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Historische Geste: Merkel und Macron erinnern an Weltkriegsende

DPA Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben der Opfer des Ersten Weltkriegs gedacht. Sie kamen bei Compiègne zusammen - wo vor hundert Jahren der Waffenstillstand besiegelt wurde.
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#1 - 10.11.2018, 19:41 von hdwinkel

Lehren aus der Vergangenheit

"Macron verteidigte seinen Vorstoß, zum Schutz vor Russland eine europäische Armee aufzubauen"
Soll das jetzt die Lehre aus der Vergangenheit sein? Mehr Armee? Gegen einen Feind, der selbstverständlich nicht zögert Europa anzugreifen, weil er offensichtlich abgrundtief böse ist?
Wenn es eine Lehre aus der Vergangenheit gibt, dann doch wohl hoffentlich die, alles, aber auch wirklich alles zu unternehmen, was die Wahrscheinlichkeit eines neuen Krieges senkt. Also konsequente Abrüstung, Vermeidung pauschaler Feindbilder, vertrauensbildende Maßnahmen usw.
Der Anlass zum Start des WK1 war vergleichsweise banal. Die hochgerüsteten Armeen, die vorhandenen Feindbilder machten ihn zur Urkatastrophe.

#2 - 10.11.2018, 20:04 von klaus.karl

Eine würdige Gedenkfeier

Während in Teilen Deutschlands Karneval gefeiert wird, wie makaber, gedenken unsere Nachbarn den Millionen Toten und würdigen bei dieser Feier in Compiègne auch ausdrücklich die gefallenen deutschen Soldaten. Für die deutschen TV Sender leider kein Grund, diese historische Gedenkfeier zu übertragen. Dabei war es eine Lehrstunde der deutsch/französischen (europäischen) Freundschaft.

#3 - 10.11.2018, 20:06 von thinking_about

Richtig

Zitat von hdwinkel
"Macron verteidigte seinen Vorstoß, zum Schutz vor Russland eine europäische Armee aufzubauen" Soll das jetzt die Lehre aus der Vergangenheit sein? Mehr Armee? Gegen einen Feind, der selbstverständlich nicht zögert Europa anzugreifen, weil er offensichtlich abgrundtief böse ist? Wenn es eine Lehre aus der Vergangenheit gibt, dann doch wohl hoffentlich die, alles, aber auch wirklich alles zu unternehmen, was die Wahrscheinlichkeit eines neuen Krieges senkt. Also konsequente Abrüstung, Vermeidung pauschaler Feindbilder, vertrauensbildende Maßnahmen usw. Der Anlass zum Start des WK1 war vergleichsweise banal. Die hochgerüsteten Armeen, die vorhandenen Feindbilder machten ihn zur Urkatastrophe.
Wie paßt das zusammen?
*An diesem Sonntag beginnt in Paris der "Weltkriegs-Gipfel", zu dem Macron eingeladen hat. Höhepunkt wird eine große Gedenkfeier im Schatten des Pariser Triumphbogens sein. Daran nehmen Merkel, Trump, der russische Präsident Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs teil. *
Un dann die anmaßende Einlassung Macrons:
"Macron verteidigte seinen Vorstoß, zum Schutz vor Russland eine europäische Armee aufzubauen"*
Sie stellen die richtige Frage:
Soll das jetzt die Lehre aus der Vergangenheit sein? Mehr Armee?
Da kann man sich nur noch verständnislos abwenden...

#4 - 10.11.2018, 20:14 von lpino

Hochmut und Fall

Der Erste Weltkrieg wurde von den Mittelmächten ja nicht militärisch, sondern moralisch verloren.

Millionen junger Männer wurden von einer hochmütigen Aristokratie und aggressiven Generälen in den Tod geschickt. - Wofür? Und mit welchem Ergebnis?

Ich habe hunderte Frontberichte und Briefe von Soldaten gelesen. Im Verlauf des Krieges wurde immer deutlicher, dass Soldaten verstanden hatten, dass sie von einer herrschenden Clique ohne Mitleid und oft auch ohne militärischen Sinn zur Schlachtbank geführt wurden. Die Überlebenden verloren so jeglichen Respekt vor den dafür verantwortlichen Habsburgern und Hohenzollern und dem anhängenden Klüngel.

Die wünschten sich den Frieden, um jeden Preis. Und sie wünschten sich Freiheit von den den damaligen Herrschern.

#5 - 11.11.2018, 03:51 von thinking_about

Es war ein

Zitat von lpino
Der Erste Weltkrieg wurde von den Mittelmächten ja nicht militärisch, sondern moralisch verloren. Millionen junger Männer wurden von einer hochmütigen Aristokratie und aggressiven Generälen in den Tod geschickt. - Wofür? Und mit welchem Ergebnis? Ich habe hunderte Frontberichte und Briefe von Soldaten gelesen. Im Verlauf des Krieges wurde immer deutlicher, dass Soldaten verstanden hatten, dass sie von einer herrschenden Clique ohne Mitleid und oft auch ohne militärischen Sinn zur Schlachtbank geführt wurden. Die Überlebenden verloren so jeglichen Respekt vor den dafür verantwortlichen Habsburgern und Hohenzollern und dem anhängenden Klüngel. Die wünschten sich den Frieden, um jeden Preis. Und sie wünschten sich Freiheit von den den damaligen Herrschern.
fürchterlicher und sinnloser Krieg, wie die meisten Kriege, mit Abermillionen Toten, sowohl an Soldaten als auch Zivilisten. Die Hinterlassenschaft ist meist viel Elend, Verlust und Trauer ohne Sinn und noch mehr Feindschaft.
Und nun stellt sich Macron gleichzeitig zur Versöhnungsfeier hin und verkündet: *Macron verteidigte seinen Vorstoß, zum Schutz vor Russland eine europäische Armee aufzubauen"* Mehr Diskrepanz geht nicht.
Er spricht von Europa, nicht von der EU, als würde dazu nicht auch Russland gehören, DAS macht mir große Sorgen. Das ist schon, wie eine Kampfansage, fast eine versteckte Kriegserklärung. Warum nur?Ich hoffe, er will nicht den Napoleonischen Krieg noch einmal aufleben lassen, der Frankreich eine verheerende Niederlage brachte. Ich bin überhaupt beunruhigt, wie schnell er sich militärisch einbringt, auch unlängst in Syrien, sogar völkerrechtwidrig sich ohne Absprache den Alliierten anschloss.
Er versucht mit Charme und galant Verbündete zu finden, Frau Merkel liebt es wohl, sich an seine Schulter zu lehnen, das kann nicht darüber hinwegtäuschen, hier geht es um knallharte, weitreichende Politik mit ihren unwägbaren Folgen, das ist ein Schmusekurs, dem man sich nicht unbedingt anschließen sollte.
Nichts geschieht in der Politik ohne eine Absicht und ob sie in diesem Fall zukünftig nicht noch mehr Konfusion, gar großes Unheil anrichtet durch Selbstüberschätzung,das sollte reiflich überlegt werden.

#6 - 11.11.2018, 14:03 von friedrich.grimm@gmx.de

Symbolik

"Macron verteidigte seinen Vorstoß, zum Schutz vor Russland eine europäische Armee aufzubauen."
Das Verhalten von Macron und Merkel widerspricht den wohlklingenden Reden, die geschwungen werden.
Das ständige Säbelrasseln, auf Druck aus den USA, gegenüber Russland sprechen doch eine ganz andere Sprache. Es wird vom Frieden gefaselt und der gezückte Dolch hinter dem Rücken versteckt. Vergleichbar mit, es wird von einem Europa für die Bürger gefaselt, doch die Politik der Privatisierungen wird fortgesetzt, Parlamente werden ausgebootet und lahmgelegt, die Finanzindustrie hat Narrenfreiheit.