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Flüchtlinge in Griechenland: "Das ist unser Dschungel"

Socrates Baltagiannis Die EU verkauft den Flüchtlingspakt mit der Türkei als Erfolg. Dabei hat er die Inseln in der Ägäis in Gefängnisse verwandelt. Auf Samos leben Migranten wie Annick Toudji unter entsetzlichen Bedingungen. Ein Besuch.
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#1 - 18.04.2019, 12:42 von anja-boettcher1

Notwendigkeit über die Kernprobleme zu reden, statt nur über Symptome

Die immer weiter voranschreitende Nomadisierung von Menschen auf diesem Globus wird niemand über Willkommenskultur auf Dauer lösen können. Das, was nottut und was einfach nicht geschieht, ist die Veränderung einer in ihrer Wirkung nekolonialen Wirtschaftspolitik der EU, die lokale Märkte durch ihre Konzernermächtigungsabkommen zerstört, und ein Ende der erbärmlichen Hegemonialkriege von USA und anderen NATO-Staaten.

Alle großen globalen Probleme hängen zusammen und sind entscheidend von einer sozialdarwinistischen auf den Winner orientierten Philosophie des permanenten Wachstums verursacht. Die Präkarisierung eines großen Teils der Weltbevölkerung durch Entwertung von Arbeit und die Vernachlässigung von Nachhaltigkeit sind die logische Folge. Just dies wird aber nicht thematisiert.

Nur sind auch hier selbst die willigsten Helfer nicht auf Dauer bereit, eine irre Mühe in kaum noch zu bewältigende Integrationsarbeit zu stecken, wenn auf der anderen Seite die Bundesregierung mit ihrer Politik vor allem diejenigen privilegiert, die an der Erzeugung solcher Verhältnisse verdienen - wie etwa die Waffenindustrie durch die nicht zu rechtfertigende weitere Aufrüstung. Auch die Frage, warum bei uns US-Militärs Drohnenmorde in Afrika und Asien ohne Ende durchführen dürfen, hätte ich gerne beantwortet. Dann diese irrwitzige Konfrontationspolitik der NATO, durch die internationale Probleme einfach nicht mehr kooperativ angegangen werden können. Wir haben eine Politik, die mit ganzen Völkern geopolitisch Schach spielt. Das können ein paar Millionen Sozialarbeiter nicht mehr auffangen. So zu tun, ist die Unterstützung einer Politik des Prinzips Shan Te und Shui Ta aus Brechts "Gutem Menschen von Sezuan". Die Rolle der Presse ist dabei heuchlerisch: Sie unterstützt Konzerermächtigungsabkommen und Kriege - aber drückt dann auf die Tränendrüse, wo es ihr keine Missstimmung im Verhältnis zur Macht kostet. So aber wird an den Problemen absolut nichts verändert - und sie werden uns alle einholen. Wir brauchen endlich eine Grundsatzdebatte! Unsere derzeitige Politik ist in jeder Hinsicht eine Katastrophe!

#2 - 18.04.2019, 12:47 von valensine

Was möchte dieser Artikel bezwecken?

Es sind katastrophale Zustände in griechischen Flüchtlingslagern, aber gefühlt in jedem zweiten Satz wird "türkisch" oder die Türkei erwähnt. Es ist offensichtlich, dass die griechischen Behörden diese unmenschlichen Bedingungen zu verantworten haben. Das hat nicht mit Abkommen, sondern mit Humanität zu tun. Alles Negative auf den Nachbarn und Deutschland zu schieben, halte ich für nicht fair, sondern eher politisch motiviert. Von dem teils gewalttätigen Rassismus,welche einige Teile der griechischen Bevölkerung den leidenden Geflüchteten entgegen bringen, wird auch nichts verraten. Ich hoffe, der griechische Autor wird sich in Zukunft eine objektive Sichtweise der Dinge aneignen.

#3 - 18.04.2019, 12:50 von suzanna_we

Wir sind an allem schuld?

Es gibt keine globale Gesellschaft.
Auch unsere Ressourcen sind endlich. Wir haben nicht die Verantwortung die ganze Welt zu retten. Europa ist ein dicht besiedelter Kontinent.
In Deutschland wächst die Armut, wenn wir uns davon nicht erholen, geht auch D unter. Und bei allen Diskussionen um den Mietenwahnsinn wird das Tabuthema Zuwanderung unterdrückt.

#4 - 18.04.2019, 12:52 von fördeanwohner

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Mir ist jetzt nicht wirklich klar, weshalb diese Leute dort immer noch sitzen. Können die nicht in ihre Heimat zurückkehren? Falls ihre Herkunftsländer als nicht sichere Herkunftsländer gelten müssten sie ja bereits Asyl erhalten haben und nicht mehr dort festsitzen.
Inzwischen bin ich ein wenig verwundert darüber, dass das so noch immer läuft. Allerdings denke ich nicht, dass die Eu wirklich immer für alles verantwortlich ist. Wenn Menschen nicht aus Europa stammen, dann ist doch wohl die UNO, also die Weltgemeinschaft verantwortlich. Und da sollte es doch ein Leichtes sein, Flüchtlinge und Asylbewerber weltweit zu verteilen.

#5 - 18.04.2019, 12:53 von Maggie Mae

"Du bist frei!"
Soll sie trotzdem nach Athen? Ganz allein, ohne Job, ohne Bleibe? Auch dort würde sie wohl die 150 Euro pro Monat bekommen, die sie schon im Camp erhalten hat. Aber das reicht kaum zum Überleben. Vielleicht würde sie auch irgendwann eine Wohnung finden. Aber sicher ist das nicht. Und wie soll sie sich in Athen durchschlagen, wenn sie nicht mal den Unterschied zwischen "Kaliméra" (Guten Morgen) und "Kalispéra" (Guten Abend) kennt? "Ich fürchte mich", sagt Annick Toudji. "Vielleicht muss ich bleiben."
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Bitte liebe Leute springt doch nicht über jedes Stöckchen das man euch hinhält. Die Dame ist wahrscheinlich sehr gut vernetzt und wird ein leichtes haben in Athen und später in Wien oder Hamburg unterzukommen. Denn es sind massenweise Kameruner überall in Europa zuhause. Und die werden ihr ganz sicher Unterschlupf gewähren. Und sollte sie dann noch schwanger werden wird sie ganz sicher in Deutschland dann auch noch ein Bleiberecht erhalten.
Sage das ganz nüchtern und ohne abwertend sein zu wollen, weil solche Fälle zu hauf der Realität entsprechen.
Stehen wir übrigens vor der nächsten großen Flüchtlingswelle vor der Herr Maaßen warnt das sie uns im Sommer bevorstehen könnte?

#6 - 18.04.2019, 12:58 von Kater Bolle

Diese katastrophfalen Verhältnisse werden von der EU ......

bei vollem Wissen so geduldet.
Die sollen mir noch mal mit den gerühmten Werten kommen.
Man hat über lange Jahre Griechenland und Italien unter Verweis auf Schengen allein gelassen.
Heute wundert man sich über die Entwicklungen in Italien.
Den Brüsselern geht es wohl nur um Posten, viel Geld und Pensionen.
Damit hat die EU jeden moralischen Anspruch verloren.

#7 - 18.04.2019, 13:02 von Beat Adler

Doppelte Strategie EU: Bekaempfung der Ursachen PLUS schnelle Abwicklu

Doppelte Strategie EU: Bekaempfung der Ursachen PLUS schnelle Abwicklung der Antraege.

Die Rest EU der 27 plus ihre Freunde Grosbritanien, Schweiz und Norwegen sind reich genug, um beide Strategien gleichzeitig umzusetzen: In den Herkunftslaendern die Ursachen fuer die Flucht, meist Buergerkriege, auch Korruption, zumindest einzudaemmen. Die schnelle Abwicklung der Asylverfahren und das schnelle Abschieben, der Antragssteller, die keinen Asylgrund haben, ist wichtig, weil MENSCHLICH!

UNmenschlich ist das viel zu lange "Aufbewahren" von Menschen, nicht das schnelle Abschieben.
mfG Beat

#8 - 18.04.2019, 13:02 von poetnix

Katastrophenhumanismus

Für mich ist die Flüchtlingspolitik der EU eine humanistische Katastrophe, die sich vom Menschen abgewandt hat.
Europas derzeitig Politiker werfen das große humanistisches Erbe seiner Völker in den Müll und vermüllen die Identität ihrerr Bürger !

#9 - 18.04.2019, 13:03 von rosinenzuechterin

Zweifelhafter Erfolg

Der Flüchtlingspakt war ein Erfolg allein für diejenigen, die in notleidenden Menschen eine Bedrohung sehen. Selbst für Frau Merkel dürfte er kein Erfolg, sondern ein übler Kollateralschaden für den Machterhalt ihrer Partei gewesen sein, die das "C" im eigenen Namen anscheinend nur noch aus historischen Gründen trägt. Aber sowas kommt eben dabei heraus, wenn man religiöse Parteien wählt. Das ist bei uns auch nicht anders als in anderen Ländern.

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