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ICE versus TGV: Deutsche Bummel-Bahn

Julian Stratenschulte/ DPA Theoretisch könnte der ICE der der Deutschen Bahn mit bis zu 300 km/h durchs Land rasen. Tatsächlich schleicht er die meiste Zeit über die Gleise. Der Vergleich mit dem französischen TGV zeigt die Gründe.
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#90 - 15.04.2019, 10:57 von g_bec

Weil

Zitat von karlo1952
Warum gibt es in Deutschland nicht wenigstens 2 -3 ICE pro Tag, die die großen Metropolen wie München-Hannover oder Hamburg, oder München-frankfurt direkt ohne Zwischenstop anfahren. Damit wären vielen Geschäftsreisenden geholfen. Die Streckenkapazität würde es hergeben, wenn ich sehe, dass ich auf der A7 zwischen Fulda und Kassel manchmal keinem einzigen ICE auf der Strecke nebenan begegne. Und die könnten theoretisch ja im 10 Minutentakt fahren.
Weil solche Verbindungen wie M-HH nicht ausreichend nachgefragt werden, es gibt keinen ausreichenden Bedarf dafür. Punkt. Dafür lohnt es sich eben nicht, einen ICE durch das Netz zu schleusen und alle anderen warten zu lassen. Und schon gar nicht alle 10 Minuten. Es fahren in der Summe eben mehr Menschen von Erfurt nach Nürnberg oder von Berlin nach Halle oder von Halle nach München oder von Bamberg nach Erfurt als nur von Berlin nach München. Ein ICE mit 20 Minuten kürzerer Direktreisezeit lohnt sich in D nicht und belegt die Trasse.

#91 - 15.04.2019, 10:57 von smokyfields

Das ist aber...

...ein sehr einseitiger, theorethischer Beitrag! Wie schon von anderen erwähnt: Siedlungsstruktur, Bevölkerungsdichte spielen eine Rolle und die sonst vom Autor gern bemühte Ökono- und Ökologie wird ganz ausgeblendet (was bringt Milliardenaufwand und hoher Energieverbrauch für ein paar Minuten Fahrzeitgewinn?) Stuttgart- Mannheim bzw Karlsruhe gibt`s eigentlich `ne Schnellfahrstrecke (Vmax 280), wo hat der Autor das Diagramm her? Ein Vergleichsdiagramm auf einer "Freie- Fahrt-Für- Freie- Bürger- Autobahn" wäre übrigens mal ganz interessant gewesen. Aber im Ernst: Es ist noch der überkommene "Rekorde- Denkansatz": Fahrgast will nicht gelegentlich in Rekordzeit ankommen, sondern immer zuverlässig pünktlich. Insofern agiert die Bahn mit Rücksicht auf jahrelangen Investitionsstau infolge völlig verfehlter Verkehrspolitik mit den Fahrzeitzuschlägen völlig richtig. Ein zaghafter Ausbau, oder sollte man sagen Wiederaufbau(?) der -entscheidenten- Knoten hat gerade erst begonnen. Wie schwierig in D mittlerweile Verkehrsbau schlechthin geworden ist, kann man an der Planung der Trasse Dresden- Prag erkennen: Kaum sind erste Pläne raus, gibt es bereits "Bürgerinitiativen" im nicht einmal dichtbesiedelten Rest oberirdischer Streckenführung, die auch dort einen Tunnel verlangen. Deutschland erstickt an seinen pingeligen, überspitzten Anforderungen, an seiner Bärukratie und seiner zum Selbstzweck verkommenen Justiz. Übrigens: In Schweden hat man grad ein Schnellstreckenprojekt von Vmax 300 auf 250 reduziert. Wo anders ist man langsamer, aber weiter... @10: Was nun` Eine oder vier Fahrten? Bestimmt sehr aussagekräftig...

#92 - 15.04.2019, 10:57 von draco2007

Zitat von resto
Geschwindigkeit ist weniger wichtig als bessere Verteilung des Bahnnetzes und Erreichbarkeit der Städte. Es nützt mir wenig, wenn man schnell von München nach Berlin kommt, aber dazwischen nicht aussteigen kann, weil ich zum Beispiel nach Kassel möchte. Das System der deutschen Bahn ist mir deshalb lieber. Vorbild könnten aber die Schweizer Bundesbahnen sein mit ihrer engen Taktung, guter Abstimmung, Sauberkeit und Pünktlichkeit.
Redet jemand von der Abschaffung der ICs?

WENN sie nach Kassel möchten, dann fahren sie mit den ICE so nah ran wie es geht und steigen in einen IC.
So funktionieren Stern-Architekturen nunmal...

#93 - 15.04.2019, 10:57 von 5b-

Schnell schnell

Geschwindigkeit ist toll. Gut daran ist, dass man sie schnell ermitteln kann. Bevor man aber Anstrengungen betreibt, alles schneller zu machen, sollte man doch diskutieren und ermitteln ob das überhaupt Priorität hat.
Es ist auch Quatsch mit Soße das Internet immer schneller zu machen, wenn es lediglich für hochauflösendes Video und Spiele Vorteile hat. Wer hat denn durch die Geschwindigkeit einen Vorteil? Was ich als Vorteil sehen würde, wäre wenn es billiger wird.
Ein Super Spar Preis bei der Bahn, wenn man z.B. 30 statt 60 Euro zahlt, freut mich mehr als eine Halbierung der Fahrtzeit.

#94 - 15.04.2019, 11:00 von themistokles

Zitat von the_argonaut
Ich fahre gerade von Peking nach Shanghai - mit dem Zug 1200 km in 4h23min - garantiert pünktlich. Man stelle sich vor, Berlin-Paris, selbst Madrid wäre einfach mit dem Zug zu erreichen. Übrigens 4G gibt es durchgehend - auch in dünn besiedelten Gebieten. Der Bau der Strecke hat übrigens 4 Jahre gedauert. Mir werden zurück in Deutschland im Land der Sparknechte, der schwarzen Nullen und Aufschieber ganz schnell die Tränen kommen. Ups - da bin ich gleich schon da - sekundengenau.
Ja, geht. Wenn Geld und Privateigentum keine Rolle spielen. Und die Baubehörde nach Lust und Laune enteignen und Menschen zwangsumsiedeln kann. Möchten Sie das wirklich auch bei uns?

#95 - 15.04.2019, 11:01 von juergen.fassbender

Ein Blick auf die Landkarte zeigt es

Der TGV fährt mehr oder weniger durch unbewohnte Gebiete, während der ICE durch dicht besiedelte Gebiete fährt und ab und zu jemand ein- oder aussteigen muss.

#96 - 15.04.2019, 11:03 von Crom

Zitat von Der Jürgen aus M
In Deutschland fehlt auch der politische Wille die Bahn schneller zu machen. Warum muss ein ICE an jeder Milchkanne anhalten (Fulda, Kassel)? Weil die Lokalpolitik sich sonst übergangen fühlt.
Kassel ist die Großstadt in der Mitte von Deutschland. Logisch, dass dort ein ICE anhält.

#97 - 15.04.2019, 11:07 von themistokles

Zitat von robr
Stattdessen dauert und dauert es, weil Provinzfürsten glauben die ICE müssten in langwierigen und teuren schleifen zu ihrem Innenstadtbahnhof gelangen.
Welchen Sinn machen den Bahnhöfe auf der grünen Wiese? Die Logik ist eher umgekehrt: Damit viel und gerne Bahn gefahren wird, müssen die Bahnhöfe zentral und gut erreichbar sein.

BTT: Mich würde mal der Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland interessieren, wenn das Reiseziel eben nicht Paris ist. Sondern zum Beispiel Brest - Lyon.

#98 - 15.04.2019, 11:09 von kumi-ori

" Ein ICE kann in München mit 28 Minuten Verspätung losfahren - und bis Hamburg die 28 Minuten Verspätung komplett aufholen." - Warum sollte die Bahn das tun? Ich habe Jahre in Japan gewohnt, da fahren die Züge los, wenn es im Fahrplan steht und kommen an, wenn es im Fahrplan steht. Außer bei Taifunen gibt es keine Beeinträchtigung. Ich habe nie mitbekommen, dass ein Zug wegen eines Oberleitungsschadens, einer Signalstörung oder eines liegen gebliebenen Zugs davor stehen bleiben musste.

Das scheint eine Spezialität der Deutschen Bahn AG zu sein, und ich frage mich, warum Deutschland das einzige Land ist, in dem es die Fahrpläne ein gut gemeinter Vorschlag sind. Es sind nicht die langen, von vornherein geplanten Fahrzeiten alleine, es ist auch die Tatsache, dass nicht einmal die langsamen Fahrzeiten halbwegs zuverlässig eingehalten werden.

Wir müssen gar nicht unseren Ingenieuren solche Hochleistungen abfordern, wie die Franzosen, Spanier, Italiener und Japaner das tun. Aber es sollte zumindest nicht ganz so viel Wurstigkeit einziehen und der Reisende sollte auch bei der Bahn ernst genommen werden. Die neue Strecke München-Berlin (auch Frankfurt-Berlin) in vier Stunden finde ich akzeptabel, nicht gerade Weltrekord, aber das ist auch nicht nötig. Und ich gratuliere der Bahn, dass sie dem Klagen und Jammern der Kleinstadtbürgermeister widerstanden hat, die alle gewinselt haben, sie würden jetzt "abgehängt".

Das Denken zu Zeiten Helmut Kohls war, dass "wichtige" Menschen mit dem Flugzeug fliegen, und dass die Bahn für Omas mit Strickzeug und Frauenzeitschrift ist, die auf Besuch zu ihren Enkeln fahren, und denen es egal ist, wie lange die Fahrt dauert. Aber die Zeiten des Kurzstrecken-Flugverkehrs sind vorbei. Außerdem verschiebt sich das Klientel der Low-Budget-Reisenden hin zum Flix-Bus, so dass die Bahn sich mehr zum Business-Partner entwickeln muss. Und da werden Verspätungen gar nicht gerne gesehen.

#99 - 15.04.2019, 11:10 von der_gestiefelte_Kater

Viel zu viele Zwischenstopps

Ein Beispiel, dass, glaube ich, viel sagt. ICE von München nach Stralsund, der in solchen Metropolen wie Berlin, Eberswalde und Züssow hält.

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