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Belüften von Wein: Warum Weindekanter Unfug sind

Getty Images Die meisten Weine profitieren, wenn sie vor dem Trinken umgefüllt werden. Doch ein extra Gefäß ist nicht nötig, um den Weg freizumachen für mehr Aromen. Gute Alternativen finden sich in fast jedem Haushalt.
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#10 - 24.07.2018, 23:21 von schocolongne

schon der Titel ist Unsinn

denn Dekantieren ist, wie im Artikel ja ausführlich dargelegt, durchaus sinnvoll, es geht dem Autor mit seiner Aussage offensichtlich lediglich um die Form des Dekanters.
Fazit: nur weil der Autor in die Breite gehende Dekanter für nicht besser als schlanke Dekanter, wie etwa Wasserkaraffen hält , sind Dekanter an sich ganz gewiss nicht Blödsinn. Etwas blöde ist da wohl nur der spitzfindige Autor.

#11 - 24.07.2018, 07:15 von equigen

Schon mal selbst probiert?

Zitat von meister_proper
Bei Blindverkostungen können die meisten "Experten" nicht zwischen einem sauteuren Wein vom Edelwinzer und einem billigen Wein von Aldi unterscheiden. Oft schneidet der billige Tropfen sogar besser ab :-D
Ein zwei-fuffzig Wein vom Aldi, einer für 7 € von der Edeka und ein Biowein für 15 Euro vom Fachhändler. Gleiche Rebsorte.
Ich gebe Ihnen Brief und Siegel - Sie werden den Unterschied schmecken und vor allem am Gaumen fühlen. Einfach mal ausprobieren oder ein geeignetes Seminar machen (ich habe eines an der VHS belegt). Das muss nicht heissen, dass immer der teuerste „am besten“ scheckt, denn oft ist man an die billigen zu sehr gewöhnt.
Der alles entscheidende Unterscheid ist die Qualität der Trauben: Sind sie handverlesen oder kommt jeder Dreck in‘s Faß? Sind sie zu tode gespritzt oder können sie eine Spotanvergärung - damit sie nicht nur nach der Standard-Hefe von Weihenstephan oder der großen Firma aus Neuseeland schmecken... („Ah, schön fruchtig“ - der Standardspruch mit den Standardhefen). Ich hab‘s selbst probiert. Das macht den Unterschied.
Schon alleine die Tatsache, dass in Wein der nicht aus Biotrauben kommt fast 1000 (!) Zusatzstoffe ohne Deklaration reingekippt werden dürfen, in Wein aus Biotrauben dagegen nur ein Bruchteil macht einen Riesenunterschied. Im Endeffekt darf + kann man heute aus verschimmelten, ungeniessbaren Trauben+Blättern mit viel Chemie (Farbe, Geschmackstoffe, ...) etwas machen das „Wein“ genannt wird...

#12 - 24.07.2018, 07:19 von equigen

Ja, Geschmack ist das Eine

Zitat von TS_Alien
Beim Thema Wein wird viel gelabert. Ich wette, viele der gerochenen und geschmeckten Aromen sind im Wein gar nicht vorhanden. Da ist vieles Einbildung. Genauso ist es mit der "Verabreichung" des Weines, inklusive der Form der Gläser. Niemand braucht einen "Experten", wenn es um Wein geht. Entweder der Wein schmeckt oder er schmeckt nicht. Wenn er nicht schmeckt, probiert man eine andere Sorte. Bei Schokoriegeln braucht auch niemand einen "Experten", der angeblich Heu riecht oder Aprikosen schmeckt.
Mundgefühl das andere.

Und Qualität, bedingt durch einen natürlichen Herstellungsprozess das andere.

Ich mag zB keinen Schokoriegel der nach zB Orange schmeckt, bei dem das Aroma aber künstlich ist. Den brauch ich gar nicht probieren, sowas ess ich nicht. Punkt.Da muss schon Orange drin sein.
Und so ist es beim Wein: Tut er so mit viel Chemie, oder ist er es wirklich?

#13 - 24.07.2018, 07:30 von c.PAF

Zitat von salomohn
Ist vielleicht ein bischen etepetete, aber: ich gieße den Rotwein vor dem Trinken immer in ein Glas. So kann er sein volles Aroma entfalten und es spart den Dekanter.
Bringt das wirklich etwas? Wir lassen nämlich auf Familienfesten einfach immer nur die Flasche rumgehen und jeder zieht sich einen Schluck.
Werde das mit den Gläsern jedenfalls mal für das nächste Familientreffen an Weihnachten vorschlagen.

Danke, daß Sie trotz Schickimicki hier so einen wertvollen Tip abgegeben haben... ;-)

#14 - 24.07.2018, 08:22 von gruenertee

Naja, beim Wein gibt es genug, die über das Ziel hinausschießen. Ein Wein muss schmecken und eine gute Qualität haben. Für mich ist es ein Konsumprodukt, welches ich genieße - mehr nicht. Wer anfängt eine Religion daraus zu machen, hat den Schuss nicht gehört. Ich denke ein Blick nach Italien hilft um verstehen, wie man Wein genießt.

#15 - 24.07.2018, 09:00 von Papazaca

Das trifft den Punkt

Zitat von schocolongne
denn Dekantieren ist, wie im Artikel ja ausführlich dargelegt, durchaus sinnvoll, es geht dem Autor mit seiner Aussage offensichtlich lediglich um die Form des Dekanters. Fazit: nur weil der Autor in die Breite gehende Dekanter für nicht besser als schlanke Dekanter, wie etwa Wasserkaraffen hält , sind Dekanter an sich ganz gewiss nicht Blödsinn. Etwas blöde ist da wohl nur der spitzfindige Autor.
Da kann ich Ihnen nur zustimmen, Überschrift und Artikel stimmen nicht überein. Das man durch Dekantieren den Wein vom Depot "befreien" kann, ist klar. Das Weine durch "mehr Luft"besser schmecken können, ist auch unbestritten. Nur gilt das eben nicht für alle Weine. Ob die Formen von Weingläsern und Dekantern den Wein besser schmecken lassen, scheint umstritten.

In jedem Fall ist es gut für die Glasindustrie. Und unterschiedliche Gläser sehen auf dem Tisch auch besser aus und erleichtern die Zuordnung. Ich habe einen schönen Decanter in Flaschenform,
damit hat sich für mich das Problem erledigt. Und das Wein ein unerschöpfliches Thema ist, ist doch schön.

Aber wie bei allem, das mit Geschmack zu tun hat, gibt es eben keine absoluten Wahrheiten. Sicher ist aber auch, das Wein benutzt wird, um sich gesellschaftlich zu differenzieren und sich als Experte zu geben. Und dann wird aus "ein schönes Glas Wein zu trinken" oft Realsatire und man kann schmunzeln. Ist doch gut!

#16 - 24.07.2018, 09:56 von arminkl

Modernist

Ein vielbeachtetes Kochbuch war Modernist Cuisine von dem ehemaligen Microsoftmitarbeiters Nathan Myhrvold.
Und hat der nicht zum Belüften den Rotwein eiskalt in den Mixer gegossen?

#17 - 24.07.2018, 10:30 von arminkl

Große Gewächse (pfrrr)

Letztes Jahr habe ich zu Festtagen 2 Flaschen eines Marques de Murrieta - Castillo Ygay gekauft. Ich hatte mich drauf gefreut und auch dekantiert und umgefüllt wie von dem weinkennenden Verkäufer vorgeschlagen. Ich war entäuscht, dass der Wein einfach nur intensiv nach Vanille schmeckte. Das hatte ich auch bereits von Weinen aus dem Supermarkt für 10 € gekannt. Nichts von den ganzen beschriebenen Aromen vor allem nichts von charakteristischem Rioja. "Spektakulärer neuer Jahrgang der Rioja-Legende...zu den ganz großen spanischen Gewächsen....Mit dem großartigen Jahrgang 2007 bereichert er seine eigene Legende um ein weiteres habenwollendes Kapitel." Seitdem glaube ich diesen Lobhudeleien nicht mehr.

#18 - 24.07.2018, 11:33 von nadja_romanowa

Also ich sehe das ganz anders. Ich trinke nur Château Lafite, und immer direkt aus der Flasche. Der Wein ist so teuer, da lasse ich das Bouquet sich lieber in meinem Körper entfalten als dass ich es einfach in die Umwelt verpulver.
Aber jeder wie er mag. Dekanter sind mir einfach zu dekadent.

#19 - 24.07.2018, 12:10 von w.diverso

Echt,

man füllt einen Weißwein in eine Karaffe um? Habe ich noch nicht mal in Haubenlokalen gesehen. In Montalcino das Belüften von diversen Brunellos beim Verkosten aber sehr wohl. Aber z.B. einen Riesling Smaragd aus der Wachau füllt nur einer um der sein "außergewöhnliches" Weinwissen zeigen will. Und allen hier die schreiben man merkt keinen Unterschied zwischen einem billigen, oder besser gesagt einfachen Wein und einem sehr guten, sei gesagt, trinkt lieber Cola möglichst noch mit einem lieblichen Rotwein gemischt.

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