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SPD-Kandidatenrennen: Der doppelte Scholz

Andreas Arnold/ DPA Ein Viertel der SPD-Castingtour ist gelaufen, Zeit für eine Zwischenbilanz: Wie versuchen die Kandidaten, die Basis von sich zu überzeugen? Und warum tut Vizekanzler Olaf Scholz sich so schwer?
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#1 - 11.09.2019, 15:21 von Sensør

Warum liegt der Focus auf Scholz?

Scholz verweist auf seine Zeit als Erster Bürgermeister in Hamburg - und mit Verlaub, dort hat er vergeigt, und zwar richtig. Daran erinnern sich auch noch viele Sozialdemokraten.

#2 - 11.09.2019, 15:25 von hagebut

Scholz soll es machen

Wir müssen erkennen und uns damit abfinden, dass Wirtschaftspolitik in Deutschland nur um Nuancen anders gemacht werden kann, als die Union das tut. Die Nutzung der Spielräume ist aber dringend geboten. Dafür steht nun Scholz als geeigneter Kandidat, der noch alle Tassen im Schrank hat. Was man von anderen nicht sagen kann.

Z.B. ist die Forderung nach Austritt aus der GroKo politischer Selbstmord. Die SPD kann sich nicht grundlegend erneuern, zu was sollte das führen?

Natürlich kann man bei Scholz nun jede Menge Fehler herausstreichen, Fehler die jeder Mensch nun einmal hat. Was will man in der SPD? Einen Führer mit einem Heiligenschein um den Kopf, wie damals Willy Brandt?

#3 - 11.09.2019, 15:35 von shaboo

Scholz war und ist ...

... Teil des Problems und Teil genau der Entwicklung, die die SPD zu ihrem aktuellen Tief(st)punkt geführt hat. Ausgerechnet ihn nun zum Vorsitzenden zu wählen, wäre völlig grotesk und würde diese Partei endgültig dem Gespött preisgeben. Leider wäre es auch typisch SPD und von daher kein bisschen überraschend. Alleine schon dieses unerträgliche Hocken auf der schwarzen Null zeigt doch, dass dieser Scholzomat gänzlich ungeeignet für alles ist, was mit der Gestaltung der Zukunft zu tun hat. Wir haben Investitionsstaus an allen Ecken und Enden, insbesondere allem Infrastrukturellen und Digitalen, und anstatt den Umstand zu nutzen, sich Geld für langfristig eh unvermeidbare Ausgaben so günstig wie nie zuvor beschaffen zu können, spielt der Mann die schwäbische Hausfrau und betreibt Prinzipienreiterei aus reinem Selbstzweck. Wer so einen Vorsitzenden hat, stellt sich zur nächsten Wahl besser gar nicht erst auf.

#4 - 11.09.2019, 15:37 von PaulePaulsen

Scholz wird es nicht

Ich habe nun ein "Casting" selbst erlebt und ein anderes bei Phoenix verfolgt. Ich rechne Scholz keine Chancen aus, er verkörpert die "alte" SPD, die er mit "in das Tal der Tränen" geführt habe, wie ihm in Friedberg entgegengehalten wurde.

Meine Favoriten Stegner und Schwan werden es wohl auch nicht, das Lebensalter von Gesine (so blöd es klingt) ist hierbei wohl die größte Hemmschwelle, wie ich oft von Genossen höre, was ich sehr bedauere.

Hohe Chancen gebe ich dem Team Lauterbach und dem Roth-Tandem, nicht zuletzt, weil diese vier Kandidaten akkurat vorbereitet waren, die Damen sich hervorragend ergänzen mit den doch populäreren Herren und es verstanden, ihren großen Sachverstand sehr emotional und dennoch sachlich zu beweisen.

Zu beachten auch das Team Walther-Borjans wegen des starken Rückenwindes des mitgliederstärksten Bundeslandes NRW.

Ich denke, dass es Leute an die SPD-Spitze schaffen, die sich eindeutig gegen eine GroKo aussprechen. Ferner vermute ich, dass sich die SPD-Mitglieder im Rahmen der Befragung zur Halbzeitbilanz eindeutig für einen GroKo-Rückzug aussprechen werden.

Es stehen uns spannende Wochen ins Haus, die SPD aber lebt. Ratschläge zur Kandidaten- und Kursfindung sollten andere Parteien sich verkneifen, denn darin spiegelt sich nur der Neid, selbst nicht diese Art innerparteilicher Demokratie hinzubekommen.

#5 - 11.09.2019, 15:39 von kraut&ruebe

Warum?

Warum das ganze Gewese? Warum ist es wichtig, dass das bei der Basis gut ankommt? Das sind immerhin dieselben Mitglieder, die vor gerade mal 1,5 Jahren zu 2 Dritteln (!) für die erneute GroKo gestimmt und damit den Verfall der sPD beschleunigt haben. Warum sollte man diesen Leuten eine vernünftige Entscheidung zutrauen? Gruss ein ehemaliges sPD-Mitglied

#6 - 11.09.2019, 15:43 von Freidenker10

Weil Herr Scholz für den Status Quo steht und der hat die SPD nach unten geführt. Mit Scholz gäbe es keinerlei Veränderung und auch keinen frischen Wind und den bräuchte die SPD dringend. Scholz kann nicht motivieren und Scholz kann auch nicht links, beides ist aber unumgänglich!

#7 - 11.09.2019, 15:47 von zoon.politicon

Egal, welcher Spitzengenosse der SPD sich als Kandidat für eine Wahl (Vorsitzender, Kanzlerkandidat o.ä.) stellt, er wird sofort vom Mainstrean der Medien beschossen bzw. demontiert.
Jetzt wird also einfach behauptet, Scholz täte sich schwer, die Basis zu überzeugen. Der Mann hat als reg. Bürgermeister in Hamburg 50% der Wählerstimmen bekommen, während der CDU-Kandidat 25 % bekam.

#8 - 11.09.2019, 15:54 von burlei

@kraut&ruebe, #4

Zitat von kraut&ruebe
Warum das ganze Gewese? Warum ist es wichtig, dass das bei der Basis gut ankommt? Das sind immerhin dieselben Mitglieder, die vor gerade mal 1,5 Jahren zu 2 Dritteln (!) für die erneute GroKo gestimmt und damit den Verfall der sPD beschleunigt haben. Warum sollte man diesen Leuten eine vernünftige Entscheidung zutrauen? Gruss ein ehemaliges sPD-Mitglied
Weil es die selben Mitglieder sind, die mit 75% für die erste GroKo unter Merkel gestimmt haben. Heute werden möglicherweise noch 50% dafür stimmen, eher weniger. Die SPD-Mitglieder werden langsam den Hals voll haben von den Koalitionspartner. Damit ist weder Staat noch Politik zu machen. Die aktuelle Diskussion um den Klimaschutz zeigt doch, dass es für die CDU/CSU nur um eines geht - um den absoluten Stillstand.

#9 - 11.09.2019, 15:57 von Freidenker10

Zitat von zoon.politicon
Egal, welcher Spitzengenosse der SPD sich als Kandidat für eine Wahl (Vorsitzender, Kanzlerkandidat o.ä.) stellt, er wird sofort vom Mainstrean der Medien beschossen bzw. demontiert. Jetzt wird also einfach behauptet, Scholz täte sich schwer, die Basis zu überzeugen. Der Mann hat als reg. Bürgermeister in Hamburg 50% der Wählerstimmen bekommen, während der CDU-Kandidat 25 % bekam.
Die Hamburger stehen vielleicht auf unterkühlte Politiker, aber im Rest des Landes sieht das anders aus.

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