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Präsident vs. "Gelbwesten": Wem Macrons Milliarden-Versprechen nützen

REUTERS Frankreichs Präsident Macron will die "Gelbwesten" ruhigstellen - mit einer Reihe sozialer Maßnahmen für Geringverdiener. Den Staat kostet das Milliarden. Ökonomen glauben aber, dass die Falschen profitieren.
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#1 - 11.12.2018, 19:28 von s-achte

Egal wie man es dreht und wendet,

nachdem sich die Art, sich die Existenz zu sichern, seit dem ausgehenden 19ten Jhdt inzwischen grundlegend verändert hat, müssen wir völlig neu über Geldverteilung reden. Das schafft man aber nicht mit der kurzfristigen Denke von 'gelben Westen', hier wie dort. Das Thema ist hoch komplex.

#2 - 11.12.2018, 19:29 von dirkcoe

Wo ist das Konzept von Macron

Die jetzt verkündeten Maßnahmen sind nur eine Reaktion auf die Proteste, aber kein nachhaltiges Konzept. Ich denke, Herr Macron macht es sich gerade zu leicht und gewinnt nur etwas Zeit.

#3 - 11.12.2018, 19:33 von Newspeak

....

""In Frankreich ist der Mindestlohn bereits so hoch, dass er die Beschäftigung der schwächeren Gruppen am Arbeitsmarkt verringert, vor allem die der Jugendlichen" sagt er."

Immer noch dieselbe Maer, dass der Mindestlohn Jobs vernichtet? Wann muessen sich Oekonomen eigentlich mal korrigieren, wenn sie empirisch seit Jahren widerlegt worden sind?

"Denkbar wären Steuererhöhung und Einsparungen an anderer Stelle, was sich wiederum auf die Stimmung im Land auswirken dürfte."

Wie der Teufel das Weihwasser scheut man den Gedanken, mal die Reichen in die Pflicht zu nehmen. Und Journalisten beten das auch noch unkritisch nach. Es gibt sicher nicht so viele Reiche, dass man Gelbwestenaufstaende von diesen befuerchten muesste.

Ich kann nur hoffen, dass man sich in Frankreich nicht mit Almosen abspeisen laesst. Diese Vorschlaege sind unzureichend. Ich hoffe, die Franzosen bleiben wuetend. Es muss mal ein Ende haben, mit der Bevorzugung der Reichen und der Wirtschaft. Und wenn nicht jetzt, dann wird es in Zukunft noch schlimmer kommen. Irgendwann haben die Menschen genug.

#4 - 11.12.2018, 19:34 von latrodectus67

Alles bekannt

Die Widersprüche gehen davon aus, dass das die letzten Zugeständnisse von Macron sein werden. Und wenn man Ökonomen hört, dann sollte man sich an die Vorhersagen bezüglich der Lehmann Pleite erinnern. Da gilt für mich immer noch die Definition von despair.com: "Ökonomie ist die Wissenschaft morgen zu Erklären warum die gestrigen Vorhersagen heute nicht eingetroffen sind."
Viel interessanter als diese Kassandra Rufe ist die Frage ob die Gelbwesten nun aufhören. Und das weiss heute noch niemand.

#5 - 11.12.2018, 19:48 von kochra8

Relaunch to rebirth

Ich versuche es mal, in Deutsch zu erfassen. Die Unstimmigkeiten an den Märkten wirken desaströs. Noch scheints, lassen sich die globalen Schulden kaschieren. Kritisiert werden darf dieses Busineß schon lange nicht mehr. Gleichenfalls bevölkern bereits 12 Milliarden Bewohner den Planeten. Arbeitsplätze werden technisch rationalisiert. Immer mehr ins Unbekannte outgesourct. Gebiete sind unbewohnbar, verwüstet oder durch Kriegshandlungen geschmälert. Eine kleine Elite in Frankreich nun masst sich an, dagegen zu protestieren. Was wäre wenn, global dadurch entsprechend der Arabellion sämtliche Potentaten entrückt würden, bzw. aus ihren Pfründen enthoben? Die Buchschulden liessen sich so nicht tilgen. Ausser man schüfe ein gänzlich neues System. Darein nu aber alles miteingepasst sein sollte. Jene, die zu geben haben v/s alle, welche die Not zusehr drangsalierte. Die Gelbwesten also, sind sie nur ein erster Schritt? Oder bloß ein paar Wohlstandsverwahrloste, die wochenends zuviel Zeit haben, anstelle sich um die Familie zu kümmern? Oder verkümmert wirklich etwas, wovon SIE uns nurmehr vorwarnen, dies aktiv bezwecken wollen?

#6 - 11.12.2018, 19:59 von schlimmer1

Nun...

... woher ein Teil der Finanzierung kommen könnte, ist nicht schwierig zu verstehen. Die Unternehmenssteuern sollten von 2017 bis 2022 von zuvor 33% auf 25% gesenkt werden. Die Kapitalertragssteuern sollten von 50% auf 30% sinken. Es ist in diesem Zusammenhang auch nicht schwierig zu verstehen, was die Gelb-Westen auf die Palme bringt. Also: Man nehme die Steuererleichterung für die Reichen zurück. Et voilà...

#7 - 11.12.2018, 20:00 von gersois

Zitat von Newspeak
""In Frankreich ist der Mindestlohn bereits so hoch, dass er die Beschäftigung der schwächeren Gruppen am Arbeitsmarkt verringert, vor allem die der Jugendlichen" sagt er." Immer noch dieselbe Maer, dass der Mindestlohn Jobs vernichtet? Wann muessen sich Oekonomen eigentlich mal korrigieren, wenn sie empirisch seit Jahren widerlegt worden sind? "Denkbar wären Steuererhöhung und Einsparungen an anderer Stelle, was sich wiederum auf die Stimmung im Land auswirken dürfte." Wie der Teufel das Weihwasser scheut man den Gedanken, mal die Reichen in die Pflicht zu nehmen. Und Journalisten beten das auch noch unkritisch nach. Es gibt sicher nicht so viele Reiche, dass man Gelbwestenaufstaende von diesen befuerchten muesste. Ich kann nur hoffen, dass man sich in Frankreich nicht mit Almosen abspeisen laesst. Diese Vorschlaege sind unzureichend. Ich hoffe, die Franzosen bleiben wuetend. Es muss mal ein Ende haben, mit der Bevorzugung der Reichen und der Wirtschaft. Und wenn nicht jetzt, dann wird es in Zukunft noch schlimmer kommen. Irgendwann haben die Menschen genug.
Warum bewerben Sie sich nicht als Wirtschaftsminister in Frankreich? Frankreich hat einen Mindestlohn, der in Anbetracht der Handwerkerpreise sehr hoch ist. Zusammen mit dem Kündigungsschutz und der TVA-Befreiung für Kleinbetriebe (der Handwerker als Einzelkämpfer) ist das schon so, dass es die Einstellung von Mitarbeitern verhindert.
Frankreich hat den höchsten Mindestlohn in Europa, seit Jahren eine strenge 35h-Woche und eine kurze Lebensarbeitszeit. Was wollen die Franzosen eigentlich noch? Voller Verachtung haben die Sozialisten von Hollande bis Melenchon auf das verarmende Deutschland mit seinen Minimallöhnen von € 3,- pro Stunde (die berühmte ostdeutsche Friseurin) herabgeblickt. Und wo steht Frankreich heute? Vor einem Scherbenhaufen einer verfehlte, staatlich gelenkten Wirtschaftspolitik!
Schauen Sie in Schweiz: dort herrscht Vollbeschäftigung, aber keine 35h-Woche! Sollte Ihnen zu Denken geben.

#8 - 11.12.2018, 20:03 von m.klagge

Das Heulen der neoliberalen Wölfe

in den Medien ist fast schon lustig anzuhören. Man braucht wirklich keine Verschwörungstheorie mehr zu bemühen, ein Blick in die Zeitungen und Bildschirme der etablierten Medien zeigt ganz offen, was Masse ist. Zum einen werden anständige Journalisten, die Milliardenbetrügereien gegen die einfachen Steuerzahler aufgedeckt haben vor die Gerichte gezerrt, zum anderen blöken in den Medien die Sprecher des, mangels besserer Bezeichnung, Establishments wegen einer sozial mehr als sinnvollen Staatsausgabe in Frankreich.

#9 - 11.12.2018, 20:08 von Havel Pavel

Was kann er denn sonst anderes tun?

Zitat von dirkcoe
Die jetzt verkündeten Maßnahmen sind nur eine Reaktion auf die Proteste, aber kein nachhaltiges Konzept. Ich denke, Herr Macron macht es sich gerade zu leicht und gewinnt nur etwas Zeit.
Sein höchstes Ziel kann es ja wohl erst mal nur sein die Gewalt zu stoppen bevor sie ausufert und das gesamte Land erfasst. Das tut er gerade wohl schweren Herzens mit Zugeständnissen und wenn die Lage sich soweit beruhigt hat muss man natürlich zur Sache schreiten, um die Probleme langfristig angemessen lösen zu können. Ob und wie dies gelingt steht wieder auf einem ganz anderen Blatt. Es zeigt sich wieder einmal mehr wie schwierig es ist gerade den Frnzosen liebgewordene Gewohnheiten absprechen zu wollen oder sie sonstwie übergebühr zur Kasse zu bitten. In Deutschland haben es die Regierenden in dieser Hinsicht wesentlich einfacher, worum sie Macron gewiss beneiden dürfte.

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