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Leben und Lernen

Streit über Digitalpakt für Schulen: Länder, stellt euch nicht so an

Getty Images Der Bund will mehr Geld ins Schulsystem geben dürfen - und dafür das Grundgesetz ändern. Mehrere Länder sträuben sich dagegen. Sie wollen sich nicht reinreden lassen. Schade.
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#10 - 04.12.2018, 17:01 von Vorwärts!s

Neuer Wein in altem Schläuchen

Es ist ein klassisches Stilmittel des Bundes mittels Geld in Länderzuständigkeiten hinein zu regieren. Getreu dem Motto:“Wer zahlt, schafft an!“ Auch insofern wäre es an der Zeit sich ehrlich zu machen.

#11 - 04.12.2018, 17:04 von bullfrog63

Am Thema vorbei - Note: Mangelhaft

Leider hat die Autorin den Kern des Problems nicht verstanden: Kein Land hat etwas dagegen, wenn der Bund zusätzlich Bildung fördert. Aber es ist ein Problem, wenn die Länder nicht nur bei der Bildungsförderung, sondern auch bei anderen Maßnahmen 50% Eigenmittel zugeben müssen. Das verhindert, dass ärmere Länder sich mangels Eigenmittel fördern lassen können - und das widerspricht dem Auftrag des Grundgesetzes an den Bund, überall in Deutschland für gleiche Lebensverhältnisse zu sorgen - reiche Länder lassen sich zusätzlich fördern, arme Länder schauen in die Röhre...

#12 - 04.12.2018, 17:05 von Mähtnix

Zitat von whitewisent
Das Problem an der Sache ist die Verkürzung in der Öffentlichkeit. Es geht nicht wirklich darum, ob der Bund mehr Geld für die Schule ausgibt! Sondern das die Länder gezwungen werden, die selbe Summe auch zu investieren. Damit zahlt der Bund eben nicht "bloß", sondern er greift massiv in die Bildungs- und Finanzhoheit der Länder ein, und das für Ziele, die ihm wichtig erscheinen. Und das kann gegen die Interessen vor Ort gehen, wo eher in Oberstufenzentren, Lehrkabinette und zB. Kunst investiert werden soll, als eine imaginäre Digitalisierung, die nun scheinbar im Kleinkindalter beginnen soll. Zu blöd, um ohne Windeln aufs WC zu gehen, aber per Mouse sich eine Pizza bestellen können....
Herr Kretschmann, sind Sie es?
Kein Land wird gezwungen, das Geld anzunehmen.
Die Länder schwimmen gerade im Geld, machen aber nicht ihre Hausaufgaben. Und jetzt wollen sie noch mehr Geld, aber weiter im eigenen Saft schmoren. Das Ganze ist eine super entlarvende Diskussion

#13 - 04.12.2018, 17:10 von KlausSeibel

Völlig richtig

Wenn die Länder mit ihren Entscheidungen und ihrem Geld die Bildungspolitik so grandios gestalten würden, wie sie denken, wäre diese Initiative überhaupt nicht nötig. Hier halten auf Kosten der Kinder Provinzfürsten an ihrer Macht fest. Wirklich schade, und im Hinblick auf das wichtigste Gut - die Bildung - mehr als sträflich.

#14 - 04.12.2018, 17:14 von rw54993

Bildung ist Ländersache. Historisch, damit nicht sofort wieder der Faschismus ausbricht – wie wahrscheinlich das ist, wenn in Zukunft die Lehrpläne vom Bund vorgegeben würden, lassen wir mal dahingestellt sein.

Ich vermute, dass die Länder aus ganz anderen Gründen an der Bildungshoheit festhalten wollen:

Die Länder, die in Sachen Bildung gut dastehen, z. B. Bayern und Sachsen (vor zehn Jahren auch noch Baden-Württemberg), befürchten, dass sie bei einer bundesweiten Vereinheitlichung auf ein niedrigeres Niveau hinuntergezogen werden.

Die Länder, die die rote Laterne tragen, allen voran Bremen und mit kleinem Abstand Berlin, aber auch Hamburg und NRW, befürchten, dass bei einer Vereinheitlichung das Niveau stark ansteigen würde und man nicht mehr verbergen könnte, dass in diesen Ländern seit Jahren Bildung nur vorgetäuscht wird und die Schulabschlüsse verschenkt werden.

Und dann sind da noch die Länder aus dem Mittelfeld wie z. B. Brandenburg und Niedersachsen, die ihre eigenen Schulsysteme wesentlich überschätzen, ihre eigene Mittelmäßigkeit verkennen und genau wie Bayern und Co. einen Abstieg fürchten – im Unterschied zu Bayern aber zu Unrecht.

Mein Wunsch wäre, den Ländern nicht in die Finanzierung reinzureden, aber die Standards zentral vorzugeben. Es ist wirklich unsinnig, dass zwei gleichaltrige Schüler nach ganz anderen Lehrplänen unterrichtet werden, nur weil sie zufällig in unterschiedlichen Bundesländern leben. Ganz davon abgesehen, dass man alle Unterrichtsmaterialien wie Lehrbücher etc. in zig Versionen (h)erstellen muss, und zwar für jede Schulart und dann noch mal 16, weil für jedes Bundesland eigene Regeln gelten.

#15 - 04.12.2018, 17:16 von curiosus_

Bildung fällt für mich...

...gemäß dem Subsidiaritätsprinzip in die Länderhoheit. Und da hat der Bund nicht reinzureden.

Und warum Länderhoheit? Weil die Wirtschaftskraft der einzelnen Länder sehr unterschiedlich ist. Und ein wesentlicher Faktor dafür ist nun mal die Bildung der Arbeitnehmer.

Da bin ich ganz bei meinem „Landesvater“ Kretschmann.

Was verbessert gehört ist die Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Auch wenn es manchen Ländern richtig weh tun mag. Aber da kann es ja wohl kaum eine Lösung sein, dass man die Anforderungen bei einer bundesweiten Einheitsschule so nivelliert, dass es niemand wehtut. Davor mögen uns die Bundesländer bewahren.

#16 - 04.12.2018, 17:20 von aletheia53

Noch ein Aspekt

Wenn die Schule "digitalisiert" wird, entstehen zusätzliche Aufgaben wie technischer und organisatorischer Netzwerkbetriebund vor allem Umstellen der Lehr- und Lernmaterialien für diese Art der Ausbildung (über deren Sinnfälligkeit in einigen Bereichen auch noch keine einheitliche Sichtweise vorhanden ist). Dafür braucht es Personal. Bei einem Lehrumfang von 26 UE bei einer 40h-Woche ist bei den einzelnen Lehrern nicht viel übrig, wenn Schularbeiten und andere Korrekturen mit berücksichtig sind. Von der Netzwerkeinrichtung und dessen Betreiben bei z.B. zwischen 500 - 1000 Teilnehmer ist schon ein ausdifferenziertes Berechtigungskonzept erforderlich, das regelmäßig nachgehalten werden muss. Und diese Personalkosten bleiben bis ans Ende der Tage Ländersache. Wenn also die Bereitschaft zur Steuererhöhung vorhanden ist, dann ist alles gut.

#17 - 04.12.2018, 17:24 von rene.macon

Wer wissen will, wie die Regierung in den nächsten Jahren...

...die deutsche Bildungslandschaft verändern will, der schaue sich einmal den "Nationalen Aktionsplan für Nachhaltige Entwicklung" des Bundesbildungsministeriums an. In "der Kita, der Schule, dem Betrieb, der Hochschule oder dem Sportverein" möchte die Regierung" mittels 130 kurz-, mittel- und langfristiger Ziele Nachhaltigkeit zum Bildungsziel machen. Ich finde, dieser Plan trägt Orwellsche Züge. Es wäre besser, die Länder behalten die Hoheit über ihr Bildungssystem. Dadurch bleibt der politische Einfluss auf die Bildung dezentralisiert und kann nicht so leicht missbraucht werden.

#18 - 04.12.2018, 17:24 von curiosus_

Bildung fällt für mich...

...gemäß dem Subsidiaritätsprinzip in die Länderhoheit. Und da hat der Bund nicht reinzureden.

Und warum Länderhoheit? Weil die Wirtschaftskraft der einzelnen Länder sehr unterschiedlich ist. Und ein wesentlicher Faktor dafür ist nun mal die Bildung der Arbeitnehmer.

Da bin ich ganz bei meinem „Landesvater“ Kretschmann.

Was verbessert gehört ist die Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Auch wenn es manchen Ländern richtig weh tun mag. Aber da kann es ja wohl kaum eine Lösung sein, dass man die Anforderungen bei einer bundesweiten Einheitsschule so nivelliert, dass es niemand wehtut. Davor mögen uns die Bundesländer bewahren.

#19 - 04.12.2018, 17:27 von oldman2016

Schluss mit Parteispenden

Es sind nicht die Regierungen, nein es sind die Parteien, die eine gute Bildung in Deutschland verhindern, Deswegen sollte jeder Unternehmer und jeder Bürger den Parteien versprechen, dass sie an die Parteien keinen einzigen Cent mehr spenden werden. Bundesländer wie Bremen oder das Saarland meinen bei einer Erdbevölkerung von über sieben Milliarden Menschen eine eigene Bildungspolitik machen zu müssen. Dümmer geht es nicht mehr.

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