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Leben und Lernen

Streit um Studienfinanzierung: "Bafög ist eine Sozialleistung, kein Almosen"

DPA Sollen Bafög-Studenten in billigere Uni-Städte ziehen? Bildungsministerin Anja Karliczek findet das vertretbar, der Generalsekretär des Studentenwerks hält dagegen: Dann sei die Freiheit der Berufswahl in Gefahr.
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#100 - 11.02.2019, 15:08 von jhea

Zitat von Spiegelleserin57
Die absolute freie Berufswahl gibt es nicht. Die Eltern sind immer diejenigen die Briefe Ausbildung ihrer Kinder finanzieren müssen. Wenn sie nicht in der Lage sind die Studierenden zu finanzieren bleibt wohl keine andere Lösung als sich einen Beruf auszusuchen wo man schon in der Lehre Geld verdienen kann. Damit ist zwar die Berufswahl immer noch frei aber eingeschränkt. Auch Kinder müssen verstehen dass Freiheit eben auch Grenzen hat. Sie haben immer noch die Freiheit der Berufswahl, aber innerhalb der finanzierbaren Grenzen. Das sollte auch der Generalsekretär des Studentenwerks verstehen. Freiheit hat da ihre Grenzen wo die des andren beginnt, in diesem Falle auch.
Blödsinn

Natürlich gibt es die freie Berufswahl.
Dass es Einschränkungen gibt hat aber nichts oder kaum was mit den Eltern zu tun, als viel mehr mit bestimmten Voraussetzungen die diverse Jobs mit sich bringen.

Wenn ich alle Voraussetzungen mitbringe um einen bestimmten Beruf zu machen, kann ich diesen tun.
Soll hier heißen - wenn genug Reflexe und Konzentrationsvermögen habe um mir eine Ausbildung als Jetpilot zu geben, dann kann ich das tun.
Wenn ich klug genug bin und an der Schule nur 1en Schrieb und an der Uni ganz toll bin, dann kann ich Arzt werden.
Wenn ich mir nicht leisten kann eine bestimmte Ausbildung zu machen, dann muss ich halt ein wenig sparen um es zu können.

WAS sagt ihr?! Das können die Eltern nicht leisten?
Es ist nicht die Aufgabe der Eltern den Kindern jeden Wunsch zu erfüllen
DU ALS KIND willst den bestimmten Job haben, also setz dich auf den Hosenboden und lern. Und wenn du bei beginn des Studiums keine x Tausend Euro hast um das Studium zu beginnen.
ja BUUU HUUUU
Dann kannst du dir
a) einen Kredit nehmen
b) irgendwas anderes Arbeiten und sparen
c) neben dem Studium noch arbeiten

Dann geht man halt mit 30 an die Uni und nicht mit 20.
Studieren ist übrigens ein Privatvergnügen und kein Recht.

#101 - 11.02.2019, 15:11 von jhea

Zitat von checkitoutple
eelche ma zu einem.grossen teil zurueckzahlen muss. Waere mal an der zeit das die Hauptprofieure dafuer aufkommen. Fie spaeterrn Arbeitgeber! Die Ministerin scheint auf jeden Fall wrniger als gar keine Ahnung zu haben.
Na hoffentlich hat nicht jeder BAföG bekommen... bei einigen scheint es nichts gebracht zu haben.

Im übrigen heißt 'zum Großteil' 50% der Leistungen, und dann wird die auch nur dann zurück gezahlt, wenn man später auch Einkommen über X Euro hat.
Wer mit seinem Uni Abschluss Kurs des Unterwasserkorbflechtens, oder irgendwelchen unsinnigen Genderstudies nur ALG II beantragen kann, muss nichts davon zurückzahlen.

#102 - 11.02.2019, 15:45 von draco2007

Zitat von Hans-Dampf
Rechnen wir einfach mal durch: ein/e Studierende/r würde mit 20.000 EUR gefördert (6 Semester je Monat à ca. 555 EUR), sie/er müsste also 10.000 EUR zurückzahlen. Von den anderen 10.000 EUR hätte die Person je die Hälfe 7% bzw. 19% MwSt. gezahlt. Das wären 350 und 950 EUR. Unterm Strich hätte die Förderung in Höhe von 20.000 EUR den Staat also "nur" 8.610 EUR gekostet. Ich finde das gut und es sollte ruhig weiter gefördert werden. Den Input für den Staat haben Sie ja ausführlich dargelegt, wenn die Person in Lohn und Brot steht.
Da können sie sogar doppelt soviel investieren und bekommen am Ende noch deutlich mehr raus.
Vielleicht wäre auch das ein Anreiz. Statt, übertrieben gesagt, Hunger leiden während Vollzeit Studium mit Vollzeit-Nebenjob.

#103 - 11.02.2019, 15:45 von Hans-Dampf

Zitat von jhea
Studieren ist übrigens ein Privatvergnügen und kein Recht.
Studieren ist Bildung und Bildung ist ein Grundrecht:
Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht gemäß Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 und wurde im Sinne eines kulturellen Menschenrechtes gemäß Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPwskR) noch erweitert.

#104 - 11.02.2019, 15:47 von Hans-Dampf

Zitat von jhea
Wer mit seinem Uni Abschluss Kurs des Unterwasserkorbflechtens, oder irgendwelchen unsinnigen Genderstudies nur ALG II beantragen kann, muss nichts davon zurückzahlen.
Das BVA, welches die Mittel einfordert, ist da ziemlich erbarmungslos. Da aber Akadamiker die geringste Arbeitslosenquote bilden, ist davon auszugehen, dass die Mittel auch zeitnah zurückgezahlt werden.

#105 - 11.02.2019, 15:50 von draco2007

Zitat von jhea
Dann geht man halt mit 30 an die Uni und nicht mit 20. Studieren ist übrigens ein Privatvergnügen und kein Recht.
Bullshit. Studieren ist vor allem mal eins. Ein verdammt gutes Investment.

Sie wollen also wirklich, dass jemand wegen Geldmangels 10 Jahre für Mindestlohn jobbt um dann 5-6 Jahre gar nicht arbeitet um DANACH gut zu verdienen?

Ernsthaft?

Raffen sie es nicht? Jeden Euro, den sie in Studierende investieren bekommen sie doppelt und dreifach raus.
Sie könnten Studierenden 1000 Euro Gehalt auszahlen jeden Monat und würden am Ende immer noch besser dastehen als mit Azubis.

Wir brauchen Bildung in diesem Land, wir haben sonst nicht viel. Und das sollten wir uns etwas kosten lassen. Am Ende stehen wir besser da.

#106 - 11.02.2019, 16:10 von cleo345

sie haben den Punkt nicht verstanden (@100)

Ich stimme ihnen vollkommen zu, dass man sich auf den Hosenboden setzen und lernen muss.
Aber keiner ihrer Vorschläge ergibt Sinn.
1.) Kredit nehmen wurde schon ausreichend diskutiert. Damit verbaut sich der Student die ganze Zukunft. Rechnet man mit 500 Euro monatlich (was zu wenig wäre, aber mal als Rechenbeispiel taugt) und einer Studienzeit von 5 Jahren (Mindeststudienzeit von Bachelor und Master und in vielen Fächern kommt man ohne Master nicht weit) kommt man auf 500x12x5= 30.000 Euro Schulden zum Start des Berufsleben, dazu kommen noch Zinsen (die ich hier der Einfachhalthalber mal weggelassen habe).
Einstiegsgehälter liegen bei vielen Studienberufen bei 40.000-50.000 Euro brutto, macht ca. zwischen 25.000 und 30.000 Euro netto im Jahr. (viele Fächer haben übrigens geringere Einstiegsgehälter)
Wenn er dann vielleicht ein Auto braucht um auf die Arbeit zu kommen, dann kann er gut und gerne 15-20 Jahre abbezahlen und Familie gründen wird dann sehr schwer.
2. irgendwas arbeiten und sparen: Und während der Zeit lebt das Kind bei Mama und Papa die zahlen alles an Miete, Klamotten, etc. weiter, während das Kind Jahrelang arbeitet und jeden Cent zur Seite legt? Übrigens wenn man nicht direkt nach dem Abi in eine Ausbildung oder ein Studium geht entfällt das Kindergeld.
Würden Sie als Elternteil das zulassen? Und beim Jobben bleibt nicht so viel Geld über, dass man vernünftig auf ein Studium sparen könnte. Und wenn man erst eine Ausbildung macht, müssen die Eltern im Zweifel auch drauf zahlen und man hat das selbe Problem nur ein paar Jahre später. Oder glauben Sie ein Ausbildungsgehalt reicht gut zum leben, wenn man nebenbei noch spart? Nein auch Ausbildungsgehälter reichen oft nicht. Also 3 Jahre Ausbildung nach dem Abi, rechnet man Abi mit 19, dann ist derjenige 22 und fertig mit der Ausbildung, dann muss er erst mal einen so gut bezahlten Job finden, dass er davon vernünftig was zur Seite legen kann und nebenbei seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dann hat er mit 30 noch nicht genug gespart um die oben genannten 30.000 Euro finanzieren zu können und auch hier sind wir wieder bei dem Problem Familiengründung. Wenn jemand dann mit 30 anfängt zu studieren mit 35 fertig ist, bis er/sie im Berufsleben richtig verankert ist, ist er/sie 37 Jahre alt. Damit gibt man als Frau fast schon das Kinder kriegen auf. Wie praktisch in unserer Gesellschaft weil wir ja gar kein Problem haben mit zu wenig Kindern, zu wenig Junge die zu viele Alte tragen müssen (Ironie aus!)
3. neben dem Studium arbeiten: nur kurz wie in vielen Kommentaren bereits geschrieben. In vielen Studiengängen haben Sie heute schon eine 40 Wochen Stunde ohne vor- und nacharbeiten vom Stoff und Hausarbeiten die im Semester zu machen sind. Dazu kommen noch Hausarbeiten etc. Semesterferien gehen komplett für Klausuren drauf und Pflichpraktika (die nicht bezahlt werden müssen und oftmals auch nicht bezahlt werden) also auch hier keine Zeit zu arbeiten. Aber ein Student muss ja nicht schlafen, nicht wahr?
Und nein Studieren ist kein Privatvergnügen und muss ein Recht für alle sein. Zumindest ein Erststudium was in (nahezu) der Regelstudienzeit durchgezogen wird.

#107 - 11.02.2019, 19:30 von cave68

Zitat von Hans-Dampf
Studieren ist Bildung und Bildung ist ein Grundrecht: Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht gemäß Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 und wurde im Sinne eines kulturellen Menschenrechtes gemäß Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPwskR) noch erweitert.
Als Bildung kann man auch eine Berufsausbildung ansehen.Desweiteren hat ja jeder Mensch vor Studium und Berufsausbildung schon mindestens 9-13 Jahre Bildung erhalten.
Das Problem ist doch,dass einerseits die Zahl der Studenten seit Jahren Rekordzahlen schreibt und andererseits die Ausbildungsverträge und die Zahl der Bewerber zurückgeht.
Ich wüsste nicht was es bringen sollte,immer mehr Studenten zum Studium zu bewegen.
Wir sollten endlich wieder dahin kommen,die besten an eine Uni zu bekommen und aufhören,jedem ein gutes Abi zu schenken...selbst denjenigen,die nicht annähernd das Niveau zum Studieren haben.

#108 - 12.02.2019, 07:53 von Hans-Dampf

Zitat von cave68
Als Bildung kann man auch eine Berufsausbildung ansehen.Desweiteren hat ja jeder Mensch vor Studium und Berufsausbildung schon mindestens 9-13 Jahre Bildung erhalten. Das Problem ist doch,dass einerseits die Zahl der Studenten seit Jahren Rekordzahlen schreibt und andererseits die Ausbildungsverträge und die Zahl der Bewerber zurückgeht. Ich wüsste nicht was es bringen sollte,immer mehr Studenten zum Studium zu bewegen. Wir sollten endlich wieder dahin kommen,die besten an eine Uni zu bekommen und aufhören,jedem ein gutes Abi zu schenken...selbst denjenigen,die nicht annähernd das Niveau zum Studieren haben.
Ich mag Vollzitate eigentlich nicht, aber hier erscheint es mir sinnvoll. Sie werfen mehrere Probleme in einen Topf und rühren um. So einfach geht das auch nicht:
Bildung beginnt im Kleinkindalter und das Ende dafür ist nicht definiert. Da eine Berufsausbildung, eine schulische Ausbildung, Studium, Fachschule und co. einen Abschluss ermöglichen, um einen Beruf zu ergreifen, sollte keiner diese Wege versperrt bleiben. Gerade Berufsausbildung und Studium sind die elementaren Säulen dabei.
Dass sukzessiv weniger Ausbildungsverträge geschlossen werden, mag vielerlei Gründe haben, hier ein paar Beispiele: von der OECD wurde gefordert, dass Deutschland mehr Akademiker ausbilden soll. Die Schwellen für das Aufgreifen eines Studiums wurden gesenkt (bspw. war früher die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife nötig, heute geht es auch mit Meisterbrief oder einschlägiger Berufserfahrung). Seit dieser Zeit waren auch weniger Kinder im ausbildungsfähigem Alter im Umlauf (Stichwort: Alterspyramide). Die Anforderungen an eine Ausbildung wurden und werden stets erhöht (aus eigener Erfahrung: die Bedienung und Programmierung einer numerisch gesteuerten Werkzeugmaschine war früher Ingenieuren vorbehalten, heute muss dies auch ein Geselle drauf haben). Hinzu kommt, dass der Homo oeconomicus auch an seine Zukunft denkt und erkennt, dass man ab 2030 mit einem Bruttogehalt von 2.500 EUR und darunter in der Grundsicherung im Alter landet. Mehr zu verdienen ist also Bürgerpflicht und das kann man in der Regel mit einem absolvierten Studium erreichen.
Dass den jungen Leuten ihr Abi quasi hinterhergeworfen wird, hat auch mehrere Ursachen: einmal die OECD, die fordert, mehr Akadamiker in Deutschland auszubilden und die Angst vor Klagen der Eltern, woraufhin Lehrer gnädiger in der Notengebung sind. Vor kurzem erschien hier auch ein Artikel, in dem eine Lehrerin beteuerte, nie schlechte Noten zu geben.
Dass heutzutage mehr Leute als früher studieren (wollen), ist "von oben" so gewollt und wenn dies eine Forderung ist, sollen auch bitteschön die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört auch das BAföG, das im Bundeshaushalt einen verschwindend geringen Teil ausmacht und doch sehr wichtig für junge Menschen ist.

#109 - 12.02.2019, 09:41 von cave68

ich kenne diesen OECD-Bericht...kann mich aber auch an Kritik an diesem Bericht erinnern,weil er als Referenzwert für die Studierquote DE mit Ländern vergleicht,bei denen ganz (hierzulande)normale Ausbildungsberufe als Studium deklariert werden.
Ich kann mich auch an den Begriff "Akademikerschwemme" eines Julian Nida-Rümelin erinnern,der ebenfalls davor warnte,dass zu viele Menschen studieren und viele keinen adäquaten Job finden werden...mal ehrlich:Wie oft liest man alleine hier im Forum von arbeitslosen Akademikern vor allem im gehobenen Alter.
Natürlich gönne ich jedem Menschen so viel Geld wie möglich zuverdienen....aber es ist eine Utopie,dass die Mehrheit der Deutschen weit über 3000 Euro verdienen werden.
Ich gehe mal davon aus,dass in meiner ländlich geprägten Region ein Mensch der 2400 Brutto verdient (vor allem wenn seine Frau berufstätig ist) sich für den Altersruhestand auch noch ein kleines Sümmchen auf Seite legen kann und nicht in Armut verfällt.
Und ja die Sache mit der Lehrerin und den Klagen der Eltern:Ein absolutes No-Go was diese Eltern da veranstalten...ebenso ein No-Go,dass eine Lehrerin dem lieben Frieden Willen auch noch nachgibt....für mich bestätigen solche Lehrkräfte meine These der mangelnden Studierfähigkeit vieler Menschen...in dem Falle nicht aufgrund der fehlenden Intelligenz sondern des fehlenden Durchsetzungsvermögens.

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