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Intelligente Videoüberwachung: In fünf Jahren ist Ihr Gesicht Ihr Personalausweis

imago Im öffentlichen Raum stößt man immer öfter auf Überwachungskameras. Deren Technik könnte bald auch zur Verhaltenskontrolle dienen. Eine forsche Vorhersage, mit der unser Kolumnist praktische Fragen der nahen Zukunft aufwirft.
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#1 - 22.02.2017, 14:26 von Leser161

This

Wohlverhalten ist nicht universell und steht nicht fest. Genau wie es keine absolute Wahrheit gibt.

Wer sich öfters mal mit den Entscheidungen von Richtern, Finanzämtern etc. beschäftigt erkennt das Autoritäten oft nach persönlicher Meinung oder Opportunität entscheiden. Mit Rundumüberwachung können diese Autoritäten nach persönlicher Meinung und Opportunität über unsere Privatleben entscheiden. Oder noch besser automatisiert und ohne Rückkontrolle.

Wollen Sie einen Brief von Ihrer Krankenkasse bekommen, dass Sie doch rückenschonender in der Bahn/Auto sitzen sollten, weil man ihnen zum Schutze der anderen sonst die Beiträge erhöhen müsste? Eher nicht oder?

#2 - 22.02.2017, 14:31 von Crom

Das Problem der Videoüberwachung ist ja derzeit, dass erst eine Straftat passiert und danach aufgeklärt wird. Wenn es jetzt automatisch zu Wohlverhalten kommt, dann wirkt das ja schon präventiver. Also ich würde mich besser fühlen, wenn die anderen Menschen um mich herum sich angenehm verhalten statt belästigend.

Achja, im öffentlichen Raum gibt es keine Privatsphäre, da man jederzeit auch von anderen schlicht beobachtet werden könnte. Selbst Fotos sind unter Umständen möglich.

#3 - 22.02.2017, 14:44 von jokkloster

Bahnhof?

Wo ist der Südbahnhof in Berlin? Meint der Autor das Südkreuz?

#4 - 22.02.2017, 14:50 von zeisig

Ich hätte kein Problem damit.

Mein Gesicht mein Personalausweis? Gerne.
Und ich würde auch weiterhin mein Bierfläschchen mit Bügelverschluss in einem öffentlichen Verkehrsmittel konsumieren. Die Behörden, die die Überwachungsvideos auswerten hätten viel zu tun, würden sie sich um einen älteren Herrn kümmern , der in der Straßenbahn ein Feierabendbierchen konsumoiert. Es geht um herumlungernde Jugendliche mit Gewaltpotenzial. Nein, die intelligente Videoüberwachung dient dazu, Gewaltverbrecher nach einer Straftat im Nachhinein zu identifizieren. Und wenn dies in hohem Maße möglich wird, dann dient das der Abschreckung. Ich will mich auch spät abends noch im öffentlichen Raum frei bewegen können, ohne Angst. Das ist mir wichtig und da lass ich mich auch von solchen Scheinargumenten wie "kein Würstchen in den Zug mitnehmen", kein Bier im öffentlichen Raum mehr trinken dürfen" nicht nehmen. Ich bin dafür, daß der öffentliche Raum so intensiv wie möglich überwacht wird. Meine Hosen lasse ich erst in meinen vier Wänden runter, und da wird so schnell auch keine Kamera installiert werden, denke ich.

#5 - 22.02.2017, 14:51 von guentwag

Die meisten Menschen dürften die Existenz der Kameras als Erleichterung empfinden und sich dadurch sicherer fühlen!
Was mein "Wohlverhalten" betrifft: Es gründet auf Erziehung und Rücksichtnahme, Eigenschaften, die z. T. leider nicht mehr bei allen Mitmenschen als selbstverständlich vorausgesetzt werden können, wenn ich lesen muss, dass Rettungssanitäter zunehmend vom Pöpel angegriffen werden.

#6 - 22.02.2017, 14:52 von t.wede

Spitze des Eisbergs

Nach der sehr intelligenten Erklärung der Hype um Martin Schulz nun ein fundierter Ausblick auf die Möglichkeiten der Videoüberwachung und ihre Konsequenzen - ich werde noch ein Fan von Ihnen, Herr Lobo ! ;-)
Zu den Auswirkungen der "aktiven" Mittel wie Videoüberwachung kommen noch die "passiven" durch bloßes "Data Mining".
Bei der Diskussion über die Auswirkungen dieser neuen Technologien auf unsere Gesellschaft stehen wir noch ziemlich am Anfang. Auch wenn wir politisch nicht immer einer Meinung sind - ich oute mich hier mal als einer der von Ihnen so schön titulierten Ja-aber-Nazis - leisten Ihre Artikel einen wichtigen Beitrag zur Debatte: gerne mehr!

#7 - 22.02.2017, 14:59 von TimoX

Zitat von Crom
Achja, im öffentlichen Raum gibt es keine Privatsphäre, da man jederzeit auch von anderen schlicht beobachtet werden könnte. Selbst Fotos sind unter Umständen möglich.
Es geht nicht um Menschen, die einen anschauen und wieder vergessen.
Es geht um Maschinen, die Sie jederzeit nach unzähligen unbekannten Kriterien vermessen und beurteilen,
und die Ergebnisse automatisch zur Verhaltensbeeinflussung verkaufen. Viel Spaß beim Brötchenholen 2030.

#8 - 22.02.2017, 14:59 von merapi22

Soll alles Neue nur Schlecht sein?

Hat es nicht auch viele Vorteile, wenn man keinen Pass mehr braucht. Dann spart man sich nicht nur die 59 Euro und Wartezeit im Bürgeramt, sondern auch bei Diebstahl, Verlust den super Ärger um der Neubeschaffung.
Wenn man erkennen kann, wer Alkohol, oder Drogen genommen hat, dann lässt sich das Auto nicht starten, wenn es keinen Autopiloten hat. Dann kommen durch Verkehrsunfälle weniger Menschen zu schaden.
Die Vorteile der Neuen Technik gehen uns unermessliche, bis hin das die Technik die Erwerbsarbeit abnimmt und es unendlich mehr an Gütern und Leistungen geben wird.
Soll man sich da vor der Zukunft ängstigen? In den Artikel sind die negativen Folgen dieser Technik zu schwarz dargestellt das positive ausgeklammert.

#9 - 22.02.2017, 15:00 von Jimbo 1

Perücken

Das was Lobo beschreibt ist mehr als gruselig, Orwell will ich erst garnicht bemühen der ist dann überholt. Ich flüchte mich ins Ironische : Der Mensch ist erfindungsreich, vielleicht Haben dann Perücken und Haftschalenhersteller Konjunktur. Ansonsten Schöne neue Welt!

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