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Ein Jahr Kuba unter Díaz-Canel: Der verhinderte Reformer

CUBADEBATE/ AFP Seit einem Jahr ist Miguel Díaz-Canel Präsident Kubas. Für einen schnellen Wandel steht der Nachfolger der Castro-Ära nicht. Zu sehr hemmen Widerstände aus dem Ausland - und die Wirtschaftskrise daheim.
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#1 - 19.04.2019, 20:35 von hugahuga

ES wäre mMn wünschenswert, wenn sich die deutsche Presse mal bei unseren Politikern umhören würde, inwieweit die deutsche Bundesregierung bereit ist, der Wirtschaft Kubas unter die Arme zu greifen. Oder scheut man davor zurück, weil dann der US Hegemon böse werden könnte? Die Frage richtet sich an die deutsche Politik und die deutsche Presse.

#2 - 19.04.2019, 21:02 von entredostierras2011

Jetzt bin ich aber echt ueberrascht...

dass ein Wirtschaftsmodell, das auf geschenkten Ressourcen (Oel aus Venezuela) und Zwangseinsaetzen von Landeskindern in anderen Laendern gegen Hartwaehrung (Aerzte in BRA und auch Venezuela) nicht wirklich und auf Dauer funktioniert... Wer haette das denn ahnen koennen?
PS und nochmals zum mitschreiben: Der Einbruch der venezolanischen Oelproduktion von ca. 3 mio barrel/Tag auf unter 800,000 Barrel/Tag geht weniger bis gar nicht auf (relaitiv neue) U.S. Sanktionen zurueck sondern eher auf die totale Unfaehigkeit der venezolanischen Regierug und die damit einhergehende, jedes Mass sprengende Korruption.
PPS: Aber dafuer duerften Kuba (und auch Venezuela) einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von CO2 - Emissionen leisten - die heilige Greta duerft das doch freuen...

#3 - 19.04.2019, 21:06 von colinchapman

wieso Deutschland?

Zitat von hugahuga
ES wäre mMn wünschenswert, wenn sich die deutsche Presse mal bei unseren Politikern umhören würde, inwieweit die deutsche Bundesregierung bereit ist, der Wirtschaft Kubas unter die Arme zu greifen. Oder scheut man davor zurück, weil dann der US Hegemon böse werden könnte?
Es gibt 200 andere Staaten, denen man dieselbe Frage stellen könnte. Es kann nicht die flächendeckende Lösung für die Probleme aller Länder sein, dass Deutschland ihnen unter die Arme greift.
Und vor allem muss man sich davor die Frage stellen, wie ein Land in die Situation gekommen ist, dass ihm unter die Arme gegriffen werden muss. Meiner Meinung nach ist die Antwort auf diese Frage, dass Kuba mit dem Sozialismus immer noch einer Ideologie anhängt, sie sich seit Jahrzehnten schlichtweg überholt hat.
Ich bin regelmäßig in Kuba, und ausnahmslos jeder Mensch, mit dem ich dort gesprochen habe, sehnt das Ende des Sozialismus dort herbei. Mehr gibt es dazu meiner Meinung nach nicht zu sagen.

#4 - 19.04.2019, 21:20 von fortelkas

Zunächst einmal braucht

Kuba eine Ende der wirtschaftlichen Sanktionen ohne Vorbedingungen, und auch in dieser Frage könnte z. B. Europa Vorreiter sein. Aber ich fürchte, da kuscht das politische Europa mal wieder vor den USA. Ja, Donald Trump hat die Annäherungspolitik seines Vorgängers Barak Obama umgekehrt mit den im Artikel beschriebenen sehr negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft Kubas. Zur neuen Verfassung Kubas: Wie haben wir uns den einen kompletten Wandel vorzustellen? Vielleicht zu einer Rückkehr der Verhältnisse, wie sie unter dem Verbrecher Battista üblich waren? Doch wohl kaum: Sicher, Castros Einfluss bleibt groß,und das ist auch richtig so! Die Revolution Fidel Castros war gut und ist bis heute ein erfolgreiches Modell, und das weiß auch das Volk Kubas. Liebe Protagonisten des ach so erfolgreichen westlichen Demokratiemodells, täuscht euch da nicht. Ein radikales Zurück hinter die Revolution Fidel Castros wird es nicht geben.
Erwin Fortelka

#5 - 19.04.2019, 22:02 von baldurszorn

Reist hin und überzeugt euch selbst.

Zitat von colinchapman
Es gibt 200 andere Staaten, denen man dieselbe Frage stellen könnte. Es kann nicht die flächendeckende Lösung für die Probleme aller Länder sein, dass Deutschland ihnen unter die Arme greift. Und vor allem muss man sich davor die Frage stellen, wie ein Land in die Situation gekommen ist, dass ihm unter die Arme gegriffen werden muss. Meiner Meinung nach ist die Antwort auf diese Frage, dass Kuba mit dem Sozialismus immer noch einer Ideologie anhängt, sie sich seit Jahrzehnten schlichtweg überholt hat. Ich bin regelmäßig in Kuba, und ausnahmslos jeder Mensch, mit dem ich dort gesprochen habe, sehnt das Ende des Sozialismus dort herbei. Mehr gibt es dazu meiner Meinung nach nicht zu sagen.
"Ich bin regelmäßig in Kuba, und ausnahmslos jeder Mensch, mit dem ich dort gesprochen habe, sehnt das Ende des Sozialismus dort herbei." Da haben sie aber mit einer ganz bestimmten Gruppe von Menschen in Cuba gesprochen. Ich lebe dort 7 Monate pro Jahr seit 2012 und habe alle die positiven Veränderungen seitdem miterlebt. Ich lebe unter "echten" Cubanern, das sind die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, die beim Referendum mit SI gestimmt haben. Die sehnen sich nach dem Ende des illegalen menschenverachtenden US-Wirtschaftsterrors. Wenn man weiss, dass der Schaden für die Volkswirtschaft Cubas mittlerweile, umgerechnet auf jeden Cubaner, mehr als 82.000 US-Dollar beträgt, dann kann man sich in etwa die Ausmaße dieser Unterdrückung vorstellen.
Der cubanische Sozialismus 2.0 ist kaum noch mit den überholten Sozialismusmodellen a la DDR oder RGW zu vergleichen.
Was dort in den vergangenen 6 Jahren trotz des US-Würgegriffes erreicht worden ist an persönlicher Freiheit, Menschenrechten und auch, wenn auch richtigerweise behutsam, in wirtschaftlicher Hinsicht, ist bemerkenswert.
Ich bin tief beeindruckt von der Durchhaltefähigkeit der Cubaner zur Verteidigung ihrer Ideale.
Es hat schon seinen Grund, dass die Trump-Adminstrationen, in bester "DDR-Manier" ihren Bürgern strikt verbietet, sich ein eigenes objektives Bild von der Situation in Cuba zu verschaffen. Mit dem üblichen vernebelnden Gebrabbel von "Menschenrechten, Demokratie, Freiheit, Militärdiktatur usw." Versteht sich.

#6 - 19.04.2019, 22:10 von quark2@mailinator.com

Zitat von entredostierras2011
... PS und nochmals zum mitschreiben: Der Einbruch der venezolanischen Oelproduktion von ca. 3 mio barrel/Tag auf unter 800,000 Barrel/Tag geht weniger bis gar nicht auf (relaitiv neue) U.S. Sanktionen zurueck sondern eher auf die totale Unfaehigkeit der venezolanischen Regierug ...
Wäre besser, wenn Sie das auch belegen könnten. Diese ewige Annahme, daß die anderen nur saudumm und kriminell sind, wohingegen ja im Westen die Erleuchtung herrscht und alle moralisch über jeden Zweifel erhaben sind, stinkt zum Himmel. Venezuala ist genau wir eigentlich ganz Süd- und Mittelamerika seit vielen Jahrzehnten Spielfeld einer sehr komplexen und egozentrischen US-Politik. Egal welches Land man da nimmt, es wimmelt seit Jahrzehnten von aktiver Einmischung bis hin zum Militärputsch durch die Vereinigten Staaten. Die Liste ist so lang, daß man sie hier einfach gar nicht wiedergeben kann. Und somit bleibt nur zu konstatieren, daß wir hier einfach nicht wissen können, was dort hinter den Kulissen abläuft. Es paßt aber ach so wunderbar ins Konzept dieser hießigen Hochnäsigkeit, einfach davon auszugehen, daß deren System ja an allem Schuld ist. Und ich wiederum denke, daß unser System denen da unten systematisch den Tag versaut, weil man ja unbedingt das Imperium erhalten muß. Aber da ich es hier nicht beweisen kann, ist es eben nur das, was Sie auch geschrieben haben - eine reine Theorie und Glaubenssache.

Was nun Kuba angeht - Die letzte Aktion der USA, Firmen aus Drittstaaten in den USA vor Gericht stellen zu wollen, wenn sie auf Kuba etwas kaufen, was unter Diktator Battista mal US-Besitzern gehörte, zeigt doch, wohin der Stock schwimmt. Da können sich die Nachfahren ehemaliger Kartelle nun freuen, daß Kuba wieder das wird, was es mal war - eine Vergnügungsinsel in ausländischem Besitz, wo die Einheimischen nichts haben. Traurig genug. Die Menschheit wird es auch nicht begreifen, wenn alles nur noch einer Familie gehört. Auch dann wird noch gefaselt werden, daß ja jeder Millionär werden könne. Klar doch.

#7 - 19.04.2019, 22:12 von fatal.justice

Wahnsinn.

Zitat von entredostierras2011
dass ein Wirtschaftsmodell, das auf geschenkten Ressourcen (Oel aus Venezuela) und Zwangseinsaetzen von Landeskindern in anderen Laendern gegen Hartwaehrung (Aerzte in BRA und auch Venezuela) nicht wirklich und auf Dauer funktioniert... Wer haette das denn ahnen koennen? PS und nochmals zum mitschreiben: Der Einbruch der venezolanischen Oelproduktion von ca. 3 mio barrel/Tag auf unter 800,000 Barrel/Tag geht weniger bis gar nicht auf (relaitiv neue) U.S. Sanktionen zurueck sondern eher auf die totale Unfaehigkeit der venezolanischen Regierug und die damit einhergehende, jedes Mass sprengende Korruption. PPS: Aber dafuer duerften Kuba (und auch Venezuela) einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von CO2 - Emissionen leisten - die heilige Greta duerft das doch freuen...
Dass sich der venezolanische "Sozialismus" (oder Chavismus) bis zuletzt einzig aus erdölfördernden Geldern finanzierte, ist ja nun nicht ganz so neu. Die Unfähigkeit liegt eher darin, dass man versäumt hat, die erdölverarbeitende Industrie zu etablieren. Alles zu verscherbeln, bevor die Veredelung stattfindet, ist dämlich. Da kann es noch so sehr sprudeln. Es ist wie überall auf dem uns anvertrauten Erdenrund: Wenn versäumt wird, die eigene Wirtschaftsleistung auf mehrere Beine zu stellen, wird man zwangsläufig scheitern müssen. Das wird man in naher Zukunft nicht nur in der Russländischen Föderation feststellen müssen. In Südafrika ebenso, wie auch in Brasilien und Venezuela. Ihre hämische Replik gegenüber "Greta" zeigt nur auf, dass Sie ein blindes Huhn sind, dass die Lebensqualität Ihrer Nachkommen noch weniger schätzt, als das Klimpergeld in Ihrem Portemonnaie.

#8 - 19.04.2019, 22:23 von fatal.justice

Mumpitz.

Zitat von fortelkas
Kuba eine Ende der wirtschaftlichen Sanktionen ohne Vorbedingungen, und auch in dieser Frage könnte z. B. Europa Vorreiter sein. Aber ich fürchte, da kuscht das politische Europa mal wieder vor den USA. Ja, Donald Trump hat die Annäherungspolitik seines Vorgängers Barak Obama umgekehrt mit den im Artikel beschriebenen sehr negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft Kubas. Zur neuen Verfassung Kubas: Wie haben wir uns den einen kompletten Wandel vorzustellen? Vielleicht zu einer Rückkehr der Verhältnisse, wie sie unter dem Verbrecher Battista üblich waren? Doch wohl kaum: Sicher, Castros Einfluss bleibt groß,und das ist auch richtig so! Die Revolution Fidel Castros war gut und ist bis heute ein erfolgreiches Modell, und das weiß auch das Volk Kubas. Liebe Protagonisten des ach so erfolgreichen westlichen Demokratiemodells, täuscht euch da nicht. Ein radikales Zurück hinter die Revolution Fidel Castros wird es nicht geben. Erwin Fortelka
Die Verfassheit des heutigen kubanischen Staates hängt doch schon längst am Tropf ausländischer Geldgeber. Aus eigener Kraft wird dort nicht mal eine tumbe Glühbirne erhellt. So sehr man es sich auch erhofft hat, dass die Ökonomie eines Landes gerecht ist - für alle Bürger - so sehr muss einem doch nach Jahrzehnten klar werden, dass blinde Wirtschaftsinzucht nur zu deformierten Staatsteilnehmern (Bürgern) führen kann. Es wird keine Gerechtigkeit geben - außer man hat ein hohes Level an Leidensfähigkeit internalisiert.

#9 - 19.04.2019, 22:34 von mbockstette

persönliche Freiheit, Menschenrechte

Zitat von baldurszorn
..... dann kann man sich in etwa die Ausmaße dieser Unterdrückung vorstellen. Der cubanische Sozialismus 2.0 ist kaum noch mit den überholten Sozialismusmodellen a la DDR oder RGW zu vergleichen. Was dort in den vergangenen 6 Jahren trotz des US-Würgegriffes erreicht worden ist an persönlicher Freiheit, Menschenrechten
"Trotz der vorgeblichen politischen Öffnung werden die Freiheitsrechte in Kuba weiter stark eingeschränkt.

Kuba ist ein autoritärer Ein-Parteien-Staat, in dem jegliche Opposition unterdrückt wird. Wer den Staat kritisiert, wird strafrechtlich verfolgt. Die Polizei greift zu Drohungen und Gewalt. Präventive Verhaftungen, um friedliche Protestmärsche oder politische Veranstaltungen zu verhindern, sind üblich. Politische Gefangene sind zahlreich, die Gefängnisse überfüllt und unhygienisch, und die Inhaftierten sind oft unterernährt. Langfristige Inhaftierungen haben abgenommen, während willkürliche kurze Inhaftierungen zugenommen haben. Folter, Schläge und Einschüchterungen durch Aufseher bleiben ungeahndet. Menschenrechtsverteidiger/-innen leben weiterhin gefährlich, Menschenrechtsorganisationen sind nicht zugelassen".(Quelle: HRW v. 10.09.18)

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