Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Netzwelt

S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Die vorauseilende Volksüberwachung

Die Vorratsdatenspeicherung steht wieder auf der politischen Tagesordnung - und es gilt, sich ihr entschlossen zu widersetzen, findet Sascha Lobo. Schon der Name des Gesetzesvorhabens sei irreführend: Besser solle man von vorauseilender Volksüberwachung sprechen.
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die www-Version.
    Seite 1/8    
#1 - 14.09.2011, 12:39 von coitusveritatis

alles schon erlaubt

sämtliche Instrumente die Friedrich mit seiner Vorratsdatenspeicherung fordert sind bereits im Einsatz und können auf richterliche Prüfung angeordnet werden.

Alles was den neuen Stasi und alten Stasis jetzt noch fehlt ist ein Blankoschein das Überwachungssystem auch auf alle Bürger anwenden zu können um nicht später einmal dafür im Knast zu landen.

#2 - 14.09.2011, 13:27 von Libita

Petition heute zeichnen hat mehr Einfluss als morgen

Dank einem kleinen Kniff ist es wichtig, zu welchem Zeitpunkt eine Unterschrift zur Petition erfolgt ist - kommen mehr als 50000 Unterschriften in den ersten 3 der 6 Wochen der Laufzeit zusammen, dann muss die Sache im Bundestag behandelt werden (wenn ich das richtig verstanden habe). Diese Frist läuft mit Ende des heutigen Tages aus. Also sollten alle, die mit dem Gedanken spielen, die Petition zu zeichnen oder zu verbreiten, dies HEUTE tun.

Nochmal der Link: http://www.zeichnemit.de/

#3 - 14.09.2011, 13:48 von Leser161

Sehr gut

Herr Lobo bringt diese wichtige Problematik kurz, knackig und einleuchtend auf den Punkt. Dankeschön!

#4 - 14.09.2011, 13:55 von chulinn

Konjunktureinbruch in Flensburg

Also ich möchte nicht dass der Staat weiß dass ich mir in Flensburg eine Plastikvagina bestellt habe! Und schon garnicht dass Anonymous (also ganz Deutschland) das bald auch weiß! Die Vorratsdatenbank wird der heilige Gral aller professionellen + semiprofessionellen Hacker weltweit werden wenn sie kommt. Die Chinesen und Russen werden hohe Prämien ausloben für jeden der da rankommt.

Ok, _falls_ die Polizei mit einer richterlichen Anordnung in Flensburg nachfragt, dann geht es wenigstens rechtstaatlich in Ordnung, aber richterliche Beschlüsse sind leicher zu erhalten als man gemeinhin denkt.

#5 - 14.09.2011, 14:11 von wika

Sind wir nicht schon erheblich weiter?

Wenn man nur leise daran denkt wo die Ursachen dafür liegen und auch immer noch der Verdacht besteht, dass die Staatsschützer den ein oder anderen Fall hochspielen … genau um den Überwachungswahn weiter zu befördern? Sind nicht die letzten spektakulären Festnahmen in den USA nur durch solch verdeckte Operationen geglückt, wo die Geheimdienste erst die potentiellen Täter motivieren und ausrüsten mussten, um anschließend medienwirksam ihre Festnahmen verkünden zu können? Ein Schelm wer hierbei Böses unterstellen wollte, solche Terroristenzüchtungsjobs dienen bestimmt unserer Sicherheit.

Wäre es da nicht ehrlicher gleich ein „Institut für Staatsterrorismus“ zu gründen … Link (etwas zynische Betrachtung zur mutmaßlichen Verwicklung unserer Offiziellen). Gut und wenn man jetzt noch erwähnt, dass hinter diesem ganzen Kontrollwahn ein Plan stecken könnte, dann ist man vermutlich gleich wahnsinnig, wenigstens aber ein Verschwörungstheoretiker.

Und am Ende müssen sich auch die Medien fragen lassen wem sie dienen, denn all zu oft entsteht der Eindruck sie wären auch nur Handlanger dieser wenigen, denen mit Sicherheit auch viel der Medien gehören. Ist es nicht anerkanntes Ziel, dass alle Völker dieser Welt im einheitlichen Chor nach Einschränkung ihrer Freiheiten rufen sollen … ähm … Verzeihung, der Verbesserung ihrer Sicherheit, die ohne dem eben nicht geht? Also … macht uns den Terror, sonst werden diese Rufe nach der Selbstkastration verstummen und wer sollte das bloß wollen?

#6 - 14.09.2011, 14:22 von de.nada

~

Zitat von sysop
Die Vorratsdatenspeicherung steht wieder auf der politischen Tagesordnung - und es gilt, sich ihr entschlossen zu widersetzen, findet Sascha Lobo. Schon der Name des Gesetzesvorhabens sei irreführend: Besser solle man von vorauseilender Volksüberwachung sprechen.
Ich finde jegliches Widersetzen in dem Zusammenhang sinnlos.
Ich würde mich auch einer Forderung der Landwirtschaftsverbände nach Konstantwetter anschließen. Leuten die sowas fordern widersetzt man sich besser nicht !

Es ist ja nur die Forderung nach kompletter Redundanz aller Anschlüsse sowie doppeltem Aufzeichnungsbedarf je Kommunikation. (sollen ja immer mindestens 2 zur Kommunikation gehören). Aus irgend einem Grund (?) war mal ein ganz deutlicher technischer Unterschied zwischen Systemen feststellbar. Da gab es eines, da konnten die Leute (Genossen) kaum telefonieren, weil es nur wenige Telefone gab.
Was hindert ein Telefonnetz am wachsen ?
Vielleicht das, daß an sich dieses Überwachungsnetz nur funktioniert, wenn es tasächlich ganz und gar Redundant, quasi einmal als Schattensystem existiert und einmal "in Echt".

Nur die Kleinigkeit bedenkend, daß so eine Forderung selbstverständlich auch die Aufhebung von Betriebsgeheimnissen beinhalten muß und ebenso alle nicht-öffentlichen Netze die Datenaustausch ermöglichen usw. mit einbeziehen muss und immer noch mit Voratsdatenspeicherung (sind Pleonasmen irgendwie gerade besonders wichtig ?) an beiden Leitungsenden. Also mehrfache Redundanz.

Arithmetik scheint was ganz schwer verständliches zu sein.

#7 - 14.09.2011, 14:22 von Eiermann

Problem

Das Problem ist nur leider, dass im Internet jede Menge Internet-Straftaten begangen werden, bevor die Mühlen der Bürokratie zu mahlen beginnen und ein Richter vielleicht mal einen Datenspeicherungsbeschluss fassen kann. Das Kind also in der Regel qasi in den Brunnen gefallen ist, wenn man mit seiner juristischen Untersuchung beginnt. Dass dabei sämtliche Daten erfasst werden, ist natürlich von gewissem Nachteil - aber von großem Vorteil zur Abwehr und Abschreckung von Internetkriminalität. Wer die Vorratsdatenspeicherung bekämpft, muß sich fragen lassen, wie ernst es ihm wirklich mit dem Recht und dem Rechtsstaat ist, wenn er dem Staat solche Kriminaliätsverfolgungsmöglichkeiten verweigern will.

#8 - 14.09.2011, 14:23 von singlesylvia

Kommt Herr Lobo nicht zu spät?

Es macht eigentlich wenig Sinn, gegen verdachtsunabhängige Datenspeicherung - berechtigt - zu wettern, die ebenfalls verdachtsunabhängige, aber freiwillige und sehr frequentierte Speicherung nicht zu erwähnen: Facebook, Twitter, Goggle+ und wie sie alle heißen, und da gibt's zu den geschriebenen Daten auch noch Bilder. Ich weiß ja nicht, ob Herr Lobo auch bei einem der genannten Speicherorganisationen registriert ist, das wäre aber dann scheinheilig, gegen die Vorratsdatenspeicherung zu lamentieren.
In einem aber hat er Recht: Der Name "Vorratsdatenspeicherung" ist nicht geeignet, den Bürgern Angst einzujagen, das kann der Name "Bürgerdaten-Verdachtsspeicherung" oder nur "Verdachtsspeicherung" besser.

#9 - 14.09.2011, 14:29 von Michael-Kreuzberg

Das Problem ist doch nicht die Speicherung der bereits erfassten Daten für einen längeren Zeitraum.
Wenn überhaupt kann das Problem wohl nur in einer mangelnden Kontrolle liegen.
Wenn man voraussetzt das die Menschen , der Staat oder andere Institutionen sich nicht an das Gesetz halten dann bedeutet dies aber auch das ein verbot der längeren Speicherung nicht eingehalten wird.

PUNKT
Wenn die längere Speicherung hilft dann auf jeden Fall ja bitte gern.
Wenn es nicht benötigt wird , werden im Zweifelsfall ein paar terrbyte an Daten umsonst gespeichert.
Ja und?
Die Frage ist und bleibt
Wer kommt wie an die Daten legal ran und wofür dürfen sie verwendet werden.
daran sollten wir arbeiten, darüber zu diskutieren bringt uns mehr als die ständige Panikmache.
Der Verzicht bringt im Zweifel nur den Kriminellen einen Vorsprung, und aber nicht mehr Sicherheit.
denn wer auf illegale Weise Daten erlangt und verwendet den Schützt das Verbot womöglich eher als das es uns schützt.

    Seite 1/8