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Blockierte Rettungsgassen: Was der Zeitverlust für Unfallopfer bedeutet

DPA Laut einer Umfrage des Roten Kreuzes verlieren Rettungsfahrer im Schnitt fünf Minuten wegen blockierter Rettungsgassen. Hier erklärt ein Notarzt, was das im Alltag für Folgen hat.
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#1 - 26.11.2018, 14:38 von Mister Stone

Nicht alle verstopften Rettungsgassen wurden "blockiert". Gerade in größeren Städten ist der Verkehr dermaßen dicht, querend, laut, und durch Lichtzeichenanlagen reguliert, dass eine ideale Rettungsgasse gar nicht so einfach geschaffen werden kann. Beim Ertönen des Martinshorns ist dort, wo man eigentlich hin ausweichen will und soll, nicht immer sofort Platz. Oder man sieht den Zielraum nicht ein, weil ein größeres Fahrzeug die Sicht versperrt. Verkehrsteilnehmer haben unterschiedliche fahrerische Qualitäten und Reaktionszeiten und reagieren unter Streß (Stoßzeiten, Lichtverhältnisse, Lärm) nicht alle gleich. Im Zweifel bleibt man lieber erstmal stehen, bis klar ist, wohin man gefahrlos (!) ausweichen kann.

Eine dreispurige gerade Autobahn ist etwas anderes.

#2 - 26.11.2018, 14:40 von rosinenzuechterin

Hart durchgreifen!

Wer charakterlich nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen, sollte es auch nicht dürfen. Dashcam in jedes Einsatzfahrzeug, Auswertung nach dem Einsatz, Führerscheinentzug für alle Blockierer, Rückgabe nur bei Bestehen einer MPU, im Wiederholungsfall gar nicht mehr! Anklage wegen Totschlags, Schadensersatz ggf. in Millionenhöhe! Kein Pardon. Das sind keine Wahrnehmungsprobleme, das ist Dummheit oder Vorsatz. Wer sich an die StVO hält, muss auch nicht ausweichen, weil er/sie dann schon so steht, dass Rettungsfahrzeuge durchkommen. Wer erst bei Tatütata zur Seite fährt, hat schon was grundlegend falsch gemacht und gehört hart bestraft.

#3 - 26.11.2018, 14:59 von competa1

In letzter Zeit..

Zitat von rosinenzuechterin
Wer charakterlich nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen, sollte es auch nicht dürfen. Dashcam in jedes Einsatzfahrzeug, Auswertung nach dem Einsatz, Führerscheinentzug für alle Blockierer, Rückgabe nur bei Bestehen einer MPU, im Wiederholungsfall gar nicht mehr! Anklage wegen Totschlags, Schadensersatz ggf. in Millionenhöhe! Kein Pardon. Das sind keine Wahrnehmungsprobleme, das ist Dummheit oder Vorsatz. Wer sich an die StVO hält, muss auch nicht ausweichen, weil er/sie dann schon so steht, dass Rettungsfahrzeuge durchkommen. Wer erst bei Tatütata zur Seite fährt, hat schon was grundlegend falsch gemacht und gehört hart bestraft.
..kam es häufiger zu Unfällen durch Rettungswagen.Es wurde gefordert,die Rettungswagenfahrer besonders auf das Fahren mit hoher Geschwindigkeit zu trainieren.Ich wohne zwischen zwei Schulen,wo es die 30er Zone gibt.Hier fahren die RTWs grundsätzlich mit hoher Geschwindigkeit.Vielleicht würden dann auch hier Dashcams helfen,die Schuld bei einem Unfall zu dokumentieren

#4 - 26.11.2018, 15:12 von jbaehr

Welche Geschwindigkeit darf ein Rettungswagen durch die Gasse fahren?

es wäre mal eine Klärung notwendig, mit welcher Geschwindigkeit Rettungsfahrzeuge durch einen Stau fahren sollen. Sollen die mit 40-60km/h oder vielleicht eher mit 80-100km/h oder mehr fahren?
Gibt es hier ähnliche Regelungen, wie etwa die Sorgfaltspflichten bei Überfahren einer roten Ampel durch ein Rettungsfahrzeug?

#5 - 26.11.2018, 15:13 von cor

Einfach hart durchgreifen

Passive Behinderung, falls es möglich ist, auszuweichen, sollte genau so hart geahndet werden wie aktive Behinderung, also bis zu 5 Jahre Haft.

Ein paar Leute im Knast und schon bald kommen die Rettungsfahrzeuge deutlich zügiger durch. Versprochen.

#6 - 26.11.2018, 15:14 von klima66

Es geht nicht nur um Rettungsgassen

Also ich bin nun seit 30 Jahren im Rettungsdienst aktiv und kann das daher vielleicht etwas bewerten.
Nach meinen subjektiven Eindrücken hat sich das Verhalten der Autofahrer in dieser Zeit deutlich verbessert - die ersten 28 Jahre hat sich in der Öffentlichkeit aber niemand für Rettungsgassen interessiert - seit 2 Jahren ist das Thema nun jede Woche in den Medien. Bitte nicht falsch verstehen, die Gasse ist wichtig und Aufklärung ist richtig, aber bei 90 % der Einsätze spielt die Rettungsgasse keine Rolle. Da wäre ehr wichtig "Wie mache ich richtig Platz" etc.
Völlig unter gehen bei der Diskussion Zeitverluste durch fehlende Hausnummern (oder schlecht angebrachte Schilder) sowie durch das Absperren von Haustüren in Mehrfamilienhäusern (meist in der Stadt).
5 Minuten Zeitverlust im Durchschnitt gilt vielleicht bei Einsätzen auf den Autobahn (schätzungsweise 0,2 % aller Notfalleinsätze) - über alle Einsätze sicher nicht.

#7 - 26.11.2018, 15:19 von troy_mcclure

Auch unvorstellbar:

Bei uns in Wiesbaden wurden bei einem Rettungswagen, während dieser im Einsatz war und vor der Adresse des Einsatzes parkte, die Radmuttern teilweise abgeschraubt.

#8 - 26.11.2018, 15:22 von andyevidence82

Zitat von jbaehr
es wäre mal eine Klärung notwendig, mit welcher Geschwindigkeit Rettungsfahrzeuge durch einen Stau fahren sollen. Sollen die mit 40-60km/h oder vielleicht eher mit 80-100km/h oder mehr fahren? Gibt es hier ähnliche Regelungen, wie etwa die Sorgfaltspflichten bei Überfahren einer roten Ampel durch ein Rettungsfahrzeug?
Ich würde sagen mehr, kann doch kein Problem sein einen Rettungswagen mit 180 Sachen durch eine Rettungsgasse zu navigieren. Je schneller desto besser, immer.

#9 - 26.11.2018, 15:30 von isar56

Rücksichtslose

Falschparker sollten gnadenlos beiseite geschoben werden, ohne Haftung.
Meine Mutter wäre allerdings fast gestorben, weil ich beim Anruf bei der 110 zuerst an den ärztlichen Bereitschaftsdienst verwiesen wurde. In der Praxis wurde mir gesagt, vor Ablauf von 5 Stunden käme der Arzt nicht. Ich könne meine Mutter in die Praxis bringen. Konnte ich aber nicht, weil Muttern nicht aufstehen und gehen konnte. Die von mir geschilderten Symptome wurden als grippaler Infekt diagnostiziert.
Letztendlich war es ein Schlaganfall. Der Dienst habende Arzt rechnete 123, 47 Euro ab (PKV).
Insgesamt waren meine bisherige Erfahrungen jedoch eher positiv. Dank an engagierte Sanitäter und (Not-) Ärzte.

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