Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Reise

ICE versus TGV: Deutsche Bummel-Bahn

Julian Stratenschulte/ DPA Theoretisch könnte der ICE der der Deutschen Bahn mit bis zu 300 km/h durchs Land rasen. Tatsächlich schleicht er die meiste Zeit über die Gleise. Der Vergleich mit dem französischen TGV zeigt die Gründe.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/27   10  
#1 - 15.04.2019, 09:16 von JohnC.

Auf der Autobahn...

... sehen die Grafiken genau so aus. Mit dem Unterschied, daß es dort daran liegt, daß in Deutschland, zumindest auf dem Papier, schneller gefahren werden darf, als in Frankreich. Trotzdem kommt man in Frankreich schneller, gleichmäßiger und vor Allem entspannter voran als in Deutschland. Schlussfolgerung: Die deutsche Verkehrspolitik versagt seit Jahrzehnten! Warum? Weil die Politik in Deutschland das Auto, durch Lobbyisten gesteuert, als Verkehrsmittel bevorzugt. Die Art und Weise wie dies geschieht, führt aber dazu, das sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr viel schlechter funktionieren, als daß eigentlich möglich wäre.

#2 - 15.04.2019, 09:17 von Der Jürgen aus M

Es fehlt der politische Wille

In Deutschland fehlt auch der politische Wille die Bahn schneller zu machen.
Warum muss ein ICE an jeder Milchkanne anhalten (Fulda, Kassel)? Weil die Lokalpolitik sich sonst übergangen fühlt.
Warum kann man bei einem Regionalflughafen schnell mal ein paar Bauern enteignen, bei einer Bahntrasse darf aber jeder jahrelang rumklagen?
Warum werden so "Manager" wie Mehdorn Chef der Bahn?
Warum werden Regionalflughäfen (Landratspisten) mit öffentlichen Mitteln gefördert, die Bahn muss aber ihren Krempel selbst bezahlen?
Warum ist Kerosin von der Steuer befreit, die Bahn muss auf Strom aber Steuer zahlen?
Die Probleme liegen nicht nur bei der DB sondern in großen Teilen bei der Politik.

#3 - 15.04.2019, 09:17 von Eisenvater

ICE hält an jedem Zwetschgenbaum

Der TGV von Stuttgart nach Paris hält in Karlsruhe und Strassbourh und fährt dann durch. Der ICE hält fast an jeder Zwischenstation. Der ICE, der in Zukunft von Stuttgart nach München fahren wird, hält sogar in Dörfern wie Merklingen mit 2000 Einwohnern. Also quasi an jedem Zwetschgenbaum. Diese Strecke wurde gebaut um eine Zeitersparnis nach Ulm von 10 Minuten zu erreichen. Das ist jetzt mit Sicherheit schon Makulatur. Man fragt sich wer jemand kennt, der jemanden kennt, der sowas entscheidet.

#4 - 15.04.2019, 09:21 von quark2@mailinator.com

Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland verkauft, was es verkaufen konnte (gern auch Privatisierung genannt), hat den Militärhaushalt und auch andere große Posten reduziert (dazu gehören Bahn und Infrastruktur) und hat außerdem die Belastungen für normale Menschen stark erhöht (Mehrwertsteuer +3%, Rentenentrittsalter +2 Jahre, Rentenformel, etc. etc.). Nun stellt sich die Frage, wohin diese Unmengen an Geld umgeleitet wurden. Wer bekommt nun das, was früher der gemeine Bürger bekam - u.a. eine bezahlbare Bahn, die auf Augenhöhe mit den besten der Welt war, was Technik und Pünktlichkeit angeht. Eine Bahn, bei der Netz, rollendes Inventar, Bahnhöfe etc. in einer Hand lagen und vernünftig gemanaged wurden. Ja, die Bahn hat früher jedes Jahr eine Menge Geld gekostet. Das tut sie aber auch heute, auf einem vergleichsweise schlechteren Stand. Ich sage vergleichsweise, weil man ja 30 Jahre technischen Fortschritt einrechnen muß. Und man kann man den Ticketpreis mit der Zunahme des Einkommensmedians vergleichen. Die Strecken sind ja die gleichen. Hier findet über Jahrzehnte ein Raubbau am realen Einkommen des Normalbürgers statt und die Bahn ist nur ein kleiner Teil davon. Briefpost soll auch mal wieder teurer werden ... Der Staat spart an der falschen Stelle. Aber warum ?

#5 - 15.04.2019, 09:24 von kenterziege

Die Geschwindigkeit ist zweitrangig.....

Pünktlichkeit, Sauberkeit, erwartbare Wagenfolge, ausreichendes Platzangebot, Durchgriff bei Unordnung, striktes Verbot für Handy-Gespräche außer dafür vorgesehen Bereichen und saubere und sichere Bahnhöfe stehen bei mir oben an.

#6 - 15.04.2019, 09:26 von ddcoe

Unsere Bahn sollte

die erkannten und bekannten Schwachstellen zügig abbauen. Ohne eine wirklich leistungsstarke Bahn kann es kein schlüssiges Verkehrskonzept geben in unserem Land - und das ist seit mindestens 10 Jahren überfällig.

#7 - 15.04.2019, 09:26 von robr

Zu viele Lücken, zu viele Zwischenstopps

Wer sich die Deutschlandkarte anschaut, sieht es sofort: einige Schnellinien, viele Lücken. Hamburg-Hannover, Hannover-Wolfsburg, Frankfurt-Mannheim, Berlin-Leipzig usw. Die Lücke zwischen Frankfurt und Mannheim hätte längst geschlossen sein können mit neue Bahnhöfe in Darmstadt und Mannheim. Mit Nahverkehrsanschluss und als Kreuzungsbahnhof bei Mannheim. Und mit ausreichend große Parkhäuser direkt am Bahnhof. Stattdessen dauert und dauert es, weil Provinzfürsten glauben die ICE müssten in langwierigen und teuren schleifen zu ihrem Innenstadtbahnhof gelangen Generell sollte es auch mehr Sprinter geben, ohne die vielen Zwischenstopps.
Und , liebe SPON-Grafiker, am Rhein entlang fährt der ICE von Frankfurt nach Köln teilweise nicht einmal 100. Die Schnellstrecke Ist die zwischen Frankfurt Flughafen und Siegburg-Bonn.

#8 - 15.04.2019, 09:26 von haimerl1

Unterschiedliche Konzepte

Klar, schneller ginge immer. Aber der Vergleich München - Hamburg vs. Paris - Marseille hinkt. Wenn der Zug zwischen Paris und Marseille nicht hält, tritt der Zug die Konkurrenz zum Flugzeug an. Die Deutsche Bahn konkurriert mit dem Auto! So hält der Zug auch zwischen München und Hamburg, so dass man ihn auch für Reisen zu den Halten nutzen kann, bzw. auch nach Hamburg kommt, wenn man NICHT in München wohnt. So kommt der Zug allen zu Gute, die zwischen diesen Städten wohnen.

Also nur auf die Geschwindigkeit zu sehen, ist lächerlich simplifizierend. Es bedarf einer guten Mixtur aus Halten (Nutzungsmöglichkeit, Flexibilität) und "freier Bahn" (Geschwindigkeit).

Und mal ehrlich: München - Berlin in 4 Stunden. Mit dem Auto nicht machbar. Und der Flieger? 1 Stunde zum Flughafen, 1 Stunde vorher durch die Sicherheitsschleuse, 1 Stunde Flugzeit... soooo schlecht ist die Bahn da nicht.

#9 - 15.04.2019, 09:28 von redepest

Schon klar, aber

man sollte auch erwähnen, dass Frankreich erheblich dünner besiedelt ist als Deutschland. Zudem würden neue Trassen und weiträumige Umfahrungen sofort hunderte von Bürgerinitiativen auf den Plan rufen, die die Trasseführung überall, nur nicht bei sich haben wollen. Viel Spass damit! Da erscheint dann der deutsche Kompromiss nicht mehr ganz so dusselig.

    Seite 1/27   10