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Merkels Abschied vom CDU-Vorsitz: Dass nichts bleibt wie es war

[M] DPA; AFP; Getty Images Nach 18 Jahren ist Schluss: Angela Merkel gibt den CDU-Vorsitz ab. Sie verpasste der alten Partei ein neues Gesicht, verhalf den Christdemokraten zu großen Erfolgen - bis es zuletzt bergab ging. Die Bilanz.
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#50 - 06.12.2018, 23:14 von ali3imbali

Merkel ist eine feministische Ikone...

... denn sie ist im Grunde die erste Frau in einem derartigen Amt, die dieses Amt nicht geführt hat, als wäre sie ein Mann. Ohne jedes Dominanzgehabe, Basta und andere Mittel aus dem Repertoire des virilen Politikers hat sie 18 Jahre lang die Fäden in der Hand behalten und Deutschland regiert und gezeigt wie Führung auch gehen kann. Ich bin a) Mann und habe b) noch nie Merkel gewählt, aber ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass sie die Alphamännchen der deutschen Politik kastriert hat. Dahin will ich nicht wieder zurück - wirkt heute nur noch lächerlich (siehe USA).

#51 - 07.12.2018, 00:01 von Dokoqueen

Ich bin keine CDU-Wählerin

….und werde auch nie eine werden.
Und doch habe ich in den letzten Jahren, festgestellt, dass mir die Kanzlerin irgendwie immer sympathischer geworden ist. Sicher, ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik war nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, denn die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich während ihrer Regierungszeit vergrößert. Aber mit Merz, Spahn und vermutlich auch AKK wird sich das möglicherweise noch verschärfen.
Ansonsten finde ich, hat Frau Merkel großen Mut bewiesen und unbequeme, aber richtige Entscheidungen getroffen. Ihre Abkehr von der Atompolitik war mutig und ihre viel kritisierte Flüchtlingspolitik war es auch. Ich bedaure ihren Abgang. Und ich bin davon überzeugt, dass viele ihrer Kritiker sich noch nach ihr zurücksehen werden.

#52 - 07.12.2018, 02:52 von waldschrat_72

Angela Merkels politische Bilanz ist seit 2012 weitgehend verheerend.,

Und das genau für diese These zu stimmende Argument lautet schlicht und einfach, dass es nichts Zählbares gibt, das uns all diese Jahre der Kanzlerschaft von Angela Merkel wirklich gebracht haben. Sind wir zum Mars geflogen ? Sind wird Klimaschutz-Weltmeister ? Sind wir Weltspitze in sozialer Gerechtigkeit ? Im Digitalen ? Im Nörgeln ? Oder etwa im hemmungslos ausgelebten Kapitalismus ? Was denn nun ? Wenn überhaupt, dann Letzteres. Ohne Ausgleich und ausgelacht von Rest-Europa. Das andere Europa ist "ärmer". Aber fast alle mit Eigenheim. Wohlgemerkt: Rest Europa. Nicht wir. Bezeichnend für Merkel dürfte insbesondere der nahezu völlige Mangel an Empathie an der eigenen Bevölkerung sein. Die Bedeutung dieses Wortes "Empathie" erschließt sich dieser Kanzlerschaft nur aus Online-Dictionarys wie Wikipedia. Begreifen wird die Frau das wohl nur schwer. Aus mir unbekannten (sicher in der Person liegenden) persönlichen Gründen wird Empathie hier mit "Verachtung" übersetzt. Und es gibt Leute in der Bevölkerung, die Verachtung mit Verachtung strafen. Dazu zähle ich mich auch.

#53 - 07.12.2018, 09:10 von mostly_harmless

Zitat von Georgtiffy
- "Modernisierung nennen es diejenigen, die es wohl meinen mit Angela Merkel. Ihre Kritiker sprechen hingegen vom Linksruck, auch eine "Sozialdemokratisierung" der CDU wird mit schöner Regelmäßigkeit diagnostiziert. [...]
Nun, die Sache ist eigentlich von der Analyse her ziemlich banal: Und ergibt sich aus der Antwort auf die Frage, ob man regelmäßige braune Anwandlungen in der CDU für zeitgemäß hält, oder nicht.
Die Namen Hohmann, Czaja, Hupka, Steinbach oder Dregger stehen für die CDU vor Merkel. Und die Inhalte waren z.B. die Ablehnung der Anerkennung der Oder-Neisse-Grenze, revanchistische Reden vor Vertriebenen-Verbänden, rassistische Äusserungen, etc. pp.
Und die daran anschliessende Frage lautet: Glaubt man, mit sowas in Deutschland in Zukunft Wahlen gewinnen zu können. Und ich betone: In DEUTSCHLAND, nicht in Heidenau.

#54 - 07.12.2018, 09:37 von anboes

"Angela Merkel also hat die CDU verändert, so viel ist klar."

Dass Merkel nichts in ihrer Partei verändert hat, bestätigen die um ihre Nachfolge buhlenden Persönlichkeiten.
FM für die "marktkonforme" Demokratie, AKK, die heute noch nicht mit einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft klar kommt und JSp, der nicht alles übernehmen will, was die SPD will.
Vielleicht ist die einzige, nicht beabsichtige Veränderung, die Tatsache, dass die Hahnenkämpfe der CDU öffentlich wurden. Aber auch, dass ihre politische Themen im Populistensumpf verwurzelt sind. Mindestlohn, paritätische Versicherungsbeiträge waren keine linken Überzeugungsleistungen der CDU, die Unantastbarkeit der Agenda 2010 aber doch. Diese notwendige Änderung wurde vom CDU-Wirtschaftsminister bereits zurückgewiesen.
Immer noch wird nicht verstanden, dass die SPD ein Drittel Stimmkraft in dieser "demokratischen" Regierung hat, die Merkel nachweislich nicht im Griff hatte und hat. Solange sie in Situationen wie mit Seehofer auch keine Führungsfähigkeit zeigt, bleibt alles beim alten. Merkel wird sich nicht ihre marktkonforme Politik in eine arbeitsmarktkonforme Demokratie ummünzen lassen. Und kein Nachfolger wird dies ändern wollen. Im rechten Westen nichts Neues!
Die Politik liefert offenbar auch den Medien nur eine CDU-Parteien-Politik?
Wer morgen die Merkelnachfolge übernimmt, wird übermorgen die Richtlinienkompetenz der Frau Merkel bestimmen! Sie wird weiter reisen, das starke Deutschland vorzeigen und sich als stärkste Staatsfrau feiern
lassen.

#55 - 07.12.2018, 09:58 von anboes

Wer das Haltbarkeitsdatum überschreitet,

wird den Unterschied der Frische und dem aromalosen Konserveninhalt erkennen.
Damals sagte sie:[Merkel]
"Liebe Freunde, ich habe mich gefreut, dass in den vergangenen Wochen viel darüber diskutiert wurde, was eigentlich konservativ sei. Einer, der sich an der Debatte beteiligt hat, hat für mich richtigerweise geschrieben: 'Konservativ kommt nicht von Konserve. Die Konservativen der Zukunft erkennt man am Mut zur Veränderung.' Die Wirklichkeit annehmen, fähig zur Erneuerung sein und zugleich Wertvolles bewahren - genau das ist konservativ."

Die SPD wird nach diesem Palaver der CDU über die neuen Konserven nachdenken und nicht umhinkommen, die Nagelprobe mit der Korrektur der Agenda 2010 zu machen!
Um eine neue überzeugende Politik zu gestalten, braucht sie ein neues Fundament. Was kann 1/3 gegen 2/3 Stimmen der Regierung erreichen und wieweit kann sie gehen, wenn die Kanzlerin absolut parteipolitisch gegen viele Menschen Politik durchsetzt, weil ihr die Parteienallianz wichtiger ist und sein wird, als die Verantwortung ihres Amtes?
Es bleibt die Befürchtung, dass sich nichts ändern wird.

#56 - 07.12.2018, 10:52 von mostly_harmless

Zitat von hileute
wenn Merz gewinnt schenkt man einer längst toten Partei Wählerstimmen, das werden deutlich mehr sein als die durch Merkel vlt an die AFD verloren gehen. Man würde zwar wieder zu sich selbst finden, aber den enormen Machtverlust ist das überhaupt nicht wert. AKK sollte die beste Wahl sein. Ein Schuss konservativer, aber nicht abschreckend für die Wähler
Wenn das Wohl der SPD von Abstimmungen in der CDU abhängt, sollte die die Partei umgehend auflösen. Sonst wird der Wähler das tun.

#57 - 07.12.2018, 14:26 von Frank Miskar

Merkel hilf! Die Hysteriker kommen.

Bei den hier schreibenden Merkelhassern habe ich das Gefühl, die haben die letzten zwanzig Jahre auf einem anderen Planeten gelebt, so sehr ist deren "Wirklichkeit" verdreht.
Wenn Mister Millonär Blackrock Kanzler wird, wird die Sehnsucht nach Merkel riesig sein.

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