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Podcast "Stimmenfang": Die neuen Protestwähler

CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX Sie liken Rezo und protestieren gegen Klimasünder. Bei der Europawahl hat die Generation YouTube den Volksparteien einen Denkzettel verpasst. Warum, erzählen drei wütende Jungwähler im Podcast.
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#1 - 13.06.2019, 16:47 von Galluss

Wieder einmal völlig daneben.

Sie brauchen nur mal die Wanderbewegungen von einer zur nächsten Partei zur Kenntnis nehmen.

Grundlage ist dabei, dass jeder von denen gewählt hatte. Sie hingegen meinen Erstwähler und konstruieren eine "Generation YouTube", womit ihre unsachliche Einwürfe etwas Gehalt vortäuschen sollen. Die Wählergruppe gibt es gar nicht.

Es sind also keineswegs die 13 % Jungwähler, die die Wahl entscheiden, sondern die 87 % anderen, die von ihrer bisher gewählten Partei die Nase voll haben. Also die Enttäuschten.

Scheibenwischer.

#2 - 13.06.2019, 16:51 von kingcole

Das teile ich so nicht

Man sollte dick dazuschreiben das der (ARD) Politik talk Habeck massiv eine Platform gegeben hat und dieser Kanal hat nin mal wenig mit jungen Wählern zu tun. Ohne dieses Zutun wurden wir heute nicht so uber die Grunen und deren Stammthema Klimaschutz diskutieren.

#3 - 13.06.2019, 17:08 von Robin_of_Locksley

kein Protestwähler

Ich bin über 70 Jahre alt, aber ich hoffe, noch nicht senil. Deshalb erkenne ich die Notwendigkeit etwas für meine Kinder zu hinterlassen, wenn ich gestorben bin. Für diese Belange geben mir Rezo und Ihr Kommentator Sascha Lobo Hoffnung. Diese und einige andere haben endlich mal das Korsett der "vollfetten, etablierten und in sich ruhenden" Machthaber (welcher Partei auch immer) im Ansatz gesprengt. Ich hoffe, dass diese Bewegung weiterhin Aufwind erfährt, denn mein Vertrauen in die regierenden Parteien und auch vieler Journalisten ist nicht mehr gleich 0....

#4 - 13.06.2019, 17:10 von okrogl

Kurzsichtig

Leider hat „Protestwähler Max“ Rezo nicht verstanden. Max sieht in seiner Blase nur noch das Thema CO2, dabei ging es Rezo nicht nur darum, sondern um die gesamte Verlogenheit von CDU & Co.
Und würde Max sich mal mit dem Abstimmverhalten der Grünen in der Vergangenheit beschäftigen, würde er sich eine andere Protestpartei suchen.

#5 - 13.06.2019, 17:41 von DJ Bob

sowas aber auch

Schon komisch noch vor ein paar Monate wurden die sozialen Medien von genau "diese" Leute in den Dreck gezogen weil sie nur "fake news"verbreiten. Und weil es gerade "dienlich" ist passt es?

#6 - 13.06.2019, 17:56 von wrkffm

Zeitenwende durch YouTube ?

Nicht nur die Umweltthemen stehen ganz oben, sondern auch die Wohnungsnot in den Ballungsräumen, wo es leider halt die meisten Jobs gibt. Die sind andererseits aber überwiegend zeiltlich befristet; also auch Familienplanung erstmal ade. Was wurde die letzten 20 Jahre darüber gemeckert, daß die Jugend ja so unpolitisch wäre. Jetzt geht sie auf die Straße, demonstriert, und nun ist´s auch wieder nix; von wegen den Profis überlassen. Eine Zeitenwende wird eben nicht nur alleine durch eine Volldigitalisierung eingeläutet, sondern auch durch analoge Erfahrungen, daraus resultierenden Erkenntnisse und Einsichten.

#7 - 13.06.2019, 18:53 von ardbeg17

immer noch kein Durchblick

ich habe mir nur gut fünf Minuten des Videos angetan. Ja, viele Fakten waren richtig, die Schlüsse jedoch meist nicht und dass die CDU an allem schuld sei, schon gar nicht. - Arm-Reich-Schere? Ja, schlechte Entwicklung. Liberalisierung z.B. der Finanzmärkte unter ROTGRÜN ohne CDU. - In den 50ern hat man sich Vermögen erarbeitet, heute ererbt man es nur noch. Weil die CDU nur Reichen-Politik macht. Naja, heute gibt es eben eine Menge vermögender Leute und in den 50ern hatten nichts. - Die CDU gibt das wenigste Geld für Bildung aus und zerstört so die Zukunft der Jungen. Naja, trotzdem sind die CDU-Länder bei Pisa besser als die mit rotgrün, verstehen also offenbar mehr von Bildung. - Kohle einfach abschalten ist möglich. Soso. Kleine Lücke von gut 20 GW bei Dunkelflaute sowie Entschädigungen und Arbeitslose sind ja nicht von Bedeutung. Der Strom kommt aus der Steckdose und die Arbeitslosen wären als AfD-Wähler sowieso von vorgestern und keine richtigen Menschen. - Die CDU hat nichts für den Klimaschutz getan. Aha, Wind und Sonne ist ja zuletzt gar nicht mehr ausgebaut worden, und dass es teils extrem langsam geht, liegt auch an der CDU. Komisch, dabei haben doch Trittin und Co seinerzeit etliche Klagemöglichkeiten und zusätzliche Verwaltungsakte eingebaut, um Projekte von öffentlichem Belang auf den Prüfstand zu stellen und ggf. zu verhindern. Neulich in der Spiegel-Titelstory am Beispiel eines Windparks wunderbar beschrieben. Nur dass die Grünen das gemacht haben, wurde natürlich nicht erwähnt.
Wi gesagt, ich habe nur fünf Minuten gesehen, und das hier war nur ein Teil davon. Insgesamt ein sehr professionell konzipiertes und platziertes populistisches Machwerk.
Richtig bedenklich ist aber, wie wenige Journalisten das entsprechend aufgegriffen und benannt haben.

#8 - 13.06.2019, 20:42 von anja-boettcher1

Typisch

Als jemand, die familiär und beruflich täglich mit mehr als hundert jungen Leuten zu tun hat und die auch regelmäßig Studien und Umfragen über Bevölkerungsstimmungen, vor allem junger Leute unter 30, finde ich folgenden Umstand bemerkenswert:

Jeder, der sich mit Ökologie, Postwachstumsökonomie und Nachhaltigkeit befasst, ist sich des Zusammenhangs von nicht-nachhaltigem auf Akkumulation beruhenden Wirtschaftens und muskulärer Hegemonial- und Kriegspolitik im Klaren: Denn wir leben in einer Welt, in der uns Kriege für Rohstoffe drohen!

Die Absage an eine Politik der Aufrüstung, der Konfrontation und der machtpolitischen Blöcke ist integrativer Bestandteil einer jeden an diesen Themen interessierten Politik. Merkwürdigerweise ist aber in unserem veröffentlichten Diskurs genau dieser destruktive Bereich eine heilige Kuh. Nicht das Grundgesetz, nicht die Menschenrechtscharta der UN und nicht der Kooperationsgedanke, sondern die bedingungslose Gefolgschaft in die Logik der NATO und des veralteten "westlichen" Blockdenkens sind anscheinend das goldene Kalb, an dem nicht gerüttelt werden darf.

Dadurch erweist sich aber auch jede vermeintliche "Diskussionsbereitschaft" eines vermachteten "common sense", der auf einem dysfunktionalen Politikverständnis des 20. Jhds beruht, als nicht ernst gemeint. Der hier interviewte "junge Mann" musste natürlich alle Aspekte des Videos "gut finden", aber nicht die blinde Gefolgschaft gegenüber der US-Hegemonie und NATO, die übrigens die Hälfte der jungen US-Amerikaner auch kritisch sieht und ablehnt. Hier, an dieser Stelle, endet deutlich wahrnehmbar die Grenze des stillschweigend "Erlaubten". Ein junger Mann, der anders "denkt", hätte hier natürlich auch gar nicht zu Wort kommen dürfen.

Es ist also nur Attitüde, nicht Einsicht. Was politisch wirklich geboten wäre, steht immer noch nicht zur Disposition. Nur --- das merken nicht nur junge, sondern auch ältere Menschen. So wird diese Gesellschaft vor die Wand gefahren. Die post-1990er-Ideologisierung und ihre Machtstrukturen, haben abgewirtschaftet. Entweder gelingt, in der Ökologie und in anderen Bereichen, die friedliche Transformation - oder wir werden alle ein böses Erwachen erleben. Pseudodiskussionen jedoch locken niemand mehr hinterm Ofen hervor.

#9 - 14.06.2019, 08:15 von holy64

Etablierte Parteien waren zu lange

am Ruder und haben zu wenig getan. Meist wsren sie mit sich und Personalien, mit Machtgerangel und Libbyarbeit beschäftigt. Es wird Zeit, dass alte Gesichter ausgetauscht werden. Aber bitte nicht mit angepassten Schlipsträgern, die grau und farblos sind und sich die Denke der Alten zu eigen machen - ohne kritischen Blick. Weg mit CDU/CSU und SPD. Ihr sollt um eure Posten bangen.