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Tod des früheren US-Präsidenten: Wie George Bush zum "Freund der Deutschen" wurde

AFP George Bush verkörperte alles, was wir heute an Donald Trump vermissen. Er war Mit-Architekt der Wiedervereinigung - ohne ihn hätten die Deutschen keine zweite Chance bekommen, meint der frühere SPIEGEL-Korrespondent Richard Kiessler.
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#1 - 01.12.2018, 20:41 von Gyros Pita

Ohne Gorbatschow...

hätten die Deutschen keine zweite Chance bekommen!

Gorbatschow war es, der den Erich Honecker hat auflaufen lassen und ihm keine Rückendeckung durch das russische Militär zur bekämpfung innerer Unruhen gegeben hat.
Gorbatschow war es, der die russischen Truppen ohne einen Schuss abzugeben, hat abziehen zu lassen.

Das was man Bush zugute halten muss, ist das er die Erfolge mit den Abrüstungsverträgen, die Reagan mit Gorbatschow geschlossen hat, nicht wieder rückgängig gemacht hatte.
Ansonsten hat Bush nur Spüche geklopft.

Ja, damals hat man wirklich noch geglaubt, es könnte eines Tages sein, das die Welt friedlicher werden würde. Aber dann hat die USA leider festgestellt, das es besser für die Wirtschaft und den Profit ist, wenn man Kriege führen kann. Also werden wieder fleißig Waffen produziert und Kriege angezettelt.

#2 - 01.12.2018, 20:43 von peterpahn

Das Stichwort ist "Vertrauen", ein Wort, das in Zeiten ...

Das Stichwort ist "Vertrauen", ein Wort, das in Zeiten von Big-Data ins Gerümpel der Vergangenheit zu gehören scheint. Kohl und Bush Seniorhaben auf quasi naive Weise einander vertraut. Es gibt eine Fernsehdokumentation, in der Kohl Jahre später erzählt, wie er mit Bush Senior den sog. Zehn-Punkte-Plan am Telefon besprochen hat. Kohl hat mit Bush wohl 20 Minuten über die Schönheit der Landschaft im Osten gesprochen, und dann beiläufig über diesen 10-Punkte-Plan. Mit anderen Worten: Wir sind heute sehr oft tief im Morast des Mistrauens, sowohl zwischen Staatsmännern und -frauen, als auch der Bevölkerung, weil wir einander kaum noch vertrauen können und sehr oft bloß das Schlimmste vom jeweils anderen vermuten.

#3 - 01.12.2018, 21:06 von dunnhaupt

Briten und Franzosen suchten die Wiedervereinigung zu verhindern

Frau Thatcher und Herr Mitterand flogen umsonst nach Moskau, um die Wiedervereinigung zu stoppen. Doch George H. W. Bush unterstützte Kohl und Gorbatschew, und so gelang der Plan.

#4 - 01.12.2018, 21:54 von cdbee

Die Zeit hat danach verlangt, früher oder später wäre die Wiedervereinigung passiert. Politiker werden überschätzt weil es eben keinen alternativen Verlauf der Geschichte ohne Politiker (zum Vergleich) gibt.

#5 - 01.12.2018, 22:08 von P-Schrauber

George Bush war einer der besten US Präsidenten der Nachkriegszeit im 20.JAhrhundert, schon dass er während der Amtszeit Vizepräsident war hat ihm geholfen das Amt richtig auszuführen.
Dann war er Weltkriegsveteran im Pazifik als Pilot in einem Jagdflugzeug wurde abgeschossen, gerettet, flog weiter gewann Luftkämpfe, der Mann hat wirklich gelebt.
Auch seine Ehe war schon besonders, er hatte 5 oder 6 Kinder war unendlich lange verheiratet.
Er ein gutes Verhältnis zu Reagen der eher impulsiv war, auch weil er ihn als Reagen angeschossen und im Krankenhaus lag nur vertrat nie die Amtsgeschäfte gleichwertig übernahm.
Letztendlich der Fall der Mauer, die Wiedervereinigung und die Abrüstung der beiden Superstaaten, das hört sich jetzt nach nicht so viel an ist es aber.
Auch die Befreiung Kuweits war ein militärischer Erfolg.
Allerdings hat er in der Wirtschaftspolitik nicht so viel Glück und Bill Clinton hatte mit diesen Thema die besseren Karten.

Für mich war er Mitbereiter der Deutschen Einheit ohne sein Mitwirken hätten wir die Wiedervereinigung nicht erhalten und zu Kohl da zitiere ich dem Sinn nach einen ausländischen Radiosender (yleVEGA) zur ersten Wiedervereinigungsfeier 1990 wo der Kommentator damals meinte Kohl wäre im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung das Glückskind der Geschichte, Bush hingegen der Wegbereiter.

#6 - 01.12.2018, 22:36 von ichliebeeuchdochalle

Schade, daß die viele Zeit für seine Politik-Tätigkeit dazu geführt hat, daß seine Kinder ohne Führung und Erziehung so charakterlich schäbige Zeitgenossen wurden.

#7 - 01.12.2018, 23:14 von flowcreek

Der Artikel behandelt das Leben von Bush Senior als eine Kette von Treffen mit wichtigen ausländischen Politikern, die damit verbundenen Entscheidung sowie die wichtigen militärischen Aktionen während seiner Regierungszeit. Kein Wort über Bush und seine Aktionen im Wirtschaftsbereich. Offensichtlich wird dieser Bereich als nicht wichtig genug für die historische Bedeutung von Staatsmännern gehalten. Diese traditionelle Ansicht ist leider weit verbreitet in den Medien. Ob das an dem Wissensstand der Medien liegt oder an dem Informationsinteressen der erwarteten Lesern/Käufer ist schwer zu sagen. Höchstwahrscheinlich eine Mischung.
Was bleibt ist leider ein Kommentar mit vielen Lücken

#8 - 01.12.2018, 23:20 von matbhmx

Das ist der entscheidende ...

... Satz: "Besser als andere westliche Regierungen wusste der Präsident Bush die globale Dimension der neuen Außenpolitik Gorbatschows und die Konsequenzen für die Umgestaltung Nachkriegseuropas richtig einzuschätzen - und dabei die amerikanischen strategischen und ökonomischen Interessen zu wahren."

Den USA ist es nicht um Deutschland gegangen, man hat nicht "gemenschelt", sondern es ging um amerikanische Interessen.

Und @Gyros Pita: Gorbatschow hat nichts anderes getan als sich den Sachzwängen zu ergeben. Die Sowjetunion, der ganze Ostblock standen mit dem Rücken an der Wand - oder anders gesagt: Die Sowjets hat überhaupt kein Geld mehr, um für die Waffen ihrer Armee Kugeln usw. zu kaufen, mit denen sie nicht nur in der DDR, sondern in allen Ostblockstaaten hätten intervenieren müssen! Zu der Zeit bekam der Ostblock Schwierigkeiten, die Bevölkerung überhaupt noch mit Lebensmitteln hinreichend versorgen zu können.

Was linkslibertäre Schwätzer und Alt-SED-Kader nicht zur Kenntnis nehmen wollen: Der Sozialismus als behauptete Vorstufe war bedingungslos gescheitert. Und zwar nicht am pösen, pösen, sehr pösen Kapitalismus, sondern schlicht am eigenen System. Und dieser Sozialismus war weltweit gescheitert: Im Ostblock, in China, in ganz Asien, in den afrikanischen und südamerikanischen Staaten. Umso erstaunlicher ist es, dass heute sozialistische Rezepte wieder salonfähig sind. Das nur nebenbei!

Die deutsche Einheit wäre aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse zwangsläufig gekommen. Ungarn, die damalige Tescheslowakei hatten ihre Grenzzäune geöffnet - auch nicht aus Humanität, sondern weil wegen der Versorgungsengpässe das System nicht überlebensfähig war. Ein Fortbestand der DDR hätte erforderlich gemacht, nicht nur Grenzanlagen wie bisher um Berlin (West) und zum Westen hin zu erhalten, sondern man hätte entsprechende Anlagen rund um die DDR errichten müssen. Dafür hatte die DDR kein Geld. Bei Fortbestand der DDR wäre dieser scheibchenweise die ganze junge arbeitsfähige Bevölkerung abhanden gekommen. Schon unmittelbar nach der Öffnung der Grenze durch Ungarn und Tschecheslowakei konnten viele Produktionsbetriebe nicht mehr arbeiten, weil reihenweise die Arbeiter nach Ungarn usw. abgehauen waren, um in die Bundesrepublik zu fliehen. Landwirtschaftliche Betriebe liefen nicht mehr, was dazu geführt hätte, dass die DDR noch nicht Mal mehr mit Grundnahrungsmitteln hätten versorgt werden können! Eine fortbestehende DDR hätte sich von allein aufgelöst. Das war Realitätspolitikern wie Bush und Gorbatschow völlig klar! Nur Mitterand und Thatcher, die Italiener usw. waren als politische Einfaltspinsel unfähig, das zu erkennen!

#9 - 02.12.2018, 00:02 von espressodupio

Hut ab ...

vor IHM,er ermöglichte mit die deutsche Einheit .... alles andere: naja... und danach die darauf folgenden Präsidenten toppen sich nur noch in deren Underdog-Dasein

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