Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Leben und Lernen

"Starke-Familien-Gesetz": Wer profitiert wirklich?

Getty Images Die Bundesregierung will Familien mit kleinem Einkommen besser unterstützen. Ein neues Gesetz sieht mehr Geld vor - für Kinder und Eltern. Hilft das?
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/3    
#1 - 09.01.2019, 14:00 von mtt

Entbürokratie wäre sicherlich sehr wichtig, ein Gesetz zur Besserung der Situation für benachteiligte Kinder aber als schlecht zu bezeichnen, nur weil viele Eltern sich entweder nicht informieren oder zu faul sind den Antrag zu stellen, ist auch etwas merkwürdig.

#2 - 09.01.2019, 14:12 von misterknowitall2

Typisch

vielleicht steckte da wirklich eine gute Absicht dahinter, aber leider ist viel davon wieder mit bürokratischen Hürden verbunden. Man schafft ein weiteres bürokratisches Monster. So können sich die Politiker mit dem toll klingenden Gesetz profilieren, wissen aber, dass es nicht über Maßen genutzt wird. Bloß nicht zu viel von den Steuereinnahmen zurückgeben........wie immer.

#3 - 09.01.2019, 14:26 von _derhenne

Das ist doch alles viel zu komplex und zu selektiv. Beispiel: statt "Arme" beim Schulessen zu unterstützen (5 Formulare, 7 Nachweise, Zahlungen von A nach B nach C), sollte man doch einfach kostenloses Schulessen für alle forcieren.

Natürlich hat der Kinderschutzbund recht, wenn er vom "Starke-Bürokratie-Gesetz" spricht. Wenn ich nur an meinen Elterngeldantrag denke, wird mir schwindelig. Und wozu der ganze Aufwand? Nur damit in Deutschland auch ja niemand irgendwo einen halben Euro zuviel bekommt. Elterngeld pauschal 1500€, was ist so schwer daran? Gerecht wäre es allemal.

#4 - 09.01.2019, 14:31 von heider669

Macht es doch einfach kostenfrei für alle

Klar ist ein Antrag stellen eine Hürde. Nehmen wir das Musterbeispiel alleinerziehende Mutter oder Vater. Früh Kinder fertig machen und in die Kita/Schule, dann auf die Vollzeitstelle, Kita, Kinder abholen und versorgen, Haushalt etc. Wann genau soll die Person den Antrag für die 10€ für den Sportverein stellen? Macht es doch einfach kostenfrei für alle. Jeder kriegt Essen und der Essensanbieter rechnet mit der Stadt ab. Jedes Kind kann in den Sportverein und die Vereine rechnen mit der Stadt ab usw. Man könnte so das bürokratische Monster entschlacken und am Beispiel Sportverein kommt ein Antrag pro Jahr (nämlich nur der vom Verein für X Kinder) und nicht X Anträge zum selben Verein.

#5 - 09.01.2019, 14:36 von Sibylle1969

@1 mtt

Ich denke, das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern mit Überforderung. Sobald man in Deutschland Geld vom Staat beantragt, egal ob Elterngeld, Arbeitslosengeld oder ALG II, sind die Anträge meist recht kompliziert. Der Gesetzgeber verfolgt ja das Ziel, zum einen die Leistungen nur Bedürftigen zukommen zu lassen, und zum anderen Einzelfallgerechtigkeit zu erzielen. Beides sorgt für komplexe Antragsformulare, mit denen viele ohne Hilfe nicht zurechtkommen.

#6 - 09.01.2019, 14:51 von ditor

Bürokratie muss sein

Zitat von mtt
Entbürokratie wäre sicherlich sehr wichtig,
Ohne Bürokratie geht es nicht. Das zu verteilende Geld wird schließlich jemanden weggenommen der Anspruch darauf hat dass alles nachvolziehbar abläuft.

#7 - 09.01.2019, 16:09 von Seraphan

Ich kann mir vorstellen, dass es in Deutschland Menschen gibt, denen zu viel Staat zu weit gehen, aber ich glaube, dass die Unterstützung von Kindern und Familien für die meisten einleuchtend ist; auch rein kostentechnisch. Warum kann der Staat das Arbeitsmaterial nicht für alle Schüler zur Verfügung stellen, oder das Mittagessen? Somit hätten zumindest alle Schüler die gleichen Voraussetzungen.

#8 - 09.01.2019, 17:46 von remedias.cortes

Zitat von ditor
Ohne Bürokratie geht es nicht. Das zu verteilende Geld wird schließlich jemanden weggenommen der Anspruch darauf hat dass alles nachvolziehbar abläuft.
Ja, nur schafft man hierzulande , damit auch wirklich kein Unbefugter
etwas bekommt - bürokratische Monster.
Als ich zu Besuch in Dänemark war, war ich erstaunt, dass jeder Student elternunabhängig eine Art Bafög bekommt. Ich sagte: "Aber das kriegen doch auch die Reichen, die es nicht brauchen. "
Die Antwort war: "Und sollen wir soviele Ärmere nicht fördern, nur auf die Gefahr hin, dass auch ein Millionärskind dieses Gesetz ausnutzt?"
Ein wirkliches Starke- Familiengesetz wäre ein bedingungsloses Kindergrundeinkommen vonb ca. 400 Euro.
(Ja, das kann missbraucht werden - siehe oben. )

#9 - 09.01.2019, 19:44 von kunibertus

Wer sichert eigentlich ab,

dass die zusätzlichen Mittel auch wirklich den Kindern zugute kommen und von den Eltern nicht nur zum Kauf von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen genutzt werden? Ich bin da mehr für die Lernmittelfreiheit und kostenloses Schulessen für alle Kinder. Es sollte sogar ein Frühstück eingeführt werden. Meine Enkelin - 3. Klasse - hat mir erzählt, dass öfter Kinder in ihrer Klasse hungrig zur Schule kommen. Sie teilt dann ihr Frühstück mit ihrer Freundin. Noch eine Bemerkung zur Bürokratie. Wer nicht in der Lage ist, die Formulare auszufüllen und die notwendigen Unterlagen beizubringen, muss sich eben beraten lassen. Kostenlose Angebote dafür gibt es genug.

    Seite 1/3