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Deniz Yücel über seine Haft: "Darauf ausgerichtet, Lebensfreude zu nehmen"

AFP In seinem ersten Interview in Freiheit erzählt der Journalist Deniz Yücel von seiner Haft, was er über die Türkei und Deutschland denkt - und warum er seiner Frau einen Strauß Petersilie aus dem Gefängnis mitbrachte.
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#1 - 18.03.2018, 16:27 von Papazaca

Trotz allem Mitgefühl, Deniz Yüzel muß sich ...

auch ein paar Fragen stellen. Seine Redaktion auch. Denn diese Haft konnte man voraus sehen. War das als kurzer Ausflug in einen türkischen Knast geplant?.

Klar hat ein Erdogan-Knast das klare Ziel, Lebensfreude zu nehmen. Aber wenn ich ehrlich bin: Deniz Yücel hat sich fahrlässig verhalten. Mit seinen Kenntnissen war das voraus zu sehen. Dieses Jahr Knast war unnötig. Aber klar: Das ändert nichts daran, das Erdogan Journalisten als politische Geiseln nimmt.

#2 - 18.03.2018, 16:40 von christianu

Sehr ambivalente Aussagen

Deniz Yücel wurde von der türkischen Staatsführung als Geisel genommen, aber er steht dem Land so nahe, wie nie zuvor. Das verstehe ich nicht. Er sollte das wenigstens erklären. In Haft habe er sich über die öffentliche Solidarität gefreut, aber ohne diese wäre er vielleicht eher aus dem Gefängnis entlassen worden. Wie kommt er zu diesem Schluss? Europa sei gefährdet, in einigen Jahren knietief in der Diktatur zu stehen. Solange er in Deutschland lebt, wird das nicht der Fall sein. Demokratie besteht nicht nur aus freien Wahlen, sondern auch aus einem funktionierenden Rechtssystem und einer freien Presse. Deniz Yücel nutzt dieses Forum. Er sollte es auch schätzen.

#3 - 18.03.2018, 16:51 von herm16

kein

Dank an Deutschland, schade

#4 - 18.03.2018, 16:58 von Papazaca

Nachvollziehbare Gefühle und fragliche Einschätzungen

Als ich hörte, das Deutschland der Türkei trotz allem vor kurzem Waffen geliefert hat (Ersatzteile für die Panzer?), war mir klar, das Gabriel trotz aller Dementis einen Deal gemacht hat. Yücel glaubt trotzdem, er sei "einfach so frei gekommen"? Na gut.

Und dann soll Deutschland die Türkei gleich zweimal verraten haben. Schon die Diktion ist abenteuerlich. Wie können wir die Türkei verraten? zu 1.) Es gab weder in Europa noch in Deutschland jemals eine Mehrheit, die Türkei aufzunehmen. Alle wußte und wissen das. Das ist sicher unehrlich. Aber alle wußten und wissen das. 2.) die Visavereinbarung gehört auch in dieses Geflecht aus pragmatischer Politik. Hier muß man das im Kontext mit den Flüchtlingsvereinbarungen sehen.

Deniz Yücel spitzt Positionen nicht nur zu, er wird leider auch persönlich und beleidigend. Zur notwendigen Solidarität mit Ihm in schwierigen Zeiten gehört aber auch eine kritische Distanz. Auch für Journalisten gibt es auf der einen Seite streitbare Meinungen, die sollen und müßen sie vertreten. Es gibt aber auch rote Linien. Und die sollte man erstmal als solche wahrnehmen und dann nicht permanent überschreiten.

#5 - 18.03.2018, 16:58 von ???drei???

Sehr seltsam...

Herr Yücel hat sich über D in einem Artikel 2011 mehr als abfällig (für mich persönlich beleidigend) über D und die Deutschen geäußert. In der WELT sagt er nun, das sei nur ein Spaß gewesen. Auch spricht er davon niemals um Hilfe aus D gebeten zu haben, genommen hat er sie (logischerweise) trotzdem gern. Wenn er nun noch betont, der Türkei so nahe zu stehen, wie nie zuvor, soll er doch bitte seinen deutschen Pass abgeben. Es ist mir auch nicht ganz klar, warum dieser Mann soviel mediale Aufmerksamkeit bekommt, während Herr Steudtner z.B. nur kurz erwähnt wurde.

#6 - 18.03.2018, 17:13 von frechwieoskar

wie kann man nur so...

Zitat von Papazaca
auch ein paar Fragen stellen. Seine Redaktion auch. Denn diese Haft konnte man voraus sehen. War das als kurzer Ausflug in einen türkischen Knast geplant?.
niederträchtig sein. anstatt sich zu freuen, das ein mann, der zu unrecht in einem gefängnis saß, der auch durch die unterstützung der regierung der brd wieder frei kam, solche dinge zu unterstellen.
ich freue mich aufrichtig für herrn yücel und wünsche ihm für die zukunft alles gute.

#7 - 18.03.2018, 17:17 von vera gehlkiel

Zitat von Papazaca
Als ich hörte, das Deutschland der Türkei trotz allem vor kurzem Waffen geliefert hat (Ersatzteile für die Panzer?), war mir klar, das Gabriel trotz aller Dementis einen Deal gemacht hat. Yücel glaubt trotzdem, er sei "einfach so frei gekommen"? Na gut. Und dann soll Deutschland die Türkei gleich zweimal verraten haben. Schon die Diktion ist abenteuerlich. Wie können wir die Türkei verraten? zu 1.) Es gab weder in Europa noch in Deutschland jemals eine Mehrheit, die Türkei aufzunehmen. Alle wußte und wissen das. Das ist sicher unehrlich. Aber alle wußten und wissen das. 2.) die Visavereinbarung gehört auch in dieses Geflecht aus pragmatischer Politik. Hier muß man das im Kontext mit den Flüchtlingsvereinbarungen sehen. Deniz Yücel spitzt Positionen nicht nur zu, er wird leider auch persönlich und beleidigend. Zur notwendigen Solidarität mit Ihm in schwierigen Zeiten gehört aber auch eine kritische Distanz. Auch für Journalisten gibt es auf der einen Seite streitbare Meinungen, die sollen und müßen sie vertreten. Es gibt aber auch rote Linien. Und die sollte man erstmal als solche wahrnehmen und dann nicht permanent überschreiten.
Hier ging/geht es um die Doktrin "Wandel durch Annäherung", eine Position der SPD, mit welcher die Konservativen schon immer über Kreuz gelegen haben. Trotz zahlloser Erfolgsgeschichten, die damit verbunden sind. Im übrigen braucht Yücel wohl keine Belehrungen von Besserdeutschen, die auf dem Sofa gesessen haben, während dem er für die offene Gesellschaft, für Toleranz und Demo-kratie ein weltweit beachtetes Zeichen gesetzt hat. Für mich ist Deniz Yücel Patriot im besten Sinn.

#8 - 18.03.2018, 17:23 von melnibone

Ein Interview ...

der Welt und der taz gegeben.
Damit ist alles an möglicher Medienbandbreite abgedeckt.
Hüstel.
Es ist höchst wichtig das Journalisten nicht für ihre Aufgabe ... eingekerkert werden.
Freiheit: um alles zu sagen ... um alles zu schreiben.
Und die mediale Aufmerksamkeit nach dieser Tortur, sei ihnen auch gegönnt.

#9 - 18.03.2018, 17:26 von exfalsosequiturquodlibet

Deniz Yücel

hat sich während der Haft über die öffentliche Solidarität gefreut, aber ohne diese wäre er vielleicht eher aus dem Gefängnis entlassen worden. Stimmt. das wussten auch alle, die ihn unterstützt haben.

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