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Leben und Lernen

Schüler für Sexualkunde-Reform: "Wir wollen Antworten"

AFP Schüler in Niedersachsens fordern eine Landtagsabgeordnete der CDU auf, ihr Mandat niederzulegen. Sie hatte Bedenken gegen die geplante Sexualkundereform geäußert. Doch die Schüler wollen, dass "sexuelle Vielfalt" im Unterricht verankert wird.
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#1 - 18.09.2014, 11:28 von chupamela

Homosexualität ist weder ansteckend noch erlernbar.
Was ist daran so schwer zu verstehen?
Warum die Angst vor gar nichts?
Dies zeigt doch nur, dass Aufklärung mehr als wichtig ist.
Übrigens: Homophobie ist durchaus heilbar!

#2 - 18.09.2014, 11:35 von khaja

Ich bin mir auch nicht sicher, warum man die Schüler nicht mal allein mit dem Gast lassen soll.

Gerade bei Sexualkunde ist es eher hilfreich, wenn der vertraute Lehrer für eventuelle "peinliche" Fragen nicht im Raum ist.

#3 - 18.09.2014, 11:48 von fpwinter

Erstaunlich:

Da will eine Regierung im Sexualkundeunterricht Informationen nicht unterrichten lassen, die sich Jugendliche inzwischen problemlos im Internet holen können.
Gerade weil es viele Kinder und Jugendliche gibt, die das Gefühl haben, "anders zu sein", wäre eine breitenwirksame Aufklärung über ALLE Arten der Geschlechter und des sexuellen Geschmacks (Trans-, Inter-, Bi-, Homosexualität) dringend geboten.
Von der Aufklärung über weibliche und männliche Sexual-Physis ganz zu schweigen: Wie viele Erwachsene wissen heute noch nicht über den Zyklus, empfängnisbereite Tage, weibliche Ejakulation, den Orgasmus oder gar über die Funktionsweise des männlichen Gliedes Bescheid...? (Machen Sie mal den Test in Ihrem Bekanntenkreis: Wer weiß, wann eine Frau im Zyklus ungefähr empfangen kann? Wer kann erklären, wie genau eine Erektion zustandekommt?)
Aber unsere Kultusministerkonferenz erläßt immer noch Standards wie teilweise im Mittelalter. Erschreckend...!

#4 - 18.09.2014, 11:58 von ae1

Ich bin mir nicht sicher ob es lt. Schulordnung nicht verboten ist, Schüler durch schulfremde Personen ohne Mitwirkung und Aufsicht eines Lehrers zu unterrichten oder aufklären zu lassen. Das hat jetzt zunächst mal gar nichts mit dem Thema des Unterrichts zu tun.
Allerdings ist die Wortwahl der Abgeordneten für mich befremdlich - sofern die Zitate korrekt sind.

#5 - 18.09.2014, 12:00 von hemithea

??

Was soll denn da passieren, wenn der Lehrer nicht dabei sein würde?? Ich bin da doch ziemlich verwirrt. Werden dann die Kinder aufgegessen??

Wir hatten zusätzlichen Aufklärungsunterricht außerhalb der Schule in einem Familienzentrum von einer Ärztin für Mädchen und einem Arzt für Jungs. Am Ende hat eine Sozialarbeiterin/Jugendbetreuerin (kA wie ihr Beruf richtig heißt) mit und allen geredet, über diverse Sexualarten etc geredet. Da war kein Lehrer dabei und ich kann mich nicht erinnern, dass irgendeiner von uns überfordert war. Dieser Tag war sogar konstruktiver als mit Lehrern.

Es ist was anderes mit "Betroffenen" zu reden, als mit Lehrern, die meist alles nur schön theoretisch wissen.
Was werden die Lehrer denn sonst sagen: "Homosexualität und Transsexualität sind ganz normal und wir dürfen Menschen nicht diskriminieren/mobben aufgrund ihrer sexuellen Orientierung".
Sowas hilft doch keinem, v.a. den Jugendlichen, die noch nichts Genaues über ihre Vorlieben wissen...
Theorie schön und gut, aber in der Praxis siehts dann doch leider anders aus! Da könnte diese Art des Unterrichtes die Gesellschaft doch beeinflussen, in die richtige Richtung: solange alles legal ist, auf Freiwilligkeit und Lust/Spaß basiert, HAT es jedem EGAL zu sein, welche Sexualität der Mensch hat.

#6 - 18.09.2014, 12:23 von ftester

Ich weiß nicht

was sexuelle Präverenz im Schulunterricht zu suchen hat. Dieses Thema habe ich mit meinen Kindern zu Hause erörtert. Es kamen lustigerweise auch Fragen nach der Vielehe und was denn pädophile Vorlieben sind. Ja, das eher kleine, nur gepushte, Feld der Homosexualität war für meine Kinder weder wichtig noch sonderlich interessant. Die Aussage meinerseits das ich Menschen nicht nach ihrem Sexleben sondern nach ihrem Verhalten bewerte war völlig ausreichend. Viel wichtiger war für sie wie ein Mensch entsteht, wann Mädchen ein Kind bekommen können, was man macht das keine Kinder zur Welt kommen etc., also lieber dafür sorgen das in Bio klare Erklärungen gegeben werden.

#7 - 18.09.2014, 12:27 von TheK79

Diese Diskussion erklärt IMHO auch, warum viele Jugendliche so desillusioniert sind: Wir führen immer noch genau die gleichen Diskussionen, mit denen sich schon die 68er (also deren Eltern und teilweise Großeltern) beschäftigt haben.

Verdammt, wie lange müssen wir uns denn noch mit homophoben Spinnern herumschlagen?

#8 - 18.09.2014, 12:30 von chupamela

Zitat von ftester
was sexuelle Präverenz im Schulunterricht zu suchen hat. Dieses Thema habe ich mit meinen Kindern zu Hause erörtert. Es kamen lustigerweise auch Fragen nach der Vielehe und was denn pädophile Vorlieben sind. Ja, das eher kleine, nur gepushte, Feld der.....
Schön, wenn Sie das mit ihren Kindern so gut hinbekommen.
Nur welche Eltern machen das schon?
Und wie vielen Kindern ist das dann tierisch peinlich?

Wenn angeblich so etwas wie Religionsunterricht etwas im Schulunterricht zu suchen hat, dann sollten doch auch ein bißchen Sexualkunde drin sein.

#9 - 18.09.2014, 12:36 von falklee

Überzogen?

Ich empfinde weniger den Ton der Abgeordneten als den des Artikels und der Schülervertreter befremdlich. Für mich ist es weniger verwunderlich, dass eine Abgeordnete Jahrgang 1952 (!) es etwas merkwürdig findet, dass Schwule und Lesben jetzt in den Schulen den Kindern - ja was eigentlich? -erzählen sollen. Befremdlich empfinde ich es jedoch, wenn jetzt schon Schülervertreter gewählten Politikern einen Rücktritt nahelegen und dies auch noch von Medien, wie dem SPON, gestützt wird.

Inhaltlich frage ich mich, ob neben Homo-/Bi-/Trans-/Inter-/Intra-/Multi-/A-/und was weiß ich nicht-Sexuellen dann nicht auch Angehöriger ethnischer oder religiöser Minderheiten, Kindern aus sozial schwachen Familieb etc. eingeladen werden müssten, damit die dann mal erzählen wie sich (im Fall der letztgenannten sogar institutionalisierte) Diskriminierung anfühlt?

Ich finde die derzeitige Fokussierung vieler engagierter junger Menschen mit Gerechtigkeitsempfinden auf die Sexualität angesichts der - abgesehen von Homosexualität - verschwindend geringen Zahlen der Betroffenen als völlig überhöht. Was soll damit bewirkt werden? Stecken denn in so viel mehr Menschen noch versteckte Trans- und Intersexuelle und wieviel bringt es der Gesellschaft, diese jetzt unter Aufbietung aller Reserven zu befreien? Gäbe es nicht dringlichere Probleme?

Wie gesagt, insgesamt am erschreckensten finde ich aber die Rücktrittsforderung.

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