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Leben und Lernen

Streit um Studienfinanzierung: "Bafög ist eine Sozialleistung, kein Almosen"

DPA Sollen Bafög-Studenten in billigere Uni-Städte ziehen? Bildungsministerin Anja Karliczek findet das vertretbar, der Generalsekretär des Studentenwerks hält dagegen: Dann sei die Freiheit der Berufswahl in Gefahr.
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#70 - 10.02.2019, 21:15 von isar56

Zitat von Inlinen
Nun höre ich zum ersten mal etwas von unserer Bildungsministerin (CDU). Leider nichts Gescheites. Da wird mal schnell "die freie Wahl des Wohnsitzes" abgeschafft. Menschen, die studieren soll das Bafög gekürzt werden, ja geht´s noch. Diejenigen, die etwas aus ihrem Leben machen wollen. Unser Humankapital. Sonst haben wir ja nichts mehr in Deutschland. Jedem AlgII Empfänger wird sein Lebensunterhalt, seine Miete (Wohnsitz egal) Wasser und Heizung bezahlt, auch wenn er keine Lust hat zum Arbeiten. Er muss nur die richtigen Ärzte kennen, die ihm bei einem Arbeitsangebot die jeweiligen Scheine ausstellen. Und dann kommt diese Frau und redet so einen Mist. Typisch CDU.
Tatsächlich habe ich von dieser Ministerin weder gelesen und kaum gehört. Was macht die so........ beruflich?
Sowohl meine Geschwister, als auch ich haben als Arbeiterkinder Hochschul- und Universtätsabschlüsse absolviert, Bafög zurück bezahlt und geben seit 36, 34 und 39 Jahren mehr als 50% vom Brutto an Steuern und Sozialabgaben ab. Während der Semesterferien war Fabrikarbeit angesagt.
Als ich studierte, baute sich der ortsansäßige Großgärtner ein viertes Mietshaus und schwups erhielten seine Kinder Bafög, weil ja Schulden da waren. Die zahlten dann einen Bruchteil zurück, wegen der elterlichen Schulden/Armut.
Jetzt freue ich mich darüber, junge Menschen aus weniger betuchten Familien ein wenig sponsern zu können, auf die weder Papis Kanzlei, noch Praxis auf Übernahme warten.
Erfolg ist nicht zwangsweise ein Studium. Aber es ist nicht einzusehen, dass aufgrund fehlender Kohle begabten jungen Menschen die Berufswahl begrenzt wird.

#71 - 10.02.2019, 22:26 von Chris_7

Man kann sich ja den Studiengang aussuchen

Es kann sich jeder jeden Studiengang aussuchen. Und wenn er die Voraussetzungen erfüllt (Notenschnitt, Aufnahmetest,...) auch antreten. Aber es gibt kein Recht darauf, dass die Gesellschaft jeden Traum bezahlt.

#72 - 11.02.2019, 01:26 von caras13

@1 ich weiß nicht ob, oder was sie studiert haben und ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten. Aber können sie den Mist mit dem Nebenjob mal vergessen? Es ist schlicht und einfach in den meisten Studiengängen nicht möglich, konstant nebenbei zu arbeiten. Zumindest dann nicht, wenn sie das Studium mit guten Leistungen und in der Regelstudienzeit ernsthaft beenden möchten.

#73 - 11.02.2019, 01:30 von aronge

Das ist ja genau der Punkt: Es gibt nicht "die Studierenden"

Zitat von cave68
den grössten Unfug schreiben sie selbst....völlig überzogen,dass angeblich Studenten am Schluss nur noch von Brot und Marmelade leben würden....Gejammer auf höchstem Niveau. Als ob die verwöhnten Studenten von heute dies überhaupt längerfristig ertragen würden.
Ja "gejammer auf höchstem Niveau". BaföG ist dazu da eben die ärmeren Menschen zu fördern und nicht diejenigen, welche sowieso genügend Geld von Hause aus haben. Das heißt, wer über diese staatlichen Unterstützungen schimpft, hilft ja eben nur den verwöhnten und eben nicht denen ohne Geld. Vielleicht schadet es auch nicht, wenn Menschen mit akademischer Bildung das Leben und die Interessen von benachteiligteren gesellschaftlichen Gruppen kennen und im besten Fall diese Interessen später im Beruf auch vertreten können. Sich aber kurzsichtig über angebliche Geschenke des Staates und die angeblich so verwöhnten Studierenden aufzuregen ist halt auch einfacher. Schwach!

#74 - 11.02.2019, 04:30 von der_rookie

Hm

Manchmal hilft es die Frage anders zu stellen um zu einer Lösung zu kommen. Wie wäre es wenn sich Studentenvertreter mal zu folgender Frage äußern: Wenn Ihr die heutige Gesamtsumme aller Bafög Leistungen frei verteilen dürftet, wie würdet ihr diese dann verteilen? Entweder lautet dann die Antwort oder . Dann müsste aber eben vielleicht auch einmal eine kreative Idee her wieso zweiter Gruppe weniger Geld als bisher benötigt - ob das dann über einen Umzug an einen billigeren Wohnort geht oder andere Hebel bleibt den Studenten überlassen. Aber je weniger Einsparung dort, desto weniger Zusatzmittel hier.

#75 - 11.02.2019, 07:29 von rk_fisch

Am Wochenende durchs TV-Programm

gezappt und beim Wochenspiegel vor 25 Jahren hängen geblieben. Thema "BaFög-Kürzung" und das damals schon bröckelnde Studierwesen insgesamt.
Ich darf konstantieren: es wurde nichts Wesentliches geändert, viele Probleme von damals existieren heute noch...
Wozu war die Politik nochmal gut? Probleme Lösen war es dann wohl nicht....

#76 - 11.02.2019, 07:30 von Hans-Dampf

Die Damen und Herren Politiker sollten sich einmal das Gesetz genauer ansehen, in dem es expressis verbis heißt (§1 BAföG):
Auf individuelle Ausbildungsförderung besteht für eine der Neigung, Eignung und Leistung entsprechende Ausbildung ein Rechtsanspruch nach Maßgabe dieses Gesetzes, wenn dem Auszubildenden die für seinen Lebensunterhalt und seine Ausbildung erforderlichen Mittel anderweitig nicht zur Verfügung stehen.
Damit haben sich schon einmal die Hälfte aller Bedenken und Fragen selbst beantwortet.
Des weiteren ist diese Regelung mit dem Einkommen der Eltern und ggf. Geschwister Unsinn. Wer bspw. ein Kredit für eine Immobilie, Handy, Auto oder was auch immer aufnimmt, muss ja auch nicht erst die finanzielle Situation der Eltern offenlegen, sondern nur seine eigene. Man wird, obwohl man schon rechtlich gesehen erwachsen ist, regelrecht entmündigt. Auch ist derjenige gelackmeiert, der früh für seine Zukunft sorgte, indem er spart z. B. mit einem Sparbuch oder Bausparvertrag - übersteigt die Summe eine gewisse Höhe, gibt es auch kein BAföG.
Außerdem sollte auch bedacht werden, dass die geföderte studentische Person die Hälfte des zinslosen Darlehens wieder zurückzahlen muss. Bei den Dingen, die die Person von dem Geld kauft, gehen eh 7% bzw. 19% MwSt. zurück. Ergo ist der "Verlust" für den Staat pro gefördertem Euro nur 43 Cent bzw. 31 Cent. Da die Förderung für die Bildung genutzt werden, sind diese in meinen Augen gute Ausgaben, da Bildung die einzige wirklich vorhandene und förderungsfähige Ressource in unserem Land ist. Wir haben keine nennenswerten Bodenschätze, die Deindustrialisierung geht munter voran und hochqualifizierte Menschen sind mehr denn je vonnöten.

#77 - 11.02.2019, 07:30 von Hans-Dampf

Die Damen und Herren Politiker sollten sich einmal das Gesetz genauer ansehen, in dem es expressis verbis heißt (§1 BAföG):
Auf individuelle Ausbildungsförderung besteht für eine der Neigung, Eignung und Leistung entsprechende Ausbildung ein Rechtsanspruch nach Maßgabe dieses Gesetzes, wenn dem Auszubildenden die für seinen Lebensunterhalt und seine Ausbildung erforderlichen Mittel anderweitig nicht zur Verfügung stehen.
Damit haben sich schon einmal die Hälfte aller Bedenken und Fragen selbst beantwortet.
Des weiteren ist diese Regelung mit dem Einkommen der Eltern und ggf. Geschwister Unsinn. Wer bspw. ein Kredit für eine Immobilie, Handy, Auto oder was auch immer aufnimmt, muss ja auch nicht erst die finanzielle Situation der Eltern offenlegen, sondern nur seine eigene. Man wird, obwohl man schon rechtlich gesehen erwachsen ist, regelrecht entmündigt. Auch ist derjenige gelackmeiert, der früh für seine Zukunft sorgte, indem er spart z. B. mit einem Sparbuch oder Bausparvertrag - übersteigt die Summe eine gewisse Höhe, gibt es auch kein BAföG.
Außerdem sollte auch bedacht werden, dass die geföderte studentische Person die Hälfte des zinslosen Darlehens wieder zurückzahlen muss. Bei den Dingen, die die Person von dem Geld kauft, gehen eh 7% bzw. 19% MwSt. zurück. Ergo ist der "Verlust" für den Staat pro gefördertem Euro nur 43 Cent bzw. 31 Cent. Da die Förderung für die Bildung genutzt werden, sind diese in meinen Augen gute Ausgaben, da Bildung die einzige wirklich vorhandene und förderungsfähige Ressource in unserem Land ist. Wir haben keine nennenswerten Bodenschätze, die Deindustrialisierung geht munter voran und hochqualifizierte Menschen sind mehr denn je vonnöten.

#78 - 11.02.2019, 07:39 von whiterussian

Vorurteile

Zitat von keine-#-ahnung
Irgendwie ist der Generation iPhone das Verständnis dafür abgekommen, dass man, bevor man sich etwas leisten kann, vorher erst einmal etwas leisten muss ... und bis es soweit ist, bleibt das Leben in ganz besonderer Form das, was es nun einmal ist - eine Aneinanderreihung von Kompromissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Noch mehr Vorurteile sind in einem Satz schwer unterbringen. Alle über einen Kamm scheren und abstempeln. Bisschen zu einfach, oder? Wenn es um Ihr Geld/ Ihre Karriere/ Ihre Rente etc. geht, dann wollen Sie auch, dass man Sie so abstempelt? Wie es in den Wald ruft.....

#79 - 11.02.2019, 07:48 von whiterussian

Verwöhnte Studenten

Zitat von cave68
völlig überzogen,dass angeblich Studenten am Schluss nur noch von Brot und Marmelade leben würden....Gejammer auf höchstem Niveau. Als ob die verwöhnten Studenten von heute dies überhaupt längerfristig ertragen würden.
"Die" Studenten/ "Die" Jugend von heute. Das ist immer schön griffig und klingt dann schmissig, aber offenbart vor allem eins: Die versteckten Vorurteile des Autors. Haben Sie auch einen kleinen Beleg für Ihre steile These? Haben Sie selbst Kinder/ Enkel die studieren oder sind das alles Bergarbeiter, die sich mit Sand waschen?

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