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Arbeit und Digitalisierung: Das Verschwinden der Mittelklasse

AFP Roboter und künstliche Intelligenz werden die Arbeitswelt ändern, das ist sicher. Aber hilft da ein bedingungsloses Grundeinkommen? Zweifel sind angebracht.
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#1 - 02.05.2018, 14:32 von frenchie3

Deutschland war schon mal

auf dem richtigen Weg. Weniger Nachwuchs, das hilft auch der Umwelt und der Lebensqualität.

#2 - 02.05.2018, 14:35 von alsterherr

Zitat von frenchie3
auf dem richtigen Weg. Weniger Nachwuchs, das hilft auch der Umwelt und der Lebensqualität.
... aber nicht der Rentenkasse.

#3 - 02.05.2018, 14:36 von muellerthomas

Es gibt das lohnenswerte Buch "This time is different", in dem die Finanzkrisen der letzten Jahrhunderte behandelt werden und wo es jedemal vor Beginn der Krise immer hiess: Diesmal ist alles anders.

Das gleiche gilt allerdings auch für technologischen Fortschritt. Bei jeder Innovation heist es, das kostet nun Millionen Jobs, wir werden alle arbeitslos, arm, ohne Zukunft - und dann kommt es doch anders.
Weshalb sollte nun ausgerechnet die Digitalisierung, die in den Produktivitässtatistiken praktisch nicht als besodere Form des Wandels erkennbar ist, dramatischer und negativer als die Erfindung des automatischen Webstuhls, der Dampfmaschine, des Autos, die Elektrifizierung, des Computers, des Telefons,... wirken ?

#4 - 02.05.2018, 14:38 von Profdoc1

Aua!

Lieber Herr Lobo,
ich schätze ja sehr Ihre Kommentare; ja, und Sie haben recht, die Gesellschaft befindet sich in einem gewissen Umbruch, auch in Ordnung, aber von Roboterarbeit und Künstlicher Intelligenz sind wir meilenweit entfernt. Warum? Weil wir weder technisch noch in der Forschung soweit sind, derartige Ansätze realisieren zu können. Bei Lichte betrachtet haben wir einige schicke Methoden und mathematische Modelle, mehr aber auch nicht. Wir sollten uns nicht von Go, Jeopardy (IBM Watson), etc. pp. blenden lasst. All' diese Ansätze können eines gut, nämlich eine einizige Sache. All' das, was wir haben, ist derzeit zu unflexibel, um Menschen ersetzten zu können. Will auch niemand. Es geht hier doch um human-zentrierte Lösungen.
Weshalb ich das schreibe? Raten Sie mal ...
Ach ja, noch etwas; haben Sie in letzter Zeit jemanden gehört, der gerufen hat:"Rettet die Faustkeilindustrie!!"? Bitte mal reflektieren. Danke sehr!

#5 - 02.05.2018, 14:40 von pressionist reloaded

Wer sich fragt: Was ist Mitte?

In Deutschland? Für den habe ich hier die Antwort: Zitat: 2017 IW Köln (http://www.arm-und-reich.de/verteilung/mittelschicht.html)

#6 - 02.05.2018, 14:44 von mcmercy

Digitalisierung ist nicht das Problem. Technischen Fortschritt gibt es seit Menschen gedenken, der kostet keine Arbeitsplätze, der verlagert diese nur, dies führt allenfals kurzfristig und in spezifischen Branchen zu mehr Arbeitslosen. Solange Ausbildung und Bildung dem Fortschritt folgen gleicht sich das an. Die Tendenz geht ohnehin von der Produktion zurn Dienstleistung, klar auch dort kann man automatisieren, aber dort enstehen auch neue Berufsfelder und Jobs. Und auf die Digitalisierung der Handwerker warten wir wahrscheinlich leider noch 100 Jahre. Der begrenzende Faktor wird in naher Zukunft Umwelt sein. Zunehmende Umweltzerstörung gefährdet die Jobs. Weniger Ackerfläche, weniger natürliche Resourcen, weniger Bauland. mehr Krankheiten, mehr einschränkende Gesetze.

#7 - 02.05.2018, 14:44 von pressionist reloaded

Kontrolliertes Schrumpfen!

Zitat von frenchie3
auf dem richtigen Weg. Weniger Nachwuchs, das hilft auch der Umwelt und der Lebensqualität.
Das ist ein bekannter Ansatz aus der Ökologie. Aber - wer kennt schon ökologische Kinetiken außer den Ökologen? Schlaue Wirtschftswissenschftler schon. Sie sind leider selten, alt und werden nicht gehört.

#8 - 02.05.2018, 14:45 von bullermännchen

Guter Beitrag. Zu kurz! Die Digitalisierung ist im Wesentlichen das voranschreiten der Automatisierung in verschiedene Bereiche in denen man bis heute noch Menschen braucht. Der Versicherungsmakler oder Innendienstmitarbeiter, die Bankangestellten und eben alles Business das heute und in Zukunft im Internet stattfindet. Wir selbst sind die Verursacher. In der Indistrie ist Automatisierung schon lange Standard. Hier geht kaum mehr. Die vollständig Menschenfreie Fabrik, wie sie von vielen Intelligenzbefreiten gefeiert wird, trägt nicht wesentlich zum Wegfall von Stellen bei.
Alles was man heute noch auf Papier macht wird von der Sachbearbeitung her wegfallen. Ein Schelm würde dabei recht schnell an Berlin denken, doch dort herrscht, siehe Heimatmuseeum ähm Natürlich Ministerium, die absolute Selbstbedienungsmentatlität.
Wer Angst vor der Digitalisierung hat, solch sich ihr entgegen stellen. Amazon, eBay, Paypal. .. Dienste und eben alle Dienste bei denen der Fach- oder Einzelhandel ausgebotet wird aufkündigen. Natürlich kann man, sofern mna nun nicht in einer größeren Stadt wohnt, nicht ganz ohne Internethandel auskommen. Aber im „Einzelhandels Shop“ direkt bestellen und althergebracht das Geld überweisen, schützt A. vor Datensammlern und B. hat man den Monopolisten den Hintern gezeigt.
Jeder der z.B. bei Amazon kauft oder sich Dienste wie Check24 (nur als Beispiel) bedient, der braucht sich nicht wundern wenn sein administrativer Job bald aufgekündigt wird und stattdessen eine automatisierte Fallbehandlung mit KI (künstlicher Intelligenz) den Job übernimmt.
Wir werden es aber nicht aufhalten weil die Menschen in Massen zu Billigramsch Läden und Schnäppchen Onlineportalen rennen. Wie bei sonvielem, wir werden selber schuld sein an unserem Niedergang. Also die große Menge der Angestellten. Wohl dem der ein Handwerk gelernt hat!
Ein Grundeinkommen (Schnitt) müsste für die Abgehöngten bei mindetsens 2500,- liegen um die Waren weiterhin zu kaufen. Naja, aber die Hersteller schauen schon lange nicht mehr auf den Binnenmarkt. Export ist angesagt! Also wäre es auch egal wenn 50% der heute Angestellten in den besagten Jobs auf Harz 4 Niveau fallen. Damit kann der profitoptimierte Hersteller auf seiner Yacht vor Nizza umgehen. Geht das Wohl der Menschen ihm eh am Anker vorbei.

#9 - 02.05.2018, 14:46 von einerkeiner

Lösung?

Endlich mal ein halbwegs realistischer Artikel von Herrn Lobo, danke dafür! Arbeit wird es immer geben, die Möglichkeiten der Dienstleistungsgesellschaft sind unbegrenzt. Das Problem ist ein unflexibler Staat mit Sozial-, Renten-, und Steuer-Systemen, und gesellschaftlichen Strukturen, die für eine sich schnell wandelnde Arbeitswelt einfach nicht gemacht sind. Die Lösung wird letztendlich in einer Flexibilisierung liegen, jeder Lebenslauf wird aus sich wiederholenden Episoden von Ausbildung/Studium, Arbeit, Auszeiten, Selbstständigkeit, etc., bestehen. Der Staat sollte dabei tendenziell aus dem Weg gehen.

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