Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Politik

Künftige Einbürgerungen: NRW macht Tempo bei Vielehe-Verbot

Marius Becker/ DPA Die Große Koalition will mit einer Reform des Staatsangehörigkeitsrechts auch ein Verbot von Mehrfachehen beschließen. Nun prescht Nordrhein-Westfalens schwarz-gelbe Landesregierung im Bundesrat vor.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/2    
#1 - 16.05.2019, 11:53 von der_rookie

Hm

Praktische Frage: Was passiert, wenn bei einer Einbürgerung gelogen wird: Einwanderer gibt an nicht verheiratet zu sein, wird Deutscher, erinnert sich dass er doch noch zwei, drei Frauen hat. Und dann?

#2 - 16.05.2019, 12:17 von larsmach

Richtig: Integration nicht möglich - Vielehe ist keine Polyamorie!

Einbürgerungsentscheidungen liegen gesetzlich geforderten Prognosen zugrunde; bei einer "Vielehe" geht es insbesondere um die einseitige Möglichkeit meist muslimischer Männer, mehrere Frauen zu führen (ich schreibe bewusst nicht "mit mehreren Frauen gleichberechtigt zusammenzuleben") - Frauen wird in dem Zusammenhang dasselbe Recht verweigert, und so hat die o.g. Vielehe auch nichts zu tun mit freiwillig gelebter Polyamorie mehrerer gleichberechtigter Personen zu tun. Die Prognose für ein dauerhaftes Leben in unserer von persönlicher Freiheit und weitgehend schon umgesetzter Gleichberechtigung geprägten Gesellschaft ist daher negativ; die Aufzählung in § 8 des Staatsangehörigkeitsgesetzes könnte dazu erweitert werden.

#3 - 16.05.2019, 12:38 von r_saeckler

Hm - so wie bei jeder anderen Genehmigung auch:

Mein lieber rookie: wenn jemand die deutsche Staatsbürgerschaft unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erschleicht (so heißt das auf "juristisch"), dann wird dieselbe in dem Momentr nichtig in dem die Lüge auffliegt. So wie bei jedem beliebigen anderen Rechtsakt oder Vertrag. Sogar bei einer Eheschließung. Also, rookie, passen Sie auf, was Sie angeben wenn Sie mal heiraten sollten...!

#4 - 16.05.2019, 12:41 von Kradfahrer

Ohne jetzt für die Mehrehe zu plädieren,

bleibt zu hoffen, dass die Damen und Herren auch über den Anstand verfügen, ihre Deutsche Staatsbürgerschaft aufzugeben, wenn sie sich ein Kebsweib (m/w), also eine oder einen oder mehrere Geliebte halten. Diese Seite der Medaille wird nämlich in der Diskussion ausgeblendet, obschon es durchaus diskussionswürdig ist, welche Form des Zusammenlebens mit mehreren Partnern denn die moralisch verwerflichere ist.

Wie gesagt, es geht mir nicht darum, der Mehrehe das Wort zu reden. Aber Konsequenz und moralische Integrität muss ich verlangen können (nicht nur) in dieser Frage.

#5 - 16.05.2019, 13:40 von JBond

Gesetz > Moral

Zitat von Kradfahrer
bleibt zu hoffen, dass die Damen und Herren auch über den Anstand verfügen, ihre Deutsche Staatsbürgerschaft aufzugeben, wenn sie sich ein Kebsweib (m/w), also eine oder einen oder mehrere Geliebte halten. Diese Seite der Medaille wird nämlich in der Diskussion ausgeblendet, obschon es durchaus diskussionswürdig ist, welche Form des Zusammenlebens mit mehreren Partnern denn die moralisch verwerflichere ist. Wie gesagt, es geht mir nicht darum, der Mehrehe das Wort zu reden. Aber Konsequenz und moralische Integrität muss ich verlangen können (nicht nur) in dieser Frage.
Das ist eben nicht das Gleiche.
Denn es kann allen anderen ziemlich egal sein wer mit wem das Bett teilt (so lange es im Einvernehmen erfolgt und keine Minderjährigen etc betroffen sind) - eine Ehe (und hier ausdrücklich im rechtlichen und nicht im religiösen Sinn) beinhaltet aber nunmal viel mehr.

Zwei entscheidende Unterschiede:

Erstens - Gleichberechtigung:
Auch Frauen können einen oder mehrere Geliebte haben, das ist bei der Vielehe nicht gestattet

Zweitens - gesetzliche Anerkennung:
Geliebte, oder auch unverheiratete Paare, gelten vor dem Gesetz weiterhin als Einzelpersonen - daher gibt es keinen Grund hier irgendwie rechtlich tätig zu werden.
Eine Ehe bedeutet aber auch gewisse Rechte und Pflichten - daher ist hier der Gesetzgeber gefordert.

#6 - 16.05.2019, 13:59 von sven2016

Wie will man Vielehen nachweisen?

In muslimischen Staaten besteht nicht unbedingt ein Standesamt, das man befragen könnte, und Nachweise zum Ehestand dürften genauso oft verloren gehen wie Ausweispapiere.

Wird da etwa wieder populistisch regiert?

Nur die Ehrlichen oder Dummen werden von solchen Regelungen erwischt.

#7 - 16.05.2019, 14:13 von Hans-Dampf

Was soll das bringen? Dann bringt der edle Herr eben eine Ehefrau und (bis zu 3) Freundinnen mit. Und siehe da: das ist mit unserem Grundgesetz und dem BGB vereinbar. Moralisch ist es trotzdem fragwürdig, aber Moral ist subjektiv.

#8 - 16.05.2019, 14:16 von Schartin Mulz

Das Gesetz,

Zitat von JBond
Das ist eben nicht das Gleiche. Denn es kann allen anderen ziemlich egal sein wer mit wem das Bett teilt (so lange es im Einvernehmen erfolgt und keine Minderjährigen etc betroffen sind) - eine Ehe (und hier ausdrücklich im rechtlichen und nicht im religiösen Sinn) beinhaltet aber nunmal viel mehr. Zwei entscheidende Unterschiede: Erstens - Gleichberechtigung: Auch Frauen können einen oder mehrere Geliebte haben, das ist bei der Vielehe nicht gestattet Zweitens - gesetzliche Anerkennung: Geliebte, oder auch unverheiratete Paare, gelten vor dem Gesetz weiterhin als Einzelpersonen - daher gibt es keinen Grund hier irgendwie rechtlich tätig zu werden. Eine Ehe bedeutet aber auch gewisse Rechte und Pflichten - daher ist hier der Gesetzgeber gefordert.
dass man nicht mehrere Ehepartner haben darf, entspringt aber der Moral.
Genau wie früher das Verbot der Homo-Ehe.
Es wäre kein Problem, per Gesetz auch die Polygamie zu erlauben. Dass das nicht getan wird, hat allein mit moralischen Vorstellungen zu tun. Da sollten wir uns nichts vormachen.
Moralische Vorstellungen können sich ändern. Wie bei der Homo-Ehe.

#9 - 16.05.2019, 14:21 von cum infamia

Irrtum

Zitat von Kradfahrer
bleibt zu hoffen, dass die Damen und Herren auch über den Anstand verfügen, ihre Deutsche Staatsbürgerschaft aufzugeben, wenn sie sich ein Kebsweib (m/w), also eine oder einen oder mehrere Geliebte halten. Diese Seite der Medaille wird nämlich in der Diskussion ausgeblendet, obschon es durchaus diskussionswürdig ist, welche Form des Zusammenlebens mit mehreren Partnern denn die moralisch verwerflichere ist. Wie gesagt, es geht mir nicht darum, der Mehrehe das Wort zu reden. Aber Konsequenz und moralische Integrität muss ich verlangen können (nicht nur) in dieser Frage.
"Kebsweib" - übrigens veraltet für "Geliebte "in der Bibel - kann der Herr haben, so viel er will. Da wurde im vergangenen Jahrhundert noch die Nase gerümpft ( oder in Saudi-Arbien die Peitsche oder das Schwert geschwungen).Das ist ein moralischer Aspekt. Haben Sie keine Ahnung, was eine Ehe alles so nach sich zieht ? z.B. Erbe, Familiennachzug, Unterhalt, evtl.Hartz IV....

    Seite 1/2