Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Leben und Lernen

Streit über Digitalpakt für Schulen: Länder, stellt euch nicht so an

Getty Images Der Bund will mehr Geld ins Schulsystem geben dürfen - und dafür das Grundgesetz ändern. Mehrere Länder sträuben sich dagegen. Sie wollen sich nicht reinreden lassen. Schade.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 7/7    
#60 - 05.12.2018, 17:36 von Kurt-C. Hose

Föderalismus

Es wäre gegen einen Föderalismus im Bildungssystem ja nichts einzuwenden, wenn denn eine Vergleichbarkeit UND eine zentrale einheitliche Prüfung stattfinden würde. Dann müsste man das mit dem Zentralabitur aber auch ernst nehmen.
So sitzen Arbeitgeber vor einem Abiturienten und dürfen rätseln, ob die super Note des Bewerbers in Mathe bedeutet, dass er mit Müh und Not einen Dreisatz hinbekommt, oder dass er mit mehrdimensionalen Matritzen rechnen kann.

#61 - 05.12.2018, 21:34 von ford_mustang

Es geht doch nur...

um Posten! Die Kinder sind den Lokalpolitikern noch egaler, als denen des Bundes. Lasst den Nachwuchs dieser Leute, per Losverfahren, auf öffentliche Schulen verteilen. Dann kriegen Sie auch mit was läuft, bzw. nicht läuft. und das ist sehr viel. Bildung muss Bundessache werden!!!

#62 - 05.12.2018, 22:32 von faz-leser

Bitte nicht leichtfertig den Föderalismus abschaffen

Unsere Verfassung sieht aus guten Gründen den Föderalismus vor. Dieser hat folgende Vorteile.


Machtverteilung

Die zusätzliche Kontrolle zwischen Gesamtstaat und Gliedstaaten bietet Schutz vor Machtmissbrauch.

Mehr Demokratie

Durch Aufteilung des Gesamtstaates versteht der Bürger die Zusammenhänge besser und kann somit eher mitbestimmen

Führungsalternativen

Politische Parteien können ihre Führungsqualitäten in den Ländern erproben und erhöhen somit ihre Chancen auf Bundesebene.

Aufgabennähe

Die staatlichen Organe sind regionalen Problemen im Bundesstaat näher als im Einheitsstaat.

Bürgernähe

Durch kurze Wege zu den staatlichen Stellen kann der Bürger eher Kontakt zu Politikern und Behörden bekommen.

Wettbewerb

Die Länder stehen zwangsläufig im Wettbewerb zueinander. Konkurrenz belebt.

Ausgleich

Der Föderalismus wirkt durch wechselseitige Kontrolle, gegenseitige Rücksichtnahme und Kompromisszwang ausgleichend und stabilisierend.

Vielfalt

Die Gliederung des Bundes in Länder garantiert viele wirtschaftliche, politische und kulturelle Mittelpunkte. Ein gleich hoher Entwicklungstand aller Landesteile ist möglich.

Das sind hohe Ziele, die man nicht einfach mal eben so zu Gunsten eines einzelnen Sachthemas wie die Ausstattung der Schulen opfern sollte.

#63 - 06.12.2018, 06:23 von tucson58

Zitat von Marvel Master
Hallo, ich persönlich halte nichts von digitalen Medien in Schulen. Das ist das selbe, als wenn man jeden Tag 10 Std Fernsehen schaut. Niemand zweifelt an, dass das zur Verblödung führt. Der geneigte Leser möge dazu sich mal 1 oder 2 Vorträge von Professor Spitzer (digitale Demenz) diesbezüglich bei Youtube anschauen. Es wird die Nation im nächsten Jahrhundert die führenden Wissenschaftler und Köpfe haben, welche keine Elektronik eingesetzt hat. Erst wenn das menschliche Gehirn ausgebildet ist, sollte es Kontakt zu digitalen Medien haben. Das ist EXAKT das selbe, als wenn man seine Kinder jeden Tag 5 Std Fernseh schauen lässt. Das ist einfach nicht gut. Ach ja, ich selber bin IT Spezialist im Bereich Datenanalyse und behaupte die Gefahren dieser Techniken zu kennen. VG
Das sie IT Spezialist sind, ist auf Grund ihrer Meinung nur wahrlich nur schwer zu glauben .

Es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob in Schulen mit den digitalen Medien gearbeitet wird oder ob jemand zuhause unentwegt vor dem PC sitzt und Spiele zockt, oder sich im TV von einem Sender zum anderen zapt .

Gerade sie als IT Spezialist sollten doch wissen, wie wichtig es auch ist zu lernen wie sinnvoll digitale Medien sein können und wie man damit umgeht . Diese digitalen Medien gehören heute und in Zukunft nahezu zu jedem Beruf dazu .

#64 - 06.12.2018, 07:49 von poitierstours

Länder stellt euch an

Es geht schon um einiges mehr als um das schnöde Geld. Da wollen einige im Bundestagsfinanzausschuss Grundgesetz spielen, wieder einmal, wie schon zu Zeiten, als die Agenda 2010 in der Pipeline war. Hier geht es um um Bundesbildungspolitik gegen föderale Bildungspolitik, hier geht es also richtig ins Gebälk der Grundgesetzarchitektur. Niemand nimmt dem Bund die Kompetenz, außerhalb des Bildungsbereichs den oder einen partiellen Digitalpakt mit Turbomotor in die Spur zu setzen. Aber hier wollen die Akteure des Hineinschummels, um es sehr verniedlicht auszudrücken, auch von eigenen Versäumnissen auf Bundesebene ablenken. Weil hier viel Zeit verschlafen worden ist, sollen die Länder in einer Alibibuhmannfunktion Kompetenzen hergeben. Der Fall zeigt vielmehr, die Länder sind wie auch die Kommunen für die ihnen übertragenen Aufgaben chronisch unterfinanziert. Die Länder müssen ein großes Stück mehr vom Steuerkuchen erhalten zur autonomen Politikgestaltung.

#65 - 06.12.2018, 07:53 von poitierstours

Länder stellt euch an!

Es geht schon um einiges mehr als um das schnöde Geld. Da wollen einige im Bundestagsfinanzausschuss Grundgesetz spielen, wieder einmal, wie schon zu Zeiten, als die Agenda 2010 in der Pipeline war. Hier geht es um um Bundesbildungspolitik gegen föderale Bildungspolitik, hier geht es also richtig ins Gebälk der Grundgesetzarchitektur. Niemand nimmt dem Bund die Kompetenz, außerhalb des Bildungsbereichs den oder einen partiellen Digitalpakt mit Turbomotor in die Spur zu setzen. Aber hier wollen die Akteure des Hineinschummels, um es sehr verniedlicht auszudrücken, auch von eigenen Versäumnissen auf Bundesebene ablenken. Weil hier viel Zeit verschlafen worden ist, sollen die Länder in einer Alibibuhmannfunktion Kompetenzen hergeben. Der Fall zeigt vielmehr, die Länder sind wie auch die Kommunen für die ihnen übertragenen Aufgaben chronisch unterfinanziert. Die Länder müssen ein großes Stück mehr vom Steuerkuchen erhalten zur autonomen Politikgestaltung.

#66 - 06.12.2018, 13:34 von alterknacker54

Förderalismus - nein danke!

Hier wird nicht Politik für die Menschen gemacht, hier sonnen sich die PolitikerInnen in ihrer eigenen Selbsverliebtheit. "Unverantwortlich" ist noch die mildeste Vokabel, die mir für den ganzen Vorgang einfällt. Nach der Maaßen-Affäre ist das nun der nächste Unfähigkeitsskandal in der BRD, der uns zeigt, warum innenpolitisch hier so wenig auf die Reihe kommt. Auch hier wäre jetzt die Richtlienienkompetenz einer Kanzlerin gefragt - aber die tingelt ja lieber auf internationalem Parkett und kässt sich da beweihräuchern.
Auf jeden Fall befördert dieser Vorgang einmal mehr (nicht nur bei mir) die Politikverdrossenheit und wird wieder die extremen Ränder im Parteienspektrum stärken - herzlichen Glückwunsch an die Groko und an ALLE Ministerpräsidenten - das habt Ihr prima hinbekommen!
Förderalismus - nein danke! (Erschrocken stelle ich fest, dass das vermutlich der erste Schritt zu extremen Ansichten ist). Noch eine Anmerkung zum Förderalismus an und für sich: Ich habe läuten hören, dass die Alliierten (West) bei der Gründung der BRD darauf bestanden haben - möglicherweise um die Abläufe im zukünftigen Deutschland auszubremsen und schwierig zu gestalten - das scheint fulminat gelungen!

#67 - 06.12.2018, 15:01 von hplanghorst

Als Bayer...

.... wuerd Ich mir auch nicht von einem Sachsen verbieten lassen wollen ein Kruzifix im Klassenzimmer auzuhaengen. Full dislosure: Ich bin ehemaliger Niedersachse.

#68 - 06.12.2018, 17:43 von niesie

Inhalte überwinden!

Welche Inhalte sind es denn, die durch die Digitalisierung der Schulen besser vermittelt werden können?
Das ist eine der wesentlichen Fragen, die bisher keiner der Digitalisierungsaktionisten auch nur ansatzweise beantwortet hat!

    Seite 7/7