Schrift:
Ansicht Home:
Forum
Reise

ICE versus TGV: Deutsche Bummel-Bahn

Julian Stratenschulte/ DPA Theoretisch könnte der ICE der der Deutschen Bahn mit bis zu 300 km/h durchs Land rasen. Tatsächlich schleicht er die meiste Zeit über die Gleise. Der Vergleich mit dem französischen TGV zeigt die Gründe.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 2/27   10  
#10 - 15.04.2019, 09:29 von sozialismusfürreiche

kann ich genau so bestätigen

Das kann ich genauso bestätigen. Ich hatte eine Fahrt mit dem TGV von München nach Paris und zurück. Auf deutscher Seite ist es ein Schleichen. Unglaublich. Ungeplantes Anhalten in dt. Bahnhöfen mit Durchsagen, dass sich die Weiterfahrt wegen Personen auf den Gleisen verzögern würde. Was 100% Lüge ist, weil die dt. Bahn nicht mitteilen möchte was wirklich die Ursache ist (Bummelzug auf der Strecke). Halt auf freier Strecke, dass sich die Weitefahrt verzögern würde.

Hat man den Bahnhof in Straßurg verlassen, läuft es sofort rund. Bei den 4 Fahrten wurde nicht 1x auf der Strecke oder unplanmäßig in Bahnhöfen angehalten.

#11 - 15.04.2019, 09:29 von karlo1952

Endlich mal die richtige Kritik.

Warum gibt es in Deutschland nicht wenigstens 2 -3 ICE pro Tag, die die großen Metropolen wie München-Hannover oder Hamburg, oder München-frankfurt direkt ohne Zwischenstop anfahren. Damit wären vielen Geschäftsreisenden geholfen. Die Streckenkapazität würde es hergeben, wenn ich sehe, dass ich auf der A7 zwischen Fulda und Kassel manchmal keinem einzigen ICE auf der Strecke nebenan begegne. Und die könnten theoretisch ja im 10 Minutentakt fahren.

#12 - 15.04.2019, 09:29 von rwasser

Kirchturmdenken

Während es durch das zentralistische System in Frankreich möglich ist, eine Schnellstrecke ohne Halt von Paris nach Marseille zu betreiben, gibt es in Deutschlang auf der Schnellstrecke von Frankfurt nach Köln Halte in Limburg (Hessen), Montabaur (Rheinland-Pfalz) und Siegburg/Bonn (Nordrhein-Westfalen).
Soweit ich mich erinnere, war Bonn bei der Konzeption der Schnellstrecke noch Hauptstadt, so dass ein Halt in Siegburg (auf der anderen Rheinseite von Bonn) vielleicht noch sinnvoll war - man muss dann allerdings mit der Straßenbahn weiterfahren - wurden die Bahnhöfe in Limburg und Montabaur nur deshalb gebaut, weil die Landesfürsten aus Hessen und Rheinland-Pfalz sonst die Strecke nicht genehmigt hätten.
Ok. es halten nicht alle ICE bei jeder Fahrt auf jedem Bahnhof, das ist auch nicht notwendig, denn die Anzahl der ein- bzw. aussteigenden Fahrgäste hält sich in engen Grenzen.

#13 - 15.04.2019, 09:30 von postfuermarcus

Bahnbashing

Die Mensche lieben schlechte Nachrichten, daher muessen schlechte Nachrichten geliefert werden.
Ich fahre regelmässig ICE, das Tempo ist gut.
In Frankreich fährt der TGV nur auf Strecken, wo er maximale Geschwindigkeit fahren kann.

In Deutschland fährt der ICE zusätzlich auch auf strecken, wo er es nicht kann, es erhöht dem Komfort, wenn man nicht umsteigen muss.
Mein Nachbar hat seinen Porsche in der Tempo 30 zone auch nicht voll ausgefahren.

#14 - 15.04.2019, 09:30 von MitgliedneuerGruppe

Zitat: "Das zeigt die Ende 2017 eröffnete Strecke von Berlin über Erfurt nach München. Auf der Neubautrasse durch den Thüringer Wald fahren die schnellsten ICE bis zu 300 km/h - trotzdem liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der gesamten Strecke bei gerade mal 150 km/h. So dauert die Fahrt bis München vier Stunden. Ein Fortschritt im Vergleich zur früheren Fahrzeit von sechs Stunden - aber immer noch zu langsam, um dem Flugzeug Konkurrenz zu machen."

Als erstmals die ICE-Sprinter von München nach Berlin gefahren sind, hat eine TV-Sendung (mir ist leider entfallen, welche das war) den Test mit zwei Reportern gemacht, die in München am Marienplatz gestartet sind und sich in Berlin am Alexanderplatz wieder treffen wollten. Der eine Reporter nahm den ICE-Sprinter, der andere das Flugzeug (nach Tegel, nicht Schönefeld). Logischerweise war die reine Flugzeit deutlich kürzer als die Zugfahrt, aber durch die An- und Abfahrt zum Flughafen sowie Sicherheitskontrollen, etc. traf der "Flug"-Reporter nur wenige Minuten vor dem "Zug"-Reporter am Alexanderplatz ein.

Zumindest hier kann die Bahn mit dem Flieger mithalten. Und in Zeiten von Fridays for Future tut man auch noch gleich was für sein persönliches Klima-Karma-Konto, da die Bahn bis zu 80% weniger Emissionen in die Luft bläst. ;-)

#15 - 15.04.2019, 09:34 von gersois

Frankreich

wird von deutschen Journalisten gern durch die rosa Brille betrachtet! Der Ausbau der Strecke Paris-Brodeaux hat Jahrzehnte gedauert. Zuvor war der TGV ab Tours auch nur nach Bordeaux und weite rzur spanischen Grenze gebummelt. Toulouse, die bedeutende Industriestadt im Südwesten, wartet seit 20 Jahren auf den TGV-Anschluss! Der ist nicht einmal in Planung! So anders ist Frankreich auch nicht im Vergleich zur BRD.

#16 - 15.04.2019, 09:36 von Mick Angermeier

Autoland Deutschland

Deutschland ist ein Autoland und kein Bahnland, leider. Der Autoindustrie wurde immer wieder geholfen, aber nicht der Bahn. Das sind jetzt die Folgen. Zwei weitere Nachbarländer, Österreich und Schweiz, haben uns da schon längst abgehängt.
Ein weiteres Beispiel zu diesem Artikel:
Muss ab und zu beruflich nach Wien und fahre ab München mit dem Railjet der ÖBB. Von München bis Salzburg sind es vielleicht mal ab und zu 130km/h, ab Salzburg sind es dann 230km/h.

#17 - 15.04.2019, 09:37 von eltviller

Zu viele Köche...

...in der deutschen Bahnküche haben den Brei über Jahre verdorben. Da die Politik, Wirtschaftsweise und die allwissenden Medien seit neuestem erhebliche Investitionen in unser Land fordern wäre die Bahn doch das ideale Spielfeld. Aber wenn denn wirklich mal geklotzt wird wie in Stuttgart dann mutieren die gleichen Gruppen zu Wutbürgern und Reichsbedenkenträgern und verhindern eben diese Investitionen. Demokratie bedeutet auch ein Mandat zu akzeptieren und Umsetzung von Projekten im Sinne des Gemeinwesens zu unterstützen, aber was kann man schon von einer Ichzuerst-Gesellschaft erwarten, die englischen Parlamentarier zeigen mit ihrem Brexit-Chaos die Schwächen unserer gegenwärtigen Gesellschaft gnadenlos auf.

#18 - 15.04.2019, 09:37 von CrystalFrontier

Wirklich beeindruckend

Krass ist auch Bordeaux-Paris Montparnasse: 2h11. Nur einmal Gas geben und vor Paris nie bremsen. Ist Luftlinie genauso weit weg wie München-Berlin. Zur Verteidigung der DB haben wir aber eben dezentral viel mehr Städte mit viel stärker verflochtenem Austausch und 20Mio. Einwohner mehr. Das kann einfach nur in Komplexität enden. Komplett in den 80ern beantragte Highway-Trassen wären heute bestimmmt noch nicht oder grade eben fertiggestellt....

#19 - 15.04.2019, 09:37 von mg0031

Zitat von JohnC.
Die deutsche Verkehrspolitik versagt seit Jahrzehnten! Warum? Weil die Politik in Deutschland das Auto, durch Lobbyisten gesteuert, als Verkehrsmittel bevorzugt. Die Art und Weise wie dies geschieht, führt aber dazu, das sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr viel schlechter funktionieren, als daß eigentlich möglich wäre.
Falsch, weil es in anderen Ländern auch gute Straße, wenn nicht sogar bessere Straßen, gibt. Z.B in den Niederlanden.

Das deutsche Problem ist der LKW Durchgangsverkehr, unglaubliche Unfähigkeiten wie es Stuttgart und der Flughafen Berlin beweisen und Politiker bzw. Bahnvorstände wie den auf den Versorgungsposten Bahn abgeschobenen Herrn Profalla, desses Gerede man sich heute früh im Moma mal wieder anhören konnte.

    Seite 2/27   10