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Leben und Lernen

Wegen Datenschutz: Grundschullehrer schreiben Zeugnisse wieder per Hand

DPA Die Datenschutzgrundverordnung hat eine Grundschule in Düsseldorf derart verunsichert, dass die Lehrer zu einem radikalen Mittel greifen. Die Landesregierung zeigt sich irritiert.
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#1 - 27.06.2018, 12:58 von zeichenkette

Das ist ein interessantes Problem

Wenn ich das richtig verstehe, geht es hier darum, dass Lehrer ihre Privatcomputer für die Arbeit benutzen, womit natürlich auf diesen Geräten persönliche Daten verarbeitet werden. Mal ganz davon abgesehen, dass das so oder so fragwürdig ist, stellt sich dasselbe Problem in vielen Firmen: In jüngster Vergangenheit ist "Bring your own device (BYOD)" gerade bei hippen und kleinen Firmen schon fast Regel anstatt Ausnahme geworden. Damit werden natürlich auch dort häufig persönliche Daten von Kunden außerhalb der Firma selbst aufbewahrt und verarbeitet. Das ist nicht unproblematisch, das stimmt wohl. Denn damit ist der jeweilige Mitarbeiter allein dafür verantwortlich, dass es auch zuhause einen Zugangsschutz gibt (die Daten also nicht Familienmitgliedern, Mitbewohnern etc. zugänglich sind), dass die Datensicherheit gewährleistet ist, auch wenn er den Computer für private Zwecke benutzt... Das ist mit Sicherheit eine riesige Grauzone.

#2 - 27.06.2018, 13:03 von viktor_lndn

Schulserver

Das kann doch heutzutage nicht ernsthaft ein Problem sein. Es braucht einen (!) Schulserver, der vernünftig gesichert sein muss. Auf diesen kann sich dann jede Lehrkraft einloggen - idealerweise per VPN, sodass die Kommunikation verschlüsselt und sicher erfolgt - und zwar von jedem beliebigen Privatcomputer.

#3 - 27.06.2018, 13:06 von stickedy

Also mal davon abgesehen, dass es nicht wirklich ein Problem ist,

ist es Lehrern, die jeden Monat mehrere 1000 Euro nach Hause bringen, in meinen Augen durchaus zuzumuten, wenn sie sagen wir mal 400 Euro aus eigener Tasche für ein Notebook ausgeben um auf diesem nur schulische Angelegenheiten zu erledigen (ohne Internetverbindung dann in dem Fall, weil paranoid und so) falls da jemand Bedenken haben sollte.

#4 - 27.06.2018, 13:19 von Benjowi

Offensichtlich merkt die deutsche Kultusbürokratie garnicht mehr, wie lächerlich das Ganze im Jahr 2018 ist. Elf (!) Seiten Merkblatt und Erklärungen zur DGVSO-wie dämlich ist eine solche Regelung! Und dennoch Zeugnisse mit der Hand schreiben-die Albernheiten nehmen in Neuland keine Ende mehr!

#5 - 27.06.2018, 13:22 von Tyrion Lannister

Deutschland, Deine Bildung 2018

Ist halt alles Neuland - und die einzige Partei, die dieses Thema nachhaltig auf der Agenda hatte, hat sich durch eigene Blödheit wieder abgeschafft.

Man redet sich lieber über ein non-existentes Problem an den Grenzen die Köpfe heiß, statt auch an dieser Stelle darüber nachzudenken, wie man Prozesse im Neulandzeitalter effizienter gestalten könnte.

#6 - 27.06.2018, 13:30 von Alm Öhi

Es ist ganz einfach!

Auf einem privaten Computer der außerhalb der staatlichen Kontrolle ist, dürfen keine Zeugnisse ausgestellt werden. Ansonsten kann jedermann Daten manipulieren und ein Zeugnis ausstellen.
Es ist eine Schande das unsere Politiker Geld für die Diätenerhöhung finden aber bei der Ausstattung von Schulen sparen.

#7 - 27.06.2018, 13:30 von mrbiggg

Bekanntes Problem

Es war vorher schon nur unter bestimmten Bedingungen möglich, Daten der Schüler (Name, Alter, Klasse, Noten) zu verarbeiten. Man musste z.B. versichern, dass man alleiniger Nutzer des Gerätes ist, die Daten verschlüsselt sind und ggf. verschlüsselt übertragen werden. Ein "normaler" Lehrer / Computernutzer gelangt da schon an seine Grenzen.
Es ist absurd, dass Lehrer diese Daten verarbeiten müssen, dann aber für 30 Lehrkräfte nur 3 PCs zur Verfügung stehen. Der Großteil der Arbeit erfolgt nun einmal von zu Hause aus.
Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
1. Die Schulen mit vernünftiger und vor allem ausreichender Hardware ausstatten (1 PC für max. 2 Kollegen).
2. Lehrkräfte mit mobilen Geräten (Tablet / Laptop) versorgen.
Punkt 2. wird nicht kommen, weil der Support (Gerät defekt) zu teuer würde.
Punkt 1. wird man mit einem miserablen Schlüssel (1 PC für 5+ Kollegen) durchboxen.
Ganz am Ende leiden Lehrer und Schüler, weil Bildung in Deutschland nach wie vor nichts kosten darf und man lieber jammert, wie doch alles den Bach runter geht...

#8 - 27.06.2018, 13:32 von genugistgenug

Wollen die Lehrer einfach neue Privat-PC?

Was sind das für Lehrer? Alleine das ein Anwalt her muss um über dokumentenechte Schreibstifte zu informieren, zeigt uns eine große Realitätsferne.
Werden die handgeschriebenen Zeugnisse danach eingescannt um die lückenlose Dokumentation sicherzustellen? Oder wie/wo werden die Kopien aufbewahrt?
Wie steht es überhaupt mt einer sicheren Leitung zur Schule?
Wieso kann man das nicht in der Schule an einem Terminal schreiben? Oder kommen da alle auf den allerletzten Drücker für individuelle Anmerkungen?
PS wenn nur EINE Grundschule so verunsichert ist, dann stellt sich die Frage, wie die mit Lehrvorgaben umgehen und ob die dadurch ebenso verunsichert werden, also für ihre Arbeit ungeeignet sind. Es ist natürlich eine Sauerei, dass so eine Verordnung nach Feierabend geschrieben wurde und am anderen Tag sofort umgesetzt werden muss - oder lagen da nicht einige Jahre dazwischen? :-)))))

#9 - 27.06.2018, 13:36 von shalom-71

Die Sache ...

ist in der Tat nicht ohne. Man stelle sich einen Trojaner vor, der auf infizierten Rechnern konkret nach Zeugnisdateien sucht. Mit gefundenen Dateien kann dann ein Erpresser von den betroffenen Lehrern Geld verlangen mit der Drohung, die Zeugnisse sonst öffentlich zu machen.

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