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Leben und Lernen

Streit um Studienfinanzierung: "Bafög ist eine Sozialleistung, kein Almosen"

DPA Sollen Bafög-Studenten in billigere Uni-Städte ziehen? Bildungsministerin Anja Karliczek findet das vertretbar, der Generalsekretär des Studentenwerks hält dagegen: Dann sei die Freiheit der Berufswahl in Gefahr.
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#10 - 09.02.2019, 18:46 von Nania

Zitat von Nordstadtbewohner
Wem das Bafög zu wenig ist und keine Eltern hat, die einspringen wollen: Man kann zusätzlich bei der KFW einen Studienkredit aufnehmen: 14 Semester lang bis zu 650 Euro monatlich. Wer das nicht will, der kann etwas machen, was viele Studenten tun: Sich einen Studentenjob suchen. Von daher verstehe ich das Gejammer nicht.
Die meisten Studenten, die ich kenne und kannte, hatten oder haben einen Studentenjob und es reicht trotzdem teils nicht richtig. Und was Studienkredite angeht: ja, die sind eine Möglichkeit, aber nicht für jeden und auch nicht für jeden psychologisch gut. Nehmen wir mal an, dass sie tatsächlich 14 Semester lang 650 Euro bekommen. Dann haben Sie am Ende eine Summe von Sage und Schreibe 54600 Euro angehäuft - ohne Zinsen und natürlich ohne Jobgarantie. Das ist keine Lösung, damit sorgen Sie nur dafür, dass sich unser System mehr und mehr den amerikanischen Verhältnissen annähert, nur, dass es aktuell noch nicht so absurd hohe Studiengebühren in Deutschland gibt.

#11 - 09.02.2019, 18:49 von Nania

Zitat von Lesenkönner
An Ihrem Beitrag ist so ziemlich alles falsch. Es geht nicht um Kürzung des BAFÖG, sondern darum, ob es Wohnen in München garantieren soll. Ich wohne auch nicht in Düsseldorf, obwohl ich dort arbeite, weil es zu teuer ist. Habe ich jetzt auch einen Anspruch auf Zuschuss? Meine Brüder und ich haben während des Studiums zu Hause gewohnt, damit meine Eltern über die Runden kamen. Bafög war „rechnerisch“ nicht drin bei der damaligen „typisch“ SPD Regierung.
Es hängt halt massiv davon ab, was Sie studieren möchten und wo. Meine Schwester hat ein wichtiges (!) Fach studiert, dass in Deutschland aber erstens nur fünf Mal angeboten wird und zweitens die meisten Studienplätze in diesem Fach über die ZVS vergeben werden. Da ist dann nicht mehr viel mit Auswahl. Und im Zweifel landen Sie dann in einer Stadt wie München, wo selbst das Umland teuer bzw. für Studenten mit kleinem Geldbeutel kaum bezahlbar. Pendeln ist da auch nicht drin.

Zudem: Pendeln als Student ist ganz anders als als "normaler" AN zu pendeln, das bestätigt mir auch mein Mitbewohner, der aktuell jeden Morgen 90 Kilometer mit der Bahn pendelt. Wenn er Feierabend hat, hat er Feierabend - wenn ein Student "Feierabend" hat, muss er aber in der Regel noch lernen. Da zu erwarten, dass man dann mal eben noch eineinhalb Stunden pendelt, ist schlicht absurd. Zudem es viele Städte schon anbieten, in den Außenbezirken zu wohnen. Aber selbst da wird der Wohnraum knapp, u.a. weil halt in den umliegenden Dörfern eher Häuser als Studentenwohnungen existieren.

#12 - 09.02.2019, 18:53 von Inlinen

Zitat von Lesenkönner
An Ihrem Beitrag ist so ziemlich alles falsch. Es geht nicht um Kürzung des BAFÖG, sondern darum, ob es Wohnen in München garantieren soll. Ich wohne auch nicht in Düsseldorf, obwohl ich dort arbeite, weil es zu teuer ist. Habe ich jetzt auch einen Anspruch auf Zuschuss? Meine Brüder und ich haben während des Studiums zu Hause gewohnt, damit meine Eltern über die Runden kamen. Bafög war „rechnerisch“ nicht drin bei der damaligen „typisch“ SPD Regierung.
Zitat der Bildungsministerin " Bafög soll es nur noch für die geben, die Bedürftig sind" Zitat Ende. Das hört sich für mich nach einer versteckten Kürzung an, auch wenn das Bafög und der Elternfreibetrag demnächst erhöht werden. Aber man kann ja schon mal die Reaktion in der Bevölkerung testen. Bei Ihnen scheint es ja gelungen zu sein.
Wenn Sie arbeiten und studieren vergleichen, dann kann ich auch Birnen und Äpfel vergleichen. Vielleicht hätten Sie doch nicht die erst beste Uni wählen sollen.

#13 - 09.02.2019, 18:56 von Inlinen

Zitat von keine-#-ahnung
... "die freie Wahl des Wohnsitzes" abgeschafft." Ich habe gerade mal im Hotel Adlon angerufen und mich nach der Präsidentensuite für eine Daueranmietung erkundigt. Übersteigt mein Monatshonorar deutlich :-( ! Ich habe dem Concierge mit einer Klage vor dem BVerG gedroht - erstaunlicherweise war er da nicht sonderlich beeindruckt :-) Irgendwie ist der Generation iPhone das Verständnis dafür abgekommen, dass man, bevor man sich etwas leisten kann, vorher erst einmal etwas leisten muss ... und bis es soweit ist, bleibt das Leben in ganz besonderer Form das, was es nun einmal ist - eine Aneinanderreihung von Kompromissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Das hat mit der CDU nix zu tun ...
Ich gehöre nicht zur Generation iPhone (Jahrgang 1949). Ihren Beitrag halte ich noch nicht einmal für Satire, sondern für Unfug, behaftet mit einer Menge Vorurteile.

#14 - 09.02.2019, 19:14 von Stäffelesrutscher

Zitat von kalim.karemi
Der kann sich bitte einen Job suchen, in Städten die teuer sind, gibt's für Studenten davon mehr als genug.
Studenten sollen aber erstens studieren (die Bologna-Studiengänge sind da ziemlich massiv gestrickt) und zweitens nicht den Arbeitslosen die Jobchancen nehmen.

#15 - 09.02.2019, 19:19 von Stäffelesrutscher

Zitat von Nordstadtbewohner
Wem das Bafög zu wenig ist und keine Eltern hat, die einspringen wollen: Man kann zusätzlich bei der KFW einen Studienkredit aufnehmen: 14 Semester lang bis zu 650 Euro monatlich. Wer das nicht will, der kann etwas machen, was viele Studenten tun: Sich einen Studentenjob suchen. Von daher verstehe ich das Gejammer nicht.
Der Verweis auf mögliche Verfassungswidrigkeit ist also »Gejammer«. Klar, für Chicago Boys und andere Neoliberallalas ist unsere Verfassung mit dem Sozialstaatsanspruch nur Gedöns.

#16 - 09.02.2019, 19:19 von Stäffelesrutscher

Zitat von keine-#-ahnung
... "die freie Wahl des Wohnsitzes" abgeschafft." Ich habe gerade mal im Hotel Adlon angerufen und mich nach der Präsidentensuite für eine Daueranmietung erkundigt. Übersteigt mein Monatshonorar deutlich :-( ! Ich habe dem Concierge mit einer Klage vor dem BVerG gedroht - erstaunlicherweise war er da nicht sonderlich beeindruckt :-) Irgendwie ist der Generation iPhone das Verständnis dafür abgekommen, dass man, bevor man sich etwas leisten kann, vorher erst einmal etwas leisten muss ... und bis es soweit ist, bleibt das Leben in ganz besonderer Form das, was es nun einmal ist - eine Aneinanderreihung von Kompromissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Das hat mit der CDU nix zu tun ...
Seiten war die Wahl eines Nicks treffender als bei Ihnen.

#17 - 09.02.2019, 19:30 von quark2@mailinator.com

In einem tschechischen Zug traf ich mal auf zwei US-Studentinnen. Ich erzählte ihnen, daß bei uns alle Studenten ein Stipendium unabhängig vom Einkommen der Eltern hatten, einschließlich sehr kostengünstigen Wohnheimplätzen und Mittagessen. So das man sich voll auf sein Studium konzentrieren konnte, ohne Unsinn wie kellnern etc. Die beiden konnten es kaum glauben. Nun ja, die freie Entfaltung des jungen Geistes, ohne sich um Geld sorgen zu müssen, ist natürlich nichts, was der heutigen Weltsicht entspricht. Kein Wunder, daß DE immer so schlecht abschneidet, wenn es darum geht, wie sehr der Studienerfolg von der Herkunft abhängt.

#18 - 09.02.2019, 19:33 von olliver_123

An der falschen Stelle gespart

An 300Eur Miete sollte es nicht scheitern, ob jemand in München, Köln oder sonstwo studieren kann, oder nicht. Bei Hartz4 hat
ja auch jeder Ort andere Mietzuschläge. Auch sollten die elterlichen Freibeträge deutlich erhöht werden. Im Vergleich zu anderen Sozialleistungen, handelt es sich beim Bafög um Peanuts und vor allem um Kosten, die zukünftig durch höhere Einkommenssteuern im Normalfall als Vielfaches zurück fließen werden.

#19 - 09.02.2019, 19:35 von Spiegelleserin57

Nur Mal am Rande bemerkt!

Die absolute freie Berufswahl gibt es nicht. Die Eltern sind immer diejenigen die Briefe Ausbildung ihrer Kinder finanzieren müssen. Wenn sie nicht in der Lage sind die Studierenden zu finanzieren bleibt wohl keine andere Lösung als sich einen Beruf auszusuchen wo man schon in der Lehre Geld verdienen kann. Damit ist zwar die Berufswahl immer noch frei aber eingeschränkt.
Auch Kinder müssen verstehen dass Freiheit eben auch Grenzen hat. Sie haben immer noch die Freiheit der Berufswahl, aber innerhalb der finanzierbaren Grenzen. Das sollte auch der Generalsekretär des Studentenwerks verstehen. Freiheit hat da ihre Grenzen wo die des andren beginnt, in diesem Falle auch.

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