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Präsident vs. "Gelbwesten": Wem Macrons Milliarden-Versprechen nützen

REUTERS Frankreichs Präsident Macron will die "Gelbwesten" ruhigstellen - mit einer Reihe sozialer Maßnahmen für Geringverdiener. Den Staat kostet das Milliarden. Ökonomen glauben aber, dass die Falschen profitieren.
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#100 - 12.12.2018, 13:19 von bicyclerepairmen

Und ?

Zitat von Johann Dumont
Möglicherweise hat sich durch die Wahl von Frau AKK bei uns der Unmut etwas vertagt - aber er kommt mit Macht wenn die AFD den Neokapitalismus weiter ausbaut. Es war die Wahl zwischen Pest und Colera, Merz hätte sofort weiteres Konfliktpotential aufgebaut. Merz wird gelobt für erfolgreiche Tätigkeit in der Industrie - er war nie in der Industrie - er war in der Abzockeindustrie - die über Spekulation und Firmenzerschlagungen Geld kassieren - aber nicht verdienen.
Wer zieht den aus den Gelbwesten seinen politischen Nektar in Frankreich, wer tut das bei denen hierzu Lande im Ostern die gegen ein zuviel an "Ahmeds und den Alis" dort mittlerweile die Strasse bevölkern ?

Mittlerweile, bzw. bei dem aktuellen Stand bin ich persönlich ganz froh das die Deutschen die französische Attitüde noch nicht übernommen haben. Den im Zweifel wissen wir ja auch aus der Geschichte für wen und was die Deutschen mehrheitlich bis dato aufgestanden und randaliert haben. Am Ende hieß das nämlich "unsere Mauern brechen, unsere Herzen nicht". Sarkasmus off.

#101 - 12.12.2018, 15:12 von Gut Reden

Priviliegien hier

Die Privilegien der einen sind das Problem der anderen. Quasi Unkündbarkeit auch bei schlechter Leistung bedeutet, dass die Firma auch ein paar Kündbare haben muss, auch im Sinne der "braven" Mitarbeiter, damit sich ein paar mehr engagieren müssen und die Last nicht bei wenigen hängen bleibt. Übertriebene Löhne (Metaller, Autoindustrie) der einen bedeutet Leiharbeit bei schlechten Löhnen für die anderen. Da sind nicht die Firmen schuld.

#102 - 12.12.2018, 15:22 von Gut Reden

Keine Lobby?

Zitat von dieter-ploetze
...und das ist der politik mit sicherheit bewusst und bekannt. es ist eben leider so, dass die aermsten keine lobby haben und kaum die kraft dagegen aufzustehen.
Die wohl größe Lobby hierzulande hat der ganze Sozialbereich mit Millionen Beschäftigten und selbsternannten Heilsbringern auf Kosten der Steuerzahler. Und von wegen irgendwelche Vergünstigungen würden verrechnet. Zahllose Dinge gibt es gratis dazu oder sind nicht zu bezahlen. Natürlich gibt es nicht doppel Geld fürs Kind.

#103 - 12.12.2018, 15:29 von Gut Reden

Ansprüche

Zitat von wynkendewild
Wir müssen aber auf der anderen Seite festhalten, dass immer weniger Menschen von ihrem Einkommen vernünftig leben können.
Nein, es sind einfach die Ansprüche immens gestiegen. Auch gerade derer, die selbst nichts beitragen. Bloß weil es eine Handvoll Leute im Luxus gibt, den man selbst nie erreichen wird, geht es einem jeden hier und dort mehr als gut. Nicht immer nur nach "Oben" orientieren.
Etwas Demut und Bescheidenheit würde uns idR völlig austauschbaren Existenzen schon gut tun.

#104 - 12.12.2018, 15:38 von Jürgen Reichl

Interessanter Artikel Ihrerseits,
Vielleicht würde mal eine Grundsatzdiskussion helfen, wer der Staat überhaupt ist.
Der Staat ist NICHT Emanuel Macron, sondern nur sein oberster "Diener". Der Staat ist die Bevölkerung, welchen den Staat erst einmal begründet. Wo kein Volk, da kein Staat, nichtwahr?
Und wenn man dieses Volk von Jahr zu Jahr immer mehr auspresst wie eine Zitrone, ohne dies an den kapitalistischen Erfolgen teilhaben zu lassen, dass wird sich das Volk erheben, wie nun geschehen.
Die Bürger lehnen sich nicht gegen den Staat auf, der sind sie ja selbst (wie wir nun wissen). Sie lehnen sich gegen eine immer ungerechtere Politik des obersten Staatsdiener auf wegen ungerechter Verteilung nach Gutsherrenart.
Was bleibt da zu sagen?
Ganz einfach. Dass Volk hat recht und man darf mal wetten, wie lange das in D noch so gut geht bei fortschreitender Armut in einem superreichen Land, dem es noch nie so gut ging! Bleibt die Frage. Wem geht es so sehr sauwohl? Der breiten Bevölkerung in D sicher nicht!!!

#105 - 13.12.2018, 15:57 von oliver_behre

Immer wieder gut ...

Zitat von Beat Adler
Dem erz-kapitalistischsten Land, dem erz-neolibaralistischsten Land der Welt, der Schweiz, geht es erstaunlich gut. Wir Schweizer hatten nie eine sozialistische Regierung, welche an die Buerger Geschenke verteilte, die dafuer sorgen, dass eine Rueck-Umverteilung nicht mehr moeglich ist so wie in Frankreich.
... wenn die Schweiz zum Vergleich herangezogen wird:

Ein kleines Land, anders als etwa die Türkei gelegen im geostrategischen Nirgendwo, schon Cäsar ließ die Schweiz links liegen. Seit 800 Jahren der Hehler der Welt - geschützt durch "Bankgeheimnis" und "Neutralität", erstere als Wettbewerbsvorteil unter Hinantstellung jeglichen moralischen Ballasts, letztere wohl als Trotzreaktion auf die Ignoranz der Nachbarn, bunkert man das Kapital der Reichen der Welt, ohne Rücksicht auf dessen Herkunft - ob Marcos, die Saudis, Kim-Jong-Irgendwas, russischer Oligarch oder ganz normaler Steuervermeider aus einem Nachbarland. Solange man sein Geld - gern auch in bar - in die Schweiz bringt und es dort arbeiten lässt, ist man "neutral".

Dieses Alleinstellungsmerkmal macht die Schweiz für internationale Vergleiche ungefähr so geeignet wie Grönland. Ich gönne den Schweizern, was den Schweizern ist, aber man sollte doch sein Geschäftsmodell nicht auch den anderen empfehlen - ich bezweifele, dass man mit Rolex allein den Wohlstand halten kann.

#106 - 13.12.2018, 16:49 von ruhepuls

Schon, nur wie?

Zitat von s-achte
nachdem sich die Art, sich die Existenz zu sichern, seit dem ausgehenden 19ten Jhdt inzwischen grundlegend verändert hat, müssen wir völlig neu über Geldverteilung reden. Das schafft man aber nicht mit der kurzfristigen Denke von 'gelben Westen', hier wie dort. Das Thema ist hoch komplex.
Es scheint klar zu sein: (Einfache) Arbeit wird immer weniger. Hier schlägt die Automatisierung zuerst zu. Und es gibt nun mal viele, die - aus verschiedenen Gründen - nicht die notwendige Qualifikation für "anspruchsvollere Jobs" haben oder schaffen. Man kann die Leute ja auch nicht mit Gewalt in Schulen und Hochschulen zwingen, wenn sie das nicht wollen.
Nur ist auch eines klar: Es wird massiven Widerstand gegen "Umverteilung" geben, wenn die, die arbeiten oder anderweitig Geld verdienen, das Gefühl haben, dass andere Geld bekommen, ohne dafür etwas zu tun. Das ist auch "gefühlte" Ungerechtigkeit.

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