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Terrorabwehr: Polizei testet Gesichtserkennung an Berliner Bahnhof

DPA Können Computer mit Kameras zuverlässig erkennen, wer bloß Passant und wer ein bekannter Gewalttäter ist? Ein Test in Berlin soll dies zeigen. Hunderte Freiwilliger machen mit.
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#1 - 28.07.2017, 10:42 von vox veritas

"Auch die Datenschützer der Länder halten Gesichtserkennungssoftware an öffentlichen Orten für rechtswidrig. Die Freiheit, sich anonym in der Öffentlichkeit zu bewegen, könne dadurch gestört werden."

So eine Aussage in den Zeiten den Internets scheint mir ein wenig naiv. Mir ist lieber, daß der "Big Brother" den öffentlichen Raum überwacht (und ggf. Sicherheitskräfte / Notdienste zeitnah an einen Tatort sendet), als das mein Leben und meine Gesundheit auf dem Spiel stehen oder falls diese verletzt wurden, die Straftat nicht geahndet wird.

#2 - 28.07.2017, 11:18 von dasdondel

@1

Sie finden das nur solange gut, wie die Überwacher Ihrem Sinne handeln. Sie haben aber keine Kontrolle darüber, was in Zukunft passiert. Vielleicht sind Sie ja in 10 Jahren ein selbst ein "gefährlicher Oppositioneller" - dazu müssen Sie Ihre Einstellung und Lebensweise gar nicht ändern, es reicht, wenn der Staat seine Sichtweise ändert.

#3 - 28.07.2017, 11:19 von erwachsener

Zitat von vox veritas
"Auch die Datenschützer der Länder halten Gesichtserkennungssoftware an öffentlichen Orten für rechtswidrig. Die Freiheit, sich anonym in der Öffentlichkeit zu bewegen, könne dadurch gestört werden." So eine Aussage in den Zeiten den Internets scheint mir ein wenig naiv. Mir ist lieber, daß der "Big Brother" den öffentlichen Raum überwacht (und ggf. Sicherheitskräfte / Notdienste zeitnah an einen Tatort sendet), als das mein Leben und meine Gesundheit auf dem Spiel stehen oder falls diese verletzt wurden, die Straftat nicht geahndet wird.
Die Fixierung auf die Risiken des Terrorismus scheint mir ein wenig hysterisch. In Deutschland wird jedes Jahr die Bevölkerung eines Dorfes durch den Straßenverkehr ausgelöscht - 2015 gab es 3459 Tote. Hinzu kommt noch die Bevölkerung einer mittleren Stadt, die schwer verletzt wird (2015: 67706) und die Bevölkerung einer Großstadt, die leicht verletzt wird (2015: 325 726, Quelle: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2016/Unfallentwicklung_2015/Pressebroschuere_unfallentwicklung.pdf?__blob=publ icationFile). Durch Terrorismus stirbt in Deutschland im Mittel etwa eine Person pro Jahr (Quelle: http://www.zeit.de/wissen/2016-07/terror-in-europa-nizza-attentat-risiko-angst).


Würde die Politik auf diese Fälle ebenso heftig reagieren wie auf die Opfer des Terrorismus, dann wäre Individualverkehr längst strafbar, die Republik wäre komplett autofrei ujnd schon der Besitz eines antiken Autoschlüssels würde verdächtig machen.

#4 - 28.07.2017, 11:43 von timo0105

Keine Sicherheit

Zitat von vox veritas
So eine Aussage in den Zeiten den Internets scheint mir ein wenig naiv. Mir ist lieber, daß der "Big Brother" den öffentlichen Raum überwacht (und ggf. Sicherheitskräfte / Notdienste zeitnah an einen Tatort sendet), als das mein Leben und meine Gesundheit auf dem Spiel stehen oder falls diese verletzt wurden, die Straftat nicht geahndet wird.
Dann werden Sie sich in Watte eingepackt zuhause verkriechen müssen.
Die an den meisten Attentaten der letzten jahre in Europa beteiligten Personen waren bereits behördlich bekannt. Außerdem sind die Tatorte teilweise überwacht gewesen. Was hat das für die Sicherheit gebracht? Nichts!
Wie andere Foristen schon geschrieben haben: Überwachung kann auch schnell zweckentfremdet werden, wenn sich z.B. das politische Klima ändert.
Ich habe kein Interesse daran, dass der Staat sehen kann, dass ich nichts zu verbergen habe. Die (eventuelle) Unsicherheit, die sich daraus ergibt, nennt man allgemeines Lebensrisiko. Wer 100%ig vom Staat überwacht und geschützt werden will, sollte vielleicht nach Nordkorea auswandern.

#5 - 28.07.2017, 12:14 von vox veritas

Zitat von erwachsener
Die Fixierung auf die Risiken des Terrorismus scheint mir ein wenig hysterisch. In Deutschland wird jedes Jahr die Bevölkerung eines Dorfes durch den Straßenverkehr ausgelöscht - 2015 gab es 3459 Tote. Hinzu kommt noch die Bevölkerung einer mittleren Stadt, die schwer verletzt wird (2015: 67706) und die Bevölkerung einer Großstadt, die leicht verletzt wird (2015: 325 726, Quelle: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2016/Unfallentwicklung_2015/Pressebroschuere_unfallentwicklung.pdf?__blob=publ icationFile). Durch Terrorismus stirbt in Deutschland im Mittel etwa eine Person pro Jahr (Quelle: http://www.zeit.de/wissen/2016-07/terror-in-europa-nizza-attentat-risiko-angst). Würde die Politik auf diese Fälle ebenso heftig reagieren wie auf die Opfer des Terrorismus, dann wäre Individualverkehr längst strafbar, die Republik wäre komplett autofrei ujnd schon der Besitz eines antiken Autoschlüssels würde verdächtig machen.
Ich habe nirgendwo von Terrorismus gesprochen. Mir reichen schon die alltäglichen Verbrechen, wie man sie zuletzt in Berlin gesehen hat.

#6 - 28.07.2017, 12:40 von Matttthias

Gut getarnte Einführung

der Totalüberwachung. Schritt für Schritt geht es abwärts. Gegen Terroranschläge nützt es wenig. Einer der Attentäter auf Charlie Hebdo stand unter Intensivstbeobachtung. Rund um die Uhr. Seinen Anschlag hat er vorher den Behörden -nicht- mitgeteilt . Rein ins Fahrzeug. In der Gegend rum fahren. Rein ins Gebäude. Bumm. Fertig ist die Marie. Da hilft keine Kamera. Die Autonomen in Hamburg hatten mit der gleichen Methode Erfolg. Unverdächtig vagabundieren , dann schnell zuschlagen und wieder Verschwinden. Die Polizei braucht immer einige Minuten bis zum Tatort. Mit Kamera, ohne Kamera.

#7 - 28.07.2017, 12:55 von cosmose

Es haben sich also tatsächlich 250-300 Dumme gefunden, die solch ein Vorhaben auch noch unterstützen?
Langsam wundere ich mich in diesem Land über gar nichts mehr...

So ein Unsinn gehört von Anfang an boykottiert.
Sobald ich mir eine Kappe tief ins Gesicht ziehe, hat jede Kamera verloren, solange sie nicht im Boden eingelassen ist und mir in die Nasenlöcher filmt.
Was ist der wirkliche Zweck hinter all diesen Kameras?

Über Beitrag #1 kann ich nur lachen. Die Kameras werden sicherlich nicht dazu führen, dass "Einsatzkräfte zeitnah am Tatort erscheinen".
Dafür müssten die Aufzeichnungen nämlich in Echtzeit überwacht werden, was viel zu teuer ist.
Überwachungskameras haben noch nie irgendeine Straftat verhindert, sondern helfen lediglich bei der Aufklärung.

#8 - 28.07.2017, 13:35 von erwachsener

Zitat von vox veritas
Ich habe nirgendwo von Terrorismus gesprochen. Mir reichen schon die alltäglichen Verbrechen, wie man sie zuletzt in Berlin gesehen hat.
Die Polizei begründet die Nutzung dieser Technik aber mit Terrorismus.

Falls es sie beruhigt: im Jahr 2015 sind in ganz Deutschland 296 Menschen ermordet worden, d.h. auf jedes Mordopfer kommen 10 Verkehrstote (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2229/umfrage/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987/).

Ich vermute, daß es bei anderen verbrechen, bei denen Menschen verletzt wurden, ähnlich aussieht. Oder können Sie mir das Gegenteil beweisen?

#9 - 28.07.2017, 18:20 von derpif

Und so wird das Auswandern von Alternative zum Muss. Könnte ich nicht haben. Ich weiss, ich weiss, ich habe etwas zu verbergen. Richtig. Mein Privatleben. Ganz einfach weil es privat ist.

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