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Integration: Merkel erklärt Multikulti für gescheitert

Kanzlerin Merkel stellt sich in der Integrationsdebatte hinter Horst Seehofer, der mit einem "Sieben-Punkte-Plan" die Zuwanderungsdebatte neu anstachelt. Auch in der Union*regt sich Kritik gegen die Thesen des CSU-Chefs.
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#10 - 16.10.2010, 19:31 von dasbertl

Deutschland IST Multikulti

Als Bayer habe ich wenig gemein mit den kulturellen Ansichten eines Sachsen und selbst innerhalb Bayerns sind die kulturellen Unterschiede groß. Ein Oberbayer kann oft wenig mit den oberfränkischen Gepflogenheiten anfangen (mir gehts jedenfalls so) und nicht zu vergessen, die Dialekte. Sie sind deutlicher Ausdruck gelebter Kultur, aber da hat der Berliner wenig mit dem Saarländer gemein. Mit christlich hat das ganze auch wenig zu tun. Die Feste wie Ostern, Karneval oder sogar Weihnachten entstammen allesamt noch der Zeit der Vielgötterei unserer Vorfahren. Gern wird auch behauptet, die islamische Glaubenskultur beruht von Haus aus auf Gewalt, während die christliche zum Frieden mahne. Das mit dem Frieden hat sich bei unserer Kirche aber auch erst in den letzten 100 Jahren durchgesetzt. Viele blutige Kriege hat es "in Gottes Namen" gegeben oft unterstützt durch die Kirche oder gar von ihr initiiert. Und wie friedlich wir doch alle sind, zeigen oft genug unsere ach so christlichen Hooligans in den Fussbalstadien der unteren, oftmals aber sogar der ersten Fussball Bundesliga.

Und selbst unsere spätmittelalterlichen Vorfahren wussten es besser, als eine Frau Merkel, ein Herr Seehofer oder ein Herr Sarazin. Die haben es nämlich geschafft sogar arabische Zwiebeltürme auf die christlichen Kirchen zu integrieren, auch wenn sie diese aus Russland importierten. Es gibt keine Deutsche Leitkultur, nur viele verschiedene deutsche Kulturen und ein moralisches Grundverständnis, dass sich allerdings besonders auf Seiten der sogenannten Eliten immer mehr aufzulösen scheint. Das hat mit den ausländischen Mitbürgern meist wenig zu tun. Im übrigen täte ich mich mit Integration auch schwer bei den Hürden, die einem da auf den Weg gelegt werden. Die Mehrzahl von "uns Deutschen" wäre doch nicht einmal in der Lage den Antrag auf Asyl vernünftig auszufüllen, da der in einer Sprache verfasst wird, die nur in der Ausbildung zum Beamten gelehrt wird.

Im übrigen sollten wir vorsichtig sein. Bis ins späte Mittelalter waren uns die Araber technologisch und wissenschaftlich WEIT überlegen. Das kann sich auch wieder drehen und am Ende sind wir die integrationsunwilligen Drittweltlandabkömmlinge, welche versuchen, mühsam in den reichen arabischen postindustriellen Ländern Fuß zu fassen. Und dann könnte man uns (bzw. unseren Nachfahren) einmal vorhalten, "ihr wolltet uns nicht, jetzt wollen wir euch nicht".

#11 - 16.10.2010, 19:33 von diefreiheitdermeinung

Ich hatte gehofft dies nie mehr zu hoeren

"Kanzlerin Merkel stellt sich in der Integrationsdebatte hinter Horst Seehofer, der mit einem "Sieben-Punkte-Plan" die Zuwanderungsdebatte neu anstachelt." nachdem uns Alle, auch die politisch korrekten Medien versprochen hatten, dass es in der Diskussion keine Tabus mehr geben soll. Warum also wird das Wort "anstacheln" benutzt. Um jene, die anscheinend eine weitest verbreitete Stimmung arikulieren mundtot zu machen. So wie Sarazin und andere, die nicht in den Chor jener einstimmen, die Alles schoen- und wegreden ?

#12 - 16.10.2010, 19:34 von Calidris

-

Die Union hat erkannt, dass sie bei sämtlichen Themen derzeit schlecht aussieht. Was also macht man? Wie immer, man zieht die Ausländer-Karte, lenkt von allen wirklich wichtigen Themen ab, holt sich die Herrschaft über die Stammtische zurück, baut Feindbilder mit Minderheiten auf und zettelt vor den Wahlen Schlammschlachten an. Ergebnis: Man minimiert die Verluste auf Kosten des sozialen Friedens, ohne irgendetwas an irgendwelchen Zuständen zu verbessern. Wie gesagt: Wie immer.

#13 - 16.10.2010, 19:35 von Eldegar

Nope

Aus dem Artikel:
Zitat von
Ein erstes Zwischenergebnis aus Niedersachsen deutet nach SPIEGEL-Informationen darauf hin, dass die Zahl der "Unkooperativen" offenbar nicht besonders hoch ist.[....] Ein Problem besteht nach Ansicht der niedersächsischen Behörden allerdings darin, dass Kursanbieter die Verweigerer oft nicht an die Ausländerbehörden weitermeldten und es dadurch eine Dunkelziffer gebe.
Moin,

wieder mal lustig, wie alles relativiert wird. Da wird festgestellt, die Quote der "Verweigerer" sei offenbar (!) nicht besonders hoch, um ein paar Sätze später zu sagen, dass oft (!) keine Angaben zu "Verweigerern" gemacht werden.

Was bedeutet das im Kern mehr als eine Erkenntnis, die im Wahrheitsgehalt gegen Null strebt...sowas ist absurd und Meinungsmache.

Gruß,
Eldegar

#14 - 16.10.2010, 19:36 von Antje Technau

Wahlkampfgetöse

Zitat von sysop
Kanzlerin Merkel stellt sich in der Integrationsdebatte hinter Horst Seehofer, der mit einem "Sieben-Punkte-Plan" die Zuwanderungsdebatte neu anstachelt. ]
Es war nur eine Frage der Zeit, bis unsere Politiker das Thema Integration für den Wahlkampf entdecken würden.
Schließlich muss man bei dem Thema den Bürgern der Mittel- und Unterschicht nichts bieten, was sie wirklich brauchen: neue Jobs, höhere Löhne, Festanstellungen, niedrigere Steuern, bezahlbaren Wohnraum, etc., sondern man muss nur von den Mitbürgern mit Migrationshintergrund etwas fordern.

Diese Forderungen an die Mitbürger mit Migrationshintergrund mögen berechtigt sein (Deutsch lernen, Schwimmunterricht auch für Mädchen, keine Zwangsehen) oder unberechtigt (christliche Werte achten),
den deutschen Bürgern der Mittel- und Unterschicht, die um ihre Jobs bangen oder einen neuen brauchen, bringt das kein bisschen mehr Geld in die Tasche. Es bringt keine Verbesserung der Lebenssituation und kein bisschen mehr Planungssicherheit für die Zukunft der Familie.

Daher Leute, wählt bei den nächsten Wahlen nur Parteien, die Eure wirklichen Probleme ansprechen. Parteien und Politiker, die Lösungsvorschläge für den Arbeitsmarkt haben, ein Steuerkonzept, das gerade für untere Einkommen mehr netto vom brutto lässt, und Krankenversicherungspläne, die nicht jede Gehaltserhöhung auffressen. Politiker, die Ideen haben, wie man unter 67-Jährige auf dem Arbeitsmarkt hält und nicht schon gut ausgebildete über 40-Jährige zu Hartz IV oder 1-Euro-Jobs verdammt.

Denn das sind die wirklichen Probleme. Und nicht, ob Frau Özkan Kopftuch trägt oder nicht.

#15 - 16.10.2010, 19:38 von jaxxx

Akademiker und Arbeitslose!

Zitat von sysop
Kanzlerin Merkel stellt sich in der Integrationsdebatte hinter Horst Seehofer, der mit einem "Sieben-Punkte-Plan" die Zuwanderungsdebatte neu anstachelt. Auch in der Union*regt sich Kritik gegen die Thesen des CSU-Chefs.
Dass der Autor, aber auch Akademiker, mit normalen Einwanderern verwechselt ist kurios! Es gibt nur Kritik an einer "These", die betrifft die Zuwanderung von Fachkräften, die sei gut geregelt. Was nicht stimmt! Aber der Autor möchte den Anschein erwecken, in Berlin Neukölln wohnen, fast nur Akademiker und Ingenieure. Es zeigt, dass die Debatte immer noch falsch läuft. Es darf doch keine Kritik, an dem türkischen Bauingenieur oder meinet wegen auch Gemüsehändler geben. Außer die beiden lehnen das Grundgesetz ab. Und wollen z.B.: die Scharia einführen. Oder bekämpfen eben, die „moderne“ Gesellschaft. Aber eben auch, Menschen die ohne Bildung in dieses Land, was 6 Mio. Arbeitslose hat. Und kommen Sie mir nicht mit den gefälschten Zahlen von nur 3 Mio. bei der 1€ Jobber oder Geringverdiener rausfallen! Damit sind sie für unsere Gesellschaft, ja ich sage es, glauben Sie mir „nutzlos.“ Aber da der Beitragsersteller, sowieso glaubt in Kreuzberg und Neukölln, wimmelt es nur so von Akademikern und Ingenieuren gibt es einfach kein Problem. Das bilden sich die „reaktionären“ Sarrazin-Anhänger anscheinend nur ein. Aber ich sag es stolz, ich bin ein offizielles Spendenmitglied der PVV, von Geert Wilders. Hoffentlich wird man jetzt nichtmehr dafür erschossen. Wo die Partei doch jetzt indirkt regiert! :-D In der Schweiz regiert schon seit, ich glaube 5 Jahren eine „Rechtspopulistische“ Parte. Aber die Schweiz hat noch nicht Lichtenstein überfallen! Grüße!!!

#16 - 16.10.2010, 19:41 von Moxxo

Ach herrje!

Ist Merkel schon so weit gesunken, dass sie darauf angewiesen ist, Horst Seehofer zu folgen, einem CSUler, der so ungemein konservativ ist, dass er die christlich-familienorientierten Werte der Union an gleich zwei Familien weitergibt?

Der so integer ist, dass er bedingungslos hinter der Atomkraft steht, außer natürlich, wenn es um mögliche Endlager in Bayern geht?

Merkel kann einem schon leid tun.

#17 - 16.10.2010, 19:42 von frankgraf

CDU verliert Stimmen der Deutschen

Zitat von Walther Kempinski
Merkel wird viele Stimmen verlieren. Die eingebürgerten Neudeutschen, werden solch ein Gepolter nicht gutheißen. Außerdem ist das Problem ja nicht der Zuzug von "Moslems". Sondern die Freizügkeit innerhalb der EU ab dem 1. Mai. Das hat aber nichts mehr mit Moslems zu tun. Eine Einwanderung von Türken zB findet gar nicht mehr statt. Es wandern mehr aus als ein.
Merkel stand wir kaum eine andere Politikerin der CDU für Multikulti. Jetzt hat sie Angst, daß sie Stimmen der Deutschen verliert. Die eingebürgerten Ausländer wählen eher die Grünen, weil die ja schon einen türkischen Parteivorsitzenden haben.

Die Einwanderung geschieht über den Kreißsaal. Die Geburtenrate der Türken und Araber ist ungefähr doppelt so hoch wie bei Deutschen.

Die Freizügigkeit innerhalb der EU ab dem 1.5.2011 wird noch einmal Lohnsenkungen für Deutsche und mehr Arbeitslosigkeit bedeuten.

Die Auswanderung von 200.000 hochqualifizierten Deutschen jährlich und die Aussortierung älterer, deutscher Fachkräfte sind die eigentlichen Skandale.

Es wird mir ewig schleierhaft bleiben, wie Merkel Multikulti für gescheitert erklären kann und im gleichen Atemzug den Islam als zugehörig zu Deutschland bezeichnet. Sie scheint unter einer gespaltenen Persönlichkeit zu leiden.

#18 - 16.10.2010, 19:45 von Bayerr

Frau Merkel

hat offensichtlich die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Verbreitung von Fremdenfeindlichkeit in Deutschland genau gelesen. Und dann hat sie sich gedacht: 'Solch edlen Gefühlen muß man doch eine politische Heimat geben. Dann ist meine Union endlich wieder Volkspartei.'
Zusammen mit den Äußerungen ihres Koalitionspartners Westerwelle, der Migranten nach ihrer Nützlichkeit bewertet, läßt das Schlimmes für die Zukunft ahnen. Wenn die Entwicklung in diesem Tempo weitergeht, werden wir noch dieses Jahr die ersten Scheiterhaufen sehen.

#19 - 16.10.2010, 19:46 von Medienkritiker

ach je...

ist das nun das erhoffte Schwert im Kampf um die Wählergunst?
Frau Merkel: es ist doch sinnlos die bisherige Integrations-Politik als gescheitert zu erklären...die Stammwählerschaft von CSU und CDU fällt auf diese dümmlichen Suggestionen nicht mehr herein! na ja, jetzt soll dann wohl ab sofort alles besser werden...weiter so:)

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