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Leben und Lernen

Streit um Studienfinanzierung: "Bafög ist eine Sozialleistung, kein Almosen"

DPA Sollen Bafög-Studenten in billigere Uni-Städte ziehen? Bildungsministerin Anja Karliczek findet das vertretbar, der Generalsekretär des Studentenwerks hält dagegen: Dann sei die Freiheit der Berufswahl in Gefahr.
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#40 - 09.02.2019, 20:51 von khnw

Zitat von herwescher
... auch wenn es billiger ist. Wie sieht das denn später in meinem Lebenslauf aus, wenn ich mich bei der UNO bewerbe (würde Politik studieren) und die mir sagen: "Gee... what? We don´t even have that funny character 'ß' on our keyboards!" Alternativ: "Marburg? Sounds like a deadly virus and not a city with university!" Ich denke mal, München würde meiner Lebensplanung entsprechen und da hat der Staat nun mal die Pflicht, mich frei entwickeln zu lassen ...
Also wenn der zuständige Mensch bei der UNO nicht weiß, dass Marburg eine der ältesten Universitäten in Europa hat, dann ist er leider für seinen Job nicht qualifiziert.
Davon abgesehen, dass auch Marburg nicht gerade günstig zum Wohnen ist.
Aber zurück zum Thema:
Nach Fr. Ministerin sollen also nur Kinder wohlhabender/reicher Eltern die Möglichkeit haben, ihr Wunschstudium aufzunehmen? Oder sie hat halt keine Ahnung, dass man nicht jeden Studiengang überall studieren kann. So oder so hat sie sich damit als völlig ungeeignet disqualifiziert.

#41 - 09.02.2019, 20:52 von widower+2

Vielleicht besteht noch Hoffnung

Zitat von charlybird
und schlimmer dieses Land. Regiert von Wohlstandskindern, die jetzt die neuen Zeiten einläuten. In den 70/80ern hätte die Studentenschaft diese Dame geteert und gefedert und anschließend zurück in ihr Familienhotel gejagt.
Immerhin schaffen es neuerdings ein paar der verwöhnten Wohlstandskinder mal, ihren Hintern vom Sofa und ihre Augen zumindest kurzzeitig vom Smartphone zu lüpfen (Fridays for Future). Das ist für mich unabhängig vom Gegenstand der Demonstrationen ein wenig Anlass zur Hoffnung. Die Jugendlichen der letzten 20 - 30 Jahre waren in ihrer Mehrheit unpolitisch, strikt materialistisch und träge. Und das spiegelt sich natürlich in der Politik wider. Da wird der Erfolg eines Landes an der Exportstatistik gemessen und nicht daran, wie gut es dem einkommensmäßig unteren Drittel der Gesellschaft geht. Dabei ist Letzteres der einzig valide Maßstab für das Wohlergehen der Bevölkerung und den Erfolg von Regierungen und Politik.

#42 - 09.02.2019, 21:10 von Ratzekarl

Wieso soll der Bund Ländereinrichtungen finanzieren?

70 Jahre lang war das nicht notwendig, und nun warten Hinz und Kunz "händeringend" auf Mittel vom Bund. Wie kommt das? Wollen sich die Länder auf Kosten des Bundes entschulden, oder wie sieht das aus?

#43 - 09.02.2019, 21:19 von adh30

Kein Schwarz-Weiß

BAföG ist meines Wissens nicht als Komplettversorgung gedacht. Wer außerhalb von zu Hause studiert und das BAföG reicht nicht, muss halt schauen, wie man das fehlende Geld hinzubekommt. Von Ferienjobs bis Stipendien ist eine Menge möglich.
Ich selbst habe BAföG erhalten, in 8 Semestern und in 3 Ländern studiert und meinen Anteil selbstverständlich zurückbezahlt. Das ist nur fair. Teures Essen und Reisen waren halt nicht drin. Auch nicht gleich nach dem Studium. So What? Hab’s überlebt!

#44 - 09.02.2019, 21:36 von Schartin Mulz

Eigentlich ist es ja nicht so dramatisch

Die Wohnungspauschale wurde ja erhöht, nicht gesenkt, also haben sich die Bedingungen verbessert.
Aber dieser Spruch von Frau Karliczek ist einfach total daneben. Dass nur noch die Kinder reicher Eltern in München o.ä. studieren sollen, ist Klassenkampf von oben.

#45 - 09.02.2019, 21:38 von Nania

Zitat von adh30
BAföG ist meines Wissens nicht als Komplettversorgung gedacht. Wer außerhalb von zu Hause studiert und das BAföG reicht nicht, muss halt schauen, wie man das fehlende Geld hinzubekommt. Von Ferienjobs bis Stipendien ist eine Menge möglich. Ich selbst habe BAföG erhalten, in 8 Semestern und in 3 Ländern studiert und meinen Anteil selbstverständlich zurückbezahlt. Das ist nur fair. Teures Essen und Reisen waren halt nicht drin. Auch nicht gleich nach dem Studium. So What? Hab’s überlebt!
Haha! Ferienjobs. Haha! Stipendien? Noch viel lauteres Lachen.

1. Ferien gibt es an der Uni nicht. Das nennt sich "vorlesungsfreie Zeit" und in dieser Zeit werden Klausuren geschrieben. Manch ein Student hat dann vielleicht wirklich mal vier Wochen frei, für die meisten anderen gilt das nicht.

2. Stipendien sind begrenzt, häufig auch nach Fächern. Exotische Fächer oder solche, die weniger wirtschaftsfreundlich sind, sind da eher sparsam mit versorgt, wenn überhaupt.

3. Die meisten Studierenden, erst recht die Bafög-Empfänger, haben bereits einen Nebenjob. Trotzdem reicht es häufig nicht! Denn diese Studierenden haben dann häufig kein Netz mehr, wenn man tatsächlich etwas größeres ansteht.

Und nur, weil Sie es geschafft haben ist das System nicht gut.

#46 - 09.02.2019, 21:43 von klogschieter

Es ist simpel

Ein Staat, der sich selbst unter anderem als Sozialstaat definiert, und der obendrein Bildung für ein wichtiges und für eben das Staatswesen zukunftsrelevantes Gut hält, steht nun einmal in der Pflicht, diesem Selbstverständnis Taten folgen zu lassen. Das heißt, er muss vorhandene Potenziale verdammtnochmal fördern. Das wiederum bedeutet, dieser Staat muss zusehen, dass er jungen Menschen, die zwar den Kopf haben, staatsförderliche geistige Leistungen zu erbringen, nicht aber das Geld, aus familiären oder milieubedingten Gründen, diesen Kopf auch entsprechend auszubilden, bei genau dieser Ausbildung unterstützen. Und nein, es ist nicht notwendig, den jungen Leuten, auf die dies zutrifft, Studienplätze an besonders renommierten Universitäten in attraktiven Städten zu ermöglichen, studieren kann man auch ganz hervorragend in Kiel oder Frankfurt an der Oder oder sonstwo, wo die Lebenshaltungskosten vergleichsweise überschaubar sind. Völlig in Ordnung. Nur: Wenn man das so regelt, darf es eben keine renommierten Universitäten, keine elitären Elfenbeintürmchen mehr geben, sondern dann müssen die Berufsaussichten der Absolventen eben angepasst werden. Das heißt, sämtliche qualifizierten Lehranstalten müssen die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Lehre auf hohem Niveau anbieten zu können, und diejenigen, die egal wo ihr Studium abschließen, müssen die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Übrigens, ein kleiner Hinweis an die Adresse der "Gejammer"-Fraktion. Studentinnen und Studenten sind für gewöhnlich keinewegs faule Elternhausschmarotzer, die suchen sich schon ihre Jobs, wenn ihre Erzeuger nicht die Möglichkeit haben, ihnen den goldenen Löffel wohin zu schieben. Diese Jobs kosten aber Substanz und Zeit. Jede Menge davon. Ein Studium kostet übrigens ebenfalls Substanz und Zeit. Wer also meint, von "Gejammer" und "iPhone-Generation" und "erstmal was leisten" daherfaseln zu müssen, sollte zumindest wissen, wovon er überhaupt spricht.

#47 - 09.02.2019, 21:57 von izach

Völlig untauglich!

Leider gibt es in Deutschland kein Amtsenthebungsverfahren. Sonst könnte jemand der so fahrlässig Unsinn verbreitet, sofort entlassen werden. Bafög ist die beste Investition in die Zukunft. Da soll jetzt gespart werden? Zur gleichen Zeit verschleudert Berlin Steuergeld in der halben Welt.

#48 - 09.02.2019, 22:05 von anark

Es wird höchste Zeit, diese tumbe Torin von ihrem Posten zu entbinden und in die Wüste zu schicken. Die hat mit Bildung genauso viel zu tun wie ein Nilpferd mit Bergsteigen. Es ist entsetzlich, welchen unfähigen Knallchargen Verantwortung, denen sie nicht gerecht werden können, übertragen wird.

#49 - 09.02.2019, 22:43 von bs2509

Die CDU -Bildungsministerin Karliczek

ist eine Art "Sachwalter" für " verarmte Ärzte, Rechtsanwälte, Apotheker etc. ", die sich an den Mietpreisen eine Goldene Nase verdienen.
Und was diese unbedarfte Dame von sich gibt erinnert an Marie Antoinette . . . .wenn die kein Brot haben, wollen sie dich Kuchen essen!"
Damals wie heute ist es ein Sinnbild für die Überheblichkeit einer eliteren Kaste gegenüber den heutigen sozialen Problemen.

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