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Flugausfälle und Verspätungen: Was Passagiere über Fluggastrecht-Portale wissen müsse

TMN Wenn Flüge verspätet oder gar nicht stattfinden, stehen Reisenden oft Entschädigungen zu. Fluggastrecht-Portale können Passagieren zu ihrem Recht verhelfen - doch es gibt Unterschiede.
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#1 - 01.11.2018, 13:24 von lutfikus

Die Variante, direkt an die Fluggesellschaften zu gehen, kommt mir hier zu kurz. Ich schreibe - in berechtigten Fällen - genau einen Brief mit Fristsetzung zur Zahlung an die Fluggesellschaft. Bei Nichtzahlung gebe ich das an einen Anwalt der androht, die Forderung ggfls. gerichtlich durchzusetzen. Bisher sind die Fluggesellschaften - ich habe das zweimal exerziert - immer kurz vor dem Gerichtstermin eingeknickt, weil die genau wussten, wie das ausgeht. Erstmal bot man einen Vergleich an, den ich natürluch nicht angenommen habe. Am Ende zahlt die Fluggesellschaft die VOLLE Entschädigung an mich und muss die Anwaltskosten tragen! Ein netter erzieherischen Effekt für die Fluggesellschaft, da die Kosten steigen!-) Auf die Umschaltung eines Portals wird die Fluggesellschaft ganz entspannt warte, da die Kosten dann auch nur genau so hoch werden, als hätte man direkt gezahlt.
Ich möchte jedem raten genauso vorzugehen, weil dann Irgendwann die Fluggesellschaften die Anwaltskosten sparen wollen und direkt zahlen.
Die Portale braucht kein Mensch.

#2 - 01.11.2018, 14:18 von dagmar1308

Gerade gestern haben wir von der Lufthansa

die mail erhalten, dass 800 € überwiesen werden. Es war ein ausgefallener Zubringerflug nach München und daher kamen wir gut sechs Stunden später in Moskau an.
Man muss im Netz aufpassen, dass man nicht eine der Advokatenseiten erwischt. Allerdings musste ich die LH nochmals per einkopiertem Schreiben der staatlichen Beschwerdestelle als Rückmail leichten Druck nach 3 Wochen ohne etwas näheres zu hören machen. Telefonisch erreichen sie nichts. Bei der Online Eingabe in das Formular erhalten Sie nach dem Absenden nur eine Bearbeitungsnummer per mail.
Das Formular für ihren Entschädigungsantrag finden sie leicht versteckt auf der Erläuterungsseite über Fälle, die einen Anspruch auslösen.
Habe 5 weitere Teilnehmer auf diesem Flug gestern kontaktiert. Keiner hatte einen Anspruch gegen die LH gestellt. Die holen das durch meinen Hinweis noch nach.
Daher werden sicherlich nicht mehr als 25% aller Berechtigten ihren Anspruch realisieren.Das scheint sich also für Fluggesellschaften zu rechnen, wenig gegen Flugausfälle usw. Zu unternehmen.

#3 - 01.11.2018, 14:41 von DerAndereZauberer

Bei aller gut meinter EU-Regelung dazu - es ist für einen normalen Reisenden nahezu unmöglich, mit normal angemessenem Aufwand irgendwas zu bekommen. Post #2 zeigt ja gut, dass dies selbst bei den teuren/großen und eher serviceorientierten Airlines schon ein Kampf ist, mit versteckten Formularen und unklaren Formulierungen.

Bei einem Billig-Anbieter wie Easyjet ist es ohne externen Support komplett unmöglich, wenn man mit "vertretbarem" Aufwand etwas erreichen will. Bei 3 ausgefallenen Easyjet-Reisen in diesem Jahr weiß ich wovon ich spreche. Es ist IMMER ein Sonderfall, ein Fluglotsenstreit, selbst wenn einem am Gate gesagt wurde dass wegen der langen Verzögerung des Fluges vorher jetzt einfach die Crew über der erlaubten Dienstzeit is und keine Ersatz-Crew beschafft werden kann ... Schuld ist der Fluglotsenstreit in Frankreich, durch den die Maschine nicht rechtzeitig kam.

Unter "vertretbar" sehe ich das Melden des Anspruchs, Eintragen der erforderlichen Daten, und Absenden des Ganzen. Die Notwendigkeit von Mahnschreiben, Fristen, Anwalt und Klage geht deutlich über meine Definition von "vertretbar" hinaus.
Die Branche hat meiner Meinung nach bewiesen, dass sie nicht kundenorientiert arbeiten Will. Einzige Lösung meiner Meinung nach ist eine harte EU-weite Regelung, die jede Fluggesellschaft ohne wenn und aber bei Verzögerung und Ausfall zur Zahlung einer Entschädigung verpflichtet, mit harten Strafen für die Trickser.

#4 - 01.11.2018, 16:27 von Grassi25

zum Anwalt und nicht zum Portal

wie bereits im ersten Kommentar geschrieben, wäre der richtige Weg der zum Anwalt. Ca. 95% aller Ansprüche gegen Airlines sind berechtigt. Antwortet die Fluggesellschaft nicht auf das erste Schreiben des Fluggastes, kann der Anwalt die Ansprüche geltend machen und sein Honorar direkt von der Airline kassieren. So gehen keine Provisionen an irgendwelche Portale verloren.

#5 - 01.11.2018, 17:38 von Flugzuspät

Es geht auch ohne Provision...

Bei einer gründlicheren Recherche wäre die Spon Redaktion drauf gekommen, dass es noch eine dritte Möglichkeit gibt. Diese basiert auf den Ausführungen von Gassi25. Hier bekommt man als Geschädigter den vollen Betrag! Auch dafür gibt es (mindestens einen) Anbieter.

#6 - 01.11.2018, 19:08 von Kunibaer

Portal-Vorteil

Ich habe alle Varianten durch bei inzwischen drei Fällen. Selbst auf die Fluglinie zugegangen, mit Fristsetzung etc resultierte jedes Mal in schlichter Abrede der Ansprüche. Einmal habe ich es selbst mit Anwalt durchgespielt, an sich erfolgreich, aber mit ziemlichem Aufwand verbunden - Anwalt suchen, Termin wahrnehmen, Schriftverkehr verfolgen, Unterlagen beibringen... Das hat sicherlich 5 bis 6 Stunden gedauert. Mit einem der oben genannten Portale war der Aufwand jeweils insgesamt rund eine halbe Stunde, ich hatte zu keiner Zeit ein Prozessrisiko und am Ende um die 180 Euro bekommen. Die 70 Euro weniger sind mir die ersparte Zeit und das fehlende Prozessrisiko wert.
Und: Selbstverständlich zahlen die Airlines auch bei den Portalen die Gebühren der gegnerischen Anwälte, wenn sie unterliegen. Die werden nicht von der Provision bezahlt, sondern wie in jedem Verfahren von der unterlegenen Seite!

#7 - 01.11.2018, 19:38 von klaus.92318

Problemlos

Kompliment an Ryanair. Am 22.10. Aufwandsentschädigung für 14 Stunden Verspätung eingereicht, am24.10 schriftliche Bestätigung und Zahlungszusage erhalten , Zahlung erfolgte am 1.11. voller Betrag.
Alles ohne Fluggasthelfer und Provision.

#8 - 01.11.2018, 20:08 von sotraluz

Unangebrachtes Ryanair- Bashing

Ryanair hat binnen 6 Tagen meinem Claim anerkannr, eie Woche später war das Geld auf meinem Konto. Bei deutschen Gesellschften dauerte es drei- bis viermal so lang.

#9 - 01.11.2018, 21:43 von muttimedial

Wie naiv sind wir eigentlich,

die EU-Verordnung verpflichtet (!) alle ansässigen Fluglinien zur Entschädigung !
Wobei die seltenen (!) strittigen Fragen eventuell natürlich rechtsanwaltlichen Beistand ratsam machen könnten.
Das manipulative Gebaren der Fluggastportale, und die unterfütterten Horrorberichte in einschlägen Portalen, lassen auf einen organisierten Trollapparat (!) schließen - die Marge ist ja auch gigantisch im Verhältnis zum Arbeitsaufwand.
Mein persönliches Erlebnis war ganz schlicht : 6 1/2 Stunden Verspätung (Manchester-Berlin) brachte uns zwei Personen 500 Euro Entschädigung ein. Easyjet hatte sich nur 45 Tage Bearbeitungszeit ausbedungen. Für die erfolgreiche Verfolgung unserer Interessen habe ich zehn Minuten auf deren Seite den entsprechenden Link suchen müssen und danach 3 Minuten gebraucht um das Formular auszufüllen. Für diesen Aufwand hätte mir jedes "Portal" 170 Euro + Berechnet. Ich wünsche mir, dass unabhängige Journalisten sich des Themas annähmen, damit klar würde, wessen Beute wir eigentlich sind.

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