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Trump-Hochburg West Virginia: Für Kohle und Gott

REUTERS In West Virginia ist die Unterstützung für Donald Trump ungebrochen. Wer hier politisch Erfolg haben will, muss konservativ sein - und für die Kohle. Auch als Demokrat.
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#1 - 10.11.2018, 20:57 von ppa

research

ich würde schon erwarten, dass ein autor den unterschied zwischen den demokratischen kandiaten manchin und ojeda erklären kann; der kandidat ojeda trat in einem wahlkreis an, wo trump einen 40%igen-vorsprung hatte; seine kandidatur war bestimmt nicht die eines vertreters eines establishment-kandidaten; der mann hatte sehr gut abgeschnitten und wurde z.b. von der gruppierung"political revolution" endorsed und griff in seinen anzeige auch Nancy Pelosi an.

mehr hintergrund hier- von den Young Turks
A Democrat Calling Out EVERYONE In Congress

https://www.youtube.com/watch?v=6WIqIVWaLVA

#2 - 10.11.2018, 21:01 von Ökofred

Das war einmal, das kommt nicht wieder...

In den Staaten wurden in den letzten 8 Jahren ca. 80 GW an Kohlekraftwerken abgebaut. Das ist etwa soviel wie die gesamte dt. fossile Kraftwerkskapazität Wie soll das kompensiert werden? Ausbaupläne für Kohle gibt es nicht. Frackinggas und Windenergie kosten etwa die Hälfe.... das wird nix mehr mit der Kohle, da kann der Trump noch so viel versprechen.
https://www.carbonbrief.org/guest-post-peak-coal-is-getting-closer-latest-figures-show?utm_content=buffer7e10c&utm_medium=social&utm _source=twitter.com&utm_campaign=buffer

#3 - 10.11.2018, 21:16 von Nubari

Strukturwandel?

Nicht in West Virginia! Die engen Täler mit ihren zum Teil sterbenden Städtchen sind so abgelegen, dass nicht nur Washington, sondern auch die bittere Realität sehr weit entfernt ist. Die Leute kamen für die Kohle nach West Virginia und lebten mit der Kohle von der Kohle. Wenn Minen und Zulieferbetriebe schließen, zieht weg wer es kann. Zurück bleiben eine wunderschöne bergige Wildnis, vergiftete Gewässer, Armut und der Glaube an Gott. Die Idee, Solaranlagen in die für die Kohle zerstörte Landschaft zu pflanzen ist zwar neu, aber nicht besonders gut. Andernorts sind die Flächen größer und die Infrastruktur viel besser. Das würde auch für Alternativen gelten, wenn es diese denn gäbe.

#4 - 10.11.2018, 21:19 von Watschn

Historisch ein Unikum....

Eigentlich waren bis zum 2. WK die Nord- u. Südstaaten vice-versa, d.h. der Süden (ab Virginia, Tennessee, Arkansas...) wählte überw. demokratisch (Demokraten waren damals eher polit. hart (analog heute zu den Reps), wie rassistisch eingestellt; ....ganz im Gegensatz zu den Republikanern im Norden mit Californien, Nevada, Utah, Colorado, Oklahoma, Missouri, Kentucky, West Virginia, Maryland), welche eher staatstragend im Sinne Lincolns politisierten.

Erstaunlicherweise drehte sich dies Ende der Siebziger um 180°. Warum diese Entwicklung? Das wäre auch mal historisch interessant, von Vedick o. Fricke (welche von den USA für SPON korrespondieren) darüber was zu hören...

Interessant ist auch, das West Virginia bis Anfangs des Sezessionskriegs zum sezessionistischen Süden-'Sklavenhalterstaat' Virginia gehörte, sich aber interessanterweise infolge des Sezessionskriegs mehr zum Norden zugehörig fühlte u. sich abspaltete. Spielte hier die Abgeschiedenheit/Abgehängtheit vom Mainland Virginia (durch das Appalachengebirge) eine Rolle, oder war es ein kultureller Unterschied, oder beides?
Die Verhältnisse heute sind ebenfalls komplett gedreht, West Virginia ist so stockkonservativ wie kaum ein anderer Bundesstaat, u. wählt überw. republikanisch...

#5 - 10.11.2018, 21:42 von Darwins Affe

Wählerstimmen

Zitat von Ökofred
In den Staaten wurden in den letzten 8 Jahren ca. 80 GW an Kohlekraftwerken abgebaut. Das ist etwa soviel wie die gesamte dt. fossile Kraftwerkskapazität Wie soll das kompensiert werden? Ausbaupläne für Kohle gibt es nicht. Frackinggas und Windenergie kosten etwa die Hälfe.... das wird nix mehr mit der Kohle, da kann der Trump noch so viel versprechen. https://www.carbonbrief.org/guest-post-peak-coal-is-getting-closer-latest-figures-show?utm_content=buffer7e10c&utm_medium=social&utm _source=twitter.com&utm_campaign=buffer
1) Trump geht`s wohl nicht um den Stopp des Kohleabbaus, sondern um Wählerstimmen.
2) Nur zur Erinnerung: Die SPD förderte in NRW auch aus wahltaktischen Gründen 50 Jahre (mit unvorstellbareren Subventionen) den Kohleabbau. Die Zukunftsindustrie sitzt inzwischen im Süden Deutschlands.
3) Nebenbei: Die US-Kohle wird inzwischen von den Appalachen über den ganzen amerikanischen Kontinent, anschliessend über den Pazifik geschippert, um in China und Indien in die Luft gepestet zu werden: Tolle CO2-Bilanz.

#6 - 10.11.2018, 21:48 von Andre V

Zitat von Watschn
Eigentlich waren bis zum 2. WK die Nord- u. Südstaaten vice-versa, d.h. der Süden (ab Virginia, Tennessee, Arkansas...) wählte überw. demokratisch (Demokraten waren damals eher polit. hart (analog heute zu den Reps), wie rassistisch eingestellt; ....ganz im Gegensatz zu den Republikanern im Norden mit Californien, Nevada, Utah, Colorado, Oklahoma, Missouri, Kentucky, West Virginia, Maryland), welche eher staatstragend im Sinne Lincolns politisierten. Erstaunlicherweise drehte sich dies Ende der Siebziger um 180°. Warum diese Entwicklung? Das wäre auch mal historisch interessant, von Vedick o. Fricke (welche von den USA für SPON korrespondieren) darüber was zu hören... Interessant ist auch, das West Virginia bis Anfangs des Sezessionskriegs zum sezessionistischen Süden-'Sklavenhalterstaat' Virginia gehörte, sich aber interessanterweise infolge des Sezessionskriegs mehr zum Norden zugehörig fühlte u. sich abspaltete. Spielte hier die Abgeschiedenheit/Abgehängtheit vom Mainland Virginia (durch das Appalachengebirge) eine Rolle, oder war es ein kultureller Unterschied, oder beides? Die Verhältnisse heute sind ebenfalls komplett gedreht, West Virginia ist so stockkonservativ wie kaum ein anderer Bundesstaat, u. wählt überw. republikanisch...
Wieso soll über den Shift vom Solid South hin zu den Republikanern einer oder mehrere Reporter berichten? Das ist ein Fall für Historiker bzw. das steht längst in der Wikipedia, für diejenigen, die es wissen wollen. LBJ, Great Society, Solid South, Strom Thurmond.

#7 - 10.11.2018, 22:34 von h370

Ojeda und Nähe zu Trump??

Richard Ojeda hat sich von Anfang an klar gegen die Republikaner und Trump positioniert. Seine Themen waren Korruption, Opioid Krise und Gesundheitsversorgung. Er hat in einem tiefroten (republikanischen) Bezirk ein sehr knappes Ergebnis erzielt. Das sich Trump über einen Sieg von Ojeda sicher nicht gefreut hätte, sollte nach seiner Concession Speech klar sein: https://m.youtube.com/watch?v=KtD0p5zZzn8

#8 - 10.11.2018, 22:36 von Atheist_Crusader

Dieses sklavische Festhalten an Kohle ist einfach nur idiotisch. Ich mein, ich verstehe voll und ganz die Bedeutung von Kohlebergwerken als lokaler Arbeitgeber (auch wenn das Verhältnis von Arbeitern zu Firmenchefs zuweilen an Stockholm-Syndrom erinnert). Mir ist auch klar, dass Wandel sehr einschüchternd sein kann. Aber dieser Mangel an Weitblick ist doch erschreckend.
Was diese Menschen von ihren Politikern fordern sollten ist nicht eine Dreckschleuder von Energieträger am Leben zu erhalten nachdem es wirtschaftlich und ökologisch immer schwerer zu rechtfertigen ist, sondern ihnen gute Jobs zu besorgen die ihre bisherigen ersetzen können.
Man schießt sich selbst in den Fuß indem man die Arbeitsplätze von gestern auf Biegen und Brechen erhält statt die Arbeitsplätze von morgen zu schaffen.

Vielleicht mag sich da kein lokaler Politiker heranwagen, aber die Staats- oder Bundesregierung sollte das wohl hinkriegen. Zumindest wenn sie Leute mit Weitblick hätte. Aber lieber macht man stumpf weiter wie bisher und bezeichnet man den Klimawandel ja als Erfindung der Chinesen. Das sorgt auch dafür, dass die nächste Generation Umwelttechnologie dann eher nicht in dne USA entwickelt und gebaut wird.

#9 - 10.11.2018, 23:31 von gandhiforever

Gestiegen

Auch seit Trumps Einzug ins Weisse Haus sind weitere Minen geschlossen werden. Der Verfuehrer und notorische KLuegner laesst die Menschen in WV weiterhin traeumen, traeumen von der guten alten Zeit.

Die Realitaet wird irgendwann auch dort wahrgenommen werden. Doch in der Zwischenzeit werden weiterhin Kumpel sterben, da die Sicherheitsvorschriften duerftig sind. Und die Zahl der in den letzten 2 Jahren toedlich verunglueckten Kumpel ist ueberproportional gestiegen, da die Sicherheitsvorschriften noch weiter zurueckgefahren worden sind.
Das Erwachen wird schmerzen, denn ausser Kohle gibt es nicht viel. Und einher mit dem Sprengen von Bergspitzen geht die Umweltverschmutzung , denn der Kohlestaub findet seinen Weg in die Baeche.

Von dem anderen Geschaeftsmann namens Blankenship (der Kohlebaron musste wegen fahrlaessigerToetung von Kumpeln in den Knast) wollten die Menschen in West Virginia aber nicht in Washington vertreten werden.

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