlichen Buch, sondern von Wikipedia und Co.

Spätestens seit Gutenberg sollte doch jeder wissen das so etwas mehr als gefährlich ist.

#18 - 20.07.2018, 14:15 von LorenzSTR

Weltmeister

Deutschland ist nicht nur Weltmeister bei Exporten, prekären Arbeitsmärkten und fehlenden Investitionen, sondern auch bei Promotionen. Mit Wissenschaft im Sinne von Wissenschaft hat das oft wenig zu tun. Es gibt Fachgebiete, da wird eben promoviert, weil es quasi guter Brauch ist. Wissenschaft und Forschung? Fehlanzeige. Es geht primär um den Titel auf der Visitenkarte und im Lebenslauf. Das Problem stinkt vom Kopf her, denn es gibt ja genügend Promotionsbetreuer, die all diese tollen Arbeiten durchwinken. Und so entstehen dann die typischen Strukturen mit blasierten Gestalten, die sich über andere erheben können, obwohl sie kaum über mehr Wissen verfügen und auch nicht besonders schlau sind. Aber dafür ist D ja immerhin Promotionsweltmeister!

#19 - 20.07.2018, 14:18 von Fahnenjungfer

Betrüger

In der heutigen Zeit, in der Titel nahezu entwertet scheinen, jeder schnell mal die Urkunde sich "herbeischreibt", wundert mich das Tricksen und Täuschen dieses Politikers und Reserveoffiziers nicht. Es ist kein Kavalliersdelikt, und nein, nicht in jeder Qualifikationsarbeit finden sich Plagiate, das schreiben nur solche, die selbst unredlich handelten. Die Dissertation soll die Forschung und Wissenschaft voranbringen, sie dient nicht der Eitelkeit und der Selbstdarstellung (vor allem von Politikern)! Der Doktorvater von Neumann, bereits in Pension, sollte mit zur Verantwortung gezogen werden, hat er doch so eine miserable Arbeit (liegt online vor) wie auch der Prüfungsausschuss der HSU einfach durchgewunken. Warum? Parteibuch? Korruption? Und was macht der Präsident der HSU, Beckmann, bislang hat er nur stillgehalten, das Verfahren läuft und läuft. Solche faulen wie dreisten Trickser a la Neumann haben an keiner Universität was zu suchen. Wer da betrügt, betrügt auch sonst. Nein danke.

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